La Gomera: Kritik zur rumänischen Thriller-Komödie von Coreliu Porumboiu
Der preisgekrönte Regisseur Corneliu Porumbiou scheint in seinem neuesten Streifen einen sehr gewohnten Plot zu verhandeln. Es geht um einen korrupten Polizisten, der bereits von verdeckten Ermittlern verfolgt wird. Um an eine versteckte Beute zu kommen, muss dieser einen Gefängnisinsassen befreien, der das Versteck kennt. In dieses Setting wird jedoch etwas ganz eigenes gemischt. "La Gomera" startet am 13. Februar in die Kinos.
Nur der Unternehmer Zsolt weiß um den Verbleib der 30 Millionen Euro, die unter anderem der korrupte Polizist Cristi und Zsolts Geliebte Gilda abkassieren wollen - doch dafür muss Zsolt aus dem Knast befreit werden. Klingt typisch? Weit gefehlt. Gleich zu Beginn webt der Rumäne Corneliu Porumboiu eine spezielle Zutat in den Plot: Die (real existente) Pfeifsprache El Silbo, die der überwachte Cristi auf der Kanareninsel La Gomera erlernen muss, um den Plan umzusetzen. Durch Rückblenden und Kapitel zu den Figuren verrästelt Porumboiu die Story immer weiter. Einerseits bezieht er sich mit klaren Zitaten auf klassische Noir-Werke, andererseits wirkt sein Film überaus frisch. Mit Musik von Iggy Pop bis Hildegard Knef und reichlich Klassik sowie stilvollen Bildern zeigt Porumboiu viel Sinn für Ästhetik, bei dem aber stets die undurchsichtigen Allianzen im Fokus stehen. So changiert La Gomera scheinbar mühelos zwischen den Polen: Dialoglastig, aber nie zäh, ruhig, aber durchweg spannend, subtil ironisch, aber bitterernst.
Fazit: Der unterhaltsame Arthouse-Krimi verbindet überaus gelungen klassische Film-Noir-Motive mit Humor, Anspruch und Eigensinn.
