Knives Out: Kinokritik zur messerscharfen Krimi-Komödie
Nach seinem letzten Film "Star Wars 8: Die letzten Jedi" kommt von Regisseur Rian Johnson eine spannend-witzige Kriminalgeschichte ins Kino: "Knives Out - Mord ist Familiensache" folgt der Spur der großen Agatha Christie-Romane und kann durch Daniel Craig, Christopher Plummer und Chris Evans mit einem großartigen Cast aufwarten. Der Streifen ist ab dem 2. Januar 2020 im Kino zu sehen.
Eines Morgens findet das Hausmädchen den reichen Krimi-Autor Harlan Thrombey (Christopher Plummer) mit durchgeschnittener Kehle in seinem großen Anwesen vor. Die Verdächtigen: Der Rest der Großfamilie, die sich zum Geburtstag des Patriarchen getroffen haben. Sie alle führen entweder ein eigenes Geschäft oder ein Verlagshaus, welches Harlans Bücher vertreibt. Sie sind allerdings alle in irgendeiner Form von dem wohlhabenden Vater und Großvater abhängig. Insbesondere das aufbrausende schwarze Schaf der Familie namens Hugh Ransom (Chris Evans) scheint der perfekte Verdächtige zu sein. Um das Rätsel zu lösen, wird der geniale Detektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) von einem Unbekannten auf den Fall angesetzt. Er rekrutiert Harlans gutherzige Krankenschwester Marta (Ana de Armas) für seine Ermittlungen, der es anscheinend physisch unmöglich ist, zu lügen.
Autor und Regisseur Rian Johnson versetzt ein klassisches Whodunit in bester Agatha-Christie-Tradition auf höchst unterhaltsame Weise ins 21. Jahrhundert. Dabei lässt er auch einige scharfe gesellschaftliche Spitzen nicht aus und nimmt die unterschiedlichen Formen der Scheinheiligkeit der zentralen Familie aufs Korn - Masken, die sofort abgelegt werden, sobald es um das große Geld geht. Alle Darsteller des prominenten Ensembles haben offensichtlich großen Spaß daran, ihre Rollen dafür zu nutzen, um gegen ihr öffentliches Image anzuspielen, übereinander herzuziehen und sich gegenseitig zu demütigen. Hinzu kommt ein äußerst gut aufgelegter Daniel Craig, der genüsslich und mit einer skurrilen Südstaaten-Attitüde jeden Stein umdreht, um den Geheimnissen der reichen und schrulligen Familie auf die Spur zu kommen. Herausgekommen ist ein Krimi, der zwar seine eigenen Genre-Konventionen kommentiert, aber nie in eine Genre-Parodie abdriftet. Der Spaß und die Spannung am zentralen Geheimnis bleibt stets bestehen.
Fazit: Gleichzeitig modernes und klassisches Mord-Mysterium, das zum miträtseln anregt und sich selbst nicht zu ernst nimmt.
