Narziss und Goldmund: Kritik zur Verfilmung von Stefan Rutzowitzky
In seiner Erzählung "Narziss und Goldmund" aus dem Jahr 1930 thematisierte Herman Hesse die Freundschaft zweier ungleicher junger Männer. Nun Verfilmte Stefan Rutzowitzky (Die Fälscher) die Geschichte. Der Film kommt am 12. März in die deutschen Kinos.
Als Schüler im mittelalterlichen Kloster Mariabronn werden der tief gläubige Narziss und der vom Vater verstoßene Goldmund trotz - oder gerade wegen - ihrer Gegensätzlichkeit beste Freunde. Narziss verliebt sich in Goldmund, der die als einengend empfundene Klostergemeinschaft jedoch verlässt. Jahre später treffen sich beide wieder und Narziss erfährt von den Erlebnissen seines Freunds.
Der Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky (Die Fälscher) adaptiert den Roman von Hermann Hesse als Ausstattungsfilm mit realistischem Mittelalterbild. Anders als Hesse, der chronologisch erzählte, zeigt Ruzowitzky Goldmunds Wander- und Lehrjahre im Rahmen episodischer Rückblenden. Dabei geht es neben den Liebschaften des Lebemanns und der Suche nach seiner Mutter vor allem um seinen Weg zu künstlerischem Ausdruck. Sabin Tambrea (Ku'damm 59) und Jannis Niewöhner (Jugend ohne Gott) füllen ihre Rollen harmonisch aus. Die Nebenfiguren sind indes teils gewöhnungsbedürftig besetzt, wenn etwa der aus 4 Blocks bekannte Kida Khodr Ramadan mit Mönchsfrisur auftritt.
Fazit: Groß angelegtes Historiendrama über die Kunst und das Leben, das zwei gegensätzliche Lebensentwürfe miteinander versöhnt.
