Luc Besson - Der Actionspezialist aus Frankreich

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Luc Besson - Der Actionspezialist aus Frankreich
Quelle: Universum

Mit der Comicverfilmung "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" erfüllt sich Luc Besson einen lang gehegten Kindheitstraum. Der Franzose hat sich vor allem mit Actionfilmen einen Namen gemacht. Zeit für eine Rückschau.

Aufwendige Actionsequenzen mit ruheloser Kamera abgelichtet, schnelle Schnittfolgen und farbenfrohe Kulissen waren Bestandteile des französischen Actionkinos der 1980er und 1990er Jahre. Die Filme bekamen dabei von einem Kritiker die passende Bezeichnung "Cinéma du look" verpasst, da sie sich eher auf das Visuelle statt das Narrativ konzentrierten. "Diva", vom Regisseur Jean-Jacques Beineix eröffnete dieses Genre im Jahre 1981. Den kommerziellen Höhepunkt erreichte das Genre mit Luc Besson, der bald zu den Größen des europäischen Actionkinos aufsteigt. Mit "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" ist seine aktuellste Arbeit in den weltweiten Lichtspielhäusern zu sehen und dient als Anlass für eine Rückschau auf ihn.

Vita und Markenzeichen

Besson wurde am 18. März 1959 in Paris geboren. Schon früh reiste er mit seinen Eltern um die Welt. Inspiriert von Abenteuercomics entstanden früh erste Drehbücher. Eigentlich war Meeresbiologe der bevorzugte Beruf, dies wurde aber wegen eines Tauchunfalls unmöglich. Seine Leidenschaft für das Meer hat er später mit dem Drama "Im Rausch der Tiefe" und der Dokumentation "Atlantis" ausgelebt.
Als Teenager entwickelte er eine Leidenschaft für das Medium Film und sah darin eine Möglichkeit, die überbordende Fantasie auf kreative Weise umzusetzen. Zuerst folgten ein paar Jobs als Regieassistent inklusive erster Dreherfahrung. Danach gings drei Jahre in die USA, um sich auf die Industrie einzustellen. Zurück in der Heimat entstand eine eigene Vertriebsfirma, welche später durch "Eurocorp" ersetzt wurde. 1981 drehte er den Kurzfilm "L'avant dernier", zwei Jahre später folgte das Debüt "Der letzte Kampf". Damit legte er den Grundstein seiner langen und ereignisreichen Karriere.

Zu den Markenzeichen gehören rasante Actionsequenzen, schnelle Kameraführung, treibende Soundtracks und ein markanter visueller Stil. Dabei steht die Handlung häufig an zweiter Stelle. Außerdem besitzt er ein Faible für starke Frauenfiguren, welche in fast allen Werken eine tragende Rolle spielten. Ähnlich wie Samuel L. Jackson bei Quentin Tarantino besetzte Besson oft Jean Reno in markanten oder wichtigen Rollen. Für die prägnanten Soundtracks ist Éric Serra verantwortlich, der bei fast allen Filmen als Komponist arbeitete.

Die Vita von Besson umfasst bislang 17 Spielfilme, eine Dokumentation und sehr viele Drehbücher. So hat er unter anderem die Vorlage zu bekannten Franchises wie "Taxi", "Transporter" und "Taken" ("96 Hours") verfasst. Qualitativ gesehen fehlt aber seit einiger Zeit ein wirklich guter Film. Allerdings besitzen seine Werke unter Fans durchaus hohen Stellenwert, konnten vereinzelt auch Kritiker begeistern und ab und zu definierten sie die Populärkultur mit. Nachfolgend nun vier sehenswerte Filme, welche elementar für das Schaffen des Franzosen sind (inklusive möglicher Spoiler).

"Subway" (1985) - Eine schicke Hetzjagd in den Katakomben von Paris

Will eigentlich nur spielen: Fred mit seiner geliebten Héléna in 'Subway' (1985). Quelle: Concorde Will eigentlich nur spielen: Fred mit seiner geliebten Héléna in "Subway" (1985). Der Punker Fred möchte eine Band zusammentrommeln und berühmt werden. Ohne Geld ist das leichter gesagt als getan. Als er auf einer Party die benötigten Scheine sowie Dokumente mitgehen lässt, scheint sich sein Traum zu erfüllen. Doch die Papiere gehören einem Mafioso, der nun zusammen mit der Polizei Jagd auf Fred macht. Dieser flüchtet sich in die Pariser Metro. Dabei trifft er auf exzentrische Figuren und verliebt sich nebenbei noch in die schöne Héléna.


Während das Debüt "Der letzte Kampf" noch in schwarzweiß daherkam, setzte Besson im zweiten Film auf knallige Farben und hektische Bilder und nimmt damit viele Zutaten seiner folgenden Werke vorweg. In der Hauptrolle besetzte er den "Highlander" Christopher Lambert, der hier zwar ein wenig an Ausdrucksschwäche leidet, dennoch aber eine energiegeladene Darbietung hinlegt und zeigt, dass er das Zeug zu einer großen Karriere gehabt hätte. An seiner Seite spielt die verführerische Isabelle Adjani ("Possession") und in Nebenrollen sind einige illustre Darsteller wie Jean Reno oder Michel Galabru ("Asterix & Obelix gegen Caesar") zu sehen.

Von der Geschichte her ist "Subway" nicht unbedingt ein durchdachtes Meisterwerk, dafür sind die Musik, der Stil und die Kulissen der Metro gelungen. "Subway" hat sich im Laufe der Jahre zu einem kleinen Kultfilm gemausert.

"Nikita" (1990) - Markenzeichen: Knallharte Frauen

Vom Junkie zur ausgebildeten Killerin: 'Nikita' (1990). Quelle: Studiocanal Vom Junkie zur ausgebildeten Killerin: "Nikita" (1990). Im Drogenrausch erschießt Nikita zusammen bei einem Überfall zusammen mit ihren durchgeknallten Kumpanen einen Polizisten. Anstatt ins Gefängnis zu kommen, wird sie an einen streng geheimen Ort gebracht. In einer Ausbildungsstätte soll sie zur eiskalten Profikillerin trainiert werden, damit sie ihr Verbrechen rehabilitieren kann. Mit einer neuen Identität und jeder Menge Feuerkraft geht sie zwei Jahre später zu Werke, muss aber ihre Tätigkeit vor der neuen Flamme geheimhalten.

Hier lebt Besson erstmals so richtig das vorhin erwähnte Faible für taffe Frauen aus. Anne Parillaud liefert in der Hauptrolle eine starke Leistung ab und Gleichzeitig liefert er die Blaupause für seinen nächsten Film, der mit ähnlichen Thematiken spielt. Nicht das Beste Werk von Besson, dennoch ein wichtiger Eintrag in der Biografie. Von "Nikita" gibt es eine amerikanische Neuverfilmung sowie zwei Fernsehserien.

"Léon - Der Profi" (1994) - Beethoven und die Kunst des Tötens

Ein gnadenloser Mörder und fürsorglicher Topfpflanzenliebhaber: 'Léon - Der Profi' (1994). Quelle: Studiocanal Ein gnadenloser Mörder und fürsorglicher Topfpflanzenliebhaber: "Léon - Der Profi" (1994).
Ein gnadenloser Killer mit Vorliebe für Schweine und Topfpflanze, ein mordlüsternes minderjähriges Waisenkind und ein durchgeknallter Polizist im Beethoven-Fieber.

Viele Kritiker und Cineasten sehen in "León" das Magnum Opus von Besson. In der Tat wird das Adrenalin bereits in den ersten Minuten gekonnt in die Höhe geschoßen und dient als Vorgeschmack für den Rest. Aussehen, Charaktere, Musik, Action, Humor, hier stimmt so ziemlich alles. Jean Reno liefert als titelgebender Antiheld eine der bedächtigsten Performances ab und Gary Oldman als korrupter Drogenfahnder Stansfield verzeichnet die besten Szenen für sich. Natalie Portman spielte als elfjährige die Rolle als Mathilda und startete damit ihre Karriere. Verbunden mit der klassischen Musik schießt sich Oldman ins Zuschauergedächtnis und Besson hat zumindest einen Eintrag in den Annalen der Filmgeschichte auf sicher. Wobei der nächste Film auch nicht von schlechten Eltern ist.

"Das fünfte Element" (1997) - Der Zenit des Schaffens

Bedrängt von allen Seiten: Korben Dallas in 'Das fünfte Element' (1997). Quelle: Universum Bedrängt von allen Seiten: Korben Dallas in "Das fünfte Element" (1997).
Badabumm, großes Badabumm: Der Taxifahrer Korben Dallas staunt nicht schlecht, als ihm eine rothaarige Frau in sein Auto stürzt. Nach anfänglichen Kommunikationsschwierigkeiten stellt sich die Dame als Leeloo vor, ein Wesen aus dem Weltall. Auf ihren Wunsch hin bringt Dallas Leeloo zum Priester Vito. Dieser erklärt, dass sie das "fünfte Element" sei, welches der Schlüssel für die Rettung der Menschheit vor einer gewaltigen Bedrohung sei. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Ein Held wider Willen, extravagante Kostüme vom Modedesigner Jean-Paul Gaultier, die auffälligste Werbung für McDonalds in der Kinogeschichte und eine grosse Oper. Besson befand sich mit dem fünften Element auf dem Höhepunkt seines Schaffens und war noch entfernt davon, als Drehbuchautor für oftmals mittelmäßige Actionfilme zu arbeiten. Besson raste mit "Das Fünfte Element" in die Lichtspielhäuser und schuf einen Kassenschlager. Der Film war damals mit 90 Millionen Dollar Produktionskosten die teuerste europäische Produktion und spielte über 260 Millionen an den Kassen ein. Die Kritiker hingegen waren gespalten. Für die einen ist es ein banaler und hanebüchener Quatsch, für die anderen ein richtig spaßiger Film, dessen Wirkung auch heute noch anhält.

"Valerian", "Lucy 2", "Colombiana 2", "Renegades" - Die Zukunft

Spezial-Agentin Laureline bei der Arbeit in 'Valerian - die Stadt der tausend Planeten' (2017). Quelle: Universum Spezial-Agentin Laureline bei der Arbeit in "Valerian - die Stadt der tausend Planeten" (2017).
Einige der Ideen von "Das Fünfte Element" basierten auf den Comics von "Valérian et Laureline". Deren Schöpfer waren damals ebenfalls beim Dreh beteiligt. Weil 1997 die Computertechnik noch nicht so ausgeklügelt war, wartete Besson noch mit der Comicverfilmung. Als dann zu Weihnachten 2009 James Cameron mit "Avatar" vorlegte, begannen die Arbeiten zu "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten". Nun ist das Ergebnis weltweit im Kino zu sehen und die Träume von einst haben sich verwirklicht.


Ursprünglich sei nach zehn Filmen der Ruhestand geplant, hat der Franzose mal gesagt. Aktuell ist ein Rückzug aus dem Geschäft aber noch in weiter Ferne. Nebst aktueller Werbetournee für "Valerian" soll der zwiespältig aufgenommene "Lucy" eine Fortsetzung bekommen. Ebenfalls in der Mache befinden sich die Drehbücher zu "Colombiana 2" sowie "Renegades". An Beschäftigung mangelt es also nicht.

Kleine Anmerkung zum Schluss:
Am 10. August wird "Das Fünfte Element" anlässlich des 20. Jubiläum in einer 4K-Fassung nochmals in die Kinos gebracht. Wer eine Lücke schließen oder einfach in Nostalgie schwelgen möchte, dem sei der Kinobesuch wärmstens empfohlen. Ein Multipaß wird nicht benötigt.

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Alreech Hobby-Spieler/in
        Taxi & Taxi II war auch großartig... zwar sehr viel Klamauk, aber als bierernster Actionfilm wäre das 0815 Kino gewesen.
      • Von Alreech Hobby-Spieler/in
        Taxi & Taxi II war auch großartig... zwar sehr viel Klamauk, aber als bierernster Actionfilm wäre das 0815 Kino gewesen.
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von JohnCarpenter
        Lucy 2, Columbiana 2? WTF? Das sind nun wirklich Filme, die für sich noch okay waren, aber beim besten Willen braucht es keine Fortsetzung.
        Columbiana weiß ich gar nicht mehr richtig, aber Lucy 2 - wie soll das weitergehen? Kann doch als Geschichte eigentlich nur ein Flop wie Highlander 2 werden ...
      • Von JohnCarpenter Spiele-Kenner/in
        Lucy 2, Columbiana 2? WTF? Das sind nun wirklich Filme, die für sich noch okay waren, aber beim besten Willen braucht es keine Fortsetzung.
      • Von Spiritogre Mitglied
        Der erste Besson Film, der mir aufgefallen war ist Le Grand Bleu (Im Rausch der Tiefe) von 1988 in dem auch Jean Reno sein Debut für mich feierte. Subway mag sein Durchbruch gewesen sein, allerdings war ich damals viel zu jung für sowas. Le Grand Bleu jedoch bezaubert mich noch heute durch die schönen Meeresaufnahmen. Und dann kamen schon Nikita, Leon und Das fünfte Element. Anschließend gab es noch einige interessante Titel, an denen er beteiligt war, Wasabi und Kiss of the Dragon fällt mir da ein, die ganz große Zeit war aber mit Die purpurnen Flüsse 2 dann wohl endgültig vorbei.
        In sofern schön, dass er mal wieder was Großes macht.
      • Von Worrel Mitglied
        Bei the 5th Element sollte man nicht vergessen, wieviel Anteil die irren Kostüme von Jean-Paul Gaultier am Endprodukt hatten.
      Direkt zum Diskussionsende
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