Lords of the Fallen im Test - Fazit und Wertung

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Test Felix Schütz - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Trotz interessanter Ansätze bleibt Harkyn als Held eine eher blasse Figur. (PC)
Quelle: PC Games

Tolle Grafik, wuchtige Kämpfe und ein tüchtiger Schwierigkeitsgrad: Im Test zu Lords of the Fallen überprüfen wir, ob die deutsch-polnische Koproduktion es mit seinem großen Vorbild Dark Souls aufnehmen kann. Dabei klären wir auch, wieviel Frustpotenzial man für das Action-RPG mitbringen muss und ob selbst Dark Souls-Muffel auf ihre Kosten kommen.

Magie, dein Freund und Helfer

Wer den Nahkampf scheut, kann auch auf Magie zurückgreifen: Harkyn wählt zu Spielbeginn zwar keine feste Klasse, aber dafür eine von drei Zauberschulen mit je vier magischen Attacken. Zusätzlich erbeutet der Held einen dämonischen Handschuh, mit dem er drei weitere magische Fernkampf-Angriffe auslösen kann. Die Zauberei ist zwar meist praktisch und effektiv, verbraucht aber viel Mana, das sich nur langsam regeneriert – eine reine "Caster"-Spielweise ist also nicht möglich, Magie dient immer nur als Unterstützung. Coole Idee: Im Spielverlauf erbeutet Harkyn auch verschiedene Runen, die er nicht nur als Statusverbesserungen in Waffen und Rüstungen einsetzt, sondern auch in seinen Handschuh – dadurch verändert sich die Wirkung der drei magischen Geschosse grundlegend und unterstreicht so verschiedene Spielstile.

Erfahrungspunkte: Risiko vs. Belohnung

Wenn wir Erfahrungspunkte sichern, können wir damit unsere Attribute steigern. Allerdings geht uns dann ein satter XP-Bonus verloren. (PC) Quelle: PC Games Wenn wir Erfahrungspunkte sichern, können wir damit unsere Attribute steigern. Allerdings geht uns dann ein satter XP-Bonus verloren. (PC) Auch wenn es mal knifflig wird, hält sich der Frust meist in Grenzen: Speicherpunkte, die Harkyns Lebensbalken mitsamt Heiltränken wieder auffüllen, sind großzügig in der Spielwelt verteilt. Gibt Harkyn doch mal den Löffel ab, verliert er allerdings auf einen Schlag seine gesammelten Erfahrungspunkte – sie bleiben als Geisterwolke in der Spielwelt zurück. Harkyn kann seine Erfahrung dann zwar zurückerobern, muss sich dabei aber sputen, denn im Laufe der Zeit gehen die Punkte automatisch verloren. An Speicherstationen kann Harkyn darum entscheiden, ob er seine gesammelte Erfahrung lieber dauerhaft sichert und in wertvolle Upgrade-Punkte umwandelt, mit denen er seine Charakterattribute und Zaubersprüche aufwertet. Der Haken an der Sache: Indem Harkyn fleißig kämpft, erhält er auch einen Bonus auf seine gesammelten Erfahrungspunkte. Dieser Multiplikator wird allerdings zurückgesetzt, sobald man Erfahrungspunkte an einem Speicherpunkt sichert. Oft lohnt es sich daher, das Risiko mit der Belohnung abzuwägen – denn mit einem hohen Multiplikator lassen sich binnen kurzer Zeit Unmengen an Erfahrung farmen, die man aber auch auf einen Schlag wieder verlieren kann.

Steuerung, Bugs und Kameraprobleme

Wer mit dem Gamepad spielt, wird sich bei der Steuerung an Dark Souls erinnert fühlen. Die Tastenbelegung erscheint etwas überfrachtet und erfordert mehr Eingewöhnungszeit als bei typischen Action-Adventures à la Darksiders. Besonders das Durchschalten von Waffen und Schilden, Tränken und Zaubern mitten im Gefecht ist etwas umständlich geraten. PC-Spieler dürfen jedoch aufatmen: Auch die Maus- und Tastaturbedienung geht in Ordnung und steht der Konsolenvariante in nichts nach – am PC fühlt sich Lords of the Fallen also nicht wie ein liebloser Port an. Einziges Ärgernis in der PC-Fassung waren häufige Abstürze, die durch den Patch 1.2 aber für viele Spieler aus der Welt geschafft wurden. Zwar gibt es auf manchen Systemen immer noch Performance-Probleme und andere technische Mängel, doch auf unseren Test-Rechnern läuft das Spiel nun spürbar besser als noch bei Release. Darum werten wir die PC-Fassung um einen Punkt auf - dabei handelt es sich um die finale Wertung.

Egal ob PC oder Konsole, in allen Versionen gehen die fein animierten Attacken gut von der Hand. Allerdings fallen auch immer wieder Detailmängel auf, etwa ungenaue Trefferzonen, die dazu führen, dass manche Angriffe wirkungslos am Gegner verpuffen. Selten zeigte die Gegner-KI auch Aussetzer, etwa wenn der Feind einfach nicht auf Attacken reagiert oder sich gut gelaunt in den nächstbesten Abgrund stürzt (kein Witz). Hin und wieder ließen sich auch unfreiwillig lustige Szenen beobachten, , in denen beispielsweise die Körper besiegter Feinde wild durch die Luft flogen. Diese Mängel traten vor allem in den Konsolenversionen auf, auch wenn der bereits erhältliche Patch hier schon etwas Linderung brachte. Update: Auf Xbox One stießen wir mehrmals auf einen Sound-Bug, durch den Sprachausgabe wie Musik kurzzeitig verschwanden. In beiden Konsolenversionen traten außerdem schwere KI-Fehler in einigen Bosskämpfen auf, die dazu führten, dass sie die Gegner nicht mehr bewegen konnten. Aufgrund dieser Fehler fällt die Wertung der Konsolenfassungen niedriger aus.

Gutes Timing und bedachtes Vorgehen sind überlebenswichig in den Kämpfen. (PC) Quelle: PC Games Gutes Timing und bedachtes Vorgehen sind überlebenswichig in den Kämpfen. (PC) Die Kamera, die sich per Tastendruck schnell auf einen Gegner aufschalten lässt, machte im Test ebenfalls einige Probleme: Kommt sie auf freien Flächen noch gut mit der Action zurecht, sorgt sie in den vielen engen Gängen und Klosterkammern oft für unübersichtliche Szenen, in denen man schnell den Gegner oder Harkyn aus dem Blick verliert. Zumal sich viele Standardgegner gerne hinter Türen und Wänden verstecken und dem Helden ohne Vorwarnung in den Rücken knüppeln – darauf kann man sich zwar einstellen und entsprechend vorsichtig vorgehen, doch trotzdem fühlen sich manche dieser Stellen einfach nicht sonderlich fair an.

Erkundung, Quests und Entscheidungen

Abseits der dünnen Handlung und der vielen, vielen Kämpfe bietet Lords of the Fallen auch ein paar Nebenquests und Zusatzaufgaben. Die werden allerdings nirgendwo gelistet und geraten so leicht ins Hintertreffen. Wer die Augen offen hält, der findet etwa eine magische Scherbe, mit der man an einer anderen Stelle sämtliche Attributpunkte zurücksetzen und umverteilen kann, also eine Respec-Funktion. Selten müssen wir auch mal Entscheidungen treffen, von denen sich einige auf die Endsequenz auswirken, allerdings haben wir hier oft das direkte Feedback vermisst. In manchen Fällen war uns zum Beispiel überhaupt nicht klar, welche Belohnung wir für die Zusatzaufgabe erhalten haben. Zudem wechseln die wenigen relevanten NPCs und Gesprächspartner ab und an ihre Position in der Spielwelt, ohne dass wir einen Hinweis hätten, wo wir nach ihnen suchen müssten – und wieder ein Grund mehr, alte Levelbereiche nochmals mühsam abzusuchen.

Lords of the Fallen - Video Reviews PC und Konsole

Wiederspielwert dank New Game Plus

Zu Spielbeginn wählen wir keine feste Klasse, sondern einen von drei Magietypen. (PC) Quelle: PC Games Zu Spielbeginn wählen wir keine feste Klasse, sondern einen von drei Magietypen. (PC) Wer beim ersten Durchang nicht alle Secrets findet oder mit einer Quest-Entscheidung unzufrieden ist, braucht sich nicht ärgern: Nach dem Durchspielen bietet Lords of the Fallen einen New-Game-Plus-Modus, in dem wir das Spiel mit unserem hochgelevelten, voll ausgerüsteten Harkyn von vorne beginnen. Kniffligere Gegner, neue Waffen und Rüstungen, zusätzliche Audio-Logs und die Möglichkeit, eine weitere Magieschule für Harkyn zu wählen, machen den zweiten Spieldurchgang reizvoll. Wer den auch beendet hat, darf in einem New-Game-Plus-Plus-Modus ein drittes Mal loslegen, so dass Harkyn auch die letzte Magieklasse erlernen kann. Der ordentliche Wiederspielwert lässt auch darüber hinwegsehen, dass Lords of the Fallen weder Multiplayer noch eine andere Online-Komponente hat.

Die Fledge Engine: Aufwendige Grafik in Eigenregie

Blitzschnelles Ausweichen ist Pflicht in den Kämpfen. Immer gut auf die Ausdaueranzeige achten! (PC) Quelle: PC Games Blitzschnelles Ausweichen ist Pflicht in den Kämpfen. Immer gut auf die Ausdaueranzeige achten! (PC) Spielerisch mag Lords of the Fallen seinem großen Vorbild Dark Souls unterlegen sein, doch optisch trennen die Spiele Welten: Die von Deck 13 entwickelte Fledge Engine überzeugt mit sehr detailreichen Texturen, feinen Lichteffekten, wunderschönen Animationen und jeder Menge umherwirbelnder Funken und Partikel, die besonders in den Bosskämpfen für schicke Szenen sorgen. Das Charakterdesign wirkt zwar nicht sonderlich originell, trotzdem sehen die detailreichen, comichaft überzogenen Waffen und Rüstungen hervorragend aus. Besonders hübsch sind die realistischen Umhänge und wallenden Stoffe an Harkyns Kostümen gelungen, die sogar glaubhaft im Wind wehen - so etwas wäre auf der älteren Konsolenhardware kaum möglich gewesen. Einziger Wermutstropfen: In manchen Außengebieten wird das Bild von Schneetreiben überlagert, mit dem sich auch ein grauer Farbfilter über die Grafik legt – dadurch wirkt die Szenerie unnötig blass und kontrastarm. Begibt man sich in Innenräume, wird der Unterschied deutlich – hier sieht das Spiel nämlich viel besser aus.

INFO: Lords of the Fallen ist ab 28. Oktober 2014 für PC, PS4 und Xbox One erhältlich. Die PC-Version muss über Steam aktiviert werden. Alle Versionen sind multilingual und ungeschnitten. Zum Preis von ca. 120 Euro ist das Spiel auch als limitierte Collector's Edition verfügbar, die neben einem Artbook, einer Büste, einer Stoffkarte und einer Soundtrack-CD auch verschiedene DLCs umfasst. Auch Vorbesteller erhalten die DLC-Inhalte und den digitalen Soundtrack – für unseren Test spielt das aber keine Rolle.

Update: Aufgrund einiger Absturz- und Performance-Probleme werteten wir die PC-Fassung vorrübergehend um zwei Punkte ab. Da der Patch 1.2 mittlerweile nachgebessert hat, legen wir wieder einen Punkt auf die Wertung drauf - damit steht das finale Ergebnis für die PC-Fassung fest. Die Konsolenversionen erhalten wegen einiger Bugs, die auch der Releasepatch nicht ausräumen konnte, eine niedrigere Wertung.

Meinungen

Wertung zu Lords of the Fallen (PC)

Wertung:

7.5 /10

Wertung zu Lords of the Fallen (PS4)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Lords of the Fallen (XBO)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Wuchtige, fordernde NahkämpfeZahlreiche Waffen und RüstungenÜberwiegend sehr gute Grafik mit tollen Licht- und PartikeleffektenCooles RüstungsdesignStimmungsvoller SchauplatzEinige gut versteckte SecretsAtmosphärische Soundeffekte und MusikuntermalungDoppelter New Game Plus-ModusAuch mit Maus und Tastatur gut spielbar (PC)
Uninspirierte Story mit platten CharakterenKamera macht in engen Gängen ProblemeEinige Bosskämpfe etwas zu zäh geratenGelegentliche KI-AussetzerVage Zielangaben plus unauffällige Wege sorgen für Orientierungslosigkeit und BacktrackingEntscheidungen in Dialogen oft ohne nachvollziehbare KonsequenzenRecht kleine SpielweltEtwas mehr Gegnertypen hätten dem Spiel gut getanFür Dark Souls-Experten schnell durchgespielt (15-20 Stunden)Kein QuestlogKeine KarteAuf Konsolen vereinzelte Sound-Bugs (fehlende Musik oder Stimmen)

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    • Kommentare (57)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von knarfe1000 Spiele-Kenner/in
        Ich habe LotF gestern beendet. Gerade das erste Spieldrittel ist schon heftig, 2 Bosskämpfe hart an der Frustgrenze. Danach wird es aber als "Haudrauf" zusehens leichter, wenn man entsprechend skillt und seine Ausrüstung verbessert.

        Vor allem technisch finde ich das Spiel großartig, die Grafik ist auf Witcher 2 Niveau. Wer keine Angst vor einer Herausforderung hat, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Meine Wertung: 8 / 10
      • Von knarfe1000 Spiele-Kenner/in
        Ich habe LotF gestern beendet. Gerade das erste Spieldrittel ist schon heftig, 2 Bosskämpfe hart an der Frustgrenze. Danach wird es aber als "Haudrauf" zusehens leichter, wenn man entsprechend skillt und seine Ausrüstung verbessert.

        Vor allem technisch finde ich das Spiel großartig, die Grafik ist auf Witcher 2 Niveau. Wer keine Angst vor einer Herausforderung hat, sollte auf jeden Fall einen Blick riskieren. Meine Wertung: 8 / 10
      • Von TobiasHartlehnert Mitglied
        Zitat von PcJuenger
        Nö nö, die sind einfach extrem gut ^^ Kann man sich schön auf Twitch anschauen, ist recht interessant.
        Was ja nicht heißt, dass Otto Normal das so hinbekommt, normal braucht man schon wenigstens seine 50 h
        Stimmt, sehe gerade der Weltrekord ohne Glitches liegt derzeit bei 43:43. Aber klar, das ist ein Speedrun, kann man mit einem normalen Durchspielen nicht vergleichen. Und mit dem ersten Durchspielen schon gar nicht :) Darum gings mir ja ursprünglich. DS wurde mit der Spielzeit von Nioh verglichen, und die genannten 70h braucht man für einen Nioh-Speedrun sicher auch nicht ;)
      • Von PcJuenger Mitglied
        Zitat von TobiasHartlehnert
        Gut möglich, aber sicher unter Ausnutzung diverser Glitches.
        Nö nö, die sind einfach extrem gut ^^ Kann man sich schön auf Twitch anschauen, ist recht interessant.
        Was ja nicht heißt, dass Otto Normal das so hinbekommt, normal braucht man schon wenigstens seine 50 h
      • Von TobiasHartlehnert Mitglied
        Zitat von PcJuenger
        Die aktuellen Speedruns zu Dark Souls bringen es, glaube ich, auf so ca 45 min.
        Gut möglich, aber sicher unter Ausnutzung diverser Glitches.
      • Von PcJuenger Mitglied
        Die aktuellen Speedruns zu Dark Souls bringen es, glaube ich, auf so ca 45 min.
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