Der Grafikkarten-Markt Ende Mai: Mangel, Miner, Ursachen und mögliche Entspannung

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Der Grafikkarten-Markt Ende Mai: Mangel, Miner, Ursachen und mögliche Entspannung
Quelle: MSI

Die Grafikkartenpreise sind seit dem Herbst 2020 stark angestiegen. Zwar geht die Kurve nicht mehr steil bergauf - manche Grafikkarten-Serien steigen weiterhin im Preis an. Wir schildern die Situation sowie mögliche Ursachen wie Produktionsprobleme und Mining. Außerdem werfen wir einen Blick in die Zukunft, denn es naht ein kleiner Lichtblick.

Grafikkarten: Aktuelle Situation und Ursachen

In unserem Special schauen wir auf den Grafikkarten-Markt, und zwar auf die aktuelle Situation, die Faktoren für die Knappheit sowie auf Kryptomining, aber auch auf Aussichten für die Zukunft und kommende Grafikkarten. Seit Herbst 2020 gibt es bei Grafikkarten eine chronische Unterversorgung. Dies sorgt für Preissteigerungen bei für Gaming geeigneten Grafikkarten von der Einsteigerklasse bis hin in den High-End-Bereich. Auch die Modelle von AMD und Nvidia, die erst seit September 2020 nach und nach auf den Markt kamen, sind betroffen und kosten deutlich mehr als zu ihrem Release. Genauere Preis-Analysen folgen später - zuerst schildern wir die Situation allgemein.

Ältere Modelle sind entweder ohnehin nicht mehr zu haben, da sie nicht mehr produziert werden, oder haben ebenfalls starke Preissteigerungen erfahren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Logischerweise ist das Hauptproblem sehr einfach: Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot.

Eine Nvidia GTX 1650 Super von Zotac - die günstigsten GTX 1650 Super-Modelle kosten aktuell drei Mal mehr als im Oktober 2020. Quelle: Zotac Eine Nvidia GTX 1650 Super von Zotac - die günstigsten GTX 1650 Super-Modelle kosten aktuell drei Mal mehr als im Oktober 2020. Doch warum ist das so? Zum einen gibt es offenbar spätestens seit Herbst 2020 mehr Leute, die entweder zum ersten Mal oder nach einer Pause wieder am PC spielen wollen, da sie wegen der Corona-Pandemie ein neues Hobby für ihre freie Zeit suchen. Unter diesen Spielern sind sicherlich auch viele, die eigentlich eine Playstation 5 oder Xbox Series X kaufen wollten, aber nicht zum Zug kamen, da auch bei den Konsolen Probleme beim Bedienen der Nachfrage vorhanden sind. Zum anderen haben sicher auch viele, die bereits vorher Gamer waren, auf die neuen Grafikkarten von AMD und Nvidia gewartet, aber die Röhre geschaut und inzwischen keine ausreichend starke Grafikkarte mehr. Diese Gamer suchen daher auch zum Teil bei den Grafikkarten nach Alternativen, die unterhalb von neuen Modellen wie der Nvidia GeForce RTX 3060 angesiedelt, aber trotzdem stärker als ihre noch vorhandene Grafikkarte sind.

Ein weiterer Nachfragefaktor sind Miner, also Personen oder Firmen, die Hardware-Power zur Verfügung stellen, um bei der Berechnung der Verschlüsselung von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum zu helfen. Für diese Hilfe gibt es eine Entlohnung in Form der jeweiligen Währung. Es gibt zwar Hardware, die speziell für Mining gedacht ist. Trotzdem nutzen einige Miner auch normale Grafikkarten für das Schürfen von Kryptowährung. Denn die Kurse sind dermaßen hoch, dass es sich bei einigen Grafikkarten-Serien lohnt, Summen zu bezahlen, die aus Gamersicht irrational sind im Vergleich zu anderen Gamer-Grafikkarten.

Die AMD RX 5700 XT scheint sich für Mining zu eignen, denn sie kostet mit über 1200 Euro inzwischen fast so viel wie die in Games 50% schnellere Nvidia RTX 3070 Quelle: Sapphire Die AMD RX 5700 XT scheint sich für Mining zu eignen, denn sie kostet mit über 1200 Euro inzwischen fast so viel wie die in Games 50% schnellere Nvidia RTX 3070 Diese Grafikkarten rentieren sich pro investiertem Dollar offenbar mehr als spezielle Mining-Hardware, was wir auf der nächsten Seite noch detaillierter erklären werden. So kostet eine Nvidia GeForce RTX 3070 beispielsweise 40 Prozent mehr als eine AMD Radeon RX 6700 XT, obwohl letztere keine 10 Prozent langsamer in Games arbeitet. Dieser Preisaufschlag kann nicht nur daran liegen, dass die RTX 3070 besser für Raytracing geeignet ist.

Neben der Nachfrageseite gibt es aber vor allem Probleme beim Angebot - denn an sich könnten AMD und Nvidia ja froh über die Nachfrage sein und produzieren, was das Zeug hält. Aber ebenfalls wegen der Corona-Pandemie hat sich die Nachfrage nach Chips verschiedenster Art stark erhöht beziehungsweise teilweise zwar nur verlagert - aber so oder so gilt: Wer zuerst bei den spezialisierten Chipproduzenten bestellt hatte, wird zuerst bedient. AMD und Nvidia haben hier nicht rechtzeitig mehr Kapazitäten für die Produktion gesichert oder wurden von Unternehmen aus anderen Produkt-Bereichen, die möglicherweise mehr Marktmacht oder Geldmittel hatten, ausgestochen.

Daher können sie nun bei weitem nicht so viele GPUs herstellen, wie sie eigentlich verkaufen könnten. Es gibt dazu noch Mutmaßungen, dass die Produktion bei Nvidia oder AMD nicht ganz problemlos verläuft und es nicht nur an den Kapazitäten der Werke liegt. Durch Corona-Schutzauflagen läuft die Produktion allgemein auch etwas gebremster ab. Unter fehlenden Produktionskapazitäten und langsamerer Produktion sowie Versäumnissen, rechtzeitig Slots für Chipproduktionen zu sichern, leiden aber nicht nur AMD und Nvidia. Auch zum Beispiel in der Autoindustrie haben einige Hersteller für Tage oder Wochen die Produktion pausieren müssen, da schlichtweg einige Chips für die Elektronik der Autos nicht schnell genug lieferbar waren. Ebenso betrifft der Engpass natürlich viele andere Chips, auch die, die für Mining-Hardware gedacht sind, so dass Mining-Hardware preislich auch nicht unbedingt ein Schnäppchen ist. Dies ist ein Punkt mehr, warum Miner nicht (nur) zu Mining-Hardware, sondern zu Grafikkarten greifen.

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  1. Seite 1 Grafikkarten: Mangel und seine Ursachen
  2. Seite 2 Grafikkarten: Ein Musk-E-Tier gegen Mining
  3. Seite 3 Grafikkarten: Die aktuelle Preis-Situation
  4. Seite 4 Grafikkarten: Abhilfe durch neue Grafikkarten?
    • Kommentare (38)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von GaryTh3Goat NPC
        Zitat von Herbboy
        Also, das wäre dann, wenn man einen Zeitrahmen erwischt hat, als die 6700 XT für 900 Euro zu haben war, ein plausibler Preis. Aber trotzdem ein sehr guter Preis. Das ist aber 1578€ mit MWSt, oder ohne?
        Yup komplett mit mwst
      • Von GaryTh3Goat NPC
        Zitat von Herbboy
        Also, das wäre dann, wenn man einen Zeitrahmen erwischt hat, als die 6700 XT für 900 Euro zu haben war, ein plausibler Preis. Aber trotzdem ein sehr guter Preis. Das ist aber 1578€ mit MWSt, oder ohne?
        Yup komplett mit mwst
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von GaryTh3Goat
        Hab mir alle Teile nochmal genauer durchgerechnet und es ist so ziemlich genau uvp, hab den Rechner bei CSL bestellt, hatten die im Angebot um 1399,wobei ich die Case getauscht habe und 2x16gb RAM statt 2x8gb RAM genommen habe. Kostenpunkt war 1578 Euro.
        Ryzen 5 5600x
        Asus Radeon RX 6700xt TUF-RX6700XT-O12G-GAMING
        32 GB DDR4-RAM, Dual Channel (2x 16 GB), 3200 MHz, Kingston HyperX Predator
        ASUS TUF B450-PLUS GAMING II motherboard
        Bequiet 601 case (kein Fenster)
        500gb M2 pcle ssd Kingston NV1
        600 Watt BoostBoxx
        Also, das wäre dann, wenn man einen Zeitrahmen erwischt hat, als die 6700 XT für 900 Euro zu haben war, ein plausibler Preis. Aber trotzdem ein sehr guter Preis. Das ist aber 1578€ mit MWSt, oder ohne?
      • Von Herbboy Mitglied
        Zitat von 1xok
        Na ja, ohne Kryptowährungen hätten wir (noch) mehr Spekulation in anderen Bereichen. Und es ist doch gut, wenn die Spekulanten mit Dingen spekulieren, die keinen volkswirtschaftlichen nutzen haben. So machen sie zumindest nicht die Preise für Ackerland kaputt oder treiben die Mieten in schwindelerregende Höhen.

        Glaubst Du das jetzt ernsthaft? ^^ DIE, die in Kryptowährung "spekulieren", sind nur die, die ein extremes High-Risk eingehen. Das ist nur ein kleiner Teil der Spekulanten. So was wie Ackerland, Immobilien usw. ist ein VIEL viel viel, also um es mal so zu sagen: VIEL größerer Markt, weil du da eine sehr hohe Sicherheit hast, dass die Investitionen nicht stark an Wert verlieren. Vor Bitcoins kommen zuerst noch ganz andere "nicht greifbare" Spekulationsobjekte wie Geld (Devisen), Rechte am Besitz von Edelmetallen usw. und natürlich Aktien.

        Nur mal nachgerechnet: es existieren derzeit Bitcoins im Wert von 570 Milliarden Euro. 2018 wurden allein in Deutschland für 280 Mrd Euro Immobilien verkauft => https://www.manager-magaz... das ist nur EIN Investmentbereich in EINEM Land der Erde und schon fast 50% dessen, was ALLE Bitcoins wert sind. Natürlich sind nicht alle Immobilienumsätze auch "Spekulationen", aber das gilt auch für die Käufe von Bitcoins, für den Wert der Bitcoins erst recht.

        Also, dass es bei einer Abschaffung von Kryptowährungen ein Problem für zB Ackerland aufkommen würde, nur weil vermeintlich irrsinnig hohe Mengen als Spekulationsgeld eine neue Heimat sucht: da müsstest du einsehen, dass das Quatsch ist, weil der Wert der Währungen in der Summe im Vergleich zum Rest, den man auf dem Finanzmarkt machen kann, ein Witz ist.
      • Von Strauchritter Hobby-Spieler/in
        Vor 1,5 Wochen auch für einen Bekannten nen Rechner mit Ryzen 5 5600X und ner 6700er für aktuell schmalen Taler bestellt, was dann dieses Jahr schon der dritte Rechner war^^ Fühle mich von der Thematik also wenig tangiert xD :B
      • Von MichaelG Mitglied
        Das Problem ist tatsächlich nicht eine nicht vorhandene Energie sondern die vorhandene Energie entsprechend zu kategorisieren und die sinnvoll nutzbar zu machen ohne dadurch Spätfolgen auszulösen. Da sitzt der Haken.

        Das bedeutet aber auch, an essentiellen Stellen (Pflanzen z.B.) selbst wenn es möglich wäre diese Energie nicht für seine Zwecke "abzuleiten" sondern an den Stellen wo bislang ungenutzte, große, freie Energiereserven lauern.

        Und auch da muß man sicher sein, daß man in laufende Systeme nicht eingreift. Z.B. wenn man die Energie aus dem Erdkern (Wärme) für seine Zwecke abzieht und das in zu starkem Maße geschieht hat das eventuell unabsehbare Folgen. Ähnlich wie dem Prinzip des Frackings von Ölreserven.

        Beispiel: Theoretisch könnte der aktuelle Strombedarf auf der gesamten! Welt gedeckt werden, wenn man sich auf der Welt einig wäre und zusammenschalten würde und nur rund 5% der Fläche der Sahara mit Solarkollektoren der aktuellen Generation bestücken würde. Das Problem ist danach "nur" die Speicherung und der möglichst verlustfreie/-arme Transport der Energie zu den jeweiligen Verbrauchsstellen. Das ist derzeit noch das größte Problem.

        Da bräuchte man die Umwelt nicht mehr mit Windräderparks zuzupflastern, man bräuchte keine Atomkraftwerke etc. pp. Wenn man diese Probleme lösen könnte wäre das Thema schon mal vom Tisch und der Strom wäre zu 95 % "grün".

        Energie geht im Prinzip eigentlich auch nie verloren. Sie wandelt sich nur permanent um. Beispielsweise Bewegung in Reibung usw.

        Hier wäre es sinnvoll Ansätze zu finden, "verbrauchte" Energie dort wo es möglich ist wieder einzufangen und die umgewandelte Form in wieder nutzbare Energie unzuwandeln. Und darin liegt aktuell das größte Problem einer Umsetzbarkeit.
      Direkt zum Diskussionsende
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