Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele zur Effizienz

14
Special Antonio Funes - Autor Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele zur Effizienz
Quelle: Lian Li

Für einen Gaming-PC oder eine Spiele-Konsole braucht man Strom. Wir zeigen, wie man die Kosten berechnen kann und womit man rechnen muss, wenn man eine Playstation 4 oder 5, Xbox One S oder Series X sowie einen PC miteinander vergleicht. Zudem geht es noch um PC-Netzteile und die Auswirkungen von deren Effizienz auf die Stromkosten.

So gehen wir bei unseren Rechenbeispielen vor: Unser Beispiel-PC hat einen Intel Core i7 sowie eine Nvidia GeForce RTX 3070 und benötigt beim Spielen reale 315 Watt, so dass wir bei einem Netzteil mit 90 Prozent Effizienz auf 350 Watt kommen. Nehmen wir bei unserem PC zusätzlich an, dass er abseits von Gaming (wir nennen dies der Einfachheit halber "Office") reale 90 Watt braucht. Wir statten den PC nun mit vier verschiedenen Netzteilen aus, die unterschiedlich effizient sind - sie sind mit den 80-Plus-Labels Bronze bis Platinum zertifiziert. Da es beim Gamen auch durchaus Leistungsspitzen von mehr als 500 Watt geben kann, sind die Netzteile 550- und 600-Watt-Modelle.

Effizienz-Rechenbeispiele

Wir berechnen nun die jährlichen Kosten für zwei bis acht Stunden Gaming pro Tag, das Ganze dann auch im unteren Teil der Tabelle mit zwei bis acht Stunden Office pro Tag - die Effizienzwerte in den Klammern sind die Werte, die das 80-Plus Label bei voller Last beziehungsweise wenig Last fordert. Bei den Stromkosten verwenden wir weiterhin 30 Cent pro kWh. Damit ergeben sich folgende Jahres-Stromkosten für die vier verschiedenen Netzteile und Nutzungsprofile, wobei wir für eine bessere Übersicht das "Euro" bei den Jahreskosten weggelassen haben:

Netzteil Label (Effizienz) Preis 2h Gaming 4h Gaming 6h Gaming 8h Gaming
Seasonic Focus PX 550W Platinum (90%) 95 Euro 85 170 256 341
be quiet! Pure Power 11 600W Gold (89%) 70 Euro 86 172 258 344
Cooler Master MWE V2 600W Silver (87%) 45 Euro 88 176 264 352
AZZA PSAZ New 550W Bronze (85%) 40 Euro 90 180 271 361
             
      2h Office 4h Office 6h Office 8h Office
Seasonic Focus PX 550W Platinum (92%) 95 Euro 24 48 71 95
be quiet! Pure Power 11 600W Gold (90%) 70 Euro 24 49 73 97
Cooler Master MWE V2 600W Silver (87%) 45 Euro 25 50 76 101
AZZA PSAZ New 550W Bronze (85%) 40 Euro 26 52 77 103

Man sieht gut, dass intensives Gaming durchaus viel Geld pro Jahr kosten kann, es aber auf der anderen Seite selbst mit einem günstigen Netzteil bei satten acht Stunden Gaming jeden Tag im Jahr nur knapp ein Euro ist, was das Hobby täglich kostet. Ebenso ist zu sehen: Wer nur zwei Stunden pro Tag spielt, spart pro Jahr etwa fünf Euro, wenn er statt des Bronze- ein Platinum-Netzteil nimmt - selbst wenn man das Netzteil 10 Jahre benutzen würde, ist der Aufpreis von 55 Euro also zu hoch. Nutzt man den PC aber typischerweise auch noch vier Stunden für Office, dann spart man weitere vier Euro pro Jahr, in der Summe also neun Euro pro Jahr - das teure Netzteil zahlt sich dann schon nach fünf bis sechs Jahren aus. Insgesamt sieht man aber, dass teure Netzteile bei der Frage nach der Stromkosten-Ersparnis von manch einem überschätzt werden. Der PC muss schon recht lange pro Tag benutzt werden, damit es sich im Geldbeutel auszahlt, vor allem wenn man vielleicht ohnehin nach spätestens fünf bis sechs Jahren das Netzteil wechselt. Wer die Umwelt ein wenig schonen will, ohne auf Spielzeit zu verzichten, kann sich aber so oder so das effizientere Modell kaufen.

Tipps zum Netzteilkauf

Wenn ihr ein neues Netzteil sucht, dann haben wir weiter oben ja bereits ein paar Eckdaten genannt. Für einen modernen Spiele-PC sollte das Netzteil eine Nennleistung von 500 Watt oder mehr, mindestens zwei PCIe-Stecker (8-Pin) und eine Haswell Low Power State-Zertifizierung haben. Außerdem wäre eine gute Effizienz zu empfehlen - 10 bis 30 Euro mehr für beispielsweise eher 90 statt nur 85 Prozent Effizienz (im Durchschnitt) sind durchaus okay. Ebenfalls einen kleinen Aufpreis bezahlt ihr für eine Modularität des Netzteils - bei einem modularen Netzteil lassen sich Kabel abnehmen, was den Einbau erleichtert - auch kann man nicht benötigte Kabel ganz weglassen. Als Anhaltspunkt zum Preis: ab etwa 45 bis 50 Euro geht es los, aber viel mehr als 90 Euro braucht ein Netzteil nicht zu kosten. Auch muss es selbst für eine High-End-System nicht mehr als 650 bis 700 Watt leisten, obgleich manche Grafikkarten-Hersteller dies empfehlen. Damit sichern sich die Hersteller aber eher gegen sehr günstige Netzteile ab, die angeblich zum Beispiel 650 Watt leisten, aber in Wahrheit nicht mal einem 500-Watt-Markenmodell ebenbürtig sind. Nur wer sehr viel herumexperimentiert, sehr stark übertaktet, ungewöhnlich viele weitere Komponenten in den PC einbaut und ähnliches im Sinn hat, kann darüber nachdenken, ein stärkeres Modell zu nehmen.

14
  1. Seite 1 Gaming-Stromkosten: Was ihr beachten müsst
  2. Seite 2 Gaming-Stromkosten: So berechnet ihr die Kosten
  3. Seite 3 Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele und Netzteile
  4. Seite 4 Gaming-Stromkosten: Effizienz von Netzteilen
  5. Seite 5 Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele zur Effizienz
    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von hunterseyes Mitglied
        Hab mir einfach nen Messgerät besorgt und mein PC-System inkl.Soundsystem und Monitor usw ausgemessen. Verbrauch war unter voller Last beim Zocken und bei rasender GPU 240Watt.
        (i7 12700, 64gb 3600 Ram, RTX3070, 1tb M2, gespielt hab ich DualUniverse auf max-settings, was wohl derzeit ein Extremtest für dauerhaften Leistungshunger darstellt.)

        Da verballern dann meine Kids mit der XBOx one X und TV mehr
      • Von hunterseyes Mitglied
        Hab mir einfach nen Messgerät besorgt und mein PC-System inkl.Soundsystem und Monitor usw ausgemessen. Verbrauch war unter voller Last beim Zocken und bei rasender GPU 240Watt.
        (i7 12700, 64gb 3600 Ram, RTX3070, 1tb M2, gespielt hab ich DualUniverse auf max-settings, was wohl derzeit ein Extremtest für dauerhaften Leistungshunger darstellt.)

        Da verballern dann meine Kids mit der XBOx one X und TV mehr
      • Von Cybnotic Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von LarryMcFly
        Hier im Artikel wurden die Effizienzvorgaben schon aufgelistet.
        Bei einem Platinum liegt die Effizienz bei 100% Last über 90%, bei 50% Last über 94%, bei 20% Last über 92%.
        Alles unter einem Titanium hat keine verpflichtende Zertifizierung bei 10% Last, aber man kann ja das Titanium nehmen, um sich daran zu orientieren und da liegt die Effizienz bei 10% Last über 90%
        Es kann im Leerlauf nicht mehr verbrauchen als unter Last- das Netzteil liefert nur den Strom der angefordert wird, die Effizienz zeigt ja bekanntermassen lediglich an, wieviel von 100 angeforderten Watt sich in Wärme auflöst bzw. bei 200 Watt oder 500 Watt.
        Bei einer 3080er/5900x Kombi, hängt man im Idle bei einem Monitor, irgendwo zwischen 35 - 45 Watt.
        Bei einem Titanium wären das dann gerundet 0,5 Watt pro Stunde an Verlust.
        Also da muß der Rechner schon 24/7 á 365 Tage im Idle laufen übertrieben formuliert, daß man das auf der Stromrechnung auch nur erahnen kann - das wären gerade mal 4,5 kWh Verlust bzw. 1,50€ an Kosten.
        Selbst bei den in den Raum geworfenen 70% Effizienz dann halt 13,5 kWh bzw. 4,50€.
        Diese sehr geringe Einsparung steht in keinem Verhältis zum Mehrwert eines stärkeren und länger nutzbaren Netzteils (Platinum & Titanium sind auch aufgrund der höherwertigen Lüfter normalerweise auch noch leiser).
        Das ganze Thema erinnert mich irgendwie immer wieder an die Mythen von der rentablen nachträglichen Wärmedämmung bei Immobilien....
        Hi, ja gerade das Wärme Dämmen das bei Neubauten ja Politische Zwangsplicht ist oder wird.. ist Irre da die Herstellung der Wärme Dämmung die Umwelt schädigt und Unnötig Energie verschwendet, wenn man dann auch das Anbringen ans Gebäude mitrechent brauchte es Jahrzehnte um eine Sinnfolle Kosten / Nutzen für die Umwelt zu erreichen EEG und alles was die Politik den Bürgern aufzwingt ist ne Mogelpackung und dient nicht der Umwelt sondern nur der Industie und Wirtschaft und ist ne Abzocke an den Bürgern ;( EEG Ablasshandel etc. alles Politik Propaganda ;( MfG
      • Von Cybnotic Gelegenheitsspieler/in
        Na da stehen die neuen Konsolen jedenfalls zum High Endrechner sehr gut da :-)
        Meine PS5 verbraucht zur Zeit weniger als meine PS4 da ich noch Überwiegend PS4 Spiele spiele . PCs außer vielleicht Laptops verbrauchen viel mehr . Auch ein Grund warum ich Konsole Spiele!
      • Von Strauchritter Hobby-Spieler/in
        Zitat von Loosa
        Wenn du dir einen neuen Rechner baust, dann willst du das Netzteil möglichst knapp auf den Bedarf kalkulieren, weil es da am Effizientesten arbeitet.
        Bis dann deine GPU unter Last höher peaked als auf der Verpackung steht und du dich wunderst warum dein Rechner ausgeht :D Solche Spikes schießen ein knapp bemessenes und dann möglicherweise günstiges und nicht so tolles Netzteil in den Orbit. Das machen die Kondensatoren nicht lange mit.
        Muss ja kein 1200 Watt Titanium Netzteil sein, aber Gold oder drüber mit ausreichend Puffer muss sein.
        Neben dem Gehäuse und den Platten dürfte ein Netzteil die Komponente sein, welche die meisten Umzüge in einem Rechner mitmacht. Vorausgesetzt du kaufst was gescheites^^
        Bei anderen Stromfressern wie Kühlschrank und Waschmaschine schaust ja auch das du da was effizient-langlebiges bekommst und kaufst nicht den günstigen weil du den alle X-Z Jahre wechselst^^

        Zitat von LarryMcFly
        Diese sehr geringe Einsparung steht in keinem Verhältnis zum Mehrwert eines stärkeren und länger nutzbaren Netzteils (Platinum & Titanium sind auch aufgrund der höherwertigen Lüfter normalerweise auch noch leiser).
        Korrekt.
        Zitat von LarryMcFly
        Es kann im Leerlauf nicht mehr verbrauchen als unter Last- das Netzteil liefert nur den Strom der angefordert wird
        This.
      • Von Gast1664917803 Mitglied
        Zitat von Loosa
        Wenn du dir einen neuen Rechner baust, dann willst du das Netzteil möglichst knapp auf den Bedarf kalkulieren, weil es da am Effizientesten arbeitet. Wenn du da auf "mehr Power" setzt, schafft es vielleicht immer noch 95% unter Last. Läuft beim reinen Browsen aber vielleicht nur mit 70% (oder so). Überspitzt formuliert, wenn dein Netzteil im Leerlauf mehr heizt als beim Zocken merkste das auch auf der Stromrechnung. ;)
        Hier im Artikel wurden die Effizienzvorgaben schon aufgelistet.
        Bei einem Platinum liegt die Effizienz bei 100% Last über 90%, bei 50% Last über 94%, bei 20% Last über 92%.
        Alles unter einem Titanium hat keine verpflichtende Zertifizierung bei 10% Last, aber man kann ja das Titanium nehmen, um sich daran zu orientieren und da liegt die Effizienz bei 10% Last über 90%
        Es kann im Leerlauf nicht mehr verbrauchen als unter Last- das Netzteil liefert nur den Strom der angefordert wird, die Effizienz zeigt ja bekanntermassen lediglich an, wieviel von 100 angeforderten Watt sich in Wärme auflöst bzw. bei 200 Watt oder 500 Watt.
        Bei einer 3080er/5900x Kombi, hängt man im Idle bei einem Monitor, irgendwo zwischen 35 - 45 Watt.
        Bei einem Titanium wären das dann gerundet 0,5 Watt pro Stunde an Verlust.
        Also da muß der Rechner schon 24/7 á 365 Tage im Idle laufen übertrieben formuliert, daß man das auf der Stromrechnung auch nur erahnen kann - das wären gerade mal 4,5 kWh Verlust bzw. 1,50€ an Kosten.
        Selbst bei den in den Raum geworfenen 70% Effizienz dann halt 13,5 kWh bzw. 4,50€.
        Diese sehr geringe Einsparung steht in keinem Verhältis zum Mehrwert eines stärkeren und länger nutzbaren Netzteils (Platinum & Titanium sind auch aufgrund der höherwertigen Lüfter normalerweise auch noch leiser).
        Das ganze Thema erinnert mich irgendwie immer wieder an die Mythen von der rentablen nachträglichen Wärmedämmung bei Immobilien....
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 07/2026 PCGH Magazin 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk