Le Mans 66 - Gegen jede Chance: Filmkritik zum High-Speed-Drama
Nach "Logan - The Wolverine" (2017) ist James Mangold ab dem 14. November in den deutschen Kinos zurück: "Le Mans 66 - Gegen jede Chance" ist eine Adaption der Biografie "Go Like Hell: Ford, Ferrari, and Their Battle for Speed and Glory at Le Mans" von A. J. Baime und ist mit Matt Damon und Christian Bale in den Hauptrollen hochkarätig besetzt.
Als Henry Ford II, der mächtige Boss der gleichnamigen Motor Company, 1963 beim Versuch, Ferrari zu kaufen, ausmanövriert wird, gibt er seinem Team den Auftrag, ein Rennauto zu bauen, das die Scuderia Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans besiegen kann. Ex-Rennprofi und Ingenieur Carroll Shelby soll das in die Tat umsetzen und holt sich dafür den so eigenwilligen wie genialen Fahrer Ken Miles zur Seite. Bei Ford hat man Bedenken gegen Miles - was auf Gegenseitigkeit beruht - und insbesondere der zum Chef des Ford-Rennstalls ernannte Leo Beebe pflegt fortan eine innige Abneigung gegen den aufmüpfigen Racing-Car-Piloten. Doch Shelby hält an Miles fest - was 1966 in einem legendären Kampf Ford gegen Ferrari auf der Piste in Le Mans mündet.
James Mangold macht mit Le Mans 66 erst gar nicht einen Hehl aus dem, was er will: eine Hymne auf amerikanische Steh-auf- und Nehmerqualitäten und das Ideal des perfekten Rennens zu singen. Wie schon bei "Logan" dringt dabei die Western-Begeisterung des Regisseurs aus allen Poren seines Films, sei es bei der eindimensionalen bis hin zu überzeichneten Figurengestaltung, bei Schlägereien unter echten Kerlen, kleinen Fiesheiten oder natürlich beim Wettkampf auf dem Asphalt, wo er Pferde durch Sportwagen ersetzt. Das hat viel von US-Pathos, ist ein wenig platt und sorgt nicht dafür, dass die Amis immer die Sympathischsten sind. Aber wenn die Motoren röhren und es auf die Straße geht, dann stimmt die Dramatik, krallt man sich in den Sitz, legt sich mit in die Kurve und hat nie das Gefühl, dass einem die zweieinhalb Stunden zu lang werden. Dann ist es großes Kino.
Fazit: In den Action- wie in den dramatischen Momenten ein starker Film, aber das "America is great"-Gedöns muss man aushalten.

In Rekordzeit hat Shelby, cooler Typ übrigens, den Ford GT kreiert ... Shelby-Fahrzeuge sind eh der Hammer. Für ein Shelby Mustang GT350 oder Cobra (:-X) würde ich mein letztes Hemd geben!