Jason Bourne: Unsere Review zum neuesten Teil der Action-Reihe
Das erfolgreiche Gespann Damon-Greengrass hat sich entgegen ursprünglicher Beteuerungen doch noch einmal zusammengetan, um die Geschichte von Jason Bourne, dem Agenten auf Abwegen, weiterzuspinnen. Das Ergebnis: "Jason Bourne". Wir sagen euch, was ihr euch vom vierten Teil der Action-Reihe erwarten könnt! Kinostart war der 11. August 2016.
Bei der CIA hegt man die Hoffnung, er sei tot. Doch es wird auch gemunkelt, er sei noch sehr lebendig und verberge sich nur geschickt im Untergrund: Jason Bourne, ehemaliger Top-Spion der CIA, tödliche Waffe, Agent auf Abwegen. Und als Nicky Parsons, Bournes alte Verbündete, die CIA um äußerst sensible Daten erleichtert und dadurch ins Visier der mächtigen Organisation gerät, taucht der Troublemaker Bourne prompt wieder auf. Denn die geklauten Daten enthalten nicht nur schockierende Informationen zu seiner Vergangenheit, sondern auch Pläne zu einem mysteriösen Programm namens "Iron Hand". Damit es nicht zu einer Veröffentlichung der brisanten Daten kommt, hetzt der skrupellose CIA-Direktor Robert Dewey den beiden Flüchtenden nicht nur eine undurchsichtige Cyber-Spezialisten, sondern auch einen persönlich motivierten Profikiller auf den Hals. Doch Bourne lechzt nach der lückenlosen Aufdeckung seiner Identität. Und nach Vergeltung...
Neun Jahre nach "Das Bourne Ultimatium" und vier Jahre nach dem weniger erfolgreichen Spin-off "Das Bourne Vermächtnis" mit Jeremy Renner schlüpft Matt Damon unter der Regie von Paul Greengrass wieder in seine Paraderolle des getriebenen Jason Bourne. Und in all der Zeit hat Damon sein Handwerk nicht verlernt: Er gibt den innerlich zerbrochenen Mann auf der verzweifelten Suche nach seiner Erinnerung und Identität nach wie vor absolut überzeugend und hat über die Jahre ein gutes Stück an Markanz gewonnen. Geschickt wurden (mehr oder weniger) aktuelle politische Ereignisse in de Story eingewoben, wie etwa Aufstände in Griechenland, der Krisenherd Syrien, der Fall Snowden sowie die Diskussion persönliche Freiheit vs. öffentliche Sicherheit.
Quelle: Universal
Profikiller "Asset" (Vincent Cassel) hat mit Bourne noch ein Hühnchen zu rupfen und kommt seinem Auftrag mit Freuden nach.
Weniger erfreulicher ist hingegen, dass, während sich die anderen Filme eine gewisse Realitätsnähe mit handfesten Kampfszenen auf die Fahne geschrieben haben, diese Maxime in "Jason Bourne" (leider) nicht greift: Non-stop Action, nervenaufreibende Musik, wacklige und ständig wechselnde Kameraeinstellungen treiben den Puls und den Adrenalinspiegel des Zuschauers unaufhaltsam in die Höhe und gönnen den Augen keine einzige Ruhepause. Den Höhepunkt dieser Reizüberflutung bildet die haarsträubende, nie enden wollende und ab einem gewissen Zeitpunkt ins Lächerliche abgleitende Verfolgungsszene am Ende des Films, in der gefühlt halb Vegas in Schutt und Asche gelegt wird. Vielleicht sollten diese spektakulären Stunts den eher schwachen und sehr vorhersehbaren Plot ausgleichen, geklappt hat das leider nur bedingt. Wenn Vicent Cassel Damons Jason Bourne als Verräter bezeichnet und in der nächsten Szene ohne Bedenken seine CIA/FBI-Kollegen niedermäht, dann runzelt man als Zuschauer schon mal die Stirn. Wer auf ein Jason Bourne/Aaron Cross-Crossover gehofft hat, wird enttäuscht. Dabei hätte ein solches Crossover großes Potenzial: Renners Agent landet ja nur auf der Abschussliste der CIA, weil Bourne die verdeckten Operationen "Blackbriar" und "Treadstone" publik gemacht hat. Vielleicht beim nächsten Mal!
Fazit / Ein fulminantes Comeback des Agenten auf Abwegen und für Bourne-Fans ein Muss! Allerdings hätte man nach so langer Bourne-Abstinenz einen ausgereiferten Plot erwarten können.
