Die Indie- und Arthaus-Hits im Frühjahr
Nächste Woche startet der fünffach Oscar-nominierte Film "Green Book - Eine besondere Freundschaft" in den Kinos. Das Drama erzählt die wahre Geschichte eines schwarzen Musikers und dessen Chauffeurs auf einer Konzert-Tournee durch die Südstaaten. Ein klassischer Arthaus-Film also, mit dem Anspruch, nicht vorrangig nur unterhaltend zu sein, sondern zugleich philosophische oder gesellschaftliche Fragen zu behandeln. Für alle, die die Nase voll haben von Blockbustern und Superhelden und auf der Suche nach etwas mehr Anspruch sind, haben wir als Vorgeschmack auf Green Book eine Liste mit weiteren Indie- und Arthaus-Filmen zusammengestellt, die uns im Februar und März in den Kinos erwarten.
2019 soll das Jahr werden, in dem Star Wars Fans endlich den finalen Teil der neuen Trilogie zu Gesicht bekommen werden, und auch Superhelden-Fanatiker kommen mit "Avengers: End Game" und "Captain Marvel" definitiv nicht zu kurz. Doch das noch junge Jahr hat auch einiges für die zu bieten, die mit den ganzen Mainstream-Blockbuster-Streifen absolut nichts anfangen können - oder einfach mal Abwechlung davon suchen. Nächste Woche schon kommt das fünffach Oscar-nominierte Indie-Drama "Green Book - eine besondere Freundschaft" über die wahre Geschichte eines schwarzen Musikers und seinem italo-amerikanischen Chauffer auf einer Tournee durch die Südstaaten der USA in die deutschen Kinos. Doch das ist noch längst nicht alles, was das Frühjahr an Indie-Filmen und Arthaus-Produktionen zu bieten hat. Wir haben für euch eine Liste mit diesen Filmen abseits vom Mainstream zusammengestellt, die definitiv eine Vormerkung in den Kino-Kalender verdienen.
Auf dieser Seite
- 1 Februar
-
2
März
- 2.1 Beale Street (Kinostart 7. März)
- 2.2 Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit (Kinostart 7. März)
- 2.3 Kirschblüten & Dämonen (Kinostart 7. März)
- 2.4 The Sisters Brothers (Kinostart 7. März)
- 2.5 White Boy Rick (Kinostart 7. März)
- 2.6 Destroyer (Kinostart 14. März)
- 2.7 Trautmann (Kinostart 14. März)
- 2.8 Beach Bum (Kinostart 28. März)
Februar
Der Club der roten Bänder - Wie alles begann (Kinostart 14. Februar)
Nach drei erfolgreichen Staffeln folgt nun der erste Kinofilm zur deutschen Dramady-Serie rund um den Alltag mehrerer Jugendlicher in einem Krankenhaus. Der von Felix Binder inszenierte Streifen wird die Vorgeschichte von Leo, Alex, Jonas und Co. erzählen. Sie alle haben vor ihrer Krankheit ihre ganz eigenen Probleme als Teenager, ahnen aber noch nicht, dass sie schon bald ein Krankenhaus-Schicksal verbindet, das zu einer außergewöhnlichen Freundschaft führen wird. Binder, der bereits bei zehn TV-Episoden Regie führte, versammelte die gesamte Darsteller-Mannschaft vom Club der roten Bänder.
Quelle: Universum
Szenenbild aus "Der Club der roten Bänder - Wie alles begann"
Can U Ever Forgive Me? (Kinostart 21. Februar)
Die wahre Rolle der ehemaligen Journalistin Lee Israel, die in den 1990er-Jahren über 400 Briefe von bereits verstorbenen Stars fälschte, um sich vor dem sicheren finanziellen Ruin zu retten, brachte Melissa McCarthy sowohl die zweite Golden-Globe- als auch ihre zweite Oscar-Nominierung ein. Adaptiert wurde die schwarzhumorige, wahre Geschichte von Jung-Regisseurin Marielle Heller ("The Diary of a Teenage Girl").
Quelle: Fox
Szenenbild aus "Can You Ever Forgive Me?"
Mein bester & Ich (Kinostart 21. Februar)
Das US-Remake der Erfolgskomödie "Ziemlich beste Freunde" (2011) stammt von Neil Burger ("Die Bestimmung - Divergent"). Der Film handelt von einem New Yorker Millionär Philip Lacasse, der seit einem Paragliding-Unfall, der für seine Frau tödlich ausging, querschnittsgelähmt ist. Deswegen benötigt er einen Pfleger. Diesen Job will der kleinkriminelle Dell Scott eigentlich überhaupt nicht haben, aber als er aus Versehen beim Vorstellungsgespräch auftaucht, ist Philip von ihm begeistert und stellt ihn sofort ein. Die Hauptrollen der Neuverfilmung übernahmen Bryan Cranston und Kevin Hart.
Quelle: Constantin
Szenenbild aus "Mein Bester & Ich"
Der Verlorene Sohn (Kinostart 21. Februar)
Als ihr 19-jähriger Sohn als schwul geoutet wird, stellt das für seine sehr religiösen Eltern eine Katastrophe dar. Um seine Homosexualität zu "heilen", wird der junge Garrard Conley in ein Therapie-Programm gesteckt. Joel Edgerton ("The Gift") verfilmte die wahre Geschichte mit Russel Crowe, Nicole Kidman und dem 22-Jährigen Lucas Hedges ("Manchester by the Sea"), der dafür eine Golden-Globe-Nominierung erhielt. [Übrigens: Hedges zählt nicht zuletzt deswegen zu den 10 vielversprechendsten männlichen Newcomern, die wir in unserem Filmmagazin WIDESCREEN, Ausgabe 03/19 (ab 6. Februar 2019 am Kiosk oder digital), näher vorstellen.]
Quelle: Universal
Szenenbild aus "Der verlorene Sohn"
Vice - Der zweite Mann (Kinostart 21. Februar)
Cheney drückte sich selbst vor seinem Militärdienst während des Vietnamkriegs, stieg später aber zum Verteidigungsminister unter George Bush und zum einflussreichen Vize-Präsidenten neben dessen Sohn George W. auf. Auch auf sein Drängen hin marschiert die USA 2003 in den Irak ein. Christian Bale ist in seiner charismatischen Rolle als Dick Cheney kaum wiederzuerkennen - und erhielt dafür Anfang Januar 2019 den Golden Globe und eine Oscar-Nominierung (neben sieben weiteren). Ihm zur Seite stehen unter anderem Sam Rockwell als George W. Bush, Amy Adams als Lynne Cheney und Steve Carell als Donald Rumsfeld.
Quelle: Universum
Szenenbild aus "Vice - Der zweite Mann"
März
Beale Street (Kinostart 7. März)
Tish (KiKi Layne) erwartet ihr erstes Kind. Doch dann wird ihr Partner Fonny (Stephan James) eines schweren Verbrechens beschuldigt und muss trotz eindeutiger Anzeichen für seine Unschuld in Untersuchungshaft. Mit der Unterstützung ihrer Eltern versucht Tish nun weitere Beweise dafür zu finden, die Fonny von der Tat entlasten. Das sozialkritische Drama von Oscar-Preisträger Barry Jenkins ("Moonlight") brachte Nebendarstellerin Regina King jüngst einen Golden Globe ein und darf sich Hoffnungen auf drei Oscars (u. a. Drehbuch) machen.
Quelle: DCM
Szenenbild aus "Beale Street"
Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit (Kinostart 7. März)
In den 50er-Jahren herrschte eine theoretische Gleichstellung der Geschlechter in den Vereinigten Staaten. Dennoch konnten Frauen viele Berufe, wie zum Beispiel Polizistin und Richterin, nicht erlangen. Ruth Bader Ginsberg war die zweite Frau, die an den Obersten Gerichtshof der USA berufen wurde. Der Weg dorthin war steinig. Felicity Jones schlüpfte für daas Biopic in die Rolle Ginsbergs. Die Regie übernahm nach langer Zeit einmal wieder Mimi Leder ("Deep Impact").
Quelle: Entertainment One
Szenenbild aus "Die Berufung - Ihr Kampf für die Gerechtigkeit"
Kirschblüten & Dämonen (Kinostart 7. März)
Mit "Kirschblüten - Hanami" gelang Doris Dörrie ("Männer") 2008 ein Sensationserfolg. In der Fortsetzung steht Karl (Golo Euler), der Sohn von Trudi (Hannelore Elsner) und Rudi (Elmar Wepper) im Mittelpunkt. Karl ist arbeitslos und hat den Kontakt zu seiner Frau und seinem Kind verloren. Als Yu in sein Leben tritt und ihn dazu überredet das Haus seiner Eltern zu besuchen, muss auch Karl wie sein Vater vor zehn Jahren lernen mit Trauer umzugehen und sich seinen Erinnerungen stellen.
Quelle: Constantin
Szenenbild aus "Kirschblüten & Dämonen"
The Sisters Brothers (Kinostart 7. März)
In den 1850er-Jahren verkaufen die beiden Brüder und Revolverhelden Charlie und Eli Sisters ihre Dienste an den Meistbietenden. Bei ihrem neuen Auftrag sollen sie den Goldgräber Hermann Kermit (Riz Ahmed) ins Jenseits befördern. Doch je länger die Jagd auf Kermit dauert, desto größer werden die Zweifel an dem Auftrag. Mit der Adaption des gleichnamigen Romans von Patrick deWitt schuf Jacques Audiard ("Der Geschmack von Rost und Knochen") einen teils klassischen, teils schwarzhumorigen Western, in dessen Mittelpunkt eine Verfolgungsjagd quer durch den Wilden Westen steht.
Quelle: Wild Bunch
Szenenbild aus "The Sisters Brothers"
White Boy Rick (Kinostart 7. März)
Bereits mit 14 Jahren wird Richard Wershe Jr. in den 1980er-Jahren von den Behörden als Undercover-Informant der Drogenszene angeheuert. Doch je älter Richard wird, desto höher steigt "White Boy Rick" auf der Karriereleiter der Kingpins von Detroit und wird mehr und mehr zur Gefahr und zum Hindernis der Drogenbekämpfung. Der mittlerweile 40-jährige Wershe wirkte aus dem Gefängnis heraus an der Verfilmung seiner Geschichte mit, die Newcomer Yann Demange mit Nachwuchstalent Richie Merritt (Rick) und Matthew McConaughey (als Ricks Vater) inszenierte.
Quelle: Sony
Szenenbild aus "White Boy Rick"
Destroyer (Kinostart 14. März)
Mit "Æon Flux" (2005) und "Jennifer's Body" (2009) erwarb Karyn Kusama erste Regie-Sporen. In Destroyer erzählt sie von einer Ermittlerin, die sich ihrer tragischen Vergangenheit stellen und undercover eine kultähnliche Vereinigung infiltrieren muss. Erste Ausschnitte zeigen eine kaum wiederzuerkennende Nicole Kidman an der Seite von Sebastian Stan ("Avengers") und Toby Kebbell ("Ben Hur") in einem komplexen, abgründigen Film.
Quelle: Concorde
Szenenbild aus "Destroyer"
Trautmann (Kinostart 14. März)
Einer von mehreren Filmen, die Marcus H. Rosenmüller ("Schwere Jungs") dieses Jahr ins Kino bringt. In seiner ersten englischsprachigen Arbeit porträtiert er den deutschen Bert Trautmann (David Kross), der nach Ende des Zweiten Weltkriegs in einem englischen Gefangenenlager landete. Dort wurde er während eines Fußballspiels vom Trainer des kleinen Vereins St. Hellens entdeckt. Doch für diesen spielte er nicht lange, denn kurz darauf erhielt er ein Angebot vom erfolgreichen Club Manchester City, mit dem er 1956 zur Torwartlegende wurde.
Quelle: Square One
Szenenbild aus "Trautmann"
Beach Bum (Kinostart 28. März)
Und gleich nochmal Matthew McConaughey: Harmony Korine ("Spring Breakers") macht aus dem Oscarpreisträger den Gammler am Strand (engl.: Beach Bum): einen Kiffer, der sich selbst Moondog nennt und ein Leben nach eigenen Regeln zwischen Privatjachten, attraktiven Bikini-Schönheiten, warmem Dosenbier, Marijuananebel, Golfplätzen und Entzugskliniken führt. An McConaugheys Seite sind außerdem die Schauspieler Isla Fisher, Zac Efron und der Rapper Snoop Dogg zu sehen.
Quelle: Constantin
Szenenbild aus "Beach Bum"
Auf welchen Film seid ihr in den nächsten Wochen am meisten gespannt? Schreibt uns euren Kommentar.
Und wer mehr zu den genannten Filmen lesen will, findet unter Filme/Reviews im Laufe des Februar u.a. die Filmkritiken zu Vice, Club der roten Bänder und Can Can U Ever Forgive Me? - und in den darauffolgenden Wochen die Rezensionen zu allen oben aufgelisteten Filmen im März.
