Lars und die Frauen

0
Test Dörte Langwald Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Lars (R. Gosling) ist ein ziemlicher Sonderling. Quelle: Central Lars (R. Gosling) ist ein ziemlicher Sonderling. Ein- oder zweimal im Jahr gibt es diese kleinen Überraschungsjuwele, die ganz ohne Action, Superstars und Bombastbudgets auskommen. Gemeint sind Filme wie Little Miss Sunshine oder Sideways, die mit intelligenten und witzigen Geschichten direkt ins Herz treffen (und nebenbei bemerkt auch bei den Oscars abräumen). Der Kinomonat März 2008 beschert uns neben Juno gleich noch ein derartiges Ausnahmewerk: die herrlich absurde Tragikomödie Lars und die Frauen.

Auf den ersten Blick klingt der Plot von Lars völlig bekloppt, doch Six Feet Under-Autorin Nancy Oliver verfasste das Oscar-nominierte Drehbuch - somit dürfte klar sein, dass es sich hier um keine alberne Klamotte handelt. Der titelgebende Lars (toll gespielt von Ryan Gosling) ist eine ziemlich schräge Type. Er haust allein in einer Garage, trägt immer eine Häkeldecke um den Hals und meidet jegliche sozialen Kontakte. Vor allem, wenn er von Frauen angesprochen wird, rennt der Kauz sofort davon. Auch sein Bruder Gus und dessen Gattin Karin (Emily Mortimer) schaffen es nicht, Lars aus seiner schrulligen Isolation zu reißen.

Umso größer ist das Erstaunen aller, als Lars eines Tages verkündet, dass er nun eine Freundin habe. Bianca heißt die Herzensdame, eine dänisch-brasilianische Missionarin, die im Rollstuhl sitzt und sich jetzt - wie Lars verzückt erklärt - eine kleine Auszeit nehmen will. Doch als Gus und Karin die geheimnisvolle Lady kennenlernen, trauen sie ihren Augen kaum: Bianca ist in Wahrheit eine lebensgroße Sexpuppe! Lars nimmt davon aber gar keine Notiz und kümmert sich mit anrührender Hingabe um seine stumme Silikongefährtin.

Auf Anraten der patenten Dorfärztin Dr. Berman (Patricia Clarkson) spielt fortan die ganze Stadt bei Lars' Einbildung mit und behandelt Plastik-Wuchtbrumme Bianca wie eine reale Person.
Klar, dass aus dieser irrwitzigen Integration allerhand skurrile Situationen resultieren. Das Schöne daran ist: Lars und die Frauen rutscht nie ins Lächerliche ab, sondern bleibt immer glaubwürdig und herzergreifend human. Auf drollig-pointierte Weise macht der Film das Groteske zum Gewöhnlichen und zieht daraus ein ebenso märchenhaftes wie tief menschelndes Fazit: Nichts ist so absurd wie mangelnde Fantasie!

Bildergalerie

Wertung zu Lars und die Frauen

Wertung:

9.0 /10

Artikel teilen

Per E-Mail versenden

0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk