Reportage zu Blockchain, NFT und Kryptogaming: Alles, was ihr wissen müsst - Seite 2

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Special Antonia Dreßler - Autorin Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Reportage zu Blockchain, NFT und Kryptogaming: Alles, was ihr wissen müsst - Seite 2
Quelle: Pixabay

Wir erklären Kryptospiele und NFTs in Games. Und natürlich auch, warum das wichtig ist und warum es keine Grafikkarten zu vernünftigen Preisen gibt.

Das Zukunftsgequatsche klingt zwar sehr unrealistisch, aber einige große Entwickler sind von der Idee unumstößlich überzeugt. Ubisoft redeten noch während der Ankündigung ihrer gefloppten NFTs von einem Metaverse und großen Plänen. EA sprach ebenfalls von einer solchen Zukunftsvision und Square Enix veröffentlichte einen entsprechenden Brief zum neuen Jahr vom Präsidenten des Unternehmens persönlich.

Dezentrales Gaming, NFTs und Kryptowährung seien die Zukunft von Spielen. Bedenken von Spielern seien zwar verständlich, aber es gebe auch Spieler, die etwas zum Spiel beitragen und "nicht bloß Spaß haben" wollten. Eine neue Form von nutzergenerierten Inhalten solle es geben, wie die aussehen sollen, verrät man aber nicht.

Andere Entwickler und Gaming-Riesen sehen die Entwicklung sehr skeptisch. Xbox Chef Phil Spencer redet von Ausbeutung der Spieler, bei Bungie fürchtet man, dass der Spaß am Spiel zu kurz kommt, und Steam hat sogar alle Spiele mit NFTs aus dem Store geschmissen.

Die Good-Guy-Einstellung ist zwar löblich, doch mehr steckt kaum dahinter. Und wenn andere Firmen anfangen, damit Geld zu verdienen, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch unter anderen Dächern die Stimmung kippt.

Die Maßnahme von Steam ist zwar sehr konkret, allerdings ist sie nicht davon motiviert, dass man das Konzept prinzipiell doof finden würde, sondern weil viele Spiele in dem Bereich schlicht und ergreifend Scams sind.

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Scams: Ist Kryptogaming sicher?

Theoretisch sind NFTs vor Diebstahl sehr sicher, die viel größere Gefahr geht von Scams aus. Im Regelfall wird den Leuten dabei viel versprochen, und am Ende bekommt man nichts raus, obwohl man Geld investiert hat. Spiele, die von Ubisoft oder Square Enix entwickelt werden, betrifft das wahrscheinlich nich, andere NFT-Titel aber durchaus.

Ein bekanntes Beispiel ist der Titel Evolved Apes, der niemals verkauft oder überhaupt entwickelt wurde. Der Gründer Evil Ape verkaufte NFTs in Form von Affen-Tokens, die dann in ein Kampfspiel integriert werden sollten. 10.000 Affen sollten gegeneinander antreten und nur der stärkste sich durchsetzen. Nachdem sich der anonyme Gründer Evil Ape mit über 2,7 Millionen US-Dollar aus dem Staub gemacht und nicht mal den Designer der NFTs ihren Lohn bezahlt hatte, war klar, wer hier am Ende der einzige Gewinner war.

Der anonyme Chef von Evolved Apes machte sich mit mehreren Millionen Dollar aus dem Staub, nachdem er sämtliche NFT-Tokens zu seinem Spiel verkaufte.  Quelle: OPENSEA/EVOLVED APE INC Der anonyme Chef von Evolved Apes machte sich mit mehreren Millionen Dollar aus dem Staub, nachdem er sämtliche NFT-Tokens zu seinem Spiel verkaufte.  Das hält Spieler aber nicht davon ab, weiterhin in NFTs von Titeln zu investieren, die noch gar nicht existieren. Auf dem bereits genannten Marktplatz von Gala Games erwirtschaftete Peter Molyneux, bekannt für Spiele wie Black & White und Fable, bereits über 50 Millionen Dollar für NFT-Grundstücke zu einer Blockchain-Business-Sim namens Legacy, die noch auf unbestimmte Zeit in Entwicklung ist.

Laut Website geht es im Spiel darum, ein Wirtschaftsimperium durch Kreativität aufzubauen und Profit daraus zu schlagen. Echten Profit. Das beste und natürlich teuerste Grundstück bietet zudem die Möglichkeit, bereits bei der Alpha des Spiels dabei zu sein und, Zitat, "den Markt zu dominieren, bevor die Konkurrenz überhaupt mit dem Handel angefangen hat".

Ein zum einen recht unfairer Vorteil, zum anderen aber auch eine kostspielige Sache. Dieses Stück Land gibt es im Spiel nämlich nur einmal und es wurde für rund 800.000 Euro bereits verkauft.

Natürlich kann sich Herr Molyneux nicht einfach aus dem Staub machen, schließlich ist er nicht anonym, aber es garantiert auch niemand, dass das Spiel gut wird, oder auch nur fertig. Bei jedem Investment sollten Spieler vorsichtig sein und Vorbestellen gilt heutzutage aus gutem Grund als verpönt. NFTs nun laden Scammer förmlich dazu ein, etwaige Unsicherheiten auszunutzen, und beschädigen den Ruf der neuen technischen Entwicklung, bevor sie sich wirklich etablieren kann.

Also keine neue Entwicklung?

Accounts hochziehen, seltene Gegenstände farmen und dann verkaufen, das ist keine sonderlich neue Entwicklung in Videospielen. Was NFTs und Kryptowährung also bringen - außer Kopfzerbrechen -, ist daher nicht so wirklich ersichtlich. Zumindest nach jetzigem Stand. Der große angepriesene Vorteil der Publisher ist, dass man die Gegenstände besitzt, sie auch weiterhin existieren, wenn die Server abgeschaltet werden und dass man sie weiterverkaufen kann.

Ein Ingame-Gegenstand ist aber ziemlich nutzlos, wenn die Server eines Titels abgeschaltet werden. Und die angepriesene Mechanik, einen Gegenstand in ein anderes Spiel mitzunehmen, funktioniert auch nur, wenn der Entwickler das beim neuen Spiel einbaut. Das würde auch funktionieren, wenn die Account-Daten gespeichert würden und man sie von Entwicklerseite einfach übertragen kann.

Des Pudels Kern liegt in der Technik und wo die Daten gespeichert werden. Muss Ubisoft also selbst Server- und Speicherleistung aufbringen, damit man seine Skins über mehrere Ghost-Recon-Teile behält, oder wird alles dezentral gespeichert, ohne, dass man sich jemals um die Daten kümmern muss?

Theoretisch kann man auch Jahre nach einer Serverabschaltung die NFTs wieder integrieren und sie würden weiterhin funktionieren, sie haben ja nie aufgehört, zu existieren. Der Sammlerwert würde sich wieder erhöhen, und schon ist ein Grund geschaffen NFT-Skins zu kaufen. Square Enix spricht von einem selbsttragenden Spielerwachstum, denn wo Geld zu holen ist, verirren sich immer Leute hin.

Also nein: Als Spieler wird man NFTs wohl nicht für alle Ewigkeit aus dem Weg gehen können, ohne zahlreiche Titel auszugrenzen, denn die Zahl an Spielen mit NFT-Integration wird steigen. Unternehmen sehen hier die Zukunft und das große Geld, und wenn man sich den finanziellen Erfolg von bestehenden Kryptospielen anschaut, haben sie damit gar nicht mal so unrecht, egal, ob man das nun gut findet oder nicht.

Quellen: Ubisoft, Vice, Axios, Businessinsider

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    • Kommentare (19)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von McDrake
        Das normale "Geld" auf der Bank ist auch nur virtuell.
        Von dem her nehmen sich diese Systeme leider nix.
        Darum ist das ja auch so ein grosses Risiko im Allgemeinen.
        Das Geld auf der Bank ist allerdings versichert. Es ist schon ein Unterschied ob ich ein NFT von einem Affen habe oder ein Konto bei einer Bank.
      • Von SethWinterstein Mitglied
        Zitat von McDrake
        Das normale "Geld" auf der Bank ist auch nur virtuell.
        Von dem her nehmen sich diese Systeme leider nix.
        Darum ist das ja auch so ein grosses Risiko im Allgemeinen.
        Das Geld auf der Bank ist allerdings versichert. Es ist schon ein Unterschied ob ich ein NFT von einem Affen habe oder ein Konto bei einer Bank.
      • Von Bonkic Mitglied
        Zitat von Janbao
        Darüber hinaus wäre es schön gewesen deutsche Projekte wie
        Zitat

        Synergy of Serra (Card Game)
        tot
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Zitat

        oder Zeedz (Educational Game zum Thema Nachhaltigkeit)
        tot
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Zitat

        näher zu beleuchten.
        Zitat von Janbao
        Insgesamt würde ich mir wünschen, dass wir Gamer nicht den Fehler einer zu oberflächlichen Betrachtung von NFTs und Blockchain-Gaming begehen. Schließlich wurden wir selbst jahrzehntelang als Killerspieler diffamiert.
        nun ja... :B
      • Von Toni Autorin
        Zitat von Janbao
        Ordentlicher Artikel zum Thema, der allerdings aus meiner Sicht nicht dem Label „Reportage“ gerecht wird.
        Ich möchte hier kurz einhaken: Reportage heißt nicht etwa: ausführlicher Bericht, sondern ist eine journalistische Gattung, die komplexe Sachverhalte anhand von greifbareren Sachen erklärt. Ursprünglich werden Reportagen anhand von Personen und deren Geschichten erzählt, das ist im Fach- und Unterhaltungsjournalismus allerdings in der Regel etwas anders ausgelegt.
        Das hier, soll einem normalen Gamer einen Überblick geben, wie alles so allgemein funktioniert. Natürlich kann man noch bedeutend tiefer in die Materie gehen, das wäre dann allerdings uninteressant für den normalen Leser, da dies dann schon in Richtung Fachliteratur ginge (also Hashes, On-Chain, Off-Chain, etc.)
        Zitat von Janbao
        Wichtige Aspekte die fehlen sind u. a. die Mitbestimmung der Gamer durch DAOs (dezentrale autonome Organisationen), weitere energiesparsame Blockchainalternativen (Polygon, Flow, etc.), die wesentliche Verbesserung der finanziellen Kompensation der eigentlichen Spielentwickler (Umgehung der Mittelsmänner), die Unterscheidung zwischen on-chain und off-chain Gaming.
        Du hast recht, wir hätten hier noch tiefer in die Materie eintauchen können, haben uns letztlich aber dagegen entschieden. Das kommt auch davon, dass wir uns auf den Spieleaspekt fokussieren und nicht auf den technischen Aspekt.
        Zitat von Janbao
        Außerdem ist die Aussage, dass mit Blockchain Games keine Kryptowährung verdient werden kann aus meiner Sicht in dieser Allgemeinheit falsch, siehe z. B. Aavegotchi.
        Ja Aavegotchi ist tatsächlich ein Sonderfall, natürlich muss man auch hier vorher investieren. Aber ein guter Hinweis von dir, danke!
        Krass finde ich, dass es hier relativ ersichtlich ein Schneeballsystem ist, immerhin muss es ja auch Leute geben, die hier nicht oder nur sehr wenig verdienen. Nicht ersichtlich ohne Wallet ist von außen, ob schon etwas spielbar ist, bzw. wie sich das Gameplay gestaltet.

        Zitat von Janbao
        Darüber hinaus wäre es schön gewesen deutsche Projekte wie Synergy of Serra (Card Game) oder Zeedz (Educational Game zum Thema Nachhaltigkeit) näher zu beleuchten. Die CEOs der beiden Projekte sind in den Discord Channels selbst aktiv und sehr wahrscheinlich offen für einen Austausch. Auch ein Blick auf das Projekt GOALS, das die Eintönigkeit des Fußballsimulationsgenres aufbrechen möchte, wäre interessant gewesen.
        Das sind tatsächlich interessante Punkte, die ich mir aufschreiben werde, das muss ja nicht das letzte gewesen sein, was wir zum Thema machen. Gerade bei Spielen, wo wir vielleicht nicht so viel investieren müssen, wäre auch eine Reportage denkbar, wo wir auch mal reintesten

        Zitat von Janbao
        Insgesamt würde ich mir wünschen, dass wir Gamer nicht den Fehler einer zu oberflächlichen Betrachtung von NFTs und Blockchain-Gaming begehen. Schließlich wurden wir selbst jahrzehntelang als Killerspieler diffamiert.
        Das Problem ist, dass die meisten Gamer sich wohl gar nicht mit der Thematik befassen (wollen), weil sie einfach unübersichtlich ist. Viele Informationen, die du hier zum Beispiel lieferst, machen ohne Vorwissen gar keinen Sinn. Deswegen ist unser Artikel erstmal eine erste Anlaufstelle für Informationen zu dem Thema, die so erstmal jeder nachvollziehen und verstehen kann.

        Ich habe mich da ehrlich gesagt so ein bisschen an pädagogische Konzepte gehalten: In der Chemie lernt man ja auch erstmal das Bohr'sche Atommodell, obwohl Atome sich nicht wirklich genauso verhalten, aber um das ganze System zu verstehen, bedarf es erstmal dieser Sache und den meisten reicht dieses Verständnis auch, um zumindest mal mitreden zu können. Ausgehend von diesem Wissen, ist man noch keine Chemiker und ausgehend von diesem Artikel kann man natürlich noch kein NFT-Spiel programmieren, hat aber schon mal einen Anhaltspunkt, wie das Ganze funktioniert :)
      • Von Frullo Mitglied
        Toller Artikel, auch wenn ich die Schlussfolgerung der Unausweichlichkeit nicht unbedingt teile. Aus verschiedenen Gründen.

        Zum einen wäre da der genannte Aspekt der Spiel-Motivation: So reizvoll die extrinsische Motivation (Geld verdienen) auch sein mag, sie wäre mir nie Grund genug, ein Spiel zu spielen. Ich habe einen Job, mit dem ich meinen Lebensunterhalt bestreite. Ich brauche keinen zweiten. Natürlich würde ich nicht nein zu «spielend Geld verdienen» sagen, aber nach meinen bisherigen Erfahrungen artet dies oft in Grinding aus – eine Tätigkeit, die mir bisher bei jedem Spiel auf kurz oder lang den Spass geraubt hat. Ich spiele um Spass zu haben. Und die richtige Arbeitstätigkeit kann (im Idealfall sollte) durchaus auch Spass machen, aber darüber hängt trotzdem ein Damoklesschwert: Mache ich sie nicht richtig, gehe ich hungrig zu Bett.

        Zum anderen: Wir sprechen hier nach wie vor über etwas, dass sich schlussendlich auf aneinandergereihten Einsen und Nullen reduzieren lässt, welche einerseits Strom und andererseits ein interpretationsfähiges Programm benötigen. Ohne eine dieser beiden Komponenten ist der Wert gleich Null:

        Vor Jahren habe ich mir für echtes Geld bei WoW ein Mount gekauft. Nun spiele ich schon seit längerem kein WoW mehr. Den investierten Betrag kann ich also vollständig abschreiben, denn ich kann unter den aktuellen Bedingungen keinen weiteren Nutzen daraus ziehen. Zwar kaufe ich nach wie vor dann und wann digitale Items wie Raumschiff-Skins in Elite Dangerous. Aber das geschieht heute nicht, weil ich das Item haben will, sondern weil ich dem Entwickler einen zusätzlichen Zustupf für den zur Verfügung gestellten Content zukommen lassen will.

        Irgendwelche einzigartigen digitalen Gegenstände werden mich daher nie dazu bewegen können, ein Spiel zu spielen (es sei denn, es würde sich dabei um Hallidays Ei handeln). Das Spielprinzip und der daraus resultierende Spassfaktor werden für meine Wenigkeit immer entscheidend bleiben. Und so lange wie es Leute wie mich gibt, so lange werden auch entsprechende Spiele entstehen.
      • Von Janbao NPC
        Ordentlicher Artikel zum Thema, der allerdings aus meiner Sicht nicht dem Label „Reportage“ gerecht wird.
        Wichtige Aspekte die fehlen sind u. a. die Mitbestimmung der Gamer durch DAOs (dezentrale autonome Organisationen), weitere energiesparsame Blockchainalternativen (Polygon, Flow, etc.), die wesentliche Verbesserung der finanziellen Kompensation der eigentlichen Spielentwickler (Umgehung der Mittelsmänner), die Unterscheidung zwischen on-chain und off-chain Gaming.

        Außerdem ist die Aussage, dass mit Blockchain Games keine Kryptowährung verdient werden kann aus meiner Sicht in dieser Allgemeinheit falsch, siehe z. B. Aavegotchi.

        Darüber hinaus wäre es schön gewesen deutsche Projekte wie Synergy of Serra (Card Game) oder Zeedz (Educational Game zum Thema Nachhaltigkeit) näher zu beleuchten. Die CEOs der beiden Projekte sind in den Discord Channels selbst aktiv und sehr wahrscheinlich offen für einen Austausch. Auch ein Blick auf das Projekt GOALS, das die Eintönigkeit des Fußballsimulationsgenres aufbrechen möchte, wäre interessant gewesen.

        Insgesamt würde ich mir wünschen, dass wir Gamer nicht den Fehler einer zu oberflächlichen Betrachtung von NFTs und Blockchain-Gaming begehen. Schließlich wurden wir selbst jahrzehntelang als Killerspieler diffamiert.
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