Prime World Defenders: Clevere Tower Defense-Variante im Hands-on-Test

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Special Matthias Kolbe - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Prime World Defenders ist ein Tower Defense-Spiel, das seit kurzem für den PC über Steam erhältlich ist. Vielleicht denkt ihr euch jetzt: "Noch ein Tower Defense Game? Davon gibt es doch hunderte kostenlos im Browser." Warum es sich aber trotzdem lohnt, Prime World Defenders einmal anzuspielen und wodurch sich das Spiel von anderen Genrevertretern abhebt, schildert euch Matthias Kolbe in seinen Eindrücken und einem Video.

Prime World Defenders ist ein Tower Defense-Spiel. Diese kennen viele Leser mittlerweile hauptsächlich als kostenlose Browsergames oder Smartphone-Apps. Vielleicht fragt ihr euch deshalb jetzt auch, warum ihr euch mit Prime World Defenders vom russischen Entwickler Nival ein vollwertiges Spiel dieser Gattung kaufen solltet. Zumal es ja mit Plants vs. Zombies, Defense Grid und so weiter schon etliche andere erfolgreiche und bekannte Alternativen gibt. Kurzer Vorgriff zum Fazit: Weil das Spiel technisch sauber und vergleichsweise aufwendig gemacht ist, dazu ein paar Besonderheiten aufweist, die es von anderen Genre-Vertretern unterscheiden, und weil es einfach Spaß macht.

Bei Spielstart zeigt sich der Titelbildschirm zunächst recht spartanisch, was überrascht. Vor einem düsteren Hintergrund sieht man den Helden des Spiels, den man im Verlauf der Story repräsentiert und einige wenige Buttons, wie den für die Einstellungen. Dort kann man lediglich ein paar rudimentäre Einstellungen an der Lautstärke und der Bildschirmauflösung vornehmen. Sonstige Einstellmöglichkeiten bezüglich der Grafik gibt es nicht. Ansonsten ist hauptsächlich nur der prominent platzierte Play-Button relevant. Zwar stehen noch ein Online-Leaderboard, eine Auflistung der erreichten Achievements und eine Enzyklopädie mit Spielhintergründen zur Verfügung, aber vor dem ersten Spielstart ist das weniger interessant.

Ordentliche Story und Präsentation

Die Story wird mit stimmungsvoll vertonten Comic-Sequenzen erzählt. Quelle: PC Games Die Story wird mit stimmungsvoll vertonten Comic-Sequenzen erzählt. Die Geschichte des Spiels handelt von einer mystischen Fantasy-Welt, in der zwei verfeindete Fraktionen um die Vorherrschaft und um die magische Ressource "Prime" kämpfen. Als Spieler gehört man einer unabhängigen Gruppe an, die sich in unwirtlichen Gegenden mit den sogenannten "Touched" herumschlägt, das sind durch den Einfluss von Prime mutierte Monster. Die Story wird mit nett gemachten Zwischensequenzen und Dialogen im Spiel stimmungsvoll erzählt und sorgt dafür, dass man nicht einfach nur wahllos aneinandergereihte Matches spielt. Außerdem machen die englischen Synchronsprecher ihren Job sehr ordentlich, auch wenn die Charaktere mit mutigem Krieger, junger Zauberin und altehrwürdigem Gelehrten nur Stereotypen abdecken. Für ein Tower Defense-Spiel reicht das aber völlig aus und ist mehr, als ich erwartet hatte. Deutsche Texte und Sprachausgabe gibt es nicht, nur englische und russische.

Als ich das Spiel dann das erste Mal startete, überraschte es mich direkt mit einer vollvertonten Zwischensequenz im Stile eines vorgelesenen Comics, ähnlich wie beispielsweise bei Max Payne 2. Solche Zwischensequenzen, die die Geschichte des Spiels vorantreiben, werden gelegentlich vor Story-relevanten Hauptmissionen gezeigt. Zusätzlich kommen die Charaktere oft vor und nach einer Mission mit ebenfalls vertonten Textboxen zu Wort. Manchmal endet eine Mission auch mit einer kurzen Szene in Spielgrafik, in der z.B. ein Gebäude einstürzt oder ein wildes Monster erscheint.

Ansprechende Grafik und Art-Design

Nach jeder Mission erhält man neue Karten. So stockt man seinen Vorrat Türmen und Zaubern nach und nach auf. Quelle: PC Games Nach jeder Mission erhält man neue Karten. So stockt man seinen Vorrat Türmen und Zaubern nach und nach auf. Apropos Grafik: Bei Tower Defense-Spielen ist die Grafik ja meist nicht besonders aufwendig, da die Spiele oft auf Flash basieren und auf möglichst vielen Rechnern spielbar sein sollen. Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist, den Überblick auch in kritischen Situationen zu behalten. Dafür müssen die Türme und Einheiten direkt erkennbar sein, damit man diese im Eifer des Gefechts nicht fatalerweise verwechselt, was zu einem Verlust wertvoller Ressourcen und Zeit führen könnte. In spielen mit 2D-Grafik ist dieser Aspekt oft leichter umzusetzen, da man das Spiel meistens nur aus einer bestimmten Perspektive sieht und dadurch Einheiten von der grafischen Gestaltung her leichter unterscheidbar gestaltet werden können. Plants vs Zombies ist hierfür ein gutes Beispiel. Bei 3D-Strategie ist das schwieriger umzusetzen. Alleine schon deshalb, da die Kamera oft frei bewegbar ist und dadurch die Grafiker nie genau wissen, aus welcher Perspektive der Spieler seine Türme sieht.

Zum Glück war den Entwicklern von Prime World Defenders dieses Problem bewusst und alle Objekte wurden ausreichend eigenständig gestaltet. Das Art-Design hat einen leichten Comic-Stil und ist farbenfroh, aber nicht übertrieben bunt oder überzeichnet. Generell ist die Grafik recht hübsch und das Spiel läuft dank der offenen Unity-Engine immer flüssig, auch auf weniger leistungsstarken Rechnern. Die Levels sind mit Pflanzen, Ruinen und vielen Objekten schick gestaltet und nicht einfach nur eine blanke Baufläche. Häufig weisen die Karten auch Höhenunterschiede auf, die sich jedoch nicht auf den Trefferradius der Türme auswirken, sondern nur optischer Natur sind. Auch die Effekte wie Zaubersprüche oder Explosionen sind gelungen.

In Ruhe taktieren, dank Pausenfunktion

Im Pause-Modus werden die verfügbaren Bauplätze und die Laufwege der Monster angezeigt. Zudem kann man in Ruhe bauen sowie Zauber und Items einsetzen. Quelle: PC Games Im Pause-Modus werden die verfügbaren Bauplätze und die Laufwege der Monster angezeigt. Zudem kann man in Ruhe bauen sowie Zauber und Items einsetzen. Eine weitere Besonderheit ist die Pausenfunktion. Wie in einigen Rollenspielen (z.B. Baldur's Gate) und Strategietiteln wie Mass Effect oder X-Com kann man das Spiel jederzeit pausieren, um sich in Ruhe einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Praktischerweise kann man während der Pause weiter Türme bauen, abreißen, aufrüsten, Zauber anwenden und so weiter. Zudem werden während der Pause das Bauraster und die Laufwege der Monster angezeigt, sehr praktisch. Dadurch kann man sich jederzeit in Ruhe die Taktik für das weitere Vorgehen überlegen und läuft nicht Gefahr, sich im Eifer des Gefechts hektisch zu verklicken, sehr angenehm. Durch dieses Feature fühlte ich mich nie überfordert oder zu sehr gestresst. Da ich generell ein gemütlicherer Gamer bin und meist ruhigere Spiele bevorzuge, überfordern mich andere Tower Defense Spiele oft. In Prime World Defenders kann ich, ähnlich wie in Aufbaustrategietiteln á la Anno oder Die Siedler, ganz entspannt an meiner Taktik feilen. Für mich ein riesiger Pluspunkt.

Genial: Das clevere Sammelkartensystem

Wie das Kartenspiel Magic: The Gathering basiert Prime World Defenders auf einem Sammelkartensystem. Der Clou dabei: Jeder Turm, jeder Zauber und jedes Item sind eine eigene Karte. Wie in einem guten Hack & Slay wird man direkt gehend süchtig nach neuem Loot in Form von Karten. Und genau wie im realen Vorbild muss man sich je nach persönlichem Spielstil und den Anforderungen der Missionen vor einem Match genau überlegen, wie man sein Deck gestaltet, da immer nur eine begrenzte Anzahl Karten gleichzeitig zur Verfügung stehen. Das führt zu taktischen Überlegungen wie "Nehme ich die Luftabwehrtürme oder doch lieber das Lasergeschütz mit?".

Motivierende Rollenspielelemente

In der Forge können mehrere Karten zu stärkeren Versionen kombiniert werden. Quelle: PC Games In der Forge können mehrere Karten zu stärkeren Versionen kombiniert werden. Je nach Spielweise bietet Prime World Defenders auch eine vergleichsweise lange Spielzeit. Vor jeder Hauptmission kann man beliebig oft aus drei optionalen Nebenmissionen in den Schwierigkeitsgraden leicht bis schwer wählen. Als Belohnung stellen diese Geld und Erfahrungspunkte in Aussicht, die zwischen den Missionen in neue Skills und Items investiert werden können.
Durch diese Rollenspielelemente und das ständige Sammeln und Verbessern meines Kartendecks habe ich mich schon innerhalb der ersten zehn Spielstunden oft dabei erwischt, wie ich auf der Jagd nach neuem Loot eine optionale Partie nach der anderen gespielt habe. Wie in vielen Rollenspielen, besonders asiatischen, kann man sich das Vorankommen im Spiel an einigen Stellen erleichtern, indem man zuvor fleißig grindet und sich dadurch einen Vorteil verschafft.

Da das grundlegende Gameplay unerschütterlich ist und die einzelnen Partien nicht zu lange dauern, artet dieser Part jedoch nicht allzu sehr aus. Tower-Defense-Profis dürften ohnehin auch ohne exzessives Leveln vorwärts kommen. Für unerfahrenere Spieler wird dadurch dafür aber die Lernkurve bei Bedarf etwas entschärft und die Gefahr, im Spiel stecken zu bleiben, wird gesenkt.

Karten leveln in der Schmiede

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Prime World Defenders ist die sogenannte "Forge". Dahinter verbirgt sich ein Menü, in dem ihr erspielte Karten miteinander fusionieren und dadurch in Level und Effektivität steigern könnt. Ich selbst konnte beispielsweise mit einigen Türmen gar nichts anfangen und habe diese nie gebaut, da sie nicht zu meiner Spielweise passen. Umso besser, da ich deren Karten dann mit denen aus meinem Kartendeck verschmolzen habe und dadurch meine Lieblingstürme noch stärker wurden. Auch Zauber und Fallen kann man miteinander zu stärkeren Versionen kombinieren. Ein sehr cooles Feature.

Fazit: Empfehlenswert

Ich selbst habe bereits über zehn Stunden gespielt und bin erst bei Story-Level neun von 23 angekommen. Den Rest der Zeit habe ich in optionalen Missionen verbracht. Ich finde, das ist ein gutes Zeichen und spricht absolut für das Spiel. Damit habe ich es zu dem Zeitpunkt, an dem ich diesen Text verfasse, auch noch längst noch nicht durchgespielt. Aber dank der zuvor beschriebenen Eigenschaften werde ich das aber unbedingt noch nachholen. Allen Fans von Tower Defense kann ich Prime World Defenders aufgrund des mehr als soliden Gameplays mit großem Umfang, dem Twist mit den Sammelkarten und der schicken Aufmachung absolut empfehlen. Für interessierte Neulinge ist es aufgrund des quasi-variablen Schwierigkeitsgrades und der Pausenfunktion zudem ein schöner Einstieg ins Genre und somit den Preis von 13,99 Euro absolut wert.

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    • Kommentare (7)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Svatlas Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von MaxFalkenstern
        Unser Praktikant. :)


        Da habt ihr aber einen guten Praktikant :D Habe mir direkt mal die Demo geholt und angezockt. Wie im Artikel schön beschrieben, macht es wirklich viel Laune und überlege es zukaufen. Für 15 Euro kann man da bestimmt nix falsch machen.

        Zitat von Thorismund
        ich habs schon vorher im early access geholt - ich kann nur sagen anfangs machts spass - später wenn man die bonus level abgrinded, für upgrades ohne die es sonst sehr schwer wird manche karten zu bestehen, wirds aber auch eintönig
        Ist das nicht mit jedem Game, was man spielt? Wenn man bedenkt das man für 15 Euro mehr als 20 Std Spielzeit bekommt, ist das doch ein Schnäppchen. Viele Vollpreistitel schaffen es ja nicht mal mehr die 8 Std..... Kein Spiel dieser Welt schafft es einen dauerhaft für immer zu motivieren. Nur leider vergessen das viele :) Daher darf so ein Titel auch früher müde werden^^
      • Von Svatlas Spiele-Enthusiast/in
        Zitat von MaxFalkenstern
        Unser Praktikant. :)


        Da habt ihr aber einen guten Praktikant :D Habe mir direkt mal die Demo geholt und angezockt. Wie im Artikel schön beschrieben, macht es wirklich viel Laune und überlege es zukaufen. Für 15 Euro kann man da bestimmt nix falsch machen.

        Zitat von Thorismund
        ich habs schon vorher im early access geholt - ich kann nur sagen anfangs machts spass - später wenn man die bonus level abgrinded, für upgrades ohne die es sonst sehr schwer wird manche karten zu bestehen, wirds aber auch eintönig
        Ist das nicht mit jedem Game, was man spielt? Wenn man bedenkt das man für 15 Euro mehr als 20 Std Spielzeit bekommt, ist das doch ein Schnäppchen. Viele Vollpreistitel schaffen es ja nicht mal mehr die 8 Std..... Kein Spiel dieser Welt schafft es einen dauerhaft für immer zu motivieren. Nur leider vergessen das viele :) Daher darf so ein Titel auch früher müde werden^^
      • Von Worrel Mitglied
        Zitat von Chronik
        ... wenn ich kein bock mehr darauf habe (weil es zu langweilig ist oder zu schwer ist) was machen ich dann, ...
        ... dann solltest du vielleicht vorher die Demo anspielen?
        ... und dasnn bei Interesse, aber zu hohem Preis den nächsten Sale dafür abwarten. Wenn man sich das SPiel auf die Wunschliste setzt, bekommt man sogar eine EMail, wenn's dafür einen Sale gibt :-)
      • Von Chronik Mitglied
        Finde das Game, nach diesem Video, auch ziemlich interessant.
        Was mich nur stört ist dieser Steam Zwang. Ich habe zwar Steam aber für so ein Game (was noch nicht mal die deutsche Sprachausgabe hat) 13 EUR hin blättern und wenn ich kein bock mehr darauf habe (weil es zu langweilig ist oder zu schwer ist) was machen ich dann, zurück geben kann ich es ja schlecht (sonst würde ich es mir ausleihen)?
      • Von MaxFalkenstern Mitglied
        Zitat von LordCrash
        Sorry, aber wer ist Matthias Kolbe???

        Unser Praktikant. :)
      • Von LordCrash Mitglied
        Sorry, aber wer ist Matthias Kolbe???
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