Aufrüsten für den Spielherbst: Mainboard und Arbeitsspeicher
Call of Duty: Vanguard, Battlefield 2042, Age of Empires 4, Far Cry 6 oder auch Forza Horizon 5: Es stehen einige Spieleknaller im Herbst an. Wegen der hohen Grafikkartenpreise will manch einer vielleicht zuerst den CPU-Unterbau ersetzen. Wir bieten daher eine Kaufberatung rund um Aufrüstkits mit CPU, Mainboard und RAM inklusive Beispielen zum Kauf.
Mainboard-Wahl: Sockel und Chipsatz
Was wir noch gar nicht genauer erläutert haben sind die Sockel und Chipsätze - Hardwarekenner wissen Bescheid, aber manch ein Einsteiger oder jemand, der nur alle Jubeljahre etwas am PC ändert, könnte verwirrt werden. Zunächst zum Sockel: Dieser ist zunächst einmal die Vorrichtung auf einem Mainboard, in die ein Prozessor eingelegt und dann fixiert wird. Dabei hat der Sockel eine bestimmte Größe und Form sowie Anzahl an Kontaktstellen - nur ein Prozessor, der für genau diesen Sockel-Typ gedacht ist, passt auch hinein.
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Wenn man also einen Prozessor kauft, braucht man ein Mainboard mit derselben Sockelbezeichnung wie die CPU. Aber keine Sorge: Es gibt aktuell nicht dutzende verschiedene Sockel. Relevant sind für euch bei AMD und Intel sind, wie schon erwähnt, die Sockel AM4 (seit 2017) und 1200 (seit 2020). In Shops sind Prozessoren und Mainboards nach diesen Sockeln getrennt aufgelistet.
Wer ein älteres Mainboard hat, dürfte bei AMD zum Beispiel den Sockel AM3 haben, bei Intel einen Sockel wie 1155, 1150 oder 1151. Auf diese Mainboards kann man also keinen Prozessor für die Sockel AM4 oder 1200 einbauen. Leider ist der Sockel aber nicht alles, was man beachten muss. Um die volle Kompatibilität zu gewährleisten, sollte man vor allem für die neuesten CPU-Modelle auch ein Mainboard mit einem aktuellen Chipsatz nehmen. Der Chipsatz ist - vereinfacht gesagt - eine Art Grundausstattung eines Mainboards mit bestimmten Chips und Funktionen. Je nach Chipsatz richtet sich ein Mainboard eher an Einsteiger, Büroanwender, Profi-Anwender, Gamer oder Übertakter.
Quelle: ASRock
ASRock B550 Steel Legend für Sockel AM4 (170 Euro)
Bei Intel kommt noch hinzu, dass zum Übertakten, neben einer CPU mit einem K im Modellnamen, ausschließlich die Chipsätze mit einem Z im Namen geeignet sind. Bei AMD lässt sich eine Ryzen-CPU theoretisch auch mit einem billigen Einsteigermainboard und dem "kleinsten" Chipsatz übertakten. So oder so gilt aber: Wer keine speziellen Features vom Mainboard erwartet und nicht übertakten will, kann bedenkenlos zu einem Modell unter 100 Euro greifen. Die Spieleleistung ist bei einem Mainboard für 150, 200 oder gar 400 Euro auch nicht besser. Teure Mainboards über 200 Euro sind eher sinnvoll, wenn man beim Übertakten Grenzen ausloten will oder zum Beispiel für Gehäuse-Modding viele Lüfter- und RGB-Anschlüsse braucht. Wir raten allerdings bei Intel 1200 und AMD AM4 zu den Chipsätzen der aktuellsten Generation, die bei beiden Herstellern an einer 500er-Modellnummer wie B550 oder Z590 zu erkennen ist. Die Chipsatz-Modellnummer steht übrigens bei aktuell erhältlichen Mainboards auch im Modellnamen des Mainboards.
Arbeitsspeicher
Für den Arbeitsspeicher, kurz auch RAM (Random Access Memory), gilt, dass man prinzipiell zwei Riegel nutzen sollte, also zum Beispiel zwei Mal 8GB oder zwei Mal 16GB, um auf 16GB respektive 32GB Gesamt-Arbeitsspeicher zu kommen. Denn dank zweier Riegel profitiert man von Dualchannel, was in vielen Situationen für mehr Leistung sorgt, als wenn man nur einen einzigen Riegel mit der gleichen Gesamtspeichermenge benutzt. Der aktuelle Standard für Arbeitsspeicher ist DDR4-RAM, wobei man die Taktrate dabei im Namen integriert vorfindet, zum Beispiel DDR4-3200 für einen Takt von 3200 MHz.
Quelle: ASRock
ASRock H510M HVS für Intel 1200 (70 Euro)
Für einen Spiele-PC sind 16GB RAM völlig ausreichend. 32GB schaden natürlich nicht, sind aber auf absehbare Zeit nicht wirklich nötig. Trotzdem kann, wer will, bei einem Neukauf direkt zu 32GB greifen, was das Gesamtpaket mit CPU und Mainboard um etwa 70 bis 90 Euro teurer macht. Lediglich 8GB RAM zu nehmen, ist aber keine gute Idee, wenn man nicht in relativ naher Zukunft nachrüsten will. Die Menge von 8GB reicht zwar derzeit noch aus. 16GB bieten aber bereits an der ein oder andere Stelle Vorteile. Bei dem Takt des RAMs sind mindestens die Werte zu nehmen, die der CPU-Controller unterstützt. Bei den Intel Core 10000er-Modellen sind es 2666 MHz, bei den neueren 11000er-CPUs sowie den Ryzen 3000er und 5000er-Prozessoren beträgt der Takt 3200 MHz. Für viele Mainboards kann man aber auch RAM mit einem höheren Takt nehmen, und vor allem beim Übertakten einen Leistungsgewinn erzielen. Um einen groben Preis-Überblick für die Speichermenge 16GB zu geben: 2666er-RAM gibt es ab 60 Euro, 3200er ab 65 Euro und 3600er ab 70 Euro. Es ist also nicht teurer, schnelleres RAM zu nehmen. Kritisch wird es aber über 3600 MHz - schon die nächste Stufe, DDR4-3733, kostet bereits 15 Euro Aufpreis. Hier ist es dann fraglich, ob der Mehrtakt den Aufpreis noch wert ist, da der Leistungsgewinn nur noch gering ist.
