Homefront im Test: Kein Call of Duty-Killer, aber ein vor Atmosphäre strotzender Shooter

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Test Jürgen Krauß Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Egal wo es Sie hinverschlägt: Das Amerika in dieser Zukunftsvision ist bereits schwer gezeichnet. Vor allem solche ruhigen Momente bewegen.
Quelle: THQ

Homefront schafft es nicht, Call of Duty oder Battlefield den Rang abzlaufen. Dafür ist das Spiel von zu vielen Unzulänglichkeiten geplagt. Doch eines schafft THQ, was andere nicht zu bewerkstelligen im Stande sind: eine erdrückende Atmosphäre ohne Fremdschäm-Faktor.

Im Homefront-Test haben wir die Widersacher so sehr gehasst, wie in keinem Spiel zuvor. Mit vielen verstörenden Szenen baut Kaos Studios ein ebenso abscheuliches wie atmosphärisch großartiges Feindbild auf, angesichts dessen wir keine Skrupel hatten, den Abzug zu betätigen. Nur schade, dass uns schon nach einem Nachmittag die als Pixelsoldaten getarnten Zielscheiben ausgingen - der Kampf um die Freiheit ist ebenso intensiv wie furchtbar kurz. Schade außerdem, dass die Technik nicht hundertprozentig rund läuft. Schade, dass das Ende nicht so toll ist. Schade, dass die zweite Spielhälfte etwas an Spannung verliert. Schade, dass Homefront nicht ganz der Überknaller geworden ist, den wir uns für das Studio gewünscht hatten. Unterm Strich bleibt jedoch trotzdem ein großartiges Spiel - allerdings mit ein paar Abzügen in der B-Note.

In einem Stadion haben die Koreaner ein Massengrab ausgehoben. Ein Kollege dreht durch und beschert uns ein Feuergefecht. Am Ende müssen wir uns im Leichenhaufen verstecken. Übel! Quelle: THQ In einem Stadion haben die Koreaner ein Massengrab ausgehoben. Ein Kollege dreht durch und beschert uns ein Feuergefecht. Am Ende müssen wir uns im Leichenhaufen verstecken. Übel! Dichte Atmosphäre
Eine Schnellzusammenfassung der Vorgeschichte: Amerika im Jahr 2027, die Nordkoreaner sind gerade dabei, das Land vollends zu unterwerfen. Ein wenig Militär, ein bisschen Widerstand, viel mehr ist da nicht mehr zwischen dem Volk aus dem Osten und der einst so großen Nation in Übersee. Sie sind natürlich in den Reihen der Rebellen zu finden und spielen als ehemaliger Pilot eine wichtige Rolle bei der Beschaffung von Treibstoff für das finale militärische Aufgebot. Für den großen Showdown. Für das letzte Gefecht. Ohne Zweifel ist Homefront vor allem eine erfrischende Erfahrung. Der stimmungsvolle Einstieg und die ehrlich emotionalen Momente sorgen für tolle Atmosphäre.

Die Call-of-Duty-Serie: Alles zu den spannenden Action-Shootern!

Tolle Inszenierung
Krasse Szenen, die wir nur als Zuschauer erleben dürfen, knackige Schusswechsel, Rail-Shooter-Passagen, Goliath-Einlagen, Heliflüge und sogar ein Schleichlevel sorgen dafür, dass wirklich an keiner Stelle Abnutzungserscheinungen auftreten. Wir danken Homefront aber dafür, dass es zeigt, wie moderne Spiele Atmosphäre und Spannung erzeugen können, ohne dabei auf lächerliche Übertreibungen, überpatriotischen Schmonz und Bombast im Sekundentakt zu setzen. Ja, Call of Duty, du bist gemeint! Mit seiner zwar wenig plausiblen, aber überwiegend schlüssig vorgetragenen Geschichte trifft Homefront gleich ein ganzes Nervenbündel. Die unterjochten Amerikaner, die Leichen, die achtlos in eine Grube geworfen werden, die Frau mit dem Baby, der wir versehentlich einen Kugelhagel bescheren, das Leid, die Schmerzen, die Wut - das alles wirkt plastisch, bewegend und überzeugend. Sie haben unterwegs zeitweise das Gefühl, die Besetzer wirklich bekämpfen zu wollen!
Auch geben sich die amerikanischen Entwickler erstaunlich selbstkritisch und porträtieren in einem Level einen Haufen unpatriotischer Hinterwäldler, die sich überhaupt nicht um die Lage der Nation scheren und vor Plünderung und "Friendly Fire" keineswegs zurückschrecken. Solch eine erquickende Spiel-Erfahrung finden Sie sonst nur ganz selten.

Tempo-Wechsel
Das Werk der Kaos Studios erstrahlt durchgehend in einem ansprechend eigenständigen Look & Feel - wobei Sie für das "Feel" ein wenig Gewöhnung brauchen: Das Tempo, die engen Levelgrenzen, und das Waffen-Feedback - daran müssen Sie sich gewöhnen. Einmal geschehen, punktet Homefront dann aber mit seinem teilweise flotten Tempo und den gut inszenierten Action-Pausen. Immer wieder unterbrechen wirklich schöne Story-Sequenzen das Dauerfeuer. Der "Look" hat zwar auch seine schwachen Momente, ist aber weit von einem "Schlecht" oder "Unzureichend" entfernt.

Bildergalerie

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  1. Seite 1 Homefront-Test: Die positiven Aspekte
  2. Seite 2 Homefront-Test: Die negativen Aspekte und die Wertung
    • Kommentare (83)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von golani79 Mitglied
        Homefront hab ich eher positiv in Erinnerung - das einzige Manko war dann die doch sehr, sehr kurze Spielzeit.

        Habs damals auf der höchsten Stufe gespielt - bin zwar schon des Öfteren gestorben, aber hätte jetzt nicht großartige Probleme gehabt, zu erkennen, warum ich ins Gras gebissen hab.
        Die Helimission hab ich auch schon beim 2. Versuch ohne größere Probleme geschafft.
      • Von golani79 Mitglied
        Homefront hab ich eher positiv in Erinnerung - das einzige Manko war dann die doch sehr, sehr kurze Spielzeit.

        Habs damals auf der höchsten Stufe gespielt - bin zwar schon des Öfteren gestorben, aber hätte jetzt nicht großartige Probleme gehabt, zu erkennen, warum ich ins Gras gebissen hab.
        Die Helimission hab ich auch schon beim 2. Versuch ohne größere Probleme geschafft.
      • Von caliko Anwärter/in
        Zitat von Chemenu
        Keine Sorge, das wird schon wieder. :-D
        Die Helikopter-Mission hatte ich nach 2 Jahren total vergessen. Musste mir grad ein Video davon ansehen um...

        ... Verdammt! :-S :-B

        Ich möchte mich aufrichtig dafür entschuldigen sollte ich bei Dir irgendwelche vergessen geglaubten Traumata hervorgeholt haben :P

        Sniper habe ich bislang umschifft. Wird wohl auch dabei bleiben....
      • Von Chemenu Nerd
        Zitat von caliko
        Ich weiss, ich bin hoffnungslos zu spät zur Party, aber ich muss hier mal kurz meinen Frust loswerden.
        Ich hab mal wieder Lust auf Shooter gehabt & bin auf der suche nach etwas, was ich noch nicht gezockt habe über Homefront gestolppert. Setting klang ok & Grafik geht für mich auch in Ordnung aber...
        so sehr ich das Spiel auch mögen möchte, es gelingt nicht. Oder besser gesagt: einer der schlechtesten Shooter, die ich gezockt habe.
        Schwierigkeitsunabhängig segne ich immer mal wieder das Zeitliche ohne zu wissen warum bzw durch wen. eine Stelle musste ich viermal wiederholen und weiss bis jetzt nicht was mich jedesmal erwischt haben sollte... An anderen Stellen werde ich durch Scripts umgenietet weil ich offensichtlich nicht da stand wo das Spiel mich erwartet hätte usw.
        Und dann die Begleiter. Das Spiel schafft es gut zu Beginn den Gegner als solchen zu etablieren aber bereits nach kurzer Zeit wollte ich vorallem meine Begleiter loswerden, die mich entweder irgendwo gefühlte Ewigkeiten warten lassen oder gerne auch mal ungefragt in meine Schusslinie laufen oder, besonders nett, mich aus der Deckung drängen.
        Und dann wäre da noch die Helikoptermission, die ich wohl auch mit schwerstem Alkoholmissbrauch nicht mehr werde verdrängen können...

        Das Spiel hat wie gesagt ein gutes Setting und atmosphärisch ein paar nette Ansätze aber die Umsetzung ist schlicht unterirdisch

        /rant over

        //am besten vor zwei Jahren lesen!

        Keine Sorge, das wird schon wieder. :-D
        Die Helikopter-Mission hatte ich nach 2 Jahren total vergessen. Musste mir grad ein Video davon ansehen um...

        ... Verdammt! :-S :-B

        Das mit den plötzlichen Toden kenne ich gut aus Sniper: Ghost Warrior. Bin bei einer Stelle bestimmt 30 mal gestorben ohne einen Feind zu sehen. Irgendwann hab ich dann entdeckt, dass hinter und über mir auf einer Klippe ein Gegner spawnt, genau an der Stelle wo ich herkam (die Gegend war also gesäubert). Ist man rückwärst über einen bestimmten Punkt gelaufen konnte man der Sau sogar beim Spawnen zusehen. So ein Mission-Design ist echt fubar.
      • Von caliko Anwärter/in
        Ich weiss, ich bin hoffnungslos zu spät zur Party, aber ich muss hier mal kurz meinen Frust loswerden.
        Ich hab mal wieder Lust auf Shooter gehabt & bin auf der suche nach etwas, was ich noch nicht gezockt habe über Homefront gestolppert. Setting klang ok & Grafik geht für mich auch in Ordnung aber...
        so sehr ich das Spiel auch mögen möchte, es gelingt nicht. Oder besser gesagt: einer der schlechtesten Shooter, die ich gezockt habe.
        Schwierigkeitsunabhängig segne ich immer mal wieder das Zeitliche ohne zu wissen warum bzw durch wen. eine Stelle musste ich viermal wiederholen und weiss bis jetzt nicht was mich jedesmal erwischt haben sollte... An anderen Stellen werde ich durch Scripts umgenietet weil ich offensichtlich nicht da stand wo das Spiel mich erwartet hätte usw.
        Und dann die Begleiter. Das Spiel schafft es gut zu Beginn den Gegner als solchen zu etablieren aber bereits nach kurzer Zeit wollte ich vorallem meine Begleiter loswerden, die mich entweder irgendwo gefühlte Ewigkeiten warten lassen oder gerne auch mal ungefragt in meine Schusslinie laufen oder, besonders nett, mich aus der Deckung drängen.
        Und dann wäre da noch die Helikoptermission, die ich wohl auch mit schwerstem Alkoholmissbrauch nicht mehr werde verdrängen können...

        Das Spiel hat wie gesagt ein gutes Setting und atmosphärisch ein paar nette Ansätze aber die Umsetzung ist schlicht unterirdisch

        /rant over

        //am besten vor zwei Jahren lesen!
      • Von Vdaci NPC
        Bin gerade ziemlich am kämpfen, dieses Spiel nicht anderweitig als Frisbee zu missbrauchen, ich bin von der KI völlig enttäuscht, wenn ich z.B ein Abschnitt geschafft habe und es zum Übergang kommt, also zum nächsten Abschnitt, muss ich öfter mal Minutenlang warten, bis es endlich weiter geht, es kommt auch schon mal vor, dass es gar nicht weiter geht und ich den Abschnitt erneut absolvieren muss.

        Sich allerdings wegen einer Grafik aufzuregen, wie es Chancaine gemacht hat, ist übertrieben, Spiele wie Minecraft bringen meine GraKa zwar nicht zum Brennen aber es ist trotzdem ein Klasse Spiel.

        Ich halte euch (Falls es überhaupt einer liest) auf dem Laufenden, was ich mit dem Game mache.
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