Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele und Netzteile

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Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele und Netzteile
Quelle: Lian Li

Für einen Gaming-PC oder eine Spiele-Konsole braucht man Strom. Wir zeigen, wie man die Kosten berechnen kann und womit man rechnen muss, wenn man eine Playstation 4 oder 5, Xbox One S oder Series X sowie einen PC miteinander vergleicht. Zudem geht es noch um PC-Netzteile und die Auswirkungen von deren Effizienz auf die Stromkosten.

Um die Kosten zu verdeutlichen, haben wir uns einige Beispiele überlegt, welche verschiedene Spieldauer-Szenarien mit mehreren Systemen verbinden: ein tägliches Spielen zwischen 2 und 8 Stunden auf einer Xbox One S, Xbox Series X, Playstation 4 Slim, Playstation 5 sowie zwei PC-Varianten. Mit der Tabelle wird klarer, wie stark Gaming bei den Kosten ins Gewicht fallen kann. Ein PC benötigt dabei mehr Strom als eine Spielekonsole, dafür kann er natürlich viel flexibler genutzt und im Laufe der Jahre immer wieder modernisiert werden, um eine bessere Grafik als die Konsolen zu bieten.

Rechenbeispiele mit Konsolen und PCs

Die Formel, die unserer Tabelle als Basis dient, lautet: Stromkosten pro Jahr in Euro = 0,1095 x SB x GS, wobei SB für den Strombedarf (in Watt) steht und GS für die Gamingstunden pro Tag, die man im Durchschnitt spielt. Der Faktor 0,1095 ergibt sich aus 0,001 x 0,3 x 365, denn Die Watt werden durch das Multiplizieren mit 0,001 in Kilowatt verwandelt, der Strompreis liegt bei 0,3 Euro pro kWh, und es sind 365 Tage pro Jahr. So sehen unsere Beispielergebnisse für die jährlichen Stromkosten aus:

Gaming-System Gaming (Watt) Kosten 2h/Tag Kosten 4h/Tag Kosten 6h/Tag Kosten 8h/Tag
Xbox One S / Playstation 4 Slim 80 Watt 18 Euro 35 Euro 53 Euro 70 Euro
Xbox Series X / Playstation 5 200 Watt 44 Euro 88 Euro 131 Euro 175 Euro
Gaming PC mit RTX 3070 350 Watt 77 Euro 153 Euro 230 Euro 306 Euro
Gaming PC mit GTX 1660 Super 250 Watt 55 Euro 110 Euro 164 Euro 219 Euro

Monitor und Sound-Geräte kommen natürlich noch On-Top- dazu - wie gesagt, hängt es hier sehr von den verwendeten Produkten ab. Sehr grob kann man aber einen 27-Zoll-Monitor und ein typisches 2.1-Boxenset mit etwa 70 bis 80 Watt Strombedarf einrechnen - ähnlich hoch ist der Strombedarf bei einem TV mit 40 bis 50 Zoll-Diagonale und Nutzung von dessen eigenen Lautsprechern.

Xbox Next: Enthüllung der Next-Gen-Konsole auf der E3 Quelle: Microsoft Wer grafisch kein Problem mit Full-HD-Konsolengrafik hat, kann mit einer Xbox One S oder auch einer Playstation 4 Slim mit unter 100 Watt auskommen. Das bedeutet, dass bei zum Beispiel zwei Stunden Gaming pro Tag etwa 17 bis 18 Euro pro Jahr dazukommen, auch bei vier Stunden pro Tag logischerweise dann 34 bis 36 Euro. Vier Stunden tägliches Gaming kosten dann also alles in allem zwischen 70 und 190 Euro pro Jahr je nach verwendeter Hardware. Zum Vergleich: Der Bund der Energieverbraucher hat 2017 einen Verbrauch von 6,1 kWh für eine 11-minütige warme Dusche berechnet. Selbst wer nur alle zwei Tage eine solche Dusche wahrnimmt oder täglich für nur 5-6 Minuten duscht, hat einen Energieverbrauch von über 1100 kWh im Jahr - per Strom erzeugt entsprcht dies Kosten von knapp 334 Euro pro Jahr.

Bei einem PC kann man übrigens mit einem guten Netzteil die Kosten etwas nach unten drehen. Netzteile sind daher unser nächstes Thema.

Netzteile - Grundwissen

Ein Netzteil wandelt die Spannung des normalen Stromnetzes (230 Volt) in kleinere, für die PC-Bauteile geeignete Spannungen um. Diese Spannungswerte sind 3,3 Volt, 5 Volt und 12 Volt. Besonders wichtig für einen Spiele-PC ist die Leistungsfähigkeit des Netzteils für die 12-Volt-Sektion. Was vielleicht nicht jeder weiß ist dabei, dass die Nennleistung des Netzteils irreführend sein kann. Denn die Nennleistung, zum Beispiel 500 Watt, setzt sich aus den maximalen Werten zusammen, die es bei den drei genannten Spannungswerten liefern kann.

Theoretisch könnte es sein, dass von den 500 Watt nur 240 Watt bei 12 Volt zur Verfügung stehen - dies wäre für starke PCs und deren Grafikkarten zu wenig, und es nutzt dann auch nichts, wenn bei 3,3 und 5 Volt noch über 300 Watt ungenutzt übrig sind. Bei modernen Netzteilen kommen solche krassen Fälle nicht mehr vor - es kann aber durchaus sein, dass eine Nennleistung übertrieben ist, da der Hersteller einfach nur die theoretisch möglichen Maximalwerte der drei Spannungs-Sektionen addiert - in der Praxis kann ein Netzteil aber nicht gleichzeitig bei allen Sektoren das Maximum an Strom liefern. Diese kleine Mogelei zeigt sich oft im Preis: Bei einem Netzteil, das für 30 Euro angeblich 600 Watt liefert, besteht der Verdacht, dass es als stabile Maximalleistung die 600 Watt nicht erreichen kann. Ein Netzteil mit nur 400 Watt, bei dem die Werte ehrlicherer angegeben werden, kann in dem Fall sogar am Ende das geeignetere Netzteil sein. Ein recht guter Anhaltspunkt für ein ordentliches, modernes Gaming-PC-Netzteil ist, dass es mindestens 500 Watt bietet, mindestens zwei Stecker für PCIe (8-fach) hat und eine Zertifizierung für Haswell Low Power States aufweist. Aber auch eine gute Effizienz kann ein Indiz für eine gute Qualität sein - die Effizienz ist aber auch wichtig für den Stromverbrauch. Was dies genau ist, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

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  1. Seite 1 Gaming-Stromkosten: Was ihr beachten müsst
  2. Seite 2 Gaming-Stromkosten: So berechnet ihr die Kosten
  3. Seite 3 Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele und Netzteile
  4. Seite 4 Gaming-Stromkosten: Effizienz von Netzteilen
  5. Seite 5 Gaming-Stromkosten: Rechenbeispiele zur Effizienz
    • Kommentare (14)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von hunterseyes Mitglied
        Hab mir einfach nen Messgerät besorgt und mein PC-System inkl.Soundsystem und Monitor usw ausgemessen. Verbrauch war unter voller Last beim Zocken und bei rasender GPU 240Watt.
        (i7 12700, 64gb 3600 Ram, RTX3070, 1tb M2, gespielt hab ich DualUniverse auf max-settings, was wohl derzeit ein Extremtest für dauerhaften Leistungshunger darstellt.)

        Da verballern dann meine Kids mit der XBOx one X und TV mehr
      • Von hunterseyes Mitglied
        Hab mir einfach nen Messgerät besorgt und mein PC-System inkl.Soundsystem und Monitor usw ausgemessen. Verbrauch war unter voller Last beim Zocken und bei rasender GPU 240Watt.
        (i7 12700, 64gb 3600 Ram, RTX3070, 1tb M2, gespielt hab ich DualUniverse auf max-settings, was wohl derzeit ein Extremtest für dauerhaften Leistungshunger darstellt.)

        Da verballern dann meine Kids mit der XBOx one X und TV mehr
      • Von Cybnotic Gelegenheitsspieler/in
        Zitat von LarryMcFly
        Hier im Artikel wurden die Effizienzvorgaben schon aufgelistet.
        Bei einem Platinum liegt die Effizienz bei 100% Last über 90%, bei 50% Last über 94%, bei 20% Last über 92%.
        Alles unter einem Titanium hat keine verpflichtende Zertifizierung bei 10% Last, aber man kann ja das Titanium nehmen, um sich daran zu orientieren und da liegt die Effizienz bei 10% Last über 90%
        Es kann im Leerlauf nicht mehr verbrauchen als unter Last- das Netzteil liefert nur den Strom der angefordert wird, die Effizienz zeigt ja bekanntermassen lediglich an, wieviel von 100 angeforderten Watt sich in Wärme auflöst bzw. bei 200 Watt oder 500 Watt.
        Bei einer 3080er/5900x Kombi, hängt man im Idle bei einem Monitor, irgendwo zwischen 35 - 45 Watt.
        Bei einem Titanium wären das dann gerundet 0,5 Watt pro Stunde an Verlust.
        Also da muß der Rechner schon 24/7 á 365 Tage im Idle laufen übertrieben formuliert, daß man das auf der Stromrechnung auch nur erahnen kann - das wären gerade mal 4,5 kWh Verlust bzw. 1,50€ an Kosten.
        Selbst bei den in den Raum geworfenen 70% Effizienz dann halt 13,5 kWh bzw. 4,50€.
        Diese sehr geringe Einsparung steht in keinem Verhältis zum Mehrwert eines stärkeren und länger nutzbaren Netzteils (Platinum & Titanium sind auch aufgrund der höherwertigen Lüfter normalerweise auch noch leiser).
        Das ganze Thema erinnert mich irgendwie immer wieder an die Mythen von der rentablen nachträglichen Wärmedämmung bei Immobilien....
        Hi, ja gerade das Wärme Dämmen das bei Neubauten ja Politische Zwangsplicht ist oder wird.. ist Irre da die Herstellung der Wärme Dämmung die Umwelt schädigt und Unnötig Energie verschwendet, wenn man dann auch das Anbringen ans Gebäude mitrechent brauchte es Jahrzehnte um eine Sinnfolle Kosten / Nutzen für die Umwelt zu erreichen EEG und alles was die Politik den Bürgern aufzwingt ist ne Mogelpackung und dient nicht der Umwelt sondern nur der Industie und Wirtschaft und ist ne Abzocke an den Bürgern ;( EEG Ablasshandel etc. alles Politik Propaganda ;( MfG
      • Von Cybnotic Gelegenheitsspieler/in
        Na da stehen die neuen Konsolen jedenfalls zum High Endrechner sehr gut da :-)
        Meine PS5 verbraucht zur Zeit weniger als meine PS4 da ich noch Überwiegend PS4 Spiele spiele . PCs außer vielleicht Laptops verbrauchen viel mehr . Auch ein Grund warum ich Konsole Spiele!
      • Von Strauchritter Hobby-Spieler/in
        Zitat von Loosa
        Wenn du dir einen neuen Rechner baust, dann willst du das Netzteil möglichst knapp auf den Bedarf kalkulieren, weil es da am Effizientesten arbeitet.
        Bis dann deine GPU unter Last höher peaked als auf der Verpackung steht und du dich wunderst warum dein Rechner ausgeht :D Solche Spikes schießen ein knapp bemessenes und dann möglicherweise günstiges und nicht so tolles Netzteil in den Orbit. Das machen die Kondensatoren nicht lange mit.
        Muss ja kein 1200 Watt Titanium Netzteil sein, aber Gold oder drüber mit ausreichend Puffer muss sein.
        Neben dem Gehäuse und den Platten dürfte ein Netzteil die Komponente sein, welche die meisten Umzüge in einem Rechner mitmacht. Vorausgesetzt du kaufst was gescheites^^
        Bei anderen Stromfressern wie Kühlschrank und Waschmaschine schaust ja auch das du da was effizient-langlebiges bekommst und kaufst nicht den günstigen weil du den alle X-Z Jahre wechselst^^

        Zitat von LarryMcFly
        Diese sehr geringe Einsparung steht in keinem Verhältnis zum Mehrwert eines stärkeren und länger nutzbaren Netzteils (Platinum & Titanium sind auch aufgrund der höherwertigen Lüfter normalerweise auch noch leiser).
        Korrekt.
        Zitat von LarryMcFly
        Es kann im Leerlauf nicht mehr verbrauchen als unter Last- das Netzteil liefert nur den Strom der angefordert wird
        This.
      • Von Gast1664917803 Mitglied
        Zitat von Loosa
        Wenn du dir einen neuen Rechner baust, dann willst du das Netzteil möglichst knapp auf den Bedarf kalkulieren, weil es da am Effizientesten arbeitet. Wenn du da auf "mehr Power" setzt, schafft es vielleicht immer noch 95% unter Last. Läuft beim reinen Browsen aber vielleicht nur mit 70% (oder so). Überspitzt formuliert, wenn dein Netzteil im Leerlauf mehr heizt als beim Zocken merkste das auch auf der Stromrechnung. ;)
        Hier im Artikel wurden die Effizienzvorgaben schon aufgelistet.
        Bei einem Platinum liegt die Effizienz bei 100% Last über 90%, bei 50% Last über 94%, bei 20% Last über 92%.
        Alles unter einem Titanium hat keine verpflichtende Zertifizierung bei 10% Last, aber man kann ja das Titanium nehmen, um sich daran zu orientieren und da liegt die Effizienz bei 10% Last über 90%
        Es kann im Leerlauf nicht mehr verbrauchen als unter Last- das Netzteil liefert nur den Strom der angefordert wird, die Effizienz zeigt ja bekanntermassen lediglich an, wieviel von 100 angeforderten Watt sich in Wärme auflöst bzw. bei 200 Watt oder 500 Watt.
        Bei einer 3080er/5900x Kombi, hängt man im Idle bei einem Monitor, irgendwo zwischen 35 - 45 Watt.
        Bei einem Titanium wären das dann gerundet 0,5 Watt pro Stunde an Verlust.
        Also da muß der Rechner schon 24/7 á 365 Tage im Idle laufen übertrieben formuliert, daß man das auf der Stromrechnung auch nur erahnen kann - das wären gerade mal 4,5 kWh Verlust bzw. 1,50€ an Kosten.
        Selbst bei den in den Raum geworfenen 70% Effizienz dann halt 13,5 kWh bzw. 4,50€.
        Diese sehr geringe Einsparung steht in keinem Verhältis zum Mehrwert eines stärkeren und länger nutzbaren Netzteils (Platinum & Titanium sind auch aufgrund der höherwertigen Lüfter normalerweise auch noch leiser).
        Das ganze Thema erinnert mich irgendwie immer wieder an die Mythen von der rentablen nachträglichen Wärmedämmung bei Immobilien....
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