PC-Boxensets: Aktiv oder Passiv
Mit einem ordentlichen Lautsprecherset für den PC machen viele Spiele erst richtig Spaß. Wir erklären euch Dinge und Begriffe rund um PC-Boxensets wie 2.0, 2.1, 5.1, Surround und klären, was passive Boxen und Nahfeldmonitore sind. Dies soll euch die Kaufentscheidung erleichtern. Zudem haben wir eine Marktübersicht mit 46 PC-Boxensets vorbereitet.
Aktiv oder passiv?
Keine Sorge, es wird bei der Fragestellung dieses Abschnitts nicht schlüpfrig. Vielmehr geht es um die Art, wie die Lautsprecher mit Strom versorgt werden.
In diesem Artikel
Strom ist in jedem Falle nötig, denn der Schall, den die Lautsprechermembranen von sich geben, entsteht durch Schwingungen, die auf Schwankungen in einem Stromsignal basieren.
Quelle: Microlab
Microlab B77 - an der rechten Box regelt man die Gesamtlautstärke, denn diese beinhaltet einen kleinen Verstärker.
PC-Boxensets haben so gut wie immer eine eigene Stromversorgung, da sie einen eigenen Verstärker eingebaut haben. Dieser verstärkt das Audiosignal, das durch das Anschlusskabel, das mit dem PC verbunden ist, fließt - dieses Audiosignal besteht aus Stromschwankungen und nicht aus Nullen und Einsen (Daten), so dass man auch von einer analogen und nicht von einer digitalen Soundübertragung spricht. Da das Signal vom PC aber sehr schwach ist, muss es durch den mit Strom gespeisten Verstärker verstärkt werden, um die Membranen hörbar in Schwingung zu versetzen. Man nennt diese Boxen daher auch aktive Lautsprecher, da sie selbst aktiv das Signal verstärken.
Dabei gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten der Stromversorgung: Entweder der Verstärker sitzt in einer der Boxen oder (falls vorhanden) im Subwoofer, und durch Verbindungskabel zu den anderen Boxen wird, das bereits vom Verstärker verstärkte Signal an die anderen Boxen erteilt. Oder aber jede Box hat einen eigenen kleinen Verstärker - die Boxen sind dann untereinander nicht verbunden. Letztere Anschlussart gibt es im PC-Sektor in der Regel nur bei Nahfeldmonitoren. Der Nachteil dabei: jede Box benötigt einen Stromanschluss, und ihr müsst die Gesamtlautstärke entweder über einen externen Regler umstellen, der mit den Boxen verbunden ist, oder aber per Software vom PC aus. Bei Boxensets, bei denen eine der Boxen den Verstärker stellt, ist ein einzelner Regler an einer der Boxen oder auch eine Fernbedienung für alle Boxen zuständig.
Kommen wir nun zu passiven Boxen. Eine passive Box hat keinen eigenen Verstärker. Damit ist aber nicht die zweite Box eines aktiven Stereosystems gemeint, die keinen Verstärker hat. Vielmehr meint man mit passiven Lautsprechern die Sorte von Lautsprecher, die man über Lautsprecherkabel mit einem separaten Verstärker verbindet.
Quelle: Dali
Passive Hi Fi Box Dali Zensor 1
Heutzutage ist dieser Verstärker in vielen Fällen ein AV-Receiver, es gibt aber auch Stereo-Verstärker ohne spezielle AV-, also Audio/Video-Funktionen. Passive Lautsprecher werden häufig auch zusammenfassend als Hi-Fi-Boxen bezeichnet, da man landläufig von Hi-Fi redet, wenn sich jemand mit Hilfe eines Verstärkers und separat erworbener Lautsprecher ein Audiosetting zusammenstellt. Ein Vorteil bei diesem Prinzip: Man kann theoretisch jeden handelsüblichen Hi-Fi-Verstärker oder AV-Receiver mit jeder auf dem Markt zu kaufenden passiven Hi-Fi-Box verbinden - egal ob der Verstärker nur 150 Euro kostet und man pro Box 5.000 ausgibt oder umgekehrt. Heutzutage muss man allerdings beim Stichwort "Hi-Fi" aufpassen, denn oft laufen auch Produkte als Hi-Fi, die nur in Verbindung mit bestimmten Einzelgeräten laufen. Zum Beispiel gibt es Surround-Komplettsets mit fünf Boxen, einem Subwoofer und einem kleinen AV-Receiver - die Komponenten sind scheinbar getrennt nutzbar, funktionieren aber am Ende nicht mit Konkurrenzprodukten. Andere Sets wiederum sind nichts anderes als einzeln erhältliche Komponenten, die lediglich als Angebot zu einem Set zusammengestellt wurden.

Mit ein BISSCHEN Nachdenken dürfte man sich also nun echt nicht mehr fragen, warum Leute noch "Brüllwürfel" bzw. allgemein "Aktivboxensysteme" für den PC nutzen. Viele dieser Sets klingen zudem besser als eine günstige "Heimanlage" oder Kopfhörer. Es ist auch eine Preisfrage: Ein Verstärker für 200€ mit zwei Boxen zu je 100€ klingt auch nicht besser als ein 250-300€-2.0-Boxenset.
Ich hab btw 2x Adam F5 Nahfeldmonitore, da ich auch Musik mache. Die sind ca so hoch wie die Displayhöhe meines 17 Zoll-Monitors, d.h. für PC-Verhältnisse recht groß, so dass auch das Darstellen vom Bass kein Problem ist. Mit meiner Hifi-Anlage (5.1-Setting mit Standboxen vorne) wäre Musikmachen nicht so gut möglich, da die den Sound ganz anders darstellen. Da würde ich denken, dass der Sound "passt", aber wenn man den Song dann woanders anhört, sind bestimmte Dinge zu dominant oder umgekehrt: kaum zu hören.
Klar, ich könnte meinen alten Kenwood Reciever am PC anschließen, dann meine aktuell ungenützten Rear-Boxen dort einstecken, ich habe auch sogar noch ein Mischpult, das würde sich da auch gut machen. Nur, ich habe absolut keinen Platz dafür auf oder neben meinem Computertisch. Also hält mein 25 Jahre altes Altec Lansing 2.1 Set für damals 300DM mir weiterhin die Treue.
(Hatte ich übrigens tatsächlich mal, da hatte ich allerdings ein extra Zimmer und einen 4m x 1,20m selbstgebauten Schreibtisch).
Und wenn ich wirklich Musik genießen will, dann habe ich immer noch meine 500 Euro Denon Audio-Kopfhörer oder die Anlage im Wohnzimmer mit Magnat Boxen.