Lords of Everquest
KI? Welche KI?
Da sich alle Menüs ausblenden lassen und die 3D-Engine ein weites Herauszoomen ermöglicht, bleibt Lords of Everquest stets übersichtlich.
Einer der Schwachpunkte von Lords of Everquest ist die künstliche Intelligenz der Einheiten. Die mag auf der einen Seite sogar vorteilhaft sein. So lassen sich befestigte Stellungen relativ leicht knacken, wenn Sie einen Aufklärer vorschicken, der gegnerische Einheiten anlockt und in die Arme Ihrer Hauptstreitmacht treibt, die in sicherer Entfernung wartet. Auf der anderen Seite kann es eine Heidenarbeit sein, größere Truppenansammlungen durch Engstellen zu manövrieren oder zu verhindern, dass Ausreißer blindlings ins Verderben rennen. Wenn es heiß hergeht, blockieren sich Nahkämpfer mit schöner Regelmäßigkeit gegenseitig - besonders ärgerlich, wenn Sie etwa einen angeschlagenen Schützling zurückziehen möchten, bevor er das Zeitliche segnet. Weil Sie aber selten mehr als zwei Dutzend Soldaten kontrollieren, fällt dieses Manko nicht gar so schwer ins Gewicht.
Ein Reich zum Wohlfühlen
An anderer Stelle haben die Programmierer bessere Arbeit abgeliefert. Grafisch erreicht Lords of Everquest beinahe die Qualität des Blizzard-Konkurrenten. Landschaft und Effekte sind gar etwas detailreicher, dafür lassen die Figuren und vor allem deren Bewegungen zu wünschen übrig. Ähnlich zwiegespalten die Klang-Abteilung: nette Musikuntermalung und passende Einheitenkommentare - aber leider zu wenige. Ein Extralob haben sich die Macher jedoch für die Bedienung verdient. Die hält sich nicht nur an Warcraft-Standards, die Bildschirmmenüs lassen sich auch völlig frei konfigurieren. Übersichtskarte, Statusleiste, Gruppenbildschirm verschieben und skalieren Sie nach Belieben. Profis schließen gar sämtliche Fenster und befehligen ihre Truppen nur noch über Tastaturkommandos.
