The Kindness of Strangers: Kinokritik zum Ensembledrama
Mit "Italienisch für Anfänger" gelang der dänischen Regisseurin Lone Scherfig 2000 eine meisterhafte Komödie mit detaillierten Alltagsbeobachtungen und viel Herz. Ihr aktuellster Film "The Kindness of Strangers" mit u. a. Zoe Kazan, Tahar Rahim und Bill Nighy muss somit in große Fußstapfen treten. Kinostart ist am 12. Dezember.
Gegen das nette Anliegen, das die Dänin Lone Scherfig im Episodendrama "The Kindness of Strangers" propagiert, ist erstmal nichts einzuwenden: Wir sollen alle mehr auf unsere Mitmenschen achten, auch auf die Strauchelnden. Gut, warum nicht? Die verkitschte Form, in der Scherfig die frohe Botschaft verkündet, muss sich jedoch Kritik gefallen lassen.
Die Regisseurin, der mit "Italienisch für Anfänger" ein warmherziges Meisterstück gelugen ist, entwirft ein allzu handelsübliches Drama für die Weihnachtszeit, das die gute Besetzung um Zoe Kazan, Tahar Rahim und Bill Nighy völlig verschenkt. Im Mittelpunkt steht die junge Mutter Clara, die auf der Flucht vor ihrem prügelnden Mann mit den beiden Söhnen obdachlos in Manhattan strandet. Erst durch die Hilfe von Anderen - darunter eine Krankenschwester, ein Ex-Häftling und ein Anwalt - kann Clara die Krise überwinden. Man hilft sich gegenseitig aus der Patsche, bis am Ende alle profitieren. Außer das Publikum, das lediglich solides Handwerk geboten bekommt.
Fazit: Ein menschelndes Ensembledrama der Kategorie "Gut gemeint ist nicht gut gemacht".
