Preishammer bei Speicherprodukten: Preise für RAM, SSDs und Grafikkarten im Detail betrachtet
Wir analysieren die horrenden Preisanstiege für RAM und SSDs durch die Nachfrageexplosion nach Speicherchips. Auch auf Grafikkarten gehen wir ein.
In unserem Special geht es heute um die hohen Preisanstiege seit letztem Sommer bei RAM und SSDs durch die Speicher-Lieferkrise, wobei wir uns auch die Preise von Grafikkarten ansehen, die ja ebenfalls Speicher benötigen. Die Krise hängt mit dem KI-Boom zusammen, denn das KI-Business verlangt naturgemäß nach viel Speicher und hat vor allem in den letzten 12 Monaten einen enormen Anstieg bei Anbietern und Nutzern erlebt.
Gefragt sind zum einen RAM für die vielen zu verarbeitenden Daten, zum anderen aber auch schneller Flashspeicher zum langfristigen Speichern von Daten und Anwendungen. Wirklich vorhersehen konnten nur wenige diese Entwicklung, jedenfalls nicht in einem Maße, um sicher genug zu sein, Geld in neue Fabrikkapazitäten und Personal zu investieren. Es fehlen daher Produktionskapazitäten - die Hersteller und Zulieferer für Speicherprodukte sind daher auf lange Zeit ausgelastet und diktieren ihre Preise im Grunde genommen nach Belieben.
In diesem Artikel
KI-Boom treibt Preise hoch
Da die Renditen bei KI-Unternehmen sehr hoch sind, lohnt es sich für diese Unternehmen trotzdem, sehr viel Geld für spezialisierte Hardware auszugeben. KI-Firmen sind daher auch weit oben in der Nahrungskette, was den Erhalt von Lieferungen angeht. Erst danach folgen Hersteller von PCs, Laptops, Tablets, Spielekonsolen und so weiter. Ganz am Ende werden dann die Firmen und Händler bedient, die Einzelkomponenten an Endkunden verkaufen.
Die Anstiege der Preise für RAM und SSDs haben sich zwar ein wenig gefangen, sind aber seit letztem Sommer trotzdem massiv. Auch VRAM, also der Grafik-RAM für Grafikkarten, ist teurer geworden. Trotzdem sind Grafikkarten nicht stark im Preis gestiegen, worauf wir später eingehen - zuerst geht es aber um SSDs.
Quelle: Lexar
Lexar NQ790: Anstieg von 65 Euro für 1TB auf 145 Euro.
SSDs: 70 bis 100 Prozent mehr als im Sommer 2025
In unserem letzten SSD-Special vor der Speicherkrise vom 11. April 2025 listeten wir mehrere SSDs mit 2TB und 4TB Speicherkapazität in einer Marktübersicht aus. Zu den günstigsten 2TB-M.2-SSDs mit PCIe-Anbindung und mindestens 4000 GB/s Leserate gehörten damals wie heute die Western Digital SN5000 und Lexar NQ790. Im April 2025 waren 115 Euro fällig, inzwischen sind es 220 bis 230 Euro. Auch mit 4TB Speicherplatz waren beide Modelle damals vergleichsweise günstig und kosteten etwa 230 Euro - heute kostet die 4TB-Lexar NQ790 ab 380 Euro, die WD SN5000 mit 4TB liegt wiederum bei weit über 400 Euro. Vor der Lieferkrise hatten wir euch beim PC-Kauf von einer SSD mit nur 1TB Speicherplatz eher abgeraten, da 2TB für nur 50 bis 60 Euro Aufpreis drin waren, was beim Gesamtpreis des PCs nicht viel ausmacht. Inzwischen wird selbst manch einer, der einen recht starken PC zusammenstellt, zweimal überlegen, ob nicht zumindest für den Anfang 1TB Speicherplatz ausreichen. Wir haben nun je zwei derzeit vergleichsweise günstige und schnelle M.2-SSDs mit 1TB, 2TB und 4TB für euch herausgesucht:
- Kingston NV3 NVMe, 1.000GB - bis zu 6.000 MB/s Lesen - 145,90 Euro (Galaxus)
- Crucial P310, 1.000GB - bis zu 7.100 MB/s Lesen - 150,69 Euro (Galaxus)
- WD Blue SN5000, 2.000 GB - bis zu 5150 MB/s Lesen - 245,99 Euro (Galaxus)
- Lexar M7 Gen4, 2.000 GB - bis zu 7.400 MB/s Lesen - 224,99 Euro (MediaMarkt)
- Lexar NQ790, 4.000 GB - bis zu 7.000 MB/s Lesen - 397,93 Euro (Galaxus)
- Crucial P310, 4.000 GB - bis zu 7.100 MB/s Lesen - 429,99 Euro (Amazon)
Beachtet, dass alle sechs SSDs PCIe 4.0 als Standard verwenden. Sollte der M.2-Port auf eurem Mainboard nur PCIe 3.0 unterstützen, wird die Lese- und Schreibrate auf maximal 3500 MB/s begrenzt. Bei einem 5.0-Port bleibt es bei dem Maximalspeed, den die SSDs bieten. Die Länge einer M.2-SSD in Millimetern erkennt ihr in den technischen Daten anhand der Nummer, die mit 22 beginnt, denn die Breite beträgt immer 22mm. Es gibt vor allem die Größe 2280, aber auch 2230, 2242, 2260 und 22110. Kritisch sind in der Regel - wenn überhaupt - nur die 22110er-Modelle.
