The Grudge: Filmkritik zum amerikanischen Horror-Remake
Mit seinem Remake "The Grudge" nahm sich der Regie-Neuling Nicolas Pesce der japanischen "Ju-On"-Horrorreihe von Takashi Shimizu an und verlagerte das Gruselgeschehen nach Amerika. Der Horrorstreifen läuft am 9. Januar in den deutschen Kinos an.
Die "Ju-On"-Horrorfilme sind einer der größten Exportschlager Japans. Mit relativ simplen Mitteln erzählt Regisseur Takashi Shimizu in diesen eine Reihe unheimlicher Gruselgeschichten um die junge Hausfrau Kayako, die samt ihrem Sohn (und ihrer Katze) einem brutalen Mord zum Opfer fällt. Von nun an steckt ihr schlecht gelaunter Geist alle ahnungslosen Besucher, die ihr Haus betreten, mit einem Todesfluch an. Zu den Opfern zählt jetzt auch die Amerikanerin Fiona Landers (Tara Westwood) die in der aktuellen Fortsetzung "The Grudge" von Newcomer-Regisseur Nicolas Pesce bei einer Japanreise den Fluch in ihre Heimat mitbringt. Bald geschehen auch in der amerikanischen Kleinstadt Cross River schreckliche Morde, und das Todesvirus setzt sich fort.
Mit seinem neuen Eintrag in die Reihe will Pesce das "Ju-On"-Universum erweitern und modernisieren, doch leider bleibt das Resultat hinter den Erwartungen zurück. In erster Linie ist der Film verwirrend. Die Story spielt auf verschiedenen Zeitebenen, und es dauert eine knappe Stunde, bis die diversen Handlungsstränge erkennbar zusammengeführt werden. Bis dahin tappt der Zuschauer im Dunkeln; die japanischen Vorgängerfilme sind in dieser Hinsicht benutzerfreundlicher, obwohl sie ähnlich strukturiert sind. Die hektischen Schnitte und die vielen Zeitsprünge sind zudem auch der Atmosphäre abträglich - "The Grudge" ist ein zappeliger, ungeduldiger Film, und auch das ist der Spannung abträglich. Optisch hingegen weiß Pesces Gruselfilm zu gefallen. Der Film hat einen coolen Look, und die Darsteller, darunter Andrea Riseborough, Demián Bichir und vor allem John Cho (der junge Sulu aus "Star Trek") agieren hervorragend.
Fazit: Gute Performances und ein guter Look können nicht über die verwirrende Handlung hinwegtäuschen. Ein Remake, das die Erwartungen nicht so recht erfüllen mag.
