Lost Records: Bloom & Rage entführt mich in eine unbeschwerte Kindheit - Tape 1 macht Lust auf mehr

5
Test Matthias Dammes - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Lost Records: Bloom & Rage entführt mich in eine unbeschwerte Kindheit - Tape 1 macht Lust auf mehr
Quelle: Don't Nod / PC Games

Lost Records: Bloom & Rage tritt im Test das Erbe von Life is Strange an und schickt Matthias auf einen Nostalgietrip in seine eigene Jugend.

Wie viele Adventures ist auch Lost Records: Bloom & Rage im Gameplay-Bereich eher leichte Kost. Aber mir hat gefallen, dass man mit Swanns Camcorder eine zusätzliche Komponente eingeführt hat, durch die man mit der Umgebung interagieren kann.

Ich schaue mich also in der Spielwelt wie gewohnt um und interagiere mit Gegenständen, wie ich es von Life is Strange gewohnt bin. Zusätzlich kann ich jederzeit die Kamera rausholen und verschiedenste Objekte filmen.

Dabei sammle ich Aufnahmen, die entweder zu Story-relevanten Filmchen zusammengeschnitten werden oder in diverse Collectible-Sammlungen einfließen. So filme ich meine Freundinnen, Vögel in der Natur und hübsche Landschaften. Danach habe ich im Spielmenü sogar rudimentäre Schnittmöglichkeiten. Ich kann bestimmen, welche Clips im finalen Video Verwendung finden und in welcher Reihenfolge. Das hat zwar keine Auswirkungen auf das eigentliche Geschehen im Spiel, ist aber eine nette Auflockerung.

Bildergalerie

Ich mag die Dialoge in Lost Records

Apropos Auswirkungen: Die Dialoge spielen da eine wesentlich wichtigere Rolle. Oft habe ich zwei oder mehr Antwortmöglichkeiten zur Auswahl. Dabei kann es vorkommen, das gewisse Antworten erst sichtbar werden, wenn ich mein Gegenüber habe länger sprechen lassen. Oder sie hängen von anderen Gesprächen im Vorfeld ab. Mit meinen Entscheidungen verändere ich kleinere Details in der Story, ohne jedoch die grundlegende Handlung zu verändern.

Außerdem beeinflusse ich mit meinen Antworten die Beziehung von Swann zu den anderen drei Mädchen. Ich habe also direkten Einfluss, wie tief die Freundschaft mit meinen neu gewonnenen Freunden geht. Auch dadurch ändern sich im Verlauf der Handlung immer wieder einige Details, die meine Beziehung zu den anderen verdeutlichen. Dabei schafft es das Spiel, häufig subtil vorzugehen und mir nicht alles offensichtlich auf die Nase zu binden. So ist es hin und wieder auch von Vorteil, einfach mal die Klappe zu halten.

Autum, Swan, Kat und Nora im Wald. Quelle: Don't Nod Entertainment Das Spiel belohnt mich auch, wenn ich aufmerksam verfolge, was mir die anderen Charaktere erzählen. So konnte ich der älteren Autumn in einem der Abschnitte in der Gegenwart ihren Lieblingsdrink bestellen, nachdem ich diese Information von ihrem jüngeren Ich in einem anderen Abschnitt zuvor erfahren hatte. Diese immer wieder auftretenden Verbindungen gefallen mir sehr gut, weil sie mich motivieren, die Gespräche nicht nur über mich ergehen zu lassen, sondern mich aktiv mit dem Leben der vier Mädchen auseinanderzusetzen.

Der Geist von Life is Strange ist Stark in Lost Records

Ganz gut gefallen hat mir auch der grafische Stil des Spiels, der schon stark an eine Weiterentwicklung und mit noch mehr Details versehene Form der Optik von Life is Strange erinnert. Leider gab es in der von mir gespielten PS5-Version ein paar unschöne Textur-Nachlader, vor allem bei Szenenwechseln. Darüber hinaus habe ich in Sachen Bugs und Performance aber nichts zu beanstanden.

Es ist allgemein an vielen Ecken des Spiels die Handschrift der kreativen Köpfe hinter Life is Strange zu erkennen. Und das ist für mich definitiv etwas Gutes. Vor allem da sich die Entwickler im Vergleich zum für mich eher mittelmäßigen Life is Strange 2 wieder verbessert haben. Das bezieht sich vor allem auf die gute Erzählung und toll geschriebene Dialoge. Sie schaffen es auch, das letztes Jahr erschienene Double Exposure eher schlecht aussehen zu lassen.

Erstklassig ist auch wieder die tolle Musikuntermalung mit der typischen Mischung aus instrumentalen Klängen und thematisch passenden Songs. Um das zu genießen, gibt es auch wieder vereinzelt die bekannten Zen-Momente, wo sich Swann einfach hinsetzt und ich die Stimmung auf mich wirken lassen kann. Ich habe mich während meiner acht Stunden mit den vier Mädels also sehr wohl gefühlt. Ich freue mich sehr auf das zweite Tape und hoffe, dass die spannend aufgebaute Handlung dort zu einem gelungenen Abschluss findet.

5
    • Kommentare (5)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von SethWinterstein
        Teilweise hatte man damals auch stark forcierte Diversität, nehmen wir mal Captain Planet als Beispiel aber auch hier, sehr natürlich, wenn ich ein Kind von jedem Erdteil nehme.
        Man hatte zum Beispiel bei der Zusammensetzung des Söldnersquads von Predator keinen Gedanken daran verschwendet dass diese zu divers sind, weil es sich immer glaubwürdig und nicht erzwungen anfühlte. Wir sind aber mittlerweile an einem Punkt, wo in der Last Of Us - Serie Joels Tochter Sarah kein kleines blondes Mädchen mehr sein darf, sondern einer ethnischen Wandlung unterzogen wurde. Es gibt noch mehr Beispiele für sowas - siehe Disney Filme - so dass das Gefühl auch dadurch Bestätigung erfährt, dass man bei Neuproduktionen nicht nur bewusst auf Diversität achtet, sondern auch alte Produktionen so verändert, dass dieses Narrativ künstlich hergestellt wird.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von SethWinterstein
        Teilweise hatte man damals auch stark forcierte Diversität, nehmen wir mal Captain Planet als Beispiel aber auch hier, sehr natürlich, wenn ich ein Kind von jedem Erdteil nehme.
        Man hatte zum Beispiel bei der Zusammensetzung des Söldnersquads von Predator keinen Gedanken daran verschwendet dass diese zu divers sind, weil es sich immer glaubwürdig und nicht erzwungen anfühlte. Wir sind aber mittlerweile an einem Punkt, wo in der Last Of Us - Serie Joels Tochter Sarah kein kleines blondes Mädchen mehr sein darf, sondern einer ethnischen Wandlung unterzogen wurde. Es gibt noch mehr Beispiele für sowas - siehe Disney Filme - so dass das Gefühl auch dadurch Bestätigung erfährt, dass man bei Neuproduktionen nicht nur bewusst auf Diversität achtet, sondern auch alte Produktionen so verändert, dass dieses Narrativ künstlich hergestellt wird.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von Nevrion
        Ob nun in Ghostbusters oder Eddie Murphy Filme, Diversität war in den 1980igern und auch 1990igern natürlicher gestaltet. (...)
        Gerade bei Stephen King's ES, wo es ja der Loser Club war, wo natürlich entsprechend der "Ausschuss" sich zusammengerauft hatte. Dann hast du auf der anderen Seite Ferris Macht Blau was so gar nicht divers ist aber die Prämisse ist eben auch eine andere. Teilweise hatte man damals auch stark forcierte Diversität, nehmen wir mal Captain Planet als Beispiel aber auch hier, sehr natürlich, wenn ich ein Kind von jedem Erdteil nehme.
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Zitat von andri74
        Ich glaube, das Gefühl, dass heutzutage überall ein Diversitäts-Programm drüber läuft, kann auch täuschen. Die Goonies hatten auch eine ähnliche Zusammensetzung mit einem Pummeligen und einem Asiaten. Auch in Stephen Kings Es ist die Kindergruppe bereits sehr divers gewesen mit ebenfalls einem dicken Kind, einem schwarzen, einem jüdischen Kind und einem Kind das stottert.
        Irgendwie fällt sowas heutzutage aber viel mehr auf, weil manche Leute (ich meine nicht dich damit) sich gerne darüber aufregen. Natürlich sind es bei meinen Beispiele aber fast reine Jungsgruppen und hier sind's halt Mädchen
        Ob nun in Ghostbusters oder Eddie Murphy Filme, Diversität war in den 1980igern und auch 1990igern natürlicher gestaltet. Das Problem der letzten 2 Jahrzehnte ist eher, wenn man als Zuschauer das Gefühl vermittelt bekommt, dass eine Figur nur deshalb so in einem Film, Spiel oder Serie vorkommt, weil sie ein bestimmtes Diversitätskriterium erfüllt. Sicherlich war die Vergangenheit auch nicht frei von Whitewashing, aber damit darf man ja heutzutage nicht das Gegenteil tun. Es ist kein Geheimnis das Don't Nod sich eher pro Diversität entwickelt hat, auch wenn mir das erst nach den Spielen nach Vampyr ins Auge fiel. Aber das wäre auch wieder eine Diskussion für einen anderen Thread.
      • Von andri74 NPC
        Zitat von Nevrion
        Ich muss ja gestehen, ich mag diese Art "Kitsch", vor allem wenn Dialoge Beziehungen oder Verläufe der Handlung verändern. Bei der Mädchengruppe hat man zwar erwartungsgemäß mal wieder ein Diversity Programm drüber laufen lassen, so dass ein Gefühl aufkommt, dass die Mischung aus einer Schwarzen, einer Pummligen, einer Durchschnittlichen und der Rebellin kein Zufall ist.
        Dadaurch, dass man derzeit noch nicht die komplette Handlung bekommt, werde ich mit dem Kauf wohl noch etwas warten. Vielleicht überbrücke ich die Zeit noch mit dem letzten Life Is Strange (welches nicht von Don't Nod ist), was ich noch nicht gespielt hab.

        Banishers: Ghosts Of New Eden habe ich zwar auch noch offen, jedoch empfand ich die Grundhandlung als wenig packend, was aber auch an meinem persönlichen Empfinden lag, dass ich es nicht als immersiv empfinde, die Geisterwelt nicht so nahbar in die menschliche Zivilisation zu rücken um damit die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar erklären zu können.
        Ich glaube, das Gefühl, dass heutzutage überall ein Diversitäts-Programm drüber läuft, kann auch täuschen. Die Goonies hatten auch eine ähnliche Zusammensetzung mit einem Pummeligen und einem Asiaten. Auch in Stephen Kings Es ist die Kindergruppe bereits sehr divers gewesen mit ebenfalls einem dicken Kind, einem schwarzen, einem jüdischen Kind und einem Kind das stottert.
        Irgendwie fällt sowas heutzutage aber viel mehr auf, weil manche Leute (ich meine nicht dich damit) sich gerne darüber aufregen. Natürlich sind es bei meinen Beispiele aber fast reine Jungsgruppen und hier sind's halt Mädchen
      • Von Nevrion Spiele-Kenner/in
        Ich muss ja gestehen, ich mag diese Art "Kitsch", vor allem wenn Dialoge Beziehungen oder Verläufe der Handlung verändern. Bei der Mädchengruppe hat man zwar erwartungsgemäß mal wieder ein Diversity Programm drüber laufen lassen, so dass ein Gefühl aufkommt, dass die Mischung aus einer Schwarzen, einer Pummligen, einer Durchschnittlichen und der Rebellin kein Zufall ist.
        Dadaurch, dass man derzeit noch nicht die komplette Handlung bekommt, werde ich mit dem Kauf wohl noch etwas warten. Vielleicht überbrücke ich die Zeit noch mit dem letzten Life Is Strange (welches nicht von Don't Nod ist), was ich noch nicht gespielt hab.

        Banishers: Ghosts Of New Eden habe ich zwar auch noch offen, jedoch empfand ich die Grundhandlung als wenig packend, was aber auch an meinem persönlichen Empfinden lag, dass ich es nicht als immersiv empfinde, die Geisterwelt nicht so nahbar in die menschliche Zivilisation zu rücken um damit die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar erklären zu können.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk