Mega-Flop an den Kinokassen: Wieso der "beste Actionfilm des Jahres" eigentlich niemals scheitern darf

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Kolumne Tobias Tengler-Boehm - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mega-Flop an den Kinokassen: Wieso der "beste Actionfilm des Jahres" eigentlich niemals scheitern darf
Quelle: Warner

Und schon wieder floppt die neue Nummer 1 im Kino - unser Autor macht sich langsam Sorgen.

Es ist wie verhext. Aktuell scheint es so, als ob das Kino in einer tiefen Krise steckt. In den letzten Wochen und Monaten reihen sich auf bedenkliche Art und Weise mehrere Flops aneinander, die allesamt für Millionenverluste bei den großen Filmstudios wie Warner, Sony, Universal oder Disney sorgen. Doch woran liegt das?

Planet der Affen, die Neuverfilmung von Ein Colt für alle Fälle mit diesem Barbie-Star und der neue Flop von "Deadpool" Ryan Reynolds schafften es zwar an die Spitze der Kino-Charts, scheiterten jedoch daran, die Produktions- und Marketing-Kosten wieder einzuspielen. Was allerdings auffällig ist: Unter all diesen Nummer 1-"Hits" ist keine so richtige Film-Gurke dabei.

Die gescheiterten Spitzenreiter erhielten teilweise hervorragende Kritiken, sind packend inszeniert und auf die große Leinwand zugeschnitten. Und dennoch zieren sich die Leute, in ausreichender Menge ins Kino zu gehen. So auch bei der aktuellen Nummer 1, die von Kritikerinnen und Kritikern teilweise als bester Action-Film des Jahres geadelt wird.

Dieser Actionfilm floppt trotz Marvel-Star

Furiosa: A Mad Max Saga hat eigentlich alle Zutaten, die ein fulminanter Blockbuster braucht. Eine herausragende Hauptdarstellerin, einzigartige Bilder, eine packende Handlung, die "seicht" genug für die breite Masse des Mainstreams ist und einen der größten Marvel-Stars als Bösewicht (mit neuer Nase). Noch dazu handelt es sich bei Furiosa um ein Prequel einer legendären Filmreihe.

Im Jahr 1980 landete Mel Gibson mit dem ersten Teil einen sensationellen Überraschungserfolg. 35 Jahre später gelang Filmemacher George Miller dann das Kunststück, die Reihe wiederzubeleben, in dem er einfach eine weitere Fortsetzung mit Tom Hardy (Marvel's Venom) drehte und das Publikum den neuen Hauptdarsteller klaglos akzeptierte. Superman und The Witcher können ein Lied davon singen, dass dies nicht allzu selbstverständlich ist. Doch wieso floppt Furiosa, trotz des Potenzials und der vielversprechenden Zutaten?


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Im Nachhinein wird sich George Miller, der Schöpfer der Reihe, fragen müssen, ob eine klassische Fortsetzung mit Tom Hardy nicht vielleicht doch mehr Filmfans ins Kino gelockt hätte. Doch meiner Meinung nach liegt der sprichwörtliche Hund und somit auch der Grund für das Scheitern von Furiosa ganz woanders begraben.

Schadet Streamen dem Kino?

Vor einigen Jahren war es gefühlt so, dass Menschen, die Netflix, Amazon Prime und Disney Plus abonniert haben, solch enthusiastische Filmfans sind, dass sie trotzdem noch häufig ins Kino gehen. Mittlerweile scheint es fast so, als ob Disney, Warner und Co. alles dafür tun, um dem Publikum "abzugewöhnen", sich Blockbusterproduktionen auf der großen Leinwand anzusehen. Noch während die Filme aktuell im Kino laufen, werden sie als "Premium Video on Demand" zum Streamen veröffentlicht.

Das digitale Leihen ist zwar oftmals deutlich teurer als eine Kinokarte, jedoch muss der Filmverleih hierbei nicht die Hälfte der Einnahmen an das Kino abdrücken. Und wenn man als Fan den Film mindestens zu zweit streamt, hat man bereits Geld gespart. Egal, wie riesig der Flachbildfernseher daheim auch sein mag. Eines muss man sich als Filmfan eingestehen.

Zu Hause streamen wird niemals das Erlebnis im Kino ersetzen. Doch wenn die großen Filmstudios gefühlt derart hartnäckig daran arbeiten, das Konsumverhalten der Filmfans weg vom Kinoticket in Richtung Streamen zu pushen, darf man sich nicht wundern, dass grandiose Hollywood-Produktionen reihenweise an den Kinokassen baden gehen.

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    • Kommentare (6)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Wer in Furiosa eine "Mary Sue" sieht, informiert sich vermutlich bei den gleichen ALternativmedien, auf die die Mutter aller Alternativmedien letztens reingefallen ist. Also, Alice im Alternativmedienland -- wenn ihr versteht. Furiosa ist eine vorzügliche Schützin und schlägt sich so durch. Aber bevor sie am Ende dieses Films ihre Rache bekommt, verkriecht sie sich jahrelang, kriegt aufs Maul und verliert ihren Arm. Was wohl kaum ein Spoiler mehr sein dürfte. Wenn Furiosa eine Mary ist, sind Ripley und Sarah Connor auch eine.

        Ich fand, Furiosa ergänzt Fury Road sehr hübsch. Auch wenn Letzterer das echte Brett war. Aber damals auch nicht so überragend gelaufen, gemessen an seinem gigantischen Budget. Die ganze Reihe war eigentlich nie gigantisch Mainstream -- dabei hatte es insbesondere der dritte Teil HART versucht. Mit Superstar Tina Turner schon in den Intro-Credits -- der deutlich runtergefahrenen Gewalt (PG13-Rating in den USA) und dem Kinder-Subplot für die ganze Familie.

        Den Film aus Max' Perspektive vor Fury Road wird es vermutlich nicht mehr geben. Denn der war auch noch angedacht -- und genauso im Prinzip bereits geschrieben, als Fury Road in die Produktion ging. Eventuell wäre er die sicherere Variante gewesen. Aber das zeigt ja schon das ganze Dilemma. Schon Fury Road war in seiner Entstehung an so vielen Stellen ein Wunder.


        Zitat

        You're not really allowed to make these movies anymore. You're not allowed to commit to this fucking insanity and get away with it. The studios are too scared.

        Zitat

        We call it the most expensive independent film ever made.
        Fände es ja cool, wenn er als räudiger Lower-Budget-Brecher im Stile von Teil 1+2 käme, falls möglich. Dann würde sich ein Kreis schließen: Einmal hätte es eine zweite Trilogie. Und einmal wäre es eine hübsche Klammer für George Millers Karriere. Der ist jetzt 80. Dürfte dann endgültig sein letzter Schuss gewesen sein. Man kann mauer abtreten -- hatte Indy letztes Jahr leider vorgemacht.
      • Von Svenc Gelegenheitsspieler/in
        Wer in Furiosa eine "Mary Sue" sieht, informiert sich vermutlich bei den gleichen ALternativmedien, auf die die Mutter aller Alternativmedien letztens reingefallen ist. Also, Alice im Alternativmedienland -- wenn ihr versteht. Furiosa ist eine vorzügliche Schützin und schlägt sich so durch. Aber bevor sie am Ende dieses Films ihre Rache bekommt, verkriecht sie sich jahrelang, kriegt aufs Maul und verliert ihren Arm. Was wohl kaum ein Spoiler mehr sein dürfte. Wenn Furiosa eine Mary ist, sind Ripley und Sarah Connor auch eine.

        Ich fand, Furiosa ergänzt Fury Road sehr hübsch. Auch wenn Letzterer das echte Brett war. Aber damals auch nicht so überragend gelaufen, gemessen an seinem gigantischen Budget. Die ganze Reihe war eigentlich nie gigantisch Mainstream -- dabei hatte es insbesondere der dritte Teil HART versucht. Mit Superstar Tina Turner schon in den Intro-Credits -- der deutlich runtergefahrenen Gewalt (PG13-Rating in den USA) und dem Kinder-Subplot für die ganze Familie.

        Den Film aus Max' Perspektive vor Fury Road wird es vermutlich nicht mehr geben. Denn der war auch noch angedacht -- und genauso im Prinzip bereits geschrieben, als Fury Road in die Produktion ging. Eventuell wäre er die sicherere Variante gewesen. Aber das zeigt ja schon das ganze Dilemma. Schon Fury Road war in seiner Entstehung an so vielen Stellen ein Wunder.


        Zitat

        You're not really allowed to make these movies anymore. You're not allowed to commit to this fucking insanity and get away with it. The studios are too scared.

        Zitat

        We call it the most expensive independent film ever made.
        Fände es ja cool, wenn er als räudiger Lower-Budget-Brecher im Stile von Teil 1+2 käme, falls möglich. Dann würde sich ein Kreis schließen: Einmal hätte es eine zweite Trilogie. Und einmal wäre es eine hübsche Klammer für George Millers Karriere. Der ist jetzt 80. Dürfte dann endgültig sein letzter Schuss gewesen sein. Man kann mauer abtreten -- hatte Indy letztes Jahr leider vorgemacht.
      • Von Johannes Gehrling Autor
        Zitat von Irdievine
        Wer Filme wirklich gern schaut, der schaut sie nicht mehr in diesen riesigen, verdreckten, lauten, Soundtechnisch oft schwierig realisierten Sälen, die man sich mit rücksichtslosen, raschelnden, brabbelnden, Handyleuchtenden Menschen ohne Anstand teilen muss.

        Ein eigenes Heimkino, im Wohnzimmer zu realisieren ist heutzutage ohne Probleme und riesige Investitionen stemmbar. tageslichtaffine Laserbeamer schaffen mit ihren Leuchtmitteln durchaus die Lebenszeit eines modernen Fernsehers. Lautsprecher und sonstige Soundtechnik ist auf den Gebrauchtmarkt zu moderaten Preisen zur Genüge vorhanden und hält stellenweise ewig. Auch gibt es durchaus Möglichkeiten es Wohnzimmer gerecht zu positionieren. Nimmt man diese Investitionen und rechnet sie gegen 3 Jahre jeden Monat zu zweit, zwei mal nen Kinobesuch dagegen, macht man plus und kann jeden Film in seinem eigenen Kino sehen und es definitiv mehr genießen, als in den unpersönlichen Riesensälen.
        Das scheitert schon daran, dass man diesen Lärm seinen Nachbarn weder antun sollte noch (in vielen Fällen) darf. Bei uns ist sowas per Hausordnung verboten und das auch zurecht. Ich beschränke mich selbst auf eine Soundbar am Fernseher, die ich nicht allzu laut aufdrehe und bin im Gegenzug immens dankbar dafür, auch von meinen Nachbarn nicht mit Bässen und Lärm belästigt und wach gehalten zu werden, wenn ich unter der Woche um 22:30 Uhr schlafen gehe. Wenn ich Bock auf laute Musik habe, nutze ich meine genau deswegen angeschafften (teuren) Kopfhörer.

        Wie gut der Sound im Kino ist, schwankt sicherlich stark, hab ich selbst schon erlebt. Bei uns im hervorragenden Cinecitta in Nürnberg legt man zum Glück großen Wert auf den bestmöglichen Sound. Als ich letztens in einer anderen Stadt in einem Cinemaxx war, war ich aber tatsächlich schockiert, wie mies der Sound dort war im Vergleich, und Ticket und Snacks waren auch deutlich teurer als im Cinecitta. Das ist halt noch ein Familienunternehmen und keine Kette.
      • Von Stollen_troll NPC
        Auch in Zukunft werden gute Filme im Kino erhebliche Summen einspielen. Aber es könnte schon sein, dass man nicht wie früher einfach in jeden Film geht, dafür ist Kino zu teuer geworden. Wenn dann auch noch ein Film sinnlos gehypt wird "beste Actionfilm des Jahres" dann fühlt man sich am Ende betrogen. Insbesondere die Faulheit Hollywoods einfach das Geschlecht des Hauptdarstellers zu switchen und dann die hundertste Mary-Sue Geschichte daraus zu machen gehört abgestraft.
      • Von lars9401 Mitglied
        D
        Zitat von Irdievine
        Wer Filme wirklich gern schaut, der schaut sie nicht mehr in diesen riesigen, verdreckten, lauten, Soundtechnisch oft schwierig realisierten Sälen, die man sich mit rücksichtslosen, raschelnden, brabbelnden, Handyleuchtenden Menschen ohne Anstand teilen muss.

        Ein eigenes Heimkino, im Wohnzimmer zu realisieren ist heutzutage ohne Probleme und riesige Investitionen stemmbar. tageslichtaffine Laserbeamer schaffen mit ihren Leuchtmitteln durchaus die Lebenszeit eines modernen Fernsehers. Lautsprecher und sonstige Soundtechnik ist auf den Gebrauchtmarkt zu moderaten Preisen zur Genüge vorhanden und hält stellenweise ewig. Auch gibt es durchaus Möglichkeiten es Wohnzimmer gerecht zu positionieren. Nimmt man diese Investitionen und rechnet sie gegen 3 Jahre jeden Monat zu zweit, zwei mal nen Kinobesuch dagegen, macht man plus und kann jeden Film in seinem eigenen Kino sehen und es definitiv mehr genießen, als in den unpersönlichen Riesensälen.
        Dann mach mir bitte mal eine Auflistung der Technik für 1152€ (bei mir 2 Personen, 2mal im Monat auf 3 Jahre) und dann müsste man das nur noch mit den restlichen Mietern abklären zwecks Lautstärke.
      • Von Irdievine NPC
        Wer Filme wirklich gern schaut, der schaut sie nicht mehr in diesen riesigen, verdreckten, lauten, Soundtechnisch oft schwierig realisierten Sälen, die man sich mit rücksichtslosen, raschelnden, brabbelnden, Handyleuchtenden Menschen ohne Anstand teilen muss.

        Ein eigenes Heimkino, im Wohnzimmer zu realisieren ist heutzutage ohne Probleme und riesige Investitionen stemmbar. tageslichtaffine Laserbeamer schaffen mit ihren Leuchtmitteln durchaus die Lebenszeit eines modernen Fernsehers. Lautsprecher und sonstige Soundtechnik ist auf den Gebrauchtmarkt zu moderaten Preisen zur Genüge vorhanden und hält stellenweise ewig. Auch gibt es durchaus Möglichkeiten es Wohnzimmer gerecht zu positionieren. Nimmt man diese Investitionen und rechnet sie gegen 3 Jahre jeden Monat zu zweit, zwei mal nen Kinobesuch dagegen, macht man plus und kann jeden Film in seinem eigenen Kino sehen und es definitiv mehr genießen, als in den unpersönlichen Riesensälen.
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