Gangster-Dramen voller Flair: Warum wir die Mafia-Spiele nie vergessen werden
Bevor mit The Old Country bald ein neues Kapitel der Mafia-Saga aufgeschlagen wird, schwelgen wir in Nostalgie und finden heraus, was die Reihe eigentlich auszeichnet.
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Auch wenn die Mafia-Reihe mit ihrem durchwachsenen dritten Teil ordentlich Federn lassen musste, ist es doch immer noch ein Name, der einen aufhorchen lässt. Kein Wunder, denn auch in unseren Köpfen haben sich die atmosphärischen Gangster-Geschichten einen festen Platz gesichert.
Bevor die Reihe mit The Old Country einen Ausflug in die Frühzeiten der Familie macht, lassen wir 23 Jahre Mafia noch einmal Revue passieren und finden heraus, was das Franchise eigentlich besonders macht.
Von den Settings über die Geschichten bis hin zum Gameplay: Das ist die Essenz von Mafia!
Die Settings: Authentisch, vintage, amerikanisch
Die Mafia-Reihe spielt in fiktiven Städten, die allerdings deutlich an reale Vorbilder angelehnt sind. Lost Heaven aus dem Seriendebüt basiert hauptsächlich auf Chicago, wo seinerzeit einer der größten Ableger der Cosa Nostra seine Geschäfte machte.
Die Thompson-Maschinenpistole, die Waffe der Wahl aller klassischen Mafiosi, wird nicht umsonst auch "Chicago Typewriter", also "Chicagoer Schreibmaschine", genannt. Die ikonische Knarre begleitet uns dementsprechend durch die ganze Reihe.
Quelle: 2K
Die Schreibmaschine, auf der jede gute Mafia-Story verfasst wird: Die Thompson-Maschinenpistole. In The Old Country wird sie uns aber höchstwahrscheinlich nicht begegnen, da die Waffe in der echten Welt erst ab 1921 produziert wurde.
Mafia 2 präsentiert mit Empire Bay seine Version von New York City, einer weiteren Hochburg der echten amerikanischen Mafia. Mafia 3 schließlich entführt uns nach New Bordeaux, angelehnt an das multikulturelle und von gesellschaftlichen Unruhen geprägte New Orleans der 60er-Jahre.
Und obwohl die Orte strenggenommen fiktiv sind, so werden sie doch so glaubwürdig präsentiert, dass wir ihnen auch ihre echten Namen abgekauft hätten. Mafia bettet seine Gangster-Geschichten in historische Szenarien ein und gibt sich große Mühe, dabei authentisch aufzutreten.
Die Reihe bringt natürlich jede Menge Mafia-Klischees unter, die man bei dem Setting auch erwartet. Sie tritt aber ernsthafter auf als das oft satirisch überspitzte Grand Theft Auto und erschafft damit ihre eigene Atmosphäre - eine Atmosphäre, die neben Story und Charakteren den größten Reiz an Mafia ausmacht.
Wir schlüpfen nämlich nicht nur in feine Anzüge und lassen die Tommy Gun rattern, sondern tauchen auch in die Kultur der jeweiligen Zeitperiode ein. Wir fahren mit markanten Oldtimern durch pittoreske Retro-Kulissen und lauschen einigen der besten Lizenz-Soundtracks, die das Medium zu bieten hat.
Workin' for the yankee dollar
Gerade der Mafia-3-Soundtrack strotzt nur so vor legendären Künstlern und clever ausgesuchten Songs, bei Mafia 2 hört man den Zeitsprung in der Story deutlich in der Radiomusik. Auch die dutzendste Autofahrt zur nächsten Mission ist unterhaltsam, wenn dabei "I Fought The Law", "Proud Mary" oder "Rum And Coca Cola" im Radio laufen - das ist Flair vom Feinsten.
Die Zeitperioden, die sich die Reihe aussucht, sind in der Spielelandschaft nur selten anzutreffen. Die Gangster-Epen von Rockstar sind etwa alle deutlich später - oder im Fall von Red Dead Redemption viel früher - angesiedelt. Andere Games, die ihren Fokus auf die klassische Mafia legen, gibt es auch kaum, schon gar nicht in der Produktionsqualität.
Vor allem die ersten beiden Mafias sind wie Pate-Filme zum Mitspielen, und das macht sich nicht nur bei der Inszenierung bemerkbar, sondern natürlich auch in den Geschichten, die sie erzählen.
Die Storys: Gemachte Männer und die, die es nicht mehr sein wollen
Mafia handelt von Kleinganoven und Allerweltsmännern, die sich in großen Verbrecherorganisationen hocharbeiten und sich irgendwann die Finger verbrennen - weil sie zu viel wollen, weil sie hintergangen werden oder weil sie schlicht und ergreifend frei sein möchten.
Das Schema eignet sich hervorragend für dramatische Geschichten, bei denen wir unseren Protagonisten beim Aufstieg zusehen, neue Freundschaften knüpfen, andere verraten und verraten werden, und am Schluss oft einen tiefen Fall miterleben.
Präsentiert werden uns diese Geschichten auf mehreren erzählerischen Ebenen und über einen langen Zeitraum hinweg. In Mafia 1 ist die Story etwa in ein Gespräch zwischen Hauptfigur Tommy und einem Detective eingebettet, der seinen Ausstieg aus der Familie absichern soll. Ein cleverer Kniff, der die Spannung aufrechterhält, denn so wissen wir bis ganz zum Schluss nicht, ob Tommys Wunsch nach Freiheit erfüllt wird.
Auch Mafia 2 arbeitet mit Zeitsprüngen, um uns zu zeigen, dass das organisierte Verbrechen selbst nach Jahren noch seinen Tribut fordern kann, denn die Familie vergisst nichts. Mafia 3 zieht seine zweite Erzählebene schließlich im Stil einer Dokumentation auf und zeigt uns immer wieder Interviews mit den Figuren, die sich nach Jahrzehnten noch an unsere Handlungen erinnern.
