Karin Dor: Ein Rückblick auf ihre bedeutendsten Rollen
Montag dieser Woche starb mit Karin Dor eine der bedeutendsten und beliebtesten deutschen Schauspielerinnen der 50er- und 60er-Jahre. Zum Abschied verneigen wir uns noch einmal mit einem Rückblick auf ihre bekanntesten Rollen.
Als Kätherose Derr wurde Karin Dor am 2. Februar 1938 in Wiesbaden geboren. In ihrer Jugend begann ihre Karriere als Filmkomparsin, in denen sie zum Teil schon kleine Sprechrollen übernahm. Bedeutend für Dors weiteren Werdegang war vor allem ihr Auftritt im deutschen Spielfilm "Rosen-Resli" 1954. Obwohl ihre Rolle nur einen einzigen Satz umfasste, wurde bei den Dreharbeiten der österreichische Regisseur Harald Reinl auf Dor aufmerksam, der sie noch im selben Jahr heiratete, ihr größere Sprechrollen beschaffte und sie später auch vermehrt in seinen eigenen Filmen einsetzte. Da Dor zum Zeitpunkt der Hochzeit erst 16 Jahre alt war, gab sie 1936 als ihr Geburtsdatum an, um rechtliche Komplikationen zu vermeiden, was als Nebeneffekt zur Folge hatte, dass Dors Geburtsdatum auch in folgenden Jahren in vielen Quellen falsch datiert war.
Karin Dor wurde zu Beginn zumeist für die Rolle der "Verfolgten Unschuld" für zum Beispiel Karl-May- und Edgar Wallace Verfilmungen gecastet. Ende der 60er-Jahre gelangte Karin Dor dann mit der Rolle des ersten und bis heute einzigen deutschen Bond-Girls in "Man lebt nur zweimal" der Ausbruch aus ihrem bisherigen Rollen-Klischee und somit auch der internationale Durchbruch.
Die Scheidung von ihrem ersten Ehemann 1968 sowie eine Krebserkrankung bedeuteten für Dor zwischenzeitlich eine Stagnation ihrer Karriere. Auch wenn sie weiterhin Rollen und Gastauftritte in internationalen Film-und Fernsehprodukten hatte, orientierte sich Dor zunehmend Richtung Theater um und feierte damit auch Erfolge an Boulevardtheatern in Deutschland, wie zum Beispiel in Hamburg oder Köln.
Ihr großes Comeback im Kino hatte Karin Dor 2006 mit dem Film "Ich bin die Andere", in welchem sie eine Mutter mit Alkoholproblemen mimte, deren Tochter unter einer Persönlichkeitsspaltung leidet. Trotz des Erfolges blieb die Schauspielern in den kommenden Jahren dem Theater treu und war seit 2008 am Theater in der Komödie im Bayerischen Hof in München unter anderem in der eigens für sie geschriebenen Komödie "Man lebt nur dreimal" zu sehen. Nach einem schweren Sturz im Juli 2016 trat Karin zwar zwischenzeitlich wieder auf, konnte sich aber nicht mehr vollständig von ihren Verletzungen erholen.
Karin Dor verstarb diesen Montag, am 6.November 2017, in einem Pflegeheim in München im Alter von 79 Jahren.
In unserem dieswöchigen Special wollen wir ihre bemerkenswerte Karriere würdigen, indem wir einen Rückblick auf ihre bedeutendsten Auftritte im Film werfen.
Auf dieser Seite
- 1 Der Anfang - "Rosen-Resli" (1954)
- 2 Hallo, hier spricht Karin Dor - "Die Bande des Schreckens" (1960)
- 3 Auf in den Westen - "Der Schatz im Silbersee" (1962)
- 4 Die Indianer-Prinzessin - "Winnetou 2. Teil" (1964)
- 5 Frauenpower - "Die Nibelungen Teil 1&2" (1966)
- 6 Deutsche Schönheit - "James Bond 007: Man lebt nur zweimal" (1967)
- 7 Höhepunkt - "Topas" (1969)
- 8 Comeback - "Ich bin die Andere" (2005)
Der Anfang - "Rosen-Resli" (1954)
Die Verfilmung der Novelle Rosenresil von Johanna Spyri dreht es sich um das Waisenkind Resi, das bei einem Gärtnerehepaar lebt und mit dem Erlernen der Rosenzucht das nötige Geld verdienen möchte, um die Medikamente für ihre erkrankte Pflegemutter kaufen zu können. Auch wenn dieser Streifen die neunjährige Christine Kaufmann zum Kinderstar machte und Karin Dor nur als Komparsin mit nur dem einen Satz "Himmlisch, Frau Chefin, einfach himmlisch" kaum Aufmerksamkeit beim Publikum erregt haben dürfte, so ist dieser Film dennoch definitiv der Anfang der Karriere von Karin Dor. Bei den Dreharbeiten wurde der Regisseur Harald Reinl auf Dor aufmerksam. Die beiden heirateten noch im selben Jahr und Reinl verhalf Karin zu ihren ersten richtigen Filmrollen.
Hallo, hier spricht Karin Dor - "Die Bande des Schreckens" (1960)
Quelle: Universum
In mehreren der Edgar-Wallace-Verfilmungen nahm Dor die Rolle der sogenannten "Verfolgten Schönheit" an.
"Die Bande des Schreckens" ist die vierte deutschsprachige Edgar-Wallace Verfilmung der Nachkriegszeit und handelt von mysteriösen Rache-Anschlägen und Morden an allen Personen, die bei der Verhaftung und Hinrichtung des Verbrechers Clay Shelton beteiligt waren. Während Karin Dors Ehemann Harald Reinls Regie führte, übernahm diese den Part der attraktiven Nora Sanders, die als Sekretärin in das Kreuzfeuer gerät und zur Geliebten des Inspektors Long wird. Dies war Karin Dors erster Auftritt in dieser bekannten Filmreihe. Auch wenn böse Zungen behaupten mögen, dass Dor die Rolle nur durch ihren Mann erhielt, so empfahl sich diese auch für weitere Rollen dieser Reihe, auch unter anderen Regisseuren. Bis 1965 wirkte Dor noch in fünf weiteren Filmen der Reihe mit ("Der grüne Bogenschütze", Der Fälscher von London", Der Würger von Schloss Blackmoor", " Zimmer 13" und "Der unheimliche Mönch"). Insgesamt gelten diese Filme als Paradebeispiele für ihre bisherige Parderolle als "Verfolgte Schönheit".
Auf in den Westen - "Der Schatz im Silbersee" (1962)
Quelle: Universum
In "Der Schatz im Silbersee" übernahm Karin Dor zum ersten mal eine Rolle in der Verfilmung eines Karl-May-Westerns. 1994 erhielt sie den Scharlih-Preis, der mit den Namen des Autors verbunden ist.
Die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Karl May, handelt von der Suche nach einem Schatz, der beim geheimnisvollen Silbersee versteckt sein soll. Dabei gestaltet sich die Suche als eine Art Wettrennen zwischen Winnetou und seinen Freunden gegen den Banditen Colonel Brinkley und dessen Bande. Karin Dor ist hier als Ellen Patterson zu sehen, deren Vater Mr. Patterson einen Teil der Schatzkarte besitzt und somit selbst zum Ziel für die Banditen wird. In Folge des Konfliktes wird Ellen mehrmals von den Banditen entführt und muss von den Helden gerettet werden.
Die Indianer-Prinzessin - "Winnetou 2. Teil" (1964)
Quelle: Kinowelt
Als Häuptlingstochter Ribanna und Geliebte von Winnetou eroberte Karin Dor die Herzen tausender Zuschauer. Doch für die Romanze gab es kein Happy End und Ribanna vermählte sich dem von Terence Hill gespielten Leutnant Merril.
Nach ihrer überzeugenden Performance in "Der Schatz im Silbersee" wurde Karin Dor bereits zwei Jahre später für den nächsten Karl May-Western engagiert. Dort übernahm sie die Rolle der Häuptlingstochter Ribanna vom Stamm der Assiniboin-Indianer, welche zu Beginn von Winnetou vor einem Bären gerettet wird, worauf sich beide ineinander verlieben. In der späteren Handlung entscheidet sie sich aber dafür den Leutnant Merril (Terence Hill) zu heiraten, um den Frieden zwischen den beiden Völkern zu gewährleisten. Mit Ribanna übernahm Dor nun eine zentralere Rolle und wurde auch dank dieser zum Publikumsliebling.
Frauenpower - "Die Nibelungen Teil 1&2" (1966)
Quelle: Universum
In "Die Nibelungen" brach Karin Dor als die kriegerische Königin Brunhild erstmals aus ihrem bisherigen Rollen-Typus aus.
1966 übernahm Karin Dor die Rolle der starken und selbstbewussten isländischen Königin Brunhild in dem Zweiteiler "Die Nibelungen". Die Königin, die durch ihren magischen Gürtel übermenschliche Kräfte besitzt, will sich mit keinen Mann vermählen, der sie nicht in einem Wettkampf schlagen kann und schon viele hoffnungsfrohe Anwerber fanden dabei den Tod. Nur dem legendären Siegfried gelingt es die Eiskönigin zu bezwingen und diese somit zur Heirat mit König Gunther von Burgund zu bewegen, da er als dieser verkleidet war. Aus Rache ist Brunhild später maßgeblich an der Ermordung des Drachentöters beteiligt. Mit dieser Rolle brach Karin Dor erstmals klar aus ihrem bisherigen Rollen-Klischee der "Verfolgten Schönheit" aus
Deutsche Schönheit - "James Bond 007: Man lebt nur zweimal" (1967)
Quelle: Fox
Als unberechenbare Agentin Helga Brandt verwies Karin Dor James Bond in seine Schranken und starb einen spektakulären tod in einem Piranha-Becken.
1967 erreichte Dor ihren vorläufigen Karrierehöhepunkt mit ihrem Auftritt als erstes deutsches Bond-Girl in der Rolle der rothaarigen Agentin Helga Brandt. Als diese setzte Dor den britischen Gentleman-Spion in einem brennenden Flugzeug fest, bedrohte ihn mit einem Skalpell und rette sich anschließend selbst mit einem Fallschirm. Besonders in Erinnerung blieb dabei auch ihr spektakulärer Filmtod, in welchem sie vom Bond-Oberschurken Ernst Blofeld in ein Piranha-Becken geworfen wurde.
Höhepunkt - "Topas" (1969)
Quelle: Universal
Mit Hitchcocks Spionage-Thriller "Topas" erreichte Karin Dor ihren Karriere-Höhepunkt.
Mit dem Film "Topas" von Regisseur Alfred Hitchcock schaffte es Karin Dor ihren Erfolg, nach ihrem Auftritt im Bond-Film, noch weiter auszubauen. In diesem Spionagethriller übernahm sie die Rolle der Informantin Juanita Cordoba, die die westlichen Agenten bei deren Aufklärungsmission auf Kuba unterstützt. Nach ihrer Enttarnung stirbt Dor einen erneuten spektakulären Filmtod, bei welchen sie in einer romantischen Umarmung von ihrem eifersüchtigen Liebhaber erschossen wird. Dabei öffnet sich ihr Kleid im Moment ihres Falles auf den Boden wie eine Blüte, wofür Hitchcock extra mehrere Personen an Fäden des Kleides im Moment des Todes ziehen ließ, um den eindrucksvollen Effekt zu erzeugen.
Comeback - "Ich bin die Andere" (2005)
Quelle: Concorde
Mit dem Drama "Ich bin die Andere" kam Karin Dor 2005 noch einmal zurück auf die deutschen Kinoleinwände.
Nach ihren privaten und gesundheitlichen Rückschlägen Anfang der 70er-Jahre wandte sich Dor vermehrt dem Theater zu. Erst 2005 feierte Karin Dor mit dem Film "Ich bin die Andere" ein eindrucksvolles Comeback. Dabei übernahm sie den Part der alkoholkranken Mutter der Protagonistin Dr. Carolin Winter, die an einer Persönlichkeitsspaltung erkrankt ist. In den Folge-Jahren wendete sich Dor erneut dem Theater zu und kehrte nur für "Das Traumschiff", einen Rosamunde Pilcher-Film und 2015 für "Die abhandene Welt" vor die Kamera zurück.
Karin Dor bewies mit ihrer Filmografie eine erstaunliche Entwicklungsfähigkeit, die von der verwundbaren Schönheit, zur starken und selbstbewussten Frau, bis hin zu sensiblen und hoch emotionalen Rollen reichte. Sie war ohne Zweifel eine der bedeutendsten deutschen Schauspielerinnen und hat einen bleibenden Eindruck in der Filmgeschichte hinterlassen.

Aber dieser Artikel sticht für mich irgendwie total heraus.. das Umfeld wirkt noch mehr unpassend als bei nicht-Gaming-bezogenen Titeln ohnehin schon. Wahrscheinlich müsste man da am ganzen Computec Auftritt bzw. der einzelnen Marken mal schrauben damit das mal harmonischer zusammengeht, aber das ist nicht mein Fachbereich.
Absolut nervig finde ich da zum Beispiel IGN, die jede Folge einer angesagten Serie bewerten, natürlich IGN-typisch mit Scores wie 7,8, 5,6, 9,4 und 8,9 -- als würde das irgendwas bedeuten. Bei Filmen und Büchern würde ich immer bei der 5-Sterne-Bewertungsskala bleiben. Aber gut, IGN lese ich eh nicht mehr. Hab ich eigentlich noch nie. Aber da das eine Site mit großer Reichweite ist, hab ich mir die natürlich auch schonmal angesehen.