Fantasy-Mischung aus Rollenspiel und Strategie
Humor ist, wenn man trotzdem lacht
Erste Hilfe: Die Energie angeschlagener Kriegen frischen Sie an solchen Schreinen oder durch ein Nickerchen wieder auf.
Eine weitere Spezialität von Knightshift: der eigenwillige Humor. Die deutsche Synchronisation schöpft aus dem ergiebigen Sprachschatz der deutschen Dialekte. Da erzählen Ihnen sächselnde Bogenschützen, dass Sie gerade den "feif-o-glogg-tie" trinken wollten oder hessische Schwiegermütter babbeln Ihnen die Ohren voll. Das ist ungefähr eine halbe Stunde lang erträglich - danach schalten Sie die Sprachausgabe besser ab. Dieses Manko wiegt umso schwerer, da auch die minutenlangen Dialoge, die eigentlich die Geschichte vorantreiben sollen, nicht ohne diesen Holzhammerhumor auskommen.
Kunterbunt
Die Grafik-Engine - eine Weiterentwicklung der Earth-Engine - kann sich wahrlich sehen lassen. Die quietschbunte Fantasy-Welt ist mit lauschigen Bächen und sich im Wind wiegenden Bäumen und Gräsern sehr ansprechend in Szene gesetzt. Wolken ziehen über die Landschaft und spiegeln sich ebenso im Wasser wie der Mond, wenn der Tages- und Nachtzyklus die Welt wieder einmal in Dunkelheit hüllt. Leider wurden die grafischen Schwächen der Betaversion nicht mehr ausgemerzt. Die Charakteranimationen wirken nach wie vor hölzern und im grafisch anspruchsvollen Umfeld deplatziert. Gleiches gilt für die mit tristen Texturen tapezierten Dungeon-Abschnitte, die mit dem Detailreichtum der Oberwelten nicht einmal im Ansatz mithalten können.
Battle.net-Konkurrent?
Klassiker: Auch das Monster-Sortiment von Knightshift wartet mit Ogern auf. Eine angenehme Abwechslung zu Wölfen und Bären.
Durch den Genre-Mix bedingt, fällt der Mehrspielermodus von Knightshift vergleichsweise üppig aus. Im Echtzeit-Strategiepart tragen Sie auf 15 vorgefertigten Karten - wahlweise mit oder ohne Basenbau - mit bis zu acht Spielern mehr oder weniger spannende Gefechte aus. Da Knightshift mit nur einer spielbaren Rasse aufwartet, dürfte dieser Modus selbst Strategie-Novizen nicht sonderlich lange bei Laune halten. Erschwerend kommt der träge Aufbaupart hinzu, der den Spieler die ersten Minuten zum Kuhtreiber degradiert.
Wesentlich spaßiger ist da schon der Rollenspielpart. Hier durchleben Sie die Kampagne sowie sechs weitere Karten im kooperativen Modus ebenfalls mit bis zu sieben Mitspielern. Kreativ begabte Naturen haben außerdem die Möglichkeit, mit dem komfortablen Editor weitere Schlachtfelder für den Strategiemodus zu erstellen.
