Zwischen den Zeilen: Kritik zur Ensemble-Komödie
Alain ist ein überaus erfolgreich als Leiter eines Pariser Verlags. Das Verlagswesen befindet sich jedoch im Wandel und damit kommen viele neue Herausforderungen auf das Unternehmen zu. Dabei hilft ihm eine junge Assistentin, die außer Ahnung auch noch eine Menge Charme hat, dem Alain nicht widerstehen kann. Parallel lehnt Alain das Manuskript seines Klienten Léonard ab, was Alains Frau Selena nicht verstehen kann und Léonards eigene Frau völlig kalt lässt. Von dem Manuskript eines Affären-Romans ausgehend enstehen echte Affären.
Der erfolgreiche Verleger Alain heißt die neue digitale Welt mit seinen iPads und E-Readern voll und ganz willkommen, während Leonard, einer seiner Autoren, sich ihr völlig verschließt. Alain lehnt zudem noch Leonards neuen Roman ab. Eine Entscheidung, die Alains Ehefrau, die TV-Schauspielerin Selena nicht nachvollziehen kann. Leonards Frau ist dagegen eine ehrgeizige politische Beraterin, die damit beschäftigt ist, die Wahl einer linken Politikerin zu gewinnen und keine Zeit hat, das angekratzte Ego ihres Ehemannes zu pflegen.
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Der Zuschauer findet sich in einer Gesellschaft bestehend aus außerehelichen Affären, intellektuellen Diskussionen über Digitalisierung und bissigen Konversationsseitenhiebe wieder. Eine Gesellschaft, die Regisseur und Autor Olivier Assayas gekonnt auf dem Arm und unterwandert, ohne dabei in irgendeiner Form übertrieben zotig zu wirken. Eine Zurückhaltung, die nicht zuletzt durch seine Hauptdarsteller getragen wird, allen voran durch die wunderbare Juliette Binoche.
Fazit: Ensemble-Dramödie mit einem subtilen und bissigen Gesellschaftsquerschnitt, die trotzdem viel Empathie für ihre Figuren und deren Fehler übrig hat.
