Als Hitler das rosa Kaninchen stahl: Kinokritik zur Romanadaption
Judith Kerrs Roman "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl" von 1971 wurde 1973 ins Deutsche übersetzt und zählt seitdem zu einem der wichtigsten literarischen Fluchtgeschichten. Caroline Link, Regisseurin hinter "Der Junge muss an die frische Luft" und "Pünktchen und Anton", hat Kerrs Vorlage nun verfilmt. Kinostart ist am 25. Dezember 2019.
Judith Kerr, die Autorin der gleichnamigen Romanvorlage, ist im Frühjahr dieses Jahres mit 95 Jahren gestorben. Jetzt kommt die Verfilmung ihres berühmten Buches von 1971 ins Kino. Kerr, die jüdische Wurzeln hatte, verarbeitete darin ihre Kindheit, die sie mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus im Exil, in der Schweiz, in Frankreich und in England verbracht hat.
Wie sich die Familie immer wieder an eine neue Sprache und an ein anderes Umfeld gewöhnen musste, zeigt Regisseurin Caroline Link in ihrer Adaption so anschaulich und anrührend, dass einem mit jeder Szene mehr bewusst wird, was es bedeutet, ein Flüchtling zu sein. Einen großen Anteil an dieser Authentizität haben die Kinderrollen, vor allem die beiden Geschwister sind mit Riva Krymalowski und Marinus Hohmann ideal besetzt. Trotz der manchmal etwas zu bedeutungsschwangeren Dialoge ist die Familiengeschichte einer der Höhepunkte dieses ablaufenden Kinojahres.
Fazit: Ein filmisches Weihnachtsgeschenk: Caroline Links Bestselleradaption ist politisch sehr aktuell und menschlich sehr authentisch.
