Konami vs. Metal Gear, Silent Hill und Co.: Warum hasst ihr eure Marken so sehr?

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Konami vs. Metal Gear, Silent Hill und Co.: Warum hasst ihr eure Marken so sehr?
Quelle: Konami 

Metal Gear Solid, Castlevania, Silent Hill und Co.: Konami hat einige der beliebtesten Marken der Spielegeschichte im Portfolio ... und ganz offenbar beschlossen, sie für immer vergammeln zu lassen, außer, man kann sie noch ein wenig quälen. Redakteur Lukas geht in seiner Kolumne plus Video leidend der Frage nach dem Warum auf den Grund.

Die Gerüchteküche brodelt, und auf der Suppe schwimmt die Ankündigung eines neuen Silent Hill, zusätzlich zu anderen angeblichen Konami-Wiederbelebungen. Super Sache, hätte ich noch vor wenigen Jahren gesagt! Ich bin großer Fan der Reihe, vor allem der ersten vier Teile. Aber auch mit einigen der späteren Spiele, etwa Downpour und vor allem Shattered Memories, hatte ich noch viel gruseligen Spaß.

Heutzutage hingegen sorgt die Aussicht auf ein neues Silent Hill bei mir im besten Fall für ein langgezogenes Gähnen, im schlimmsten Fall für Ärger. Das liegt aber nicht daran, dass ich die Reihe nicht mehr mag. Ganz im Gegenteil, ein gutes neues Silent Hill wäre einer meiner größten Spielewünsche.

Nein, das liegt einzig und allein an Konami und daran, dass ich weiß: Von denen werde ich ein solches nicht bekommen.
Denn Konami hat schon lange mit seinem Ruf als Hersteller beliebter Serien abgeschlossen, und was heutzutage noch veröffentlicht wird, entpuppt sich durch die Bank als Flop und Shitstorm-Katalysator mit Ansage.

Große Anfänge

Dabei war Konami einst einer DER Namen in der Spielebranche generell. Schon vor dem NES feierte man vor allem als Arcade-Entwickler Achtungserfolge, damals noch als Zulieferer für den frühzeitigen Publisher Leijac, später auch für Sega oder Sony. Ab 1985 ging es dann richtig los und viele einst oder noch immer bekannte Marken wie Twinbee, Goemon, Gradius, Contra (inklusive Konami Code!) und eben auch die beiden absoluten Hochkaräter Castlevania und Metal Gear feierten ihre Software-Geburt.

In den 1990ern ging es noch stärker weiter. Unzählige kleinere Spiele, aber eben auch Fortsetzungen der bekannten Marken sorgten für Furore. Super Castlevania 4 von 1991, Teenage Mutant Ninja Turtles 4: Turtles im Time von 1992, International Superstar Soccer von 1994 und, und, und.

Game: The Movie: The Game

Metal Gear Solid: Snake und Meryl Quelle: Konami Konami vs. Metal Gear, Silent Hill und Co.: Warum hasst ihr eure Marken so sehr? (5) Mit Metal Gear Solid, 1998 für die PS1 veröffentlicht, definierte man schlussendlich neu, was man unter einem Videospiele-Blockbuster zu verstehen hat, gleichzeitig avancierte der Name Hideo Kojima zu einem der größten in der kompletten Branche. 1999 entführte Silent Hill in eine der gruseligsten Videospielwelten aller Zeiten. 2001 löste Pro Evolution Soccer ISS ab und wurde zum damals mit Abstand besten virtuellen Rasenkick.

Ja doch, damals war Konami am Zenit des Erfolgs, all die Klassiker aufzuzählen, die das Unternehmen im Laufe seiner traditionsreichen Geschichte geschaffen hat, würde hier gehörig den Platz sprengen. Und der gute Ruf sollte noch bis weit, weit in die 2010er-Jahre reichen.

Stille Hügel, laute Kritik

Obwohl, die ersten Anzeichen, dass da was im Argen liegt, gab es schon früher. Je nachdem wie man zu dem meiner Meinung nach ziemlich famosen Silent Hill 4: The Room steht, schien Konami entweder damit oder mit dem nächsten Hauptteil, Homecoming, das Interesse oder das Gespür für die Reihe zu verlieren. Entwickler wurden gewechselt, die Gameplay-Ausrichtung verändert, generell sehr willkürlich vorgegangen. Wie gesagt, ich war (oft) trotzdem ganz zufrieden, ein konstanter qualitativer Verfall war aber nicht zu leugnen.

Andere Serien liefen aber noch sehr erfolgreich weiter. Wir bekamen Metal Gear Solid 4, Castlevania: Lords of Shadow, natürlich jährlich PES und so weiter und so fort.

Konami - it only does everything

Konami vs. Metal Gear, Silent Hill und Co.: Warum hasst ihr eure Marken so sehr? (2) Quelle: Lukas Schmid Konami vs. Metal Gear, Silent Hill und Co.: Warum hasst ihr eure Marken so sehr? (2) Was wir hierzulande gar nicht so mitbekommen und was schon während dieser erfolgreichen Phase und früher seinen Anfang nahm: Primär in Japan expandierte Konami weit in andere Geschäftsfelder hinein und ist so viel mehr als nur ein bloßes Spielestudio. Merchandise, Pachinko-Glückspielmaschinen und Fitnessclubs, passend Konami Sports Club benannt, tragen dort gehörig zum finanziellen Erfolg bei.

Spätestens Mitte der 2010er merkte Konami dann offenbar: Spieleherstellung kostet viel Geld, und oft genug ist der Ertrag dann überraschend gering. Die Qualität blieb hoch, zuerst einmal ließ die Menge an Veröffentlichungen pro Jahr aber spürbar nach.

Kojima-Kamalitäten

Konami vs. Metal Gear, Silent Hill und Co.: Warum hasst ihr eure Marken so sehr? (8) Quelle: Konami Konami vs. Metal Gear, Silent Hill und Co.: Warum hasst ihr eure Marken so sehr? (8) Gleichzeitig wurden immer mehr Ressourcen in Mobile-Entwicklungen gebuttert, erste "Umsetzungen" bekannter Marken für Pachinko-Automaten sorgten für Stirnrunzeln. Man merke: Das bedeutet nichts anderes, als dass da halt irgendwie die Marke auf dem Glücksspielautomaten verwurstet wird, etwa mit auf dem Bildschirm laufendem Gameplay oder CGI-Sequenzen.

2015 dann der Paukenschlag: Konami trennte sich von Hideo Kojima, jenem Mann, dem das Unternehmen seinen guten Ruf zu einem beachtlichen Teil zu verdanken hatte. Metal Gear Solid 5 wurde unfertig, ohne richtiges Ende auf den Markt geworfen; Silent Hills, die Wiederbelebung der Marke, an der Kojima zusammen mit Regisseur Guillermo del Toro gearbeitet hatte, wurde gecancelt.

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    • Kommentare (18)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von MarcoKaribik Spiele-Novize/Novizin
        Toller Beitrag! Ich mag Metal Gear sehr, jedoch nicht was damit passiert ist.
        Aber man sieht auch was passiert, wenn man dem Künstler ganz freie Hand lässt. Death Stranding oder wie ich es nenne: Ödniss der Langeweile. Konami macht momentan genau das Gegenteil, nichts kreatives, einfach nur melken.
        Ich denke die Mischung zwischen kreativen Köpfen und wirtschaftlichen Interessen macht den Hit. Oder wie man so schön sagt: nur unter Druck entstehen Diamanten.

        Hoffen wir einfach mal, dass Konami irgendwann noch mal ein Werk mit Seele erschaffen wird.
      • Von MarcoKaribik Spiele-Novize/Novizin
        Toller Beitrag! Ich mag Metal Gear sehr, jedoch nicht was damit passiert ist.
        Aber man sieht auch was passiert, wenn man dem Künstler ganz freie Hand lässt. Death Stranding oder wie ich es nenne: Ödniss der Langeweile. Konami macht momentan genau das Gegenteil, nichts kreatives, einfach nur melken.
        Ich denke die Mischung zwischen kreativen Köpfen und wirtschaftlichen Interessen macht den Hit. Oder wie man so schön sagt: nur unter Druck entstehen Diamanten.

        Hoffen wir einfach mal, dass Konami irgendwann noch mal ein Werk mit Seele erschaffen wird.
      • Von FeralKid Spiele-Kenner/in
        Zitat von LesterPG
        Für Sony ist ansonsten halt weitgehend Ende im Gelände bezüglich Wachstum, ergo müssen sie sich anderweitig orientieren um die Anleger Bauchzupinseln.
        MS hat (nach der großen PC Gaming Vernachlässigungsphase) es mit PlayAnywhere praktisch bereits hinter sich und baut das nur noch aus, weil auch sie eingesehen haben man das große Geld eh mit der Software macht.

        Von Eigentor würde ich da jetzt nicht unbedingt reden, sie wollen Geld und wo bzw von welcher Platform das herkommt ist relativ egal.?
        Es war auch garnicht als Vorwurf gemeint. Mir ist schon klar, warum sony ein Auge auf den MobileGaming Markt wirft. Der ist gemessen am Volumen eben auch deutlich größer als der Konsolenmarkt. Das ist nur legitim, dass die da was vom Kuchen abhaben wollen. Mit dem "Eigentor" war daher auch eher besagter user gemeint, der mit seiner Argumentation gegen Tencent und mobile, da völlig außer Acht gelassen hat, dass auch sein hochverehrter Lieblingsanbieter künftig auf diesem Markt bedienen möchte. Da geht die Kritik dann nach hinten los.
      • Von Gast1661893802 Mitglied
        Zitat von FeralKid
        Apropos mobile Ableger: mit sowas hat Sony ja angekündigt seine Marken in Zukunft "aufwerten" zu wollen. Schönes Eigentor. :-D
        Für Sony ist ansonsten halt weitgehend Ende im Gelände bezüglich Wachstum, ergo müssen sie sich anderweitig orientieren um die Anleger Bauchzupinseln.
        MS hat (nach der großen PC Gaming Vernachlässigungsphase) es mit PlayAnywhere praktisch bereits hinter sich und baut das nur noch aus, weil auch sie eingesehen haben man das große Geld eh mit der Software macht.

        Von Eigentor würde ich da jetzt nicht unbedingt reden, sie wollen Geld und wo bzw von welcher Platform das herkommt ist relativ egal.?
      • Von FeralKid Spiele-Kenner/in
        Zitat von xaan
        Wenn sie Publisher sind oder wenn es sich gar um First Party Titel handelt, ist ihr Einfluss durchaus nicht unerheblich. Immerhin sind sie es die die kreative Vision gepitched bekommen, akzeptieren, Milestones festlegen, Milestones überprüfen, zusätzliches Geld für Verschiebungen bewilligen. Das ist schon deutlich involvierter als einfach nur ein stiller Teilhaber zu sein.

        Die letzte Meldung über einen Fall in dem sich Tencent mal so richtig in die kreative Vision involviert hat war das neue Herr der Ringe MMO. Was letztendlich zu dessen Einstellung geführt hat, weil sie sich nicht mit Amazon einigen konnten. Gerüchteweise war für Tencents Geschmack nicht ausreichend F2P Abzocke tief im Spieldesign verankert.
        Naja, in allen Fällen sitzen da oben gefühlt Manager die den Daumen bei internen Pitches hoch oder runter machen und da wird auch nach Umsatzerwartungen entschieden, wie bspw der Entwickler von Days Gone ja sehr offen ausplauderte. Bei Studios wie Riot Games oder Epic wiederum ist Tencent so stark beteiligt, dass sie hier wohl auch sehr direkt Einfluss nehmen können. Sie stellen die Mittel zur Verfügung, damit die Studios werkeln können und das ist bei allen so, egal ob jetzt MS, Sony oder Tencent
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von FeralKid
        Ja, dass stimmt. MS und Sony sind aber auch nicht unmittelbar am Kreativprozess der Spiele beteiligt, sondern sie sind einfach nur eigner oder beanteiligt, was die Studios angeht. Also eigentlich ganz ähnlich wie bei Tencent auch. ;)
        Wenn sie Publisher sind oder wenn es sich gar um First Party Titel handelt, ist ihr Einfluss durchaus nicht unerheblich. Immerhin sind sie es die die kreative Vision gepitched bekommen, akzeptieren, Milestones festlegen, Milestones überprüfen, zusätzliches Geld für Verschiebungen bewilligen. Das ist schon deutlich involvierter als einfach nur ein stiller Teilhaber zu sein.

        Die letzte Meldung über einen Fall in dem sich Tencent mal so richtig in die kreative Vision involviert hat war das neue Herr der Ringe MMO. Was letztendlich zu dessen Einstellung geführt hat, weil sie sich nicht mit Amazon einigen konnten. Gerüchteweise war für Tencents Geschmack nicht ausreichend F2P Abzocke tief im Spieldesign verankert.
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