Lies of P: Wie man ein Genre falsch versteht - Meinung

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Kolumne Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Lies of P: Wie man ein Genre falsch versteht - Meinung
Quelle: Neowiz

Ist ein Soulslike automatisch besser, wenn es schwerer und umständlicher ist? Nein, findet Soulslike-Liebhaber Stefan. In seiner Kolumne erklärt er, warum ihn Lies of P eher frustriert als motiviert.

Selbst im Vergleich zu Elden Rings größten difficulty spikes haben mich die Bossgegner in Lies of P mehr und vor allem schneller gefrustet. So übermächtig und unfair Malenia, übrigens "Miquellas Klinge", falls ihr das schon wieder vergessen habt, auch ist: Sie lässt sich verhältnismäßig leicht auf den Boden schlagen, hält nicht exorbitant viel aus und ist gegen Statuseffekte empfindlich, die ihr dicke Batzen der Lebensleiste abziehen. Falls das alles nichts hilft, gibt's immer noch die mächtigen Geisterbegleiter, die im Gegensatz zu den Flaschen in Lies of P auch im Endgame was draufhaben. Obwohl sie mich schon öfter in den Staub getreten hat, als alle Bosse in Lies of P zusammen, habe ich Malenias Arena deswegen immer deutlich motivierter betreten. Ich bin ihr zwar immer noch meilenweit unterlegen, aber es fühlt sich zumindest so an, als hätte ich ein paar Asse in der Hinterhand, die sie nicht einfach so ignorieren kann.

Auch, wenn sie mich am Schluss mit ihrem unfairen Wasservogeltanz erledigt, schafft es Malenia, mir immer wieder kleine Machtmomente zu geben, im Kampf Schwachstellen zu offenbaren, die ich ausnutzen kann. Das hält mich bei der Stange, das belohnt mich nicht nur, wenn ich sie geschafft habe, sondern auch schon auf dem Weg dahin, wenn ich einzelne Bestandteile meistere oder mit verschiedenen Waffen oder Geisterbegleitern experimentiere.

Die Bruderschaft des schwarzen Kaninchens zeigt auf einen offenen Sarg, auf dem "Lügner" steht. Quelle: Neowiz So ziemlich jeder Boss und Miniboss in Lies of P ist dagegen eine riesige Mauer an Lebenspunkten, die ununterbrochen auf mich eindrischt und bei der mir perfektes Spielen nur die Möglichkeit eröffnet, sie durch viele kleine Kratzer irgendwann zum Einsturz zu bringen, egal, wie ich rangehe oder ausgerüstet bin. Weil die Bosse größtenteils nicht darauf reagieren müssen, was ich mache, darf ich nie die Kontrolle über den Kampf übernehmen, ich bin fast immer der passive Part, während der Boss seine Show abzieht. Das wirkt wie jedes beliebige andere Spiel, bei dem sich der Schwierigkeitsgrad hochdrehen lässt, und weniger wie etwas, wo die einzig verfügbare Stufe auf meine Möglichkeiten abgestimmt wurde.

Weil die Angriffstimings so seltsam und bei jedem Gegner völlig anders sind, hatte ich auch nie diesen Klick-Moment wie bei Sekiro, hatte nie das Gefühl, den Flow des Kämpfens endlich verinnerlicht zu haben. Stattdessen kommt es mir bei jedem neuen Endgegner so vor, als hätte ich dieses Spiel noch nie gespielt.

Wo andere Soulslikes knüppelhart, aber motivierend sind, fand ich Lies of P ab der zweiten Hälfte deswegen schlicht zermürbend. Dass das alles nur für Bosse und Elitegegner gilt, während die meisten Standardgegner so gut wie keine Bedrohung darstellen, ist dann nochmal ein ganz anderes Problem.

Vieles von dem, was ich nun lang und breit aufgezählt habe, ist in anderen Soulslikes auch vorhanden und trägt teils sogar positiv zum Spielerlebnis bei. Und wie gesagt, selbst die besten Vertreter des Genres überspannen den Bogen gerne mal. Man will den Veteranen, die jedes größere Soulslike spielen, eben immer wieder eine Herausforderung bieten, weil Schwierigkeit hier ein Qualitätsmerkmal ist. Aber wie so oft macht die Dosis das Gift. Dadurch, dass Lies of P so ziemlich alles, womit man ein solches Spiel schwieriger machen kann, vereint und sich dabei nicht sonderlich gut anfühlt, kippt die Balance für mich von herausfordernd zu frustrierend.

Wenn euer Anspruch an ein Soulslike allerdings ist, dass ihr möglichst viel leiden wollt, wenn ihr dem Spiel jedes kleine Zugeständnis aus seinen kalten, toten Händen reißen wollt, dann könnt ihr meine Kolumne natürlich gerne als Empfehlung sehen. Genau das bekommt ihr hier nämlich, und das auch noch in ziemlich hübsch und mit einem interessanten Setting. Allen anderen würde ich empfehlen, erstmal auf ein paar Balancing-Patches zu warten.

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    • Kommentare (38)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Elitefatzke NPC
        Kann stefan und seine erfahrungen mit mit dem spiel nur bestätigen.

        Lies of p ist spielerisch mMn leider absoluter mist, so sehr ich den release auch herbei gesehnt hatte...

        P bewegt sich allgemein sehr steif, ausweichschritt und -rolle sind ein witz und angriffe (sowohl eigene, als auch gegnerische) wurden in der columne ja bereits ausführlich beschrieben.
        Die erste halbe stunde und den ersten trainingsboss hätte man noch mit verbundenen augen geschafft, der erste dickere gegner danach hat schon ordentlich frust bei mir ausgelöst, weil p sich einfach nicht geil bewegt.
        Den rotz nach bereits 3 versuchen ausgemacht, am nächsten tag nochmal probiert und ihn mit der schisshasentaktik dann doch im 1st try gelegt. War dann doch ez, hat sich aber nicht gut angefühlt, ihn so besiegen zu müssen.

        Der erste boss, der dann kurz darauf folgt, hat mir dann nach 5 versuchen klar gemacht, dass ich lies of p nicht mehr weiterspielen möchte und das game is von der platte geflogen.

        Man könnte jez meinen gid gud, andere schaffens ja auch, aber ich habe ehrlich gesagt keine lust, mich mit so schlechtem movement und balancing auseinander zu setzen.

        Ich habe deamons souls und darksouls durchgezockt, und bloddborne, sekiro und elden ring auf platin, was heisst, dass ich mich mit bossen wie malenia, isshin ashina (im ng+) und gehrman (ng+) gefetzt habe und diese zu besiegen fähig war.
        So hart und lang diese kämpfe waren (alle 3 zusammen locker 400-500 versuche) haben trotz mancher frustmomente spaß gemacht und mich immer wieder neu motiviert (ausser malenia, da dachte ich nach 3 tagen wirklich, sie bricht mich?).
        Ensprechend würde ich auch behaupten, dass es mir nicht an ehrgeiz und durchhaltevermögen mangelt.

        Sowohl die idee, pinnochio in einem soulslike unterzubringen, als auch die hübsche optik und das setting, gefallen mir sehr, mit dem gameplay ists für mich jedoch n rohrkrepierer.

        Bleibt halt nur noch zu hoffen, dass Wu-Kong nen deutlich besseren ansatz findet.

        Danke für eure zeit, falls ihr sie euch genommen hab?
      • Von Elitefatzke NPC
        Kann stefan und seine erfahrungen mit mit dem spiel nur bestätigen.

        Lies of p ist spielerisch mMn leider absoluter mist, so sehr ich den release auch herbei gesehnt hatte...

        P bewegt sich allgemein sehr steif, ausweichschritt und -rolle sind ein witz und angriffe (sowohl eigene, als auch gegnerische) wurden in der columne ja bereits ausführlich beschrieben.
        Die erste halbe stunde und den ersten trainingsboss hätte man noch mit verbundenen augen geschafft, der erste dickere gegner danach hat schon ordentlich frust bei mir ausgelöst, weil p sich einfach nicht geil bewegt.
        Den rotz nach bereits 3 versuchen ausgemacht, am nächsten tag nochmal probiert und ihn mit der schisshasentaktik dann doch im 1st try gelegt. War dann doch ez, hat sich aber nicht gut angefühlt, ihn so besiegen zu müssen.

        Der erste boss, der dann kurz darauf folgt, hat mir dann nach 5 versuchen klar gemacht, dass ich lies of p nicht mehr weiterspielen möchte und das game is von der platte geflogen.

        Man könnte jez meinen gid gud, andere schaffens ja auch, aber ich habe ehrlich gesagt keine lust, mich mit so schlechtem movement und balancing auseinander zu setzen.

        Ich habe deamons souls und darksouls durchgezockt, und bloddborne, sekiro und elden ring auf platin, was heisst, dass ich mich mit bossen wie malenia, isshin ashina (im ng+) und gehrman (ng+) gefetzt habe und diese zu besiegen fähig war.
        So hart und lang diese kämpfe waren (alle 3 zusammen locker 400-500 versuche) haben trotz mancher frustmomente spaß gemacht und mich immer wieder neu motiviert (ausser malenia, da dachte ich nach 3 tagen wirklich, sie bricht mich?).
        Ensprechend würde ich auch behaupten, dass es mir nicht an ehrgeiz und durchhaltevermögen mangelt.

        Sowohl die idee, pinnochio in einem soulslike unterzubringen, als auch die hübsche optik und das setting, gefallen mir sehr, mit dem gameplay ists für mich jedoch n rohrkrepierer.

        Bleibt halt nur noch zu hoffen, dass Wu-Kong nen deutlich besseren ansatz findet.

        Danke für eure zeit, falls ihr sie euch genommen hab?
      • Von golani79 Mitglied
        Zitat von Hot_Grzb
        Hab richtig Lust, heute weiterzuspielen :)
        Na dann, viel Spaß ?
        Nicht unterkriegen lassen und sonst hilft ab und zu mal ne Pause.
      • Von Hot_Grzb Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von golani79
        Hab generell mehrere Anläufe gebraucht für sie Spiele. DS3 hab ich auch erst in einem späteren Anlauf durchgespielt und Bloodborne fand ich anfangs eh fast unschaffbar.
        Hihi, diese Unterhaltung & eine abgesagte Verabredung haben mich gestern dazu motiviert, dem Spiel nach Jahren mal wieder einen Versuch zu geben. Und siehe da, ich bin ohne größere Probleme durch das erste Gebiet inklusive Boss (den ich vorher noch nichtmal erreicht habe) in Lothric gekommen! Top! Ich denke mal, in der Zwischenzeit das Deamon Souls Remake gespielt zu haben, hat mir geholfen. Hab richtig Lust, heute weiterzuspielen :)
      • Von golani79 Mitglied
        Zitat von Hot_Grzb
        Das hab ich schon oft gehört und gerade weil ich beide sehr mag, hab ich DS3 mehrere Anläufe gegeben. Ich bleibe aber jedes mal schon ziemlich am Anfang, nach etwa einer Stunde hängen. Das Problem ist vielleicht nicht mal der Schwierigkeitsgrad, sondern das Feeling, gar nicht genau zu wissen, was ich anders machen muss. Irgendwie komm ich nicht rein.

        P.S. Ich hab Elden Ring auch nicht geschafft :-D Die Melania und den Maliketh habe ich nie gelegt bekommen, aber das fand ich verschmerzbar, trotzdem bestes Spiel.

        P.P.S. Bloorborne habe ich geschafft, aber den DLC dazu wieder nicht; da bin ich ab dem zweiten Boss frustriert ausgestiegen.
        Hab generell mehrere Anläufe gebraucht für sie Spiele. DS3 hab ich auch erst in einem späteren Anlauf durchgespielt und Bloodborne fand ich anfangs eh fast unschaffbar.

        Tja, die Hauptspiele hab ich bis auf DS2 und Sekiro durch.
        In DS3 fehlen mir noch die DLCs und bei Bloodborne müsste ich noch den letzten DLC Boss umhauen.

        Elsen Ring ist durch, aber ein paar optionale Bosse hab ich bisher auch "verschont" ?
      • Von Hot_Grzb Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von golani79
        Wenn du Bloodborne und Elsen Ring geschafft hast, sollte DS3 eigentlich auch gehen.

        Von Lies of P gab es ne Demo - weiß nicht, ob die noch verfügbar ist. Falls ja, kannst es ja Mal ausprobieren.
        Das hab ich schon oft gehört und gerade weil ich beide sehr mag, hab ich DS3 mehrere Anläufe gegeben. Ich bleibe aber jedes mal schon ziemlich am Anfang, nach etwa einer Stunde hängen. Das Problem ist vielleicht nicht mal der Schwierigkeitsgrad, sondern das Feeling, gar nicht genau zu wissen, was ich anders machen muss. Irgendwie komm ich nicht rein.

        P.S. Ich hab Elden Ring auch nicht geschafft :-D Die Melania und den Maliketh habe ich nie gelegt bekommen, aber das fand ich verschmerzbar, trotzdem bestes Spiel.

        P.P.S. Bloorborne habe ich geschafft, aber den DLC dazu wieder nicht; da bin ich ab dem zweiten Boss frustriert ausgestiegen.
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