Bernadette: Filmrezension zur Tragikkomödie von Linklater
Regisseur Richard Linklater machte sich vor allem mit "Boyhood" einen Namen - ein Film, der in einem Zeitraum von 12 Jahren gedreht wurde und das Aufwachsen eines Jungen thematisiert (gespielt von Ellar Coltrane). Mit "Bernadette" nimmt Linklater das Leben einer misanthropischen Karrierefrau in den Fokus, besetzt mit Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett. Der Film kommt am 21. November in die Kinos.
Bernadette Fox war einst ein Star am Architekturhimmel, bis sie sich urplötzlich aus ihrem Beruf und der Öffentlichkeit zurückzog und mit ihrem Mann von Los Angeles nach Seattle ging. Seitdem wohnt das Ehepaar samt Teenietochter in einer Villa, die schon bessere Zeiten gesehen hat und von wilden Brombeerbüschen umwuchert ist. Genau dieses Grünzeug ist auch der Grund, dass ein schwelender Streit zwischen Bernadette und ihrer Nachbarin endgültig eskaliert, woraufhin Erstere spurlos verschwindet ...
Cate Blanchett legt in der Titelrolle einen Balanceakt zwischen absurder Komik und melancholischer Tragik hin und trifft dabei die Zwischentöne perfekt. Auch Richard Linklater ("Boyhood") wird als Regisseur und Co-Drehbuchautor der komplexen Romanvorlage gerecht und transportiert deren Witz und Tiefgründigkeit auf die Leinwand. Trotzdem dauert es, bis die anfangs etwas wirre Geschichte Fahrt aufnimmt und man mit den eher spröden Charakteren warm wird.
Fazit: Eine Geschichte über den Lauf des Lebens, von Richard Linklater nicht ganz stringent, aber weise und wahrhaftig erzählt.
