Review: "Kingsman - The Secret Service"
Wilde Agenten-Aktion mit humorvollen Zwischentönen nach der gleichnamigen Comic-Reihe der "Kick-Ass"-Macher.
Der junge Gary "Eggsy" Unwin (Taron Egerton) ist auf die schiefe Bahn geraten. Er lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter in einem deprimierenden Sozialbau in London, muss sich ständig vor Schlägern in Acht nehmen und klaut gelegentlich Autos. Seinen Vater hat er nie so richtig kennengelernt. Was schade ist, denn sein Vater war ein super streng geheimer Geheimagent, der in Ausübung seiner Pflicht sein Leben ausgehaucht hat. Damals war Eggsy gerade mal fünf. Alles, was ihm von Papa blieb, ist eine Art Medaillon – und damit nimmt er Kontakt zu einer Gruppe auf, die sich nur "Kingsman" nennt. Es handelt sich dabei um eine tradierte Herrenschneiderei, hinter deren noblen Türen sich eine Art privater Geheimdienst befindet. Die so genannten "Kingsmen" sind Gentlemen-Spione der alten Schule, sie unterstehen keiner Regierung und haben sich dem Schutz der Menschheit verschrieben. Das ist auch gut so, denn diese wird gerade von dem finsteren Milliardär Valentine (Samuel L. Jackson) bedroht. Dieser hat erkannt, dass das mit der Umweltverschmutzung doch ziemlich ernst ist, und zieht eine logische Konsequenz: Es würde der Umwelt sehr helfen, wenn alle Menschen tot wären. Also setzt er einen äußert perfiden Superschurken-Plan in Gang, den die Kingsmen auf jeden Fall verhindern müssen.
Mit Kingsman liefert Regisseur Matthew Vaughn (Kick-Ass) einen leicht schizophrenen Film ab, der eine Mischung aus klassischem James-Bond-Abenteuer à la Goldfinger, rasanter Action, leicht dümmlicher Komödie und extrem viel Splatter ist. Dementsprechend gelingt es dem Film nie, eine einheitliche Linie oder einen durchgängigen Grundton zu finden. Die Handlung springt wirr zwischen Superschurken und ultrabrutalem Gemetzel hin und her, dazwischen gibt es haufenweise Gags, von denen aber bei weitem nicht alle ins Schwarze treffen. Ein Film mit viel Lärm und wenig Gehalt ... aber stets vergnüglich. Das Ganze ist höchst unterhaltsam, wenn man keine Ansprüche stellt.
(Autor: Emanuel Bergmann)
