Test zu Hogwarts Legacy: Ein magisches Erlebnis für Potter-Fans
In unserem großen Test zu Hogwarts Legacy verraten wir euch spoilerfrei alle Infos zum kommenden Fantasy-Spektakel - und warum es ein echtes Highlight ist!
Take me to the Moon
Sinnvoll umgesetzt wurde auch das Fliegen mit dem Besen. Den schalten wir nach ein paar Spielstunden frei und benutzen ihn von da an ständig. Die Steuerung funktioniert hervorragend, man ist rasant in der offenen Welt unterwegs und es fühlt sich fantastisch an, durch die Lüfte zu sausen. Der Ausblick über Hogwarts und die angrenzenden Ländereien ist genial, manchmal fliegt man auch weite Strecken, anstatt die Schnellreise zu benutzen, einfach, weil das Gefühl wirklich super ins Spiel übertragen wurde. Zwar wesentlich unpraktischer, aber dafür sogar noch cooler sind die fliegenden Reittiere, die wir später freischalten. Die machen eigentlich genau das gleiche wie der Besen, außer, dass sie sich ein klein wenig langsamer und weniger wendig anfühlen. Was ist aber der große Vorteil davon, etwa einen Hippogreifen zu fliegen? Es ist einfach viel epischer, auf einem fantastischen Wesen durch die Lüfte zu sausen, als auf einem magischen Stock!
Es gibt nur wenige Orte und Momente, die es nicht erlauben, dass geflogen wird. Über Hogsmeade herrscht Flugverbotszone, ebenso innerhalb des Schlosses und während Hauptmissionen. In und über Schlosshöfen oder Brücken zwischen den Hogwarts-Türmen dürfen wir übrigens fliegen, landen und spektakuläre Stunts vollführen. Richtig flott geht es mit der Schnellreise. Dafür wurden in der Welt und im Schloss großzügig Punkte verteilt, zu denen man durch das Flohpulver-Netzwerk reisen kann.
Keine Verteidigung gegen die dunklen Künst
Findet man sich am falschen Ort wieder, steht man natürlich auch mal den falschen Leuten gegenüber und muss kämpfen. Allerdings: Die Gegner-KI ist nicht die hellste und wenn man wegrennt, hat sie einen schnell wieder vergessen. Daher ist leises Vorgehen auch nicht sonderlich schwierig.
Trotzdem machen die Kämpfe sehr viel Laune. Wir verfügen über einen namenlosen Standardzauber, eine Block-Konter-Mechanik und die erwähnten Zauberklassen. Unsere Gegner erzeugen farbige Schutzschilde, die mit der richtigen Art von Zauber gekontert werden können. Das Coole ist, dass jeder Zauber auch eine einzigartige Fähigkeit hat und nicht nur die Farbkodierung ausschlaggebend ist. Dadurch hat man die Möglichkeit, verschiedene Taktiken auszuprobieren und entwickelt so einen eigenen, magischen Kampfstil.
Neben den Grundmechaniken gibt es noch eine andere Art, um Schaden auszuteilen: Alte Magie. Bereits im Vorfeld des Release haben wir davon gehört, nun wissen wir, dass sie eine Mischung aus dem Schleudern von Gegenständen und spektakulären, brutalen Todesstößen ist. Für Letztere müssen wir zunächst eine Leiste aufladen, können also nicht ständig Finisher-Moves raushauen.
Quelle: Warner Bros .Games
Hogwarts Legacy im Test: Ein magisches Erlebnis für Potter-Fans (8)
Das führt die gesamte Diskussion, um die Verwendung der unverzeihlichen Flüche im Spiel leider ad Absurdum. Denn wir töten nicht nur wenige Leute, die uns mal feindlich gesinnt sind, sondern hunderte von Gegner. Neben ein paar Spinnen und wilden Hunden murksen wir vor allem Kobolde und noch viel mehr Menschen in Gestalt von schwarzen Magiern und Wilderern.
Dass es sich dabei um Morde handelt und wir die anderen nicht nur bewusstlos schlagen, wird explizit auch benannt, wenn auch nicht wirklich kommentiert. Eine ähnliche Rolle haben die unverzeihlichen Flüchen.
Diese haben es ins Spiel geschafft und müssen über eine Nebenmission freigespielt werden, die sich uns im entsprechenden Moment richtiggehen aufdrängt, wir müssen sie also nicht suchen gehen.
Wir lernen jeden Fluch einzeln, aber nur, wenn wir das wollen. Wir können die Quest auch machen und uns gegen die Flüche entscheiden oder einfach nicht alle lernen. Die tatsächliche Nutzung der Flüche hat aber keine wirklichen Konsequenzen. Zumindest abseits der Story, in der sie als sehr schlimmes Verbrechen dargestellt werden.
Und genau das ist eine große Schwäche von Hogwarts Legacy: Das Gameplay ist gut, die Story ist gut, aber die beiden Elemente passen irgendwie nicht komplett zusammen. Ein Moralsystem, wie es ursprünglich für das Spiel geplant war, hätte hier wohl Wunder gewirkt. Es funktioniert natürlich auch so, aber ein bisschen inkonsequent ist es trotzdem.
Auf gewisse Weise unterstützt das Spiel es sogar, wenn wir uns der bösen Seite zuwenden. Wir haben die Möglichkeit, Talentpunkte in einer Art Fähigkeitenbaum für die dunklen Künste freizuschalten, wodurch alles, was wir dahingehend tun, sogar noch böser und schlimmer wird.
Aber auch die restlichen Zauber können verbessert werden, ebenso die Tränke, die wir nutzen. Die verteilbaren Talentpunkte, die wir erhalten, reichen nicht, um alle Skills freizuschalten und die Verteilung kann auch nicht zurückgesetzt werden. Hier ist also Vorsicht geboten, will man nicht als verskillter Magier enden.

Die Dialoge sind schlecht geschrieben (und in der deutschen Version zudem auch schlecht vertont) und uninspiriert. Hier wird viel geschwafelt, aber echter Inhalt ist rar. Die Story ruht zur Hälfte auf der "Du bist zufällig ein Auserwählter und hast eine besondere Macht, mit der Du alle retten wirst"-Prämisse (lame) und zur anderen Hälfte auf einer erstaunlich unsympathischen "Hey, hier gibt es ein unterdrücktes und versklavtes Volk, das rebelliert! Das musst Du aufhalten, weil ein paar von denen sind gar nicht nett"-Erwartung. Der oder die Hauptcharakter hat 0 Hintergrundgeschichte und wirkt die ganze Zeit leicht dümmlich neben sich stehend. Wahrscheinlich ist er einfach zu begeistert von allem, um den Kopf anzuschalten. Er passt damit aber gut zu den Nebencharakteren, die eindimensional und uninteressant bleiben.
Dazu kommt eine Open World, die riesig, aber leer ist. Da das Gameplay größtenteils aus Kämpfen besteht (okay, eigentlich besteht es größtenteils aus besagten langweiligen Dialogen und rumlatschen), fällt zudem die mangelnde Gegnervielfalt negativ auf. Kämpfen ist Anfangs cool, nutzt sich aber schnell ab - und das liegt nicht nur an den wenigen Gegnertypen (5? 6?). Im wesentlichen erscheint über dem Kopf des Helden in Kämpfen eine Warnung, wenn es eine Taste zu drücken gilt. Mit der werden die jeweils nacheinander angreifenden Gegner gekontert und im Anschluss Schaden gemacht. Wer will, darf noch ein paar schicke Zauber dazwischen kloppen, aber das "warte auf Benachrichtigung, drücke Taste und repeat"-System bildet den Core. Bei mir war schnell die Luft raus.
Optisch sieht das Spiel durchaus gut aus, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Im Gegenteil! Während die Kulissen (bzw. Hogwarts) toll sind, sind die Charaktere und Animationen ein bisschen altbacken. Leider ruht sich das Spiel auch zu sehr darauf aus, die Locations aus den Filmen nachzubilden, statt dem Potter-Universum irgendwo etwas neues hinzuzufügen. Im Vergleich zu anderen Open-World-Spielen ist die Welt auch leblos. Praktisch alle Charaktere stehen fest an ihren Stellen und warten, dass wir sie ansprechen, um ihre "hol dies, bring das"-Aufgaben zu erfüllen. Ich meine, es muss ja keine interaktive Welt wie GTA oder RDR sein, aber hier ist nun wirklich gar nichts los. Anyway, lets talk about the music: Harry Potter hatte einen ikonischen Soundtrack, was kann da schief gehen? Well, kurioserweise war der originale Soundtrack offenbar zu teuer, stattdessen wurde versucht, "so ähnlich" zu klingen lol (honestly, der Soundtrack ist eine der großen Enttäuschungen dieses Spiels, sofern einem sowas wichtig ist).
Habe ich etwas vergessen? Ich weiß es nicht. Ich habe 15 Stunden gespielt, Spaß hatte ich dabei nie wirklich. Ich hatte gedacht, ich finde mich mit den Unzulänglichkeiten ab und habe trotzdem meinen Spaß mit Sammeln und Entdecken und Kämpfen. Letztlich gab es mir aber viel zu viel Zeug (mit viel zu wenig Nutzen) zu sammeln, wirklich etwas entdecken lässt sich nicht (man hat eine Weltkarte, auf der jede Kleinigkeit mit Icons markiert ist. Wer will darf die Ausmachen, aber was bringts? Die offene Welt besteht, polemisch gesagt, aus Kopien der immer selben Goblin-Lager sowie Kopien der immer selben Höhlen), und Kämpfen wird schnell langweilig. Genauso wie übrigens der Unterricht und die verteilten Minispiele. Nichts davon wirkt wirklich gut gemacht, nichts davon macht wirklich Spaß. Mir zumindest nicht. Man braucht imo eine dicke Harry-Potter-Fanbrille, um mit diesem Spiel glücklich zu werden und ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich viele Spieler bis zum Ende spielen.
Ich empfinde diese Bewertung hier als eines der größten Fehlurteile der letzten Jahre. Gerade für Fans wirkt das Spiel natürlich total reizvoll. Hier wäre es imo wichtig gewesen, darauf hinzuweisen, dass es sich nur um ein durchschnittliches Spiel mit vielen Mängeln handelt, dass geneigte Fans aber trotzdem glücklich machen könnte, sofern sie darüber hinwegsehen.
https://www.pcgames.de/Ho...
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Das wäre schon ziemlich Asbach.
Sag mir bitte nicht, dass Hogwarts so ein 90er Jahre Style Einstellungsmenü vor dem eigentlichen Spielstart hat?
Das wäre schon ziemlich Asbach.