Hitman 3: Ein mörderisch guter Absch(l)uss, Agent 47

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Test Michael Grünwald - Redakteur Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Hitman 3: Ein mörderisch guter Absch(l)uss, Agent 47
Quelle: IO Interactive

IO Interactive bringt mit Hitman 3 die "World of Assassination"-Trilogie zu ihrem Ende. Das Stealth-Abenteuer setzt nahtlos die Geschichte des Vorgängers fort und stellt Agent 47 vor seine vielleicht größte Herausforderung: Vertrauen. Hitman 3 ist ein nahezu perfekter Ausklang der Reihe und macht verdammt viel richtig. Warum man sich tagelang in den riesigen Sandbox-Welten verlieren kann, lest ihr in unserem Test.

Es ist bestimmt nicht immer einfach, ein Leben als Geheimagent zu führen, schon gar nicht, wenn man Agent 47 heißt. Immer und überall lauern böse Buben und Mädchen auf unseren glatzköpfigen Lieblingskiller. Manchmal stolpert er auch einfach über sich selbst, wie in - oder viel mehr aufgrund von - Hitman: Absolution. Und selbst sein Comeback nach mehrjähriger Abstinenz im 2016 erschienenen Hitman wurde zunächst sehr kritisch beäugt. Doch mit eben diesem Reboot nahm die Reihe wieder Fahrt auf. Die Entwickler von IO Interactive gingen einen großen Schritt zurück zu den Wurzeln: Weg von linearen Abschnitten und weg von Handyspielen - zurück zu weitläufigen Sandbox-Maps in einzigartigen Schauplätzen rund um die Welt.

Lesetipp: Hitman 3 - Lösung zu den Herausforderungen

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Hitman 3 setzt diese Reise nicht nur fort, sondern bringt die Trilogie zu einem famosen Abschluss. Das dänische Entwicklerteam erfindet im letzten Teil das Rad nicht neu, aber das war ja auch gar nicht nötig. Vielmehr konzentrierte sich das Studio auf Umfang, Spielwelt und die Geschichte rund um unsere Hauptprotagonisten.

Überraschend tiefgründig

Hitman 2 ließ uns mit einem kleinen Cliffhanger zurück. Agent 47 befindet sich mit Lucas Grey, seinem Freund aus Kindheitstagen, auf der Suche nach den nächsten Zielpersonen, während Agentenführerin Diana Burnwood den gefangengenommenen Arthur Edwards von der Geheimgesellschaft Providence bewacht. Doch Edwards gelingt die Flucht, und an dieser Stelle setzt die Geschichte von Hitman 3 nahtlos an. Die Story ist fesselnd, voller Wendungen und aufgrund der Vergangenheitsverbindungen von Agent 47 mit Grey und Burnwood deutlich tiefgründiger als noch in den Vorgängern. Sogar der sonst so gefühlskalte 47 wirkt an manchen Stellen menschlicher in seinem Handeln und seinen Empfindungen, was sich positiv auf den Gesamteindruck der düster gehaltenen Geschichte auswirkt. Natürlich darf aber dennoch der klassische Hitman-Humor nicht fehlen. Die trockenen Einzeiler, mit denen Agent 47 teilweise auf Fragen von NPCs antwortet, bringen uns häufiger zum Schmunzeln und runden das Spielerlebnis definitiv ab. Brüder im Geiste: Lucas Grey und 47 lehnen sich gegen die mächtige Geheimorganisation Providence auf. Quelle: PC Games Brüder im Geiste: Lucas Grey und 47 lehnen sich gegen die mächtige Geheimorganisation Providence auf.

Ungewollte Verjüngungskur

Ein weiterer Aspekt, der die Immersion von Hitman 3 ordentlich steigert, ist die Implementierung von Zwischensequenzen. Ja okay, genau genommen gab es die auch schon in den beiden Vorgängern, allerdings "nur" in Form von gerenderten Standbildern. Dieser Stil war zwar atmosphärisch, doch mit bewegten Bildern konnten diese Szenen nicht mithalten. Hitman 3 fängt nun also auch Mimik und Gestik der Protaginsten in den Sequenzen ein. Die Charaktere sind toll und detailliert gestaltet, wirken allerdings aufgrund der aufgefrischten Optik jünger als noch in den Prequels. Das wirkt zwar seltsam, ist aber verschmerzbar. Ein Highlight bleibt weiterhin die Synchronisation: Vor allem David Bateson als 47 und Jane Perry als Diana Burnwood sind einmal mehr Extraklasse. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es auch in Hitman 3 nicht. Die Übersetzung in den Untertiteln funktioniert aber nahezu perfekt. Bis auf einen recht offensichtlich fehlenden Buchstaben im Titel des zweiten Levels fielen in unserem Testdurchlauf keine Fehler auf. Kann das Dreamteam bestehen? Die Partnerschaft zwischen 47 und Diana Burnwood wird in Hitman 3 auf die Probe gestellt. Quelle: PC Games Kann das Dreamteam bestehen? Die Partnerschaft zwischen 47 und Diana Burnwood wird in Hitman 3 auf die Probe gestellt.

Eine Welt, wie sie mir gefällt

In Hitman 3 gibt es sechs verschiedene Locations, die alle ihren eigenen Charme haben, sich deutlich voneinander unterscheiden und unfassbar viele Möglichkeiten bieten, unsere Zielpersonen zu eliminieren. Zwei dieser Gebiete sind definitiv die absoluten Höhepunkte der kompletten "World of Assassination"-Trilogie. Zum einen ist da Dartmoor in England, genau genommen das Herrenhaus der Carlisle-Familie, in dem sich eines der Ziele befindet. Wie immer bleibt es euch natürlich auch in Hitman 3 selbst überlassen, wie ihr eure Missionen abschließt. Eine Gelegenheit in der Thornbridge Manor lässt Agent 47 etwa zum Privatdetektiv werden, der einen angeblichen Selbstmord aufklären muss. Diese Chance solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Je nach Ermittlungserfolg ergeben sich andere Möglichkeiten und vor allem auch Reaktionen der Zielperson. Das macht nicht nur extrem viel Laune, sondern bietet eine willkommene Abwechslung. Allgemein stellt das englische Herrenhaus eine witzige Hommage an Detektivromane wie jene rund um Miss Marple oder Sherlock Holmes dar. Vom Butler über familiäre Intrigen bis hin zu Geheimtüren in Bücherregalen ist alles dabei - und mittendrin unser Agent 47. Exquisit! Der Besuch der Thornbridge Manor ist nicht nur ein grafisches Highlight. Der Schauplatz ist einzigartig und einer der besten der gesamten Trilogie. Quelle: PC Games Der Besuch der Thornbridge Manor ist nicht nur ein grafisches Highlight. Der Schauplatz ist einzigartig und einer der besten der gesamten Trilogie. Der zweite Schauplatz, der auf jeden Fall länger im Gedächtnis bleibt, ist Berlin. Yeah, Hitman in Deutschland! Viel faszinierender als der Nationalstolz ist hier aber das grandiose Leveldesign. 47 startet an einer verlassenen Tankstelle in einem Waldstück, keine Menschenseele weit und breit. Auf der Suche nach Zivilisation steuern wir unseren Agenten in die Richtung eines Funkturms, der auf einer kleinen Anhöhe liegt. Hinter diesem Hügel erkennen wir dann eine Location, mit der wir so nicht gerechnet hatten: Ein Underground-Club in einem stillgelegten Kraftwerk, inklusive elendiglich langer Warteschlange. Wer kennt es nicht? Natürlich steht unser Killer nicht auf der Gästeliste - zumindest nicht von Beginn an. Also besteht das erste Ziel darin, einen Weg an Security, Türstehern und Clubpersonal vorbei zu finden. Auch im Club selbst bleibt der WOW-Effekt erhalten. Überall Neonlichter, Bars und Menschen, die sich zur Elektro-Mucke auf der riesigen Tanzfläche bewegen. Aber natürlich sind wir ja hauptberuflich Killer, lassen uns nur kurz von der einzigartigen Atmosphäre ablenken und sehen zeitgleich unzählige Gelegenheiten, unsere Ziele möglichst lautlos auszuknipsen. Legt der DJ da gerade wirklich eine Pause ein? Pah, Amateur! DJ 47: Hitman 3 ist das Ende der Trilogie. Vielleicht hat unser Agent im Anschluss mehr Zeit für seine geheimen Hobbys. Quelle: PC Games DJ 47: Hitman 3 ist das Ende der Trilogie. Vielleicht hat unser Agent im Anschluss mehr Zeit für seine geheimen Hobbys.

Spiegelung, Spiegelung an der Wand

Optisch schaltet IO Interactive mit Hitman 3 (jetzt kaufen 32,99 € ) einen Gang höher - aber nicht in den Höchsten. Zum schöneren Aussehen tragen mit Sicherheit auch die Next-Gen-Konsolen bei, davon profitieren auch PC-Spieler. Im Einstiegslevel Dubai fallen die Verbesserungen zwar schon auf, doch deutlich wird der Fortschritt erst bei genauerer Betrachtung. Sobald weniger NPCs in der Spielwelt verstreut sind, zieht die Grafik sogar nochmals ordentlich an. In besagtem englischen Herrenhaus wirken die Texturen feiner und Spiegelungen glänzen an sämtlichen Objekten und Oberflächen.
Traumhafte Kulisse: Alle Schauplätze sind einzigartig, lebendig und gespickt mit Gelegenheiten, unsere Ziele loszuwerden. Quelle: PC Games Traumhafte Kulisse: Alle Schauplätze sind einzigartig, lebendig und gespickt mit Gelegenheiten, unsere Ziele loszuwerden. Auch der Lichteinfall durch die Sonne oder durch Lampen sieht um einiges realistischer aus als noch in den Vorgängern. NPC-Klone sind zwar weiterhin vorhanden, kommen allerdings wesentlich seltener vor. Außerdem wirken die Charaktermodelle allgemein lebendiger und detaillierter. An die Blockbuster-Optik eines The Last of Us Part 2 schafft es Hitman 3 aber trotzdem nicht heran.

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    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Tariguz Hobby-Spieler/in
        Würde mich freuen wenn es vom Sandkasten wieder Richtung Contracts oder Blood Money geht.
      • Von Tariguz Hobby-Spieler/in
        Würde mich freuen wenn es vom Sandkasten wieder Richtung Contracts oder Blood Money geht.
      • Von USA911 Mitglied
        Zitat von Herbboy
        Weil das ne Spielspaßnote und kein Preis-Leistungs-Geiz-ist-geil-Spiele-Vergleich ;) Man betrachtet das Game dann so, als hätte man noch kein Spiel dieser Art. Wenn es jetzt wirklich nur 5-6 Spielstunden wären und es eher Add-On-Charakter hätte, dann würde sicher auch der Preis einfließen. Oder wenn man quasi gezwungen wird, lauter Microtransaktionen durchzuführen. Oder wenn es quasi identisch zu einem Vorgänger wäre mit minimalen grafischen Upgrades und der Vorgänger nur die Hälfte kostet...

        Außerdem gibt es sicher genug Leute, die Hitman 1 oder 2 oder beide noch gar nicht haben. Ansonsten wartet man einfach ab, in der Regel kriegt man das Games schon in den ersten vier Wochen auch mal für 40€, wobei das wegen der Epic-Bindung bei der PC-Version evlt. etwas schwieriger wird. Da es aber auch ne Retail-Version gibt, schaue ich auch mal bei Media/Saturn, Amazon usw. immer wieder mal rein.
        Seh ich nicht so. Der Umfang wiederspricht einem angemessenem Preis/Leistungsverhältnis! Das hat nichts mit Geiz zu tun, sondern was bietet das Produkt zu Vergleich zu anderen Produkten mit gleicher Qualität. Und da zieht durch den geringen Umfang H3 den kürzeren. 40-45€ wäre in meinen Augenangemessen. Aber nicht mehr.
        Vorallem wenn man für den vollen Umfang als nicht Besitzer von H1+ H2 221,28€ oder 177,46€ investierend darf oder nur 60 Euro für ein kleines Spiel in hoher Qualität, für mich absolut nicht Preis/Leistungs angemessen!
        (71,29€ (Hitman Essential Collection) / 57,51€ (Game of the Year Edition) und 89,99€ (H2 Gold Edition) / 59,95€ ( H2 Standard Edition) (Steam Preise 24.01.2021))
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von ribald
        Die meisten werden es wohl einfach einmal durchspielen und dafür finde ich den Preis schon etwas happig.
        Das gilt doch dann aber für jedes missionsbasierte Singleplayer-Game ^^
      • Von ribald Mitglied
        Ich glaub es war anfang 2000 wo ich mir den ersten Teil gekauft habe, da war ich so enttäuscht von dem Spiel. Die Neuauflage 1+2 hab ich geschenkt bekommen und wurde auch nie warm damit. :/ Einfach nichts für mich irgendwie. :-| Die meisten werden es wohl einfach einmal durchspielen und dafür finde ich den Preis schon etwas happig.
      • Von HanFred Spiele-Guru
        Zitat von Herbboy
        Das sind nicht nur neue Maps und sonst nichts, vor allem gehört bei Hitman ja das Ausklügeln der Aufgaben als Arbeit mit dazu - das ist nicht wie bei nem Multiplayer-Shooter, wo man einfach nur ein paar neue Maps hinhaut, oder bei nem Strategiespiel, wo man der 40-Stunden-Kampagne noch ne 3 Stunden-Mission als Add-On nachreicht. Sondern es sind mehrere neue Mapsm was bei Hitman 6 neue und komplexe Mini-Stories sind inklusive einem Arschvoll Arbeit mit den ganzen neuen Umgebungen, Charakteren, Gesprächen, den ganzen Details usw. - nur die Engine und Spielmechanik ist halt prinzipiell die gleiche. Vollpreis ist daher IMHO sowieso absolut gerechtfertigt, das IST ein vollwertiges neues Spiel.
        Ich verbringe Tage in einzelnen Levels und es macht mir einen Heidenspass, alles zu entdecken.
        Die Storymissionen sind noch umfangreicher geworden, das hätte ich nicht einmal erwartet. Es gibt natürlich verschiedene Sichtweisen zu Preisen. Billig ist das Game nicht, allerdings vermisse ich auch keine Spielzeit und das ist mir den Preis allemal wert. Natürlich ärgerte auch ich mich über den Plattformwechsel und die damit verbundenen Schwierigkeiten, aber immerhin wurde mittlerweile hoch und heilig versprochen, diese auszuräumen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, was einem ein Unterhaltungsprodukt wert ist, dafür hat jeder seinen eigenen Variablen, die auch ganz individuell gewichtet werden.
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