Lost Sphear im Test: Charmantes Japano-RPG ohne eigene Identität
Lost Sphear im Test: Ein neuer Twist in Sachen JRPG und verlorene Erinnerungen: In Lost Sphear seid ihr in der Lage, vergessene Orte, Personen und Objekte zu retten. Wir verraten euch in unserem Test, wie uns dieser Mix, der bewusst in einigen Aspekten an das ebenfalls von Tokyo RPG Factory stammende I am Setsuna erinnert, gefallen hat.
Der Studioname Tokyo RPG Factory suggeriert Fließbandarbeit. Und in gewisser Weise trifft dies auch zu: Das selbst auferlegte Ziel des japanischen Entwicklers ist es, JRPGs der klassischen Form zu liefern für ein Publikum, das mit Chrono Trigger und Final Fantasy auf SNES und Playstation aufwuchs. Lost Sphear (jetzt kaufen 49,99 € ) ist erst das zweite Werk der Tokyo RPG Factory, zeigt aber, dass der Entwickler trotz Fokus auf Tradition in der Lage ist, seine Konzepte weiterzuentwickeln. Im Vergleich mit dem Vorgänger I am Setsuna nämlich fallen einige sinnvolle Änderungen am - gewollt! - angestaubten Spiel-Design auf.
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Eine gute Mischung
Quelle: PC Games
Was wäre ein JRPG klassischer Machart ohne eine Bootsüberfahrt? Luftschiffe dürfen auch nicht fehlen.
Kenntnisse des Vorgängers sind unnötig. Zwar spielt Lost Sphear in der gleichen Welt wie I am Setsuna, die Handlungen haben jedoch nichts miteinander zu tun. Gewisse Mechaniken und Eigenheiten finden sich in beiden Spielen, etwa das von Chrono Trigger entlehnte Active-Time-Battle-System, eine Mischung aus Echtzeit- und Rundenkämpfen. Jedes eurer vier Party-Mitglieder benötigt eine gewisse Zeit, um attackieren zu können, die Gegner ebenso. Ihr habt die Wahl zwischen Nahkampfangriffen, Magie und Fernkampf, außerdem verstärkt ihr eure Attacken durch das Betätigen der Vierecktaste im richtigen Moment - ein wenig wie in der Mario-Rollenspielsaga.
Die Gefechte fühlen sich nun flotter und abwechslungsreicher an, unter anderem, weil sich eure Möglichkeiten im Verlauf des Spiels erweitern, etwa mit den sogenannten Vulcosuits, Kampfanzügen, die aber nicht unendlich viel Batterieladung enthalten. Außerdem bewegt ihr die Helden nun freier in der Arena und habt so zusätzliche Optionen, um mehrere Feinde gleichzeitig zu treffen. Der Rest ist Genre-Standard: Durch das Ausrüsten mit diversen Waffen, Rüstungen und Spiritnits (das sind gewissermaßen magische Fähigkeiten und Boni) spezialisiert ihr eure Truppe. Auch Mitstreiter, die ihr auf die Bank verbannt habt, sammeln Erfahrung.
Quelle: PC Games
In der Hauptstadt des militaristischen Imperiums gibt es viel zu tun und zu sehen. Später bereist ihr weitere Kontinente.
Vergiss mein nicht
Quelle: PC Games
Ihr kämpft „nackt“ oder an Bord eines der beeindruckenden Vulcosuits. Aber achtet auf die Ladung eures Kampfroboters!
Doch warum wandert ihr überhaupt durch ein Fantasy-Reich zwischen Magie und Industrialisierung? Ganz einfach: Held Kanata und seine Freunde stellen eines Tages fest, dass ihr lauschiges Heimatdorf einfach im wortwörtlichen Nichts verschwunden ist. Statt Omas Haus ist da nun einfach eine leere, weiße Fläche - und Kanata wird von seltsamen Träumen heimgesucht. Wenig später stellt er fest, dass er die Gabe hat, verlorene Orte, Personen und Gegenstände wieder herzustellen. Dazu benötigt er allerdings Erinnerungen. Praktischerweise lassen Monster die benötigten Erinnerungsfragmente fallen, sodass ihr die durchlöcherte Welt nach und nach zurückbringt. Das Imperium möchte Kanatas Fähigkeiten nutzen, aber ob man diesen Militärfanatikern trauen kann? Auch wenn Charaktere und Handlung keinen Innovationspreis verdienen, fühlt man sich als Liebhaber diverser JRPG-Klassiker sofort heimisch.
Traditionell nimmt sich die Story Zeit zur Entfaltung und die unterschiedlichen Darsteller zeigen im Verlauf der Handlung interessante Facetten. Die Wiederherstellung verlorener Landstriche motiviert zudem durch Boni, die ihr durch das Errichten diverser Monumente verdient, die fortan eure Möglichkeiten im Kampf erweitern. Auch bis zum Ende des im Vergleich zu I am Setsuna etwas umfangreicheren Abenteuers führt Lost Sphear neue Features ein und verhindert so, dass die Auseinandersetzungen langweilig werden. Solltet ihr euch nicht gerade in Dialogsequenzen oder Kämpfen befinden, erkundet ihr die Oberwelt zu Fuß, per Boot oder mit dem Luftschiff. All diese klassischen Features, kombiniert mit der Retro-Optik sorgen für ein heimeliges Gefühl bei alten JRPG-Hasen, allerdings gelingt es Lost Sphear aufgrund all der bewährten Versatzstücke nicht, eine komplett eigene Identität aufzubauen.
Quelle: PC Games
Wenn ihr Monumente errichtet, erhaltet ihr neue Fähigkeiten. Das motiviert dazu, die Welt wieder ins Lot zu bringen.
Schnee von gestern
Die eingangs erwähnten Verbesserungen im Vergleich zu I am Setsuna erschöpfen sich nicht im Kampfsystem, sowohl Setting als auch Musikuntermalung profitieren von erhöhtem Abwechslungsreichtum: Ihr stapft nicht mehr durch eintönige Schneelandschaften, sondern erkundet Wälder, Dungeons und Wüsten. Statt sich auf das Klavier zu konzentrieren, bringt Komponist Myoshi nun auch andere Instrumente zum Erklingen.
Quelle: PC Games
Ihr trefft regelmäßig auf Bosse. Diese lassen besonders wertvolle Erinnerungsfragmente fallen.
Bleibenden Eindruck hinterlassen die Melodien zwar nicht, aber in dieser Hinsicht passt die Musik perfekt zum Rest von Lost Sphear. Die Einzelteile fügen sich zu einem stimmigen Ganzen zusammen, das Spielgefühl ist gemütlich und klassisch, in die Annalen der JRPG-Geschichte wird das Werk von Tokyo RPG Factory jedoch aus ebendiesen Gründen nicht eingehen. Doch manchmal ist es ja auch ganz schön, genau zu wissen, was man bekommt.

(Das mit dem Präterium anstelle Präteritum war jetzt allerdings natürlich der Knaller ... )
Zum Spiel, da mich schon I'm Setsuna völlig kalt lässt werde ich auch hier passen. Finde so rein von der Beschreibung im Text die Wertung auch ein wenig zu hoch, Problem ist da wahrscheinlich einfach, dass diese kleinen Retro-RPGs alle eine ziemliche Fanbase haben. Ich freue mich stattdessen lieber auf ZWEI: The Arges Adventure (wobei ich da auch den anderen Teil noch irgendwann spielen muss).
a) entleihen, dessen 3. Person Plural im Präterium "entliehen" ist
Mensch, da ist das Germanistikstudium doch noch mal zu gebrauchen :)
a) entleihen, dessen 3. Person Plural im Präteritum "entliehen" ist
b) anlehnen, dessen 3. Person Plural im Präteritum "lehnten an" ist
und
c) entlehnen, dessen 3. Person Plural im Präteritum "entlehnten" ist.
Mensch, da ist das Germanistikstudium doch noch mal zu gebrauchen :)
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