Intrige: Filmkritik zur Buchverfilmung von Roman Polanski
Mit "Intrige" verfilmt Roman Polanski den gleichnamigen Roman von Robert Harris. Der zu Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelte Streifen handelt von der historischen Dreyfus-Affäre. In dieser wurde ein jüdisch-französischer Offizier der Spionage für Deutschland bezichtigt. Der junge Offizier Picquart beginnt jedoch, an diesen Vorwürfen zu zweifeln. "Intrige" startet am 06. Februar in die deutschen Kinos.
Paris in den 1890er-Jahren: Der integre Major Picquart wird zum neuen Leiter des französischen Auslandsnachrichtendienstes ernannt. Dort stößt er auf Ungereimtheiten im Falle des wegen Landesverrats auf die Teufelsinsel verbannten Hauptmanns Dreyfus. Mehr und mehr wächst in Picquart der Verdacht, dass der Jude Dreyfus nur ein Bauernopfer ist, und obwohl er Beweise gegen den wahren Verräter entdeckt, nötigen ihn Kollegen und Vorgesetzte zum Schweigen.
Mit Intrige setzt Roman Polanski einem Polit-Skandal ein Denkmal, der Ende des 19. Jahrhunderts die französische Nation erschütterte. So akribisch, wie er Picquart der Wahrheit folgen lässt, so akribisch setzt er seinen Film nach der Romanvorlage von Robert Harris (Vaterland) auch in Szene: Mit vielen Rückblenden und einer Ausstattung, die jeden historisch Interessierten mit der Zunge schnalzen lässt. Würde das Ganze nicht so schleppend verlaufen, wäre Polanski ein Juwel gelungen.
Fazit: Informatives, visuell berauschendes Polit-, Gerichts- und Rassismusdrama, das nur zu selbstverliebt die Dramarturgie schleifen lässt.
