I Was a Teenage Exocolonist im Interview - Seite 3

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I Was a Teenage Exocolonist im Interview - Seite 3
Quelle: Northway Games

Lindsay Ishihiro, Artist bei I was a Teenage Exocolonist, erzählt, wie wichtig Repräsentation in Games ist und was gute queere Repräsentation ausmacht.

PC Games: Heutzutage versuchen Firmen mehr "inclusive" zu sein. Beispielsweise durch das Diversity-Tool von Blizzard. Sie weisen einfach ein paar Nummern zu und denken sich "Okay, das ist ein guter Charakter, der hat 50 Punkte". Obwohl diese Tools mittlerweile benutzt werden und größere Firmen gelernt haben, dass queere Personen existieren, sind Protagonisten und andere Figuren in Videospielen meist immer noch heterosexuelle weiße Männer. Woran könnte das liegen?

Das geht wieder darauf zurück, was ich über Repräsentation gesagt habe. Es ist wichtig, dass unterschiedliche Personen an Spielen arbeiten. Denn Personen, die selbst queer sind, erstellen nicht die Blizzard-Matrix, um einen "woken" Charakter zu erschaffen. Wir machen Dinge, die sich echt anfühlen. Wenn du queeren Personen einen Platz in der Industrie gibst und du ihnen zuhörst, wenn du ihnen eine Machtposition verleihst, Stellen wie Creative Directors und Narrative Designers, Leute an der Spitze, bekommt man Spiele, die sich queer anfühlen. Ich sage das mit all der Zuneigung, die meine Stimme hergeben kann.

Diese Spiele fühlen sich echt an. Sie fühlen sich nicht so an, als wären die Charaktere in einem Sitzungssaal kreiert worden, um möglichst viele Punkte auf einer Checkliste abzuhaken, sodass ein bestimmter Teil des Internets nicht sauer ist. Einen Charakter zu erstellen, nur um eine bestimmte Gruppe zu beschwichtigen, funktioniert nicht. Es wird nie funktionieren. Menschen sind sehr gut darin, so etwas zu durchschauen.

Vor allem queere Personen sind sehr gut darin, so etwas zu durchschauen. Wir müssen mittlerweile nämlich nicht mehr bei weißen Cis-Männern in Anzügen, die mitten in ihrer Karriere sind und nur versuchen, Geld zu machen, nach Resten betteln.
Im Spiel trefft ihr auf zahlreiche verschiedene Figuren, mit ihren eigenen Präferenzen und Lebensstilen. Quelle: Northway Games Im Spiel trefft ihr auf zahlreiche verschiedene Figuren, mit ihren eigenen Präferenzen und Lebensstilen. Wir haben gesehen, wie richtige Repräsentation aussieht und wie es sich anfühlt, das zu spielen. Ich glaube, wir sind derzeit an einem Wendepunkt, an dem die Industrie wirklich die Chance hat, mit richtiger, ehrlicher Repräsentation voranzuschreiten. Nicht nur mit Zahlen auf einem Bildschirm, die eine Matrix glücklich machen.

PC Games: Gibt es einen Unterschied dazwischen, einen homosexuellen Charakter in eine Geschichte zu packen, und queer Storytelling?

Ja, definitiv. Als Schriftsteller ist es wichtig, Charakter zu schreiben, die nicht so sind, wie man selbst. Und das ist etwas anderes, als ihre Geschichten zu erzählen. Ich glaube, da muss es einen Unterschied geben. Wir wurden für eine lange Zeit sozusagen gezwungen, glücklich damit zu sein, einen homosexuellen Charakter zu sehen. Deswegen gibt es Tropes wie "token gay". Deswegen gibt es Tropes wie homosexuelle Charaktere, die ihren Story-Arc hatten und dann sterben.

Von uns wurde erwartet, mit unserer Quoten-Repräsentation glücklich und zufrieden zu sein. Uns wurde gesagt, dass das Repräsentation ist. Was wir jedoch gebraucht haben, war, unsere eigenen Geschichten zu erzählen und die Repräsentation hinter dem Bildschirm und im Spiel zu haben. Das musste von innen kommen. Es kann nicht nur oberflächlich sein.

PC Games: Gibt es irgendwelche Fallgruben beim Schreiben von queeren Geschichten?

Ja, die gibt es, wenn man queere Charaktere schreibt. Queere Figuren wurden in vielen furchtbaren Wegen von Leuten geschrieben, die selbst nicht queer sind. Wir haben den homosexuellen Charakter, der am Ende stirbt. Wir haben den homosexuellen besten Freund. Wir haben den promiskuitiven homosexuellen Charakter, wir haben den Charakter, der bestraft wird, weil er homosexuell ist, durch Krankheiten oder magische Flüche.

Wenn diese Charaktere nicht aufrichtig geschrieben werden, sind es Tropes, und die sind schädlich. Auf der anderen Seite ist queere Tragödie ein Teil des Erlebnisses. Eine Beziehung, die endet, manchmal sehr schlecht endet, ist Teil des Erlebnisses.

Wenn eine queere Person diese Geschichte schreibt, dann stammt sie von einem aufrichtigen Ort. Wenn die Geschichte von außen betrachtet queer-freundlich und queer-inklusive ist, - man hat nicht nur einen einzigen homosexuellen Charakter, der ein Statement über alle homosexuellen Personen macht, - hat man Platz für alle Elemente des queeren Erlebnisses.

Selbst diese, die sich zuerst wie ein Trope anfühlen. Queere Personen sind - man glaubt es kaum - echte Personen, und sie haben eine Vielzahl an verschiedenen Geschichten zu erzählen. Es ist okay, traurige Geschichten über queere Menschen zu erzählen, wenn sie von einem Ort stammen, der sich aufrichtig anfühlt.

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    • Kommentare (61)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Gelöschtes Mitglied 3268579 Mitglied
        Zitat von MarcHammel
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ich versteh jetzt aber auch nicht, was du damit sagen willst, bzw. wo der Zusammenhang besteht. Dass es Leute gibt, die ein übergroßes Ego haben, ist wohl kein Geheimnis. Aber was hat das genau mit queeren Personen per se zu tun?
        Ich stelle mir vor, dass eine Person mit einem übergroßen Ego sehr einschüchternd wirken muss, wenn du eine queere Person bist, die einfach nur ihren Platz in der Welt finden möchte. Dass das Thema so heiß diskutiert wird, dürfte die Sache dabei auch nicht unbedingt leichter für sie machen.
      • Von Gelöschtes Mitglied 3268579 Mitglied
        Zitat von MarcHammel
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ich versteh jetzt aber auch nicht, was du damit sagen willst, bzw. wo der Zusammenhang besteht. Dass es Leute gibt, die ein übergroßes Ego haben, ist wohl kein Geheimnis. Aber was hat das genau mit queeren Personen per se zu tun?
        Ich stelle mir vor, dass eine Person mit einem übergroßen Ego sehr einschüchternd wirken muss, wenn du eine queere Person bist, die einfach nur ihren Platz in der Welt finden möchte. Dass das Thema so heiß diskutiert wird, dürfte die Sache dabei auch nicht unbedingt leichter für sie machen.
      • Von Gast1730761802 Mitglied
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Ich versteh jetzt aber auch nicht, was du damit sagen willst, bzw. wo der Zusammenhang besteht. Dass es Leute gibt, die ein übergroßes Ego haben, ist wohl kein Geheimnis. Aber was hat das genau mit queeren Personen per se zu tun?

        Zitat von Zanjiin-147
        Nichts könnte mir mehr egal sein, als die Hautfarbe, das Geschlecht oder wer mit wem ins Bett steigt. Ich will dabei nicht zuschauen, als who cares.
        Zwischen "ist mir egal" (Gleichgültigkeit) und "Will dabei nicht zuschauen" (Ablehnung) besteht allerdings schon ein Unterschied. Wenn es mir egal ist, ist es mir auch in der Regel egal, ob die neben mir rum knutschen. VOn "Ich will" oder "Ich will nicht" kann da keine Rede sein.
      • Von Gelöschtes Mitglied 3268579 Mitglied
        Zitat von xaan
        Mir fehlt der Zusammenhang zwischen "Elternsachen" und "wenn Leute damit angeben, sie seien was Besonderes oder Besseres". Und der Zusammenhang zum Thema des Threads bzw. des Artikels fehlt ebenfalls.

        Ich glaube du setzt gewisses Vorwissen einfach als gegeben. Nach dem Motto "das weiß doch jeder". Aber das ist offensichtlich nicht der Fall.
        Ich setze kein Vorwissen voraus. Die Sache ist kompliziert und ich hab nicht vor, sie noch komplizierter zu machen. Das ist alles.
      • Von xaan Spiele-Kenner/in
        Zitat von OttoNormalmensch
        Na Elternsachen eben, die den Sohn bzw. die Tochter nicht interessieren. xD So ähnlich muss es sich mit dieser Bewegung verhalten, schätze ich.
        Mir fehlt der Zusammenhang zwischen "Elternsachen" und "wenn Leute damit angeben, sie seien was Besonderes oder Besseres". Und der Zusammenhang zum Thema des Threads bzw. des Artikels fehlt ebenfalls.

        Ich glaube du setzt gewisses Vorwissen einfach als gegeben. Nach dem Motto "das weiß doch jeder". Aber das ist offensichtlich nicht der Fall.
      • Von Gelöschtes Mitglied 3268579 Mitglied
        Zitat von xaan
        Ich habe weiterhin keine Ahnung was du meinst. Was wird denn auf Elternabenden diskutiert, worauf dein Vorwurf passt?
        Na Elternsachen eben, die den Sohn bzw. die Tochter nicht interessieren. xD So ähnlich muss es sich mit dieser Bewegung verhalten, schätze ich.
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