Test zu Hogwarts Legacy: Ein magisches Erlebnis für Potter-Fans
In unserem großen Test zu Hogwarts Legacy verraten wir euch spoilerfrei alle Infos zum kommenden Fantasy-Spektakel - und warum es ein echtes Highlight ist!
Auch an den Charakteranimationen wurde offenbar gespart. Das, oder jeder Mensch im 19. Jahrhundert hatte die Angewohnheit, seine Hände vor sich gefaltet zu halten, während er spricht. Außerdem gibt es etliche Clipping-Fehler. Die Charaktermodelle sind wirklich hübsch und die Mäntel, Umhänge und Schals sind toll designt. Aber in Bewegung entwickeln die Kleidungsstücke schnell ein Eigenleben und flattern wild um uns herum und durch uns durch. Zum Glück kann man optionale Kleidungsstücke ausblenden, denn auf Dauer stört das. Allerdings: Fast alle Problemchen abseits von Performance beziehen sich auf Kosmetisches und wie die Welt aussieht. Der einzige Dämpfer in der Handlung ist die Einteilung in unser Haus am Anfang des Spiels, die im Vergleich zum Rest erstaunlich lieblos umgesetzt wurde. Hier verlassen sich die Entwickler vielleicht zu sehr darauf, dass man sich mit seinem Wizarding-World-Account verbindet und von dort seine Testdaten überträgt, also von der offiziellen Zaubererwelt-Website.
Ein weiteres Performance-Probleme ist, dass man oft sieht, wie Objekte und Strukturen nachladen. Besonders wenn man fliegt und einen weiten Blick hat, aber auch im Schloss in relativ engen Gängen ist das vorgekommen.
Das passierte sowohl auf der PS5 als auch auf unserem leistungsstarken Test-PC. Wobei wir bei letzterem einmal sogar das Problem hatten, dass uns die Levelgeometrie um die Ohren geflogen ist, was sich durch einen simplen Neustart aber lösen ließ.
Sieht einfach gut aus
Schaut man über diese Stolpersteine hinweg, dann bekommt man ein wirklich schönes Spiel spendiert, das mit seiner Grafik und vor allem spektakulären Kulissen überzeugen kann. Die Gesichter wirken sehr lebendig und man kann von ihnen sogar komplexe Emotionen ablesen, die jeweils zum Geschehen passen. Auch die Animationen der Figuren wirken sehr glaubhaft.
Überhaupt ist die Welt sehr stimmig und gerade als Fan fühlt man sich schnell zu Hause. Die Areale im Schloss sind besonders stark von den filmischen Vorlagen inspiriert, außerhalb hat man sich stärker von bestehenden Interpretationen gelöst und trotzdem darauf geachtet, eine Welt zu erschaffen, durch die man gerne streift.
Bezüglich der Frage, ob Hogwarts Legacy Spaß macht, wenn man kein Fan ist, planen wir gerade noch einen weiteren Artikel für euch, für den Kollege Chris Dörre sich ohne jegliches Wissen über Harry Potter vor das Spiel gesetzt hat. Klar ist aber: Hogwarts Legacy macht natürlich mehr Spaß, wenn man die Serie kennt, weil es einen dann emotional einfach anders abholt.
So viele Orte, die wir erkunden, sorgen für ein erstauntes Innehalten. Wenn man in Hogsmeade in alle Läden hineinlaufen darf, zauberhafte Scherzartikel und Butterbier feilgeboten bekommt, dann freut einen das einfach mehr, wenn man die Bücher gelesen oder die Filme geschaut hat.
Quelle: Warner Bros .Games
Hogwarts Legacy im Test: Ein magisches Erlebnis für Potter-Fans (1)
Hogwarts bietet aber nicht nur viel Fanservice, sondern vor allem guten Fanservice. Man merkt an jeder Ecke, dass die Entwickler mit Herz und Seele dabei waren. Ständig stoßen wir auf liebevolle Details, die in uns nostalgische Erinnerungen wachrufen. Dazu gehören Deko-Objekte, ganz viel verstreute Lore und kleine Nebenquests.
Auf den visuellen Eisbecher mit Fanservice-Sahne kommt noch die musikalische Kirsche obendrauf. Euch erwartet nicht direkt der Soundtrack aus den Filmen, aber die Musik ist schon verdammt nah dran und einfach richtig gut. Angst vor exzessiver Dauerbeschallung muss man aber nicht haben.
Die Entwickler haben eine gute Mischung gefunden, wann Szenen bombastisch untermalt gehören und wann es eher ruhig zugehen sollte. Das restliche Sounddesign gestaltet sich ebenfalls rundum gelungen und die deutsche Synchronisation ist sehr professionell.
Bildergalerie
Das Ergebnis ist eine Inszenierung, die überzeugen kann und uns viele Stunden lang die olle Muggel-Welt vergessen lässt. Das gelingt besonders gut im Raum der Wünsche, der mit seinen Tiergehegen ein wahrlich magisches Erlebnis bietet und ansonsten quasi als Basis für unseren Zauberschüler und seine Freunde dient.

Die Dialoge sind schlecht geschrieben (und in der deutschen Version zudem auch schlecht vertont) und uninspiriert. Hier wird viel geschwafelt, aber echter Inhalt ist rar. Die Story ruht zur Hälfte auf der "Du bist zufällig ein Auserwählter und hast eine besondere Macht, mit der Du alle retten wirst"-Prämisse (lame) und zur anderen Hälfte auf einer erstaunlich unsympathischen "Hey, hier gibt es ein unterdrücktes und versklavtes Volk, das rebelliert! Das musst Du aufhalten, weil ein paar von denen sind gar nicht nett"-Erwartung. Der oder die Hauptcharakter hat 0 Hintergrundgeschichte und wirkt die ganze Zeit leicht dümmlich neben sich stehend. Wahrscheinlich ist er einfach zu begeistert von allem, um den Kopf anzuschalten. Er passt damit aber gut zu den Nebencharakteren, die eindimensional und uninteressant bleiben.
Dazu kommt eine Open World, die riesig, aber leer ist. Da das Gameplay größtenteils aus Kämpfen besteht (okay, eigentlich besteht es größtenteils aus besagten langweiligen Dialogen und rumlatschen), fällt zudem die mangelnde Gegnervielfalt negativ auf. Kämpfen ist Anfangs cool, nutzt sich aber schnell ab - und das liegt nicht nur an den wenigen Gegnertypen (5? 6?). Im wesentlichen erscheint über dem Kopf des Helden in Kämpfen eine Warnung, wenn es eine Taste zu drücken gilt. Mit der werden die jeweils nacheinander angreifenden Gegner gekontert und im Anschluss Schaden gemacht. Wer will, darf noch ein paar schicke Zauber dazwischen kloppen, aber das "warte auf Benachrichtigung, drücke Taste und repeat"-System bildet den Core. Bei mir war schnell die Luft raus.
Optisch sieht das Spiel durchaus gut aus, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Im Gegenteil! Während die Kulissen (bzw. Hogwarts) toll sind, sind die Charaktere und Animationen ein bisschen altbacken. Leider ruht sich das Spiel auch zu sehr darauf aus, die Locations aus den Filmen nachzubilden, statt dem Potter-Universum irgendwo etwas neues hinzuzufügen. Im Vergleich zu anderen Open-World-Spielen ist die Welt auch leblos. Praktisch alle Charaktere stehen fest an ihren Stellen und warten, dass wir sie ansprechen, um ihre "hol dies, bring das"-Aufgaben zu erfüllen. Ich meine, es muss ja keine interaktive Welt wie GTA oder RDR sein, aber hier ist nun wirklich gar nichts los. Anyway, lets talk about the music: Harry Potter hatte einen ikonischen Soundtrack, was kann da schief gehen? Well, kurioserweise war der originale Soundtrack offenbar zu teuer, stattdessen wurde versucht, "so ähnlich" zu klingen lol (honestly, der Soundtrack ist eine der großen Enttäuschungen dieses Spiels, sofern einem sowas wichtig ist).
Habe ich etwas vergessen? Ich weiß es nicht. Ich habe 15 Stunden gespielt, Spaß hatte ich dabei nie wirklich. Ich hatte gedacht, ich finde mich mit den Unzulänglichkeiten ab und habe trotzdem meinen Spaß mit Sammeln und Entdecken und Kämpfen. Letztlich gab es mir aber viel zu viel Zeug (mit viel zu wenig Nutzen) zu sammeln, wirklich etwas entdecken lässt sich nicht (man hat eine Weltkarte, auf der jede Kleinigkeit mit Icons markiert ist. Wer will darf die Ausmachen, aber was bringts? Die offene Welt besteht, polemisch gesagt, aus Kopien der immer selben Goblin-Lager sowie Kopien der immer selben Höhlen), und Kämpfen wird schnell langweilig. Genauso wie übrigens der Unterricht und die verteilten Minispiele. Nichts davon wirkt wirklich gut gemacht, nichts davon macht wirklich Spaß. Mir zumindest nicht. Man braucht imo eine dicke Harry-Potter-Fanbrille, um mit diesem Spiel glücklich zu werden und ich kann mir nicht vorstellen, dass wirklich viele Spieler bis zum Ende spielen.
Ich empfinde diese Bewertung hier als eines der größten Fehlurteile der letzten Jahre. Gerade für Fans wirkt das Spiel natürlich total reizvoll. Hier wäre es imo wichtig gewesen, darauf hinzuweisen, dass es sich nur um ein durchschnittliches Spiel mit vielen Mängeln handelt, dass geneigte Fans aber trotzdem glücklich machen könnte, sofern sie darüber hinwegsehen.
https://www.pcgames.de/Ho...
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Das wäre schon ziemlich Asbach.
Sag mir bitte nicht, dass Hogwarts so ein 90er Jahre Style Einstellungsmenü vor dem eigentlichen Spielstart hat?
Das wäre schon ziemlich Asbach.