Lies of P: Wie man ein Genre falsch versteht - Meinung

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Kolumne Stefan Wilhelm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Lies of P: Wie man ein Genre falsch versteht - Meinung
Quelle: Neowiz

Ist ein Soulslike automatisch besser, wenn es schwerer und umständlicher ist? Nein, findet Soulslike-Liebhaber Stefan. In seiner Kolumne erklärt er, warum ihn Lies of P eher frustriert als motiviert.

Auch wenn From Software immer mal wieder weit übers Ziel hinausschießt - glaubt mir, hätte ich Malenia oder das Duo der Götterskalpe zum Zeitpunkt dieser letzten Kolumne schon gekannt, wären sie definitiv als Negativbeispiele aufgetaucht - schafft es das Studio meistens, den Anspruch gerade so hoch zu gestalten, dass die Motivation nicht darunter leidet, sondern vielmehr bereichert wird. Viele Soulslikes von anderen Entwicklern bekommen das auch ganz gut hin. Lies of P fällt allerdings auf den größten Trugschluss rein, den man in diesem Genre ziehen kann: Soulslikes sollen ja anspruchsvoll sein, deswegen ist es ihre oberste Aufgabe, euch alles so schwer und umständlich wie nur irgendwie möglich zu machen. Und je schwerer und umständlicher, desto besser. Oder?

Nun, ich glaube nicht, dass man den Schwierigkeitsgrad in einem Soulslike einfach beliebig hochdrehen kann, ohne dass es irgendwann zu Problemen kommt oder bestehende Probleme stärker wahrgenommen werden. Selbstzweckhaft schwer zu sein war auch nicht die ursprüngliche Intention der Genre-Erfinder. Ein schweres Spiel oder einen knallharten Bosskampf zu machen, ist keine Kunst: Dreht den Schaden der Feinde auf 11 und den der Spielfigur weit herunter, zack, euer Spiel ist schwer. Gebt einem Boss zwei, drei Helfer, die euch pausenlos am Hintern kleben, und der Kampf ist deutlich nerviger und härter zu überstehen.

Baut Feinde ein, die nicht auf Treffer reagieren, die niemals aufhören müssen, anzugreifen, und die sehr viel beweglicher sind als der Hampelmann, den ihr spielen müsst - fertig ist das Gegenteil der Machtfantasie. Gebt allen Feinden seltsame Angriffstimings und das bloße Abwenden von Schaden wird zur Geduldsprobe. Und wenn ihr zusätzlich noch ein zähes Upgradesystem drin habt, das hauptsächlich daraus besteht, von den Entwicklern künstlich eingebaute Probleme zu beheben, habt ihr Lies of P.

Pinocchio blickt mit einer Kreissäge in der Hand auf das Hotel Krat. Quelle: Neowiz Dass ich in diesem Spiel zwei extrem seltene Ressourcen ausgeben muss, nur damit ich etwas schneller aufstehen darf, wenn ich niedergeschlagen wurde, ist für mich ein Symptom der Designphilosophie, mit der offenbar gearbeitet wurde: Schwerer und umständlicher ist automatisch besser und den Spieler zu bestrafen, ist wichtiger, als ihn durch kleine und große Erfolgserlebnisse bei der Stange zu halten.

Das fällt auch beim eingangs erwähnten Haltungssystem auf: Um einen Gegner für einen kritischen Treffer zu öffnen, muss ich in Lies of P deutlich mehr ackern als in vergleichbaren Spielen. Nicht nur, weil ich viel mehr Angriffe parieren muss, sondern auch, weil diese Angriffe offenbar mit chirurgischer Präzision dafür designt wurden, so kontraintuitiv wie möglich zu sein.

Egal ob Roboter, Zombie oder Mensch, die meisten Gegner bewegen sich abgehackt und unnatürlich, die Combos wirken oft, als wären sie zufällig zusammengestellt und beliebig lang. Angriffe werden ständig verzögert und dann plötzlich in Sekundenbruchteilen ausgeführt. Das Zeitfenster zum Parieren ist außerdem das strengste, das ich in diesem Genre bisher gesehen habe.

Zusätzlich gibt's dann noch das gleiche Problem, das schon Elden Ring hatte: Weil mir die Haltungsleiste des Gegners nicht angezeigt wird, sehe ich kein motivierendes Licht am Ende des Tunnels. Kein fast voller Balken, die mir versichert, dass ich nur noch ein paar Treffer setzen oder abwehren muss, um mal kurz durchatmen zu können.

Was gibt mir Sekiro, bei dem sich Lies of P den Großteil seines Kampfsystems abschaut, wenn ich lange genug perfekt pariert habe? Ich darf dem Feind einen Todesstoß verpassen, was einen Bossgegner direkt in die nächste Phase befördert. Effektiv sind das also 25 bis 100 Prozent seiner ganzen Lebensleiste. Was bekomme ich in Lies of P dafür? Die schnell verspielte Chance auf einen kritischen Angriff, der dann kaum mehr Schaden anrichtet, als zwei, drei normale Schläge.

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    • Kommentare (38)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Elitefatzke NPC
        Kann stefan und seine erfahrungen mit mit dem spiel nur bestätigen.

        Lies of p ist spielerisch mMn leider absoluter mist, so sehr ich den release auch herbei gesehnt hatte...

        P bewegt sich allgemein sehr steif, ausweichschritt und -rolle sind ein witz und angriffe (sowohl eigene, als auch gegnerische) wurden in der columne ja bereits ausführlich beschrieben.
        Die erste halbe stunde und den ersten trainingsboss hätte man noch mit verbundenen augen geschafft, der erste dickere gegner danach hat schon ordentlich frust bei mir ausgelöst, weil p sich einfach nicht geil bewegt.
        Den rotz nach bereits 3 versuchen ausgemacht, am nächsten tag nochmal probiert und ihn mit der schisshasentaktik dann doch im 1st try gelegt. War dann doch ez, hat sich aber nicht gut angefühlt, ihn so besiegen zu müssen.

        Der erste boss, der dann kurz darauf folgt, hat mir dann nach 5 versuchen klar gemacht, dass ich lies of p nicht mehr weiterspielen möchte und das game is von der platte geflogen.

        Man könnte jez meinen gid gud, andere schaffens ja auch, aber ich habe ehrlich gesagt keine lust, mich mit so schlechtem movement und balancing auseinander zu setzen.

        Ich habe deamons souls und darksouls durchgezockt, und bloddborne, sekiro und elden ring auf platin, was heisst, dass ich mich mit bossen wie malenia, isshin ashina (im ng+) und gehrman (ng+) gefetzt habe und diese zu besiegen fähig war.
        So hart und lang diese kämpfe waren (alle 3 zusammen locker 400-500 versuche) haben trotz mancher frustmomente spaß gemacht und mich immer wieder neu motiviert (ausser malenia, da dachte ich nach 3 tagen wirklich, sie bricht mich?).
        Ensprechend würde ich auch behaupten, dass es mir nicht an ehrgeiz und durchhaltevermögen mangelt.

        Sowohl die idee, pinnochio in einem soulslike unterzubringen, als auch die hübsche optik und das setting, gefallen mir sehr, mit dem gameplay ists für mich jedoch n rohrkrepierer.

        Bleibt halt nur noch zu hoffen, dass Wu-Kong nen deutlich besseren ansatz findet.

        Danke für eure zeit, falls ihr sie euch genommen hab?
      • Von Elitefatzke NPC
        Kann stefan und seine erfahrungen mit mit dem spiel nur bestätigen.

        Lies of p ist spielerisch mMn leider absoluter mist, so sehr ich den release auch herbei gesehnt hatte...

        P bewegt sich allgemein sehr steif, ausweichschritt und -rolle sind ein witz und angriffe (sowohl eigene, als auch gegnerische) wurden in der columne ja bereits ausführlich beschrieben.
        Die erste halbe stunde und den ersten trainingsboss hätte man noch mit verbundenen augen geschafft, der erste dickere gegner danach hat schon ordentlich frust bei mir ausgelöst, weil p sich einfach nicht geil bewegt.
        Den rotz nach bereits 3 versuchen ausgemacht, am nächsten tag nochmal probiert und ihn mit der schisshasentaktik dann doch im 1st try gelegt. War dann doch ez, hat sich aber nicht gut angefühlt, ihn so besiegen zu müssen.

        Der erste boss, der dann kurz darauf folgt, hat mir dann nach 5 versuchen klar gemacht, dass ich lies of p nicht mehr weiterspielen möchte und das game is von der platte geflogen.

        Man könnte jez meinen gid gud, andere schaffens ja auch, aber ich habe ehrlich gesagt keine lust, mich mit so schlechtem movement und balancing auseinander zu setzen.

        Ich habe deamons souls und darksouls durchgezockt, und bloddborne, sekiro und elden ring auf platin, was heisst, dass ich mich mit bossen wie malenia, isshin ashina (im ng+) und gehrman (ng+) gefetzt habe und diese zu besiegen fähig war.
        So hart und lang diese kämpfe waren (alle 3 zusammen locker 400-500 versuche) haben trotz mancher frustmomente spaß gemacht und mich immer wieder neu motiviert (ausser malenia, da dachte ich nach 3 tagen wirklich, sie bricht mich?).
        Ensprechend würde ich auch behaupten, dass es mir nicht an ehrgeiz und durchhaltevermögen mangelt.

        Sowohl die idee, pinnochio in einem soulslike unterzubringen, als auch die hübsche optik und das setting, gefallen mir sehr, mit dem gameplay ists für mich jedoch n rohrkrepierer.

        Bleibt halt nur noch zu hoffen, dass Wu-Kong nen deutlich besseren ansatz findet.

        Danke für eure zeit, falls ihr sie euch genommen hab?
      • Von golani79 Mitglied
        Zitat von Hot_Grzb
        Hab richtig Lust, heute weiterzuspielen :)
        Na dann, viel Spaß ?
        Nicht unterkriegen lassen und sonst hilft ab und zu mal ne Pause.
      • Von Hot_Grzb Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von golani79
        Hab generell mehrere Anläufe gebraucht für sie Spiele. DS3 hab ich auch erst in einem späteren Anlauf durchgespielt und Bloodborne fand ich anfangs eh fast unschaffbar.
        Hihi, diese Unterhaltung & eine abgesagte Verabredung haben mich gestern dazu motiviert, dem Spiel nach Jahren mal wieder einen Versuch zu geben. Und siehe da, ich bin ohne größere Probleme durch das erste Gebiet inklusive Boss (den ich vorher noch nichtmal erreicht habe) in Lothric gekommen! Top! Ich denke mal, in der Zwischenzeit das Deamon Souls Remake gespielt zu haben, hat mir geholfen. Hab richtig Lust, heute weiterzuspielen :)
      • Von golani79 Mitglied
        Zitat von Hot_Grzb
        Das hab ich schon oft gehört und gerade weil ich beide sehr mag, hab ich DS3 mehrere Anläufe gegeben. Ich bleibe aber jedes mal schon ziemlich am Anfang, nach etwa einer Stunde hängen. Das Problem ist vielleicht nicht mal der Schwierigkeitsgrad, sondern das Feeling, gar nicht genau zu wissen, was ich anders machen muss. Irgendwie komm ich nicht rein.

        P.S. Ich hab Elden Ring auch nicht geschafft :-D Die Melania und den Maliketh habe ich nie gelegt bekommen, aber das fand ich verschmerzbar, trotzdem bestes Spiel.

        P.P.S. Bloorborne habe ich geschafft, aber den DLC dazu wieder nicht; da bin ich ab dem zweiten Boss frustriert ausgestiegen.
        Hab generell mehrere Anläufe gebraucht für sie Spiele. DS3 hab ich auch erst in einem späteren Anlauf durchgespielt und Bloodborne fand ich anfangs eh fast unschaffbar.

        Tja, die Hauptspiele hab ich bis auf DS2 und Sekiro durch.
        In DS3 fehlen mir noch die DLCs und bei Bloodborne müsste ich noch den letzten DLC Boss umhauen.

        Elsen Ring ist durch, aber ein paar optionale Bosse hab ich bisher auch "verschont" ?
      • Von Hot_Grzb Spiele-Novize/Novizin
        Zitat von golani79
        Wenn du Bloodborne und Elsen Ring geschafft hast, sollte DS3 eigentlich auch gehen.

        Von Lies of P gab es ne Demo - weiß nicht, ob die noch verfügbar ist. Falls ja, kannst es ja Mal ausprobieren.
        Das hab ich schon oft gehört und gerade weil ich beide sehr mag, hab ich DS3 mehrere Anläufe gegeben. Ich bleibe aber jedes mal schon ziemlich am Anfang, nach etwa einer Stunde hängen. Das Problem ist vielleicht nicht mal der Schwierigkeitsgrad, sondern das Feeling, gar nicht genau zu wissen, was ich anders machen muss. Irgendwie komm ich nicht rein.

        P.S. Ich hab Elden Ring auch nicht geschafft :-D Die Melania und den Maliketh habe ich nie gelegt bekommen, aber das fand ich verschmerzbar, trotzdem bestes Spiel.

        P.P.S. Bloorborne habe ich geschafft, aber den DLC dazu wieder nicht; da bin ich ab dem zweiten Boss frustriert ausgestiegen.
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