Nach der Kino-Blamage von DC: Die wahre Version von Supergirl ist 100-mal besser

0
Kolumne Matthias Brückle - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Supergirl stiehlt Superman 2026 die Show - ich verrate euch auch, wieso
Quelle: DC, Artwork von Bilquis Evely

Mit dem Supergirl-Film hat sich DC einen legendären Flop an den Kinokassen geholt. Das bricht mir besonders das Herz - denn ich kenne die bessere Version, die ich euch jetzt allen näherbringen muss. Denn Supergirl an sich ist weder lahm noch langweilig.

Supergirl ist an den Kinokassen gehörig gefloppt, während der berühmte Cousin ein Mainstream-Magnet war. Heißt das einfach, dass Kara El aka Supergirl (gespielt von House-of-the-Dragon-Darstellerin und Fanliebling Milly Alcock) lahm und uninteressant ist? Als CW-Heldin war sie vor Jahren ja nur eine wichtige TV-Persönlichkeit, auf der großen Leinwand ist jetzt auf den verhassten 1984er-Film eine neue Version gefolgt, die kaum wen ins Kino holen oder gar begeistern konnte.

Aber wer glaubt, dass deswegen die Figur Supergirl an sich zu nichts taugt, der irrt sich gewaltig.

Supergirl: Die wahre Version ist so viel besser

Denn ich habe den gesamten Comic gelesen, auf dem der Film basiert: Supergirl - Woman of Tomorrow. Und ich möchte euch inständig sagen: Das ganze Debakel auf der Leinwand konnte nicht einen Funken des genialen Comics einfangen, sonst hätten wir ein episches, herzzerreißendes und düsteres Stück Superhelden-Kino bekommen ... nicht diesen mittelmäßigen Streifen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Woran hapert es aber? Der Film ist qualitativ an folgenden Ecken gescheitert:

  • Das Ende wird fundamental verändert, sodass die Botschaft hinsichtlich Rache viel mehr generisches Hollywood-Kino ist. Dieser Punkt ist besonders peinlich, da die Drehbuchautorin das Comic-Ende wohl gar nicht verstanden hat.
  • Kara El ist im Film der prägnante Hauptcharakter, mit Ruthye als Begleiterin. Im Comic ist sie die eigentliche Hauptfigur, die das ganze Geschehen im Stil von Memoiren beschreibt und rückblickend bewertet. Im Film ist sie nur der Schatten eines Charakters.
  • Die lange Reise zu etlichen Planeten wird im Film auf einige wenige Schauplätze heruntergebrochen.
  • Die ganze Präsentation des Films geschieht in flachen Farben, während der Comic zu den farbenfrohsten und detailverliebtesten Highlights der letzten Jahre gehört.
  • Der Antiheld Lobo (gespielt von Jason Momoa) kommt im Comic gar nicht vor, "stiehlt" also im Grunde wertvolle Screentime in der ohnehin knapp ausfallenden Adaption, die nicht acht Comic-Bände umsetzen kann.

Was macht Supergirl: Woman of Tomorrow so besonders?

Während der Supergirl-Film sich stark auf Kara El konzentriert, ist der Comic eher True Grit, aber im Weltraum. Da, der Artikel ist vorbei, ihr dürft euch den Comic holen. Nein, kleiner Scherz ... bleibt bitte! Denn Supergirl: Woman of Tomorrow hat mich wirklich umgehauen. Obwohl die Geschichte aus der Feder von Tom King relativ simpel ist:

Supergirl reist durchs All zu einem Planeten mit roter Sonne, um dort ihre Kräfte zu schwächen und somit mit Alkohol feiern zu können - auf der Erde ist Kryptoniern der Rausch durch die "Vergiftung" sonst nicht möglich, da sie von der gelben Sonne ihre mächtigen Fähigkeiten bekommen. Doch was als simpler Party-Ausflug mit Superhund Krypto beginnt, wird zu einer langen, beschwerlichen Reise rund um Rache und den Sinn eben dieser.

Sie lernt nämlich durch Zufall die junge Ruthye Marye Knoll kennen, die im Comic als Erzählerin der Geschichte dient. Sie will Rache für eine unfassbare Tragödie, die ihr widerfahren ist. Und Supergirl begleitet sie dabei zu etlichen Planeten - mit einem Tresor an Trauma im mentalen Gepäck, denn im Gegensatz zu Superman hat sie den Untergang Kryptons selbst erlebt.

Das ist kein stumpfer Superhelden-Bombast

Während die Geschichte immer wieder auf Humor sowie Action setzt, lernen wir aber im Comic auch so gut wie schon lang nicht mehr eine Heldin kennen, die Wut mit Empathie balanciert, nicht töten will, aber kein "good ol' American Boy" wie Superman ist. Leser sehen Supergirl durch die Augen von Ruthye und dürfen dank des langsamen Pacings eher eine Charakterstudie als Action-Feuerwerk genießen. Wobei die Action, wenn sie dann passierte, mir den Atem raubte.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Als "Kopfgeldjäger" für Ruthye trifft Kara immer wieder auf den Abschaum des Universums und lässt natürlich auch mal Fäuste sprechen. Aber deutlich öfter muss sie abseits ihrer kryptonischen Superkräfte Lösungen finden, kommt auch an ihre mentalen Grenzen. Das Ganze wirkt entsprechend mal wie ein Roadmovie, mal wie ein Western. Melancholie und die Last von Genozid und Holocaust (das Wort fällt mehrmals) auf diejenigen, die sich nicht wirklich glücklich schätzen können, überlebt zu haben.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Selbst die imposante Stärke von Supergirl wird dank der eloquenten Erzählerin Ruthye oft unvergleichlich schön mit Worten illustriert (aus dem Englischen für diesen Artikel übersetzt):

Was man über die Tochter von Krypton nicht so recht weiß, ist, dass ihre Kraft nicht aus Aktion, sondern aus Beherrschung, Ausdauer und Leidenschaft bestand. Sie entschied sich nicht dafür, einen Strahl aus ihren Augen abzufeuern, einen Atem aus Eis zu haben oder schneller als eine Kugel zu rennen. Oder eines ihrer anderen gut dokumentierten Wunder.

Nein, sie hielt ihren Hitzeblick zurück, um dir ins Gesicht zu sehen.

Sie erwärmte ihren Atem, um sich mit dir zu unterhalten.

Sie verlangsamte sich, um an deiner Seite zu gehen.

Jeden Moment eines jeden Tages unterdrückte sie die Kräfte, die in ihr brodelten.

Die ganze Energie einer toten Welt, die sich gegen ihre vielen Barrieren stemmte und unaufhörlich danach verlangte, freigesetzt zu werden.

Supergirl 2026: Es hatte eigentlich die schönste Vorlage aller Zeiten

Im Comic (seit 2022 abgeschlossen, Sammelband mit acht Ausgaben erhältlich) wird die Vielfältigkeit des Alls - ob furchtbar oder wunderschön - sagenhaft in Szene gesetzt, was mich teilweise an die epischen Momente der Götterschlächter-Saga von Thor erinnert (teilweise adaptiert durch Thor: Love & Thunder):

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Liebe fürs Detail in etlichen Panels, eine Farbpalette, als ob sie direkt aus meinen Träumen stammen könnte: Nur wenige Comics können sich visuell mit dieser Pracht messen. Das auf die große Leinwand zu bringen, das war immer eine große Herausforderung. Aber dass daraus so eine Enttäuschung wird, hätte ich echt nicht gedacht.

Wo ist die Farbexplosion eines Guardians of the Galaxy, DC-Chef James Gunn? Besonders wurmt mich aber, dass jetzt viele Menschen denken, dass Supergirl nur Superman Light oder gar eine Edgelord-Superman-Lady ist, die im Gegensatz zu ihm grimmig und hardcore töten kann. Die Macher des Films scheinen die Vorlage kein Stück verstanden zu haben ...

Wie fandet ihr den Supergirl-Film? Habt ihr den Comic schon gelesen? Nutzt gern die angebotene Kommentarfunktion und teilt uns eure Meinung zum Thema mit. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.

0
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk