Hired Guns: The Jagged Edge - Berechtigte Vorfreude?
Gerade zu Beginn ist Ausrüstung knapp; das Angebot des Online- Waffenhändlers lässt zu
wünschen übrig.
Hired Guns besteht im Wesentlichen aus einem taktischen und einem strategischen Teil. Letzterer könnte übersichtlicher sein, auch ist die Diamantküste viel kleiner als Arulco, aber wenigstens bieten die Sektoren ganz spezifische strategische Möglichkeiten. Die taktischen Gefechte sehen heute natürlich besser aus, doch dafür strapazieren sie die Geduld des Spielers aufs Äußerste. Jagged Alliance 2 war optisch viel simpler, aber eben auch wesentlich übersichtlicher. Die detaillierte Grafik von Hired Guns sorgt dafür, dass man im Kampf schnell mal den Überblick verliert, zumal die Steuerung alles andere als leicht von der Hand geht. Die Söldner reagieren manchmal gar nicht auf Befehle, nervige Mehrfachklicks sind die Folge. Im mittleren Schwierigkeitsgrad ist man oft hoffnungslos unterlegen, da man sich anfangs gerade mal ein lausiges halbes Dutzend Söldner leisten kann, aber 30 Verteidigern gegenübersteht.
Die Grafik ist hübsch geworden. Doch der realistische Look birgt auch einen Nachteil: Unübersichtlichkeit.
Abgesehen von den langwierigen und - um es mal vorsichtig auszudrücken - taktisch fordernden Kämpfen ist in den Sektoren wenig geboten. NPCs heißen Mann, Frau oder Milizionär und die wenigen Figuren mit eigenem Namen haben nicht gerade viel zu sagen.
Das Schlimmste ist jedoch, dass Hired Guns den Spieler völlig allein lässt. So irren Sie bald planlos durch das Land, führen eingleisige Dialoge mit viel zu wenigen Charakteren und stolpern regelmäßig in Kämpfe, die Sie kaum gewinnen, aber ebenso wenig umgehen können. Ja, so ein Söldnerleben ist hart - aber schließlich hat auch niemand gesagt, es würde einfach werden.

Tja, ist nur fraglich, wieso man 10 Jahre nach dem Vorgänger Ja2 zwar vieles übernimmt, aber fast alles schlechter macht. Neuigkeiten gibt es kaum. Die Charaktererstellung ist ein Kopie des Vorgängers, sogar mit fast dem selben Fragenkatalog, aber Auswirkungen sind nicht erkennbar. Ansonsten: Man knackt keine Schlösser mehr, muss nicht mehr schlafen, beidhändiges Schießen geht nicht mehr, weibliche Charaktere sehen aus wie die männlichen. Und die Portraitauswahl ist ein Witz. Wieso schafft man es 3000 Waffen zu unterscheiden und schafft es danach nicht mehr als 3 Gesichter zur Auswahl zu stellen.
Vom Schwierigkeitsgrad abgesehen, der auch so einige Mängel aufweist, und nicht gerade motivierend ist, da ohne durchgängiges neu laden eh nichts geht. Kommt man in einen Sektor steht man dem Gegner auf dem Fuß -- Anschleichen, Nachteinsätze sind durchgängig gestrichen.
Man bekommt das Gefühl, die Entwickler hatten auf Rollenspielanteile von vorneherein keine Lust.
Also insgesamt ziemlich entteuschendes Ergebnis und mit einem Patch sicherlich nicht zu Regeln, auch wenns schon mal ganz nett wäre, wenn man seine Granaten genauso weit werfen könnte wie der Gegner.
der angebliche ost-abzugs-verdacht ist so was von lächerlich, das muss man gar nicht kommentieren... ich verweise neben anderen schon genannten spielen da auch noch auf The Witcher (85%).
und wenn das game nunmal mängel hat, die das wichtigste, den spielspaß, trüben, dann sind das ungepatcht nun mal keine 80%... zB schwierigkeit: wenn es selbst auf der leichtesten stufe noch nervend schwer ist, dann ist der spaß für den durchschnittsspieler (und an den wenden sich tests ja) schon stark beeinträchtigt. profis oder masochisten können ja einfach nen höheren schweirigkeitsgrad nehmen. aber es MUSS in nem game auch immer ne stufe geben, die auch ein gelegenheitsspieler packt, ansonsten ist das game einfach schlecht auf den markt ausgerichtet/ausbalanciert und verdient allein deswegen schon nen abzug.
vielleicht sorgt ein patch ja für ne höhere wertung, witcher hatte vor der V1.2 auch noch nicht die 85%.
Wenn du die langweilige Einleitung und den erklärenden Teil weglässt, bleibt sehr wenig, was als eigentliche "Kritik" herreicht.
"Die detaillierte Grafik von Hired Guns sorgt dafür, dass man im Kampf schnell mal den Überblick verliert,"
ooookeee. Wenn man will, kann man alles negativ beschreiben.
und der zweite Negativpunkt war, daß der Tester offensichtlich mit dem Schwierigkeitsgrad nicht zurecht kam. Er schreibt ja selber, daß er dem Spiel noch eine Chance im leichten Modus gibt, wieso dann nicht gleich für den Test?
Mir scheint es eher so zu sein, alsob pcgames einer russischen Spielefirma schonmal proforma 20% abzieht. Einfach so (klein halten).
Dann noch das unbeliebte rundenbasierte Genre (man will ja als cool gelten) und schon sind wir bei 66%.
Das ist doch echt ein Witz.
Das Spiel mag Probleme haben, Mistlands zwei Vorgängespiele hatten auch ihre Macken, aber dann sollte man sich auch die Mühe machen, sie zu nennen und nicht ein Spiel einfach schlechtreden.
Silent Storm war z.B. auch schwer (das Add On sogar bockschwer) aber mit solchen Problemen hatte man dort nicht zu kämpfen und es gab dazu noch eine recht gute Story. Das Spiel kam auch von einem russischen Entwickler und bekam eine gute 83% Wertung.
Kurz um, für mich ist die Wertung nachvollziehbar.
Aber zum Spiel: Mir gefällt es echt gut (Spiele auch auf "Anfänger") Klar hat das Spiel Mängel und Fehler (und nicht nur die im Test angesprochenen) Aber das sind alles welche über die ich hinwegsehen kann!