Arise im Test: Der Tod ist das Ende? Nein, in Arise ist er erst Anfang.

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Test Duncan Obenland - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Arise im Test: Der Tod ist das Ende? Nein, in Arise ist er erst Anfang.
Quelle: PC Games 

Arise ist ein liebevolles und ungewöhnliches Abenteuer. Wir verraten euch im Test, warum der Indie-Titel in eure Sammlung gehört.

Ein alter Mann, tot, aufgebahrt auf einem steilen Hügel; um ihn herum eine Gruppe von steinzeitlichen Menschen; einer der trauernden Anwesenden entzündet mit einer Fackel den Leichnam. Bereits die ersten Sekunden von Arise: A Simple Story führen uns zum wohl schwierigsten Teil eines Menschenlebens. Doch ist diese Bestattungsszene nicht, wie man vermuten mag, das Ende einer Geschichte. Nein, in Arise bildet sie den Anfang eines noch bevorstehenden Abenteuers. Arise erzählt, wie der Titel schon verrät, die simple und doch tiefgreifende Geschichte eines alten Mannes, der nach dem Tod die Stationen seines Lebens noch einmal durchläuft. In einzelnen Abschnitten wird der Spieler an die Hand genommen, über die Höhen und Tiefen, über schöne und tragische Momente im Leben des Namenlosen aufgeklärt und Stück für Stück in dessen Gefühlswelt hineingesogen.

Nach seinem Ableben findet sich unser Protagonist in einer verschneiten Berglandschaft wieder. Erweckt durch ein körperlos geflüstertes "Arise!", dem einzigen gesprochenen Wort im Spiel, erhebt sich unsere Figur aus dem Pulverschnee, um die ersten Schritte im Leben danach zu wagen. Nach einigen Metern machen wir Halt an einem eingekreisten Monument. Es ist eine der vielen Erinnerungen des alten Mannes. Als dieser diese längst vergessene Passage Revue passieren lässt, finden wir uns plötzlich in einer anderen Welt wieder, einer Welt von früher. Die Atmosphäre von Arise ist melancholisch und einzigartig, und das macht sich schon in den ersten Minuten bemerkbar.

Ein etwas anderes Jump & Run

Die Macher des Abenteuers gehen einige ungewöhnliche Wege. Ins Auge sticht zunächst die Wahl des Protagonisten, dieser ist nämlich nicht mehr der Jüngste. Die Entwickler möchten sich vom gängigen Klischee junger, fitter Jump&Run-Helden distanzieren und mit einem gealterten Helden ein ungewohntes Spielgefühl evozieren. Zwar knacken hin und wieder ein paar Knochen, ansonsten stellt sich der sanfte Bär aber alles andere als ungeschickt an! Ein deutlich ungewöhnliches Talent des alten Mannes ist gleichzeitig das Markenzeichen von Arise: die Zeitbeeinflussung. Nach seinem Ableben entdeckt die Spielfigur ihre Fähigkeit, den Fluss der Geschehnisse zu manipulieren. Wir springen also nicht nur über Stock und Stein und besteigen steile Felswände, sondern steuern über den rechten Analog­stick auch die Zeit. Auf diese Weise können wir etwa Wassermassen verdrängen und umgekippte Baumstämme oder abstürzende Felsen abfangen, damit wir Ebenen und Wege sicher passieren können. Ohne Beschränkungen lässt sich der Zeitverlauf jederzeit vor- und zurückspulen, später sogar einfrieren.
Wo Licht, da auch Schatten: Im späteren Verlauf werden nicht nur die Rätsel fieser, sondern auch die Erinnerungswelten des Protagonisten düsterer.  Quelle: PC Games  Wo Licht, da auch Schatten: Im späteren Verlauf werden nicht nur die Rätsel fieser, sondern auch die Erinnerungswelten des Protagonisten düsterer.  Dabei umfassen die übersprungenen Intervalle abhängig vom jeweiligen Level manchmal nur einige Stunden, manchmal mehrere Monate. Mal ändern sich durch unsere Taten die Anordnungen in der Umwelt nur geringfügig, mal erkennen wir einen Abschnitt nach einer Zeitmanipulation kaum wieder. Anfangs sind die Rätsel noch sehr selbsterklärend, später zieht der Schwierigkeitsgrad aber ordentlich an. Das Spiel mit der Zeit fühlt sich sehr dynamisch an und erinnert an das ähnlich funktionierende Feature aus Prince of Persia: The Sands of Time. Diese und ähnliche Umgebungsrätsel sind es, mit denen wir einen Großteil der Spielzeit verbringen. Richtige Gegner gibt es in Arise (bis auf ein paar dunkle Schattengestalten) dafür nicht.

Liebevolles Kunstwerk

Auch fernab der spannenden Spielmechaniken merkt man den Machern die Leidenschaft an, mit der sie an ihrem Herzensprojekt gewerkelt haben. Mitreißend ist der Schwellengang des alten Mannes zudem nicht nur aufgrund der berührenden Story und der Zeitmanipulationen. Die Welt, durch die wir uns bewegen, ist zudem wunderschön und strotzt nur so vor Atmosphäre. Für die perfekte Immersion sorgen unter anderem die sparsam genutzten Anzeigen auf dem Bildschirm, das smarte Worldbuilding und die wirklich beeindruckenden Farb- und Lichteffekte. Stilistisch passt das comicartige Design gut zur träumerischen Optik der Welten und erinnert stellenweise an den Look des 2018 erschienenen Souls-like Ashen. Absoluter Höhepunkt in Sachen Präsentation ist aber die musikalische Untermalung, die aus der Feder des vielfach ausgezeichneten Sounddesigners David Garcia stammt. Von ihm stammt etwa auch der Soundtrack des 2017 erschienenen Indie-Hits Rime. Optik und Musik greifen perfekt ineinander und dürften in einigen besonders intensiven Momenten selbst beim abgebrühtesten Zockerveteranen Gänsehaut auslösen.
Ein wichtiges Gameplayfeature ist die Zeitmanipulation. Hier haben wir gerade einen Felsbrocken aus der Versenkung geholt, um weiter zu gelangen. Quelle: PC Games  Ein wichtiges Gameplayfeature ist die Zeitmanipulation. Hier haben wir gerade einen Felsbrocken aus der Versenkung geholt, um weiter zu gelangen.

Kleinere Krankheiten

Viel zu nörgeln gibt es an Arise nicht. Vermisst haben wir dafür noch mehr Gründe, um die umliegende Welt zu erkunden. In den einzelnen Levels sind zwar einige Alternativrouten und versteckte Orte vorhanden. Da es aber nur eine Art von Sammelobjekt gibt, welches zudem kaum Mehrwert hat, vergeht einem schnell die Lust, vom primären Pfad abzuweichen. So hält sich auch der Wiederspielwert des etwa acht Stunden kurzen Abenteuers in Grenzen. Außerdem laufen trotz der prinzipiell intuitiven Steuerung einige Jump&Run-Einlagen nicht rund. Das liegt einerseits an den nicht ganz flüssigen bis hakeligen Animationen des weißen Riesen, andererseits an den nervigen Kameraperspektiven.
Akrobatische Einlagen und andere knifflige Passagen machen Arise zu einem abwechslungsreichen Abenteuer. Quelle: PC Games  Akrobatische Einlagen und andere knifflige Passagen machen Arise zu einem abwechslungsreichen Abenteuer. Letztere begünstigen zwar wunderschöne Kamerafahrten und cineastische Ausblicke, führen bei einigen Geschicklichkeitspassagen aber zu erheblichen Problemen. So sind Entfernungen zwischen Plattformen oft schlecht einschätzbar und (tödliche) Abgründe werden schnell mal übersehen. Da hilft nur Trial & Error. Ausgeprägter Frust kommt im Spiel aber trotz dieser kleinen Ungereimtheiten kaum auf. So bekommt man mit Arise: A Simple Story am Ende definitiv ein wertvolles Indie-Einzelstück serviert, das mit einer emotionalen Geschichte und spannendem Gameplay zu überzeugen weiß.

Meinung

Wertung zu Arise: A Simple Story (PS4)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Liebevoll erzählte GeschichteDurchdachtes GameplayToller SoundtrackSchönes LeveldesignFordernde Rätsel
Uninteressante SammelgegenständeStörrische KameraTeilweise hölzerne Animationen
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    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bonkic Mitglied
        schön, dass es noch 'nen test gibt.
        arise ist übrigens auch für pc und xbone erhältlich.
        unverständlich, weshalb das nicht zumindest erwähnt wird.
      • Von Bonkic Mitglied
        schön, dass es noch 'nen test gibt.
        arise ist übrigens auch für pc und xbone erhältlich.
        unverständlich, weshalb das nicht zumindest erwähnt wird.
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