Bling, mein Rechenknecht - die Anfänge
LEDs sind seit ein paar Jahren in unserem Alltag immer mehr vertreten. Für Gamer gibt es vor allem im PC-Bereich besonders viele Produkte mit LEDs, gerne auch mir RGB-LEDs, bei denen man die Farben frei wählen kann. In unserer Kolumne beschreiben und bewerten wir diese Entwicklung.
Bling, mein Rechenknecht - die Anfänge
Angefangen hat alles rund um "Bling Bling" bei PC vor vielen Jahren, wo manch ein Gamer oder einfach nur PC-Fan sich beziehungsweise seinen PC auf einer LAN-Party präsentieren wollte. Für die jüngeren Leser: Eine LAN-Party ist ein Treff von PC-Nutzern, die ihren PC, den Monitor und das Zubehör mitbringen und ihre PCs dann in einem lokalen Netzwerk miteinander verbinden.
In diesem Artikel
In der Regel tat man dies, um Spiele gegen- oder miteinander zu spielen, denn eine Internetnutzung war damals noch teuer und auch langsam.
Quelle: Fractal Design
Viele Gehäuse haben einfarbig beleuchtete LED-Lüfter (weiß, rot, grün oder blau) mit im Lieferumfang oder - wie dieses Fractal Design Define S2 RGB - Lüfter mit RGB-LEDs.
Auch Dateien wurden auf LAN-Parties ausgetauscht - natürlich, wie jeder weiß, bei Musik und Filmen stets im Rahmen der vom Urheberrecht erlaubten Weitergabe von Kopien an Freunde. Auf solchen LAN-Parties wollte, wie es für die menschliche Natur nun mal üblich ist, der ein oder andere ein wenig aus der Masse hervorstechen. Manche taten dies dadurch, dass sie ihrem PC beleuchtete Teile spendierten, was damals noch recht teuer war, aber wegen des meist eher dunklen Ambientes auf LAN-Parties besonders viel Sinn ergab. Da es anfangs kaum PCs mit einem Seitenfenster gab, schimmerte das Licht nur durch die vorhandenen Lüftungs-Ritzen des PC-Gehäuses. Manch einer bohrte sich Löcher ins Seitenteil, damit sich durch das hindurchleuchtende Licht beispielsweise ein Symbol ergab. Im Grunde genommen waren dies die Anfänge des Casemoddings, bei dem handwerklich geschickte Nutzer ihre PC-Gehäuse komplett umbauten oder sogar eigene Gehäuse entwarfen oder die Hardware in ungewöhnliche "Gehäuse", wie zum Beispiel in einen Bierkasten einbauten. Case-Modding im Allgemeinen wurde ebenfalls durch LAN-Parties populär. Deutlich einfacher war es aber, es bei Licht-Spielereien zu belassen, was damals dann immer mehr Gamer, aber auch andere PC-Nutzer taten.
Quelle: MSI
Die GeForce RTX 2080 Super Gaming X von MSI hat ein bewusst auffälliges Design und natürlich auch LED-Features.
Was als kleiner Trend begann, verbreitete sich immer weiter - das Beleuchten des PCs grenzte den Rechenknecht von einem normalen Office-PC ab, und damit man auch in den PC hineinsehen kann, kamen immer mehr Gehäuse mit Seitenfenster auf den Markt. Es folgten dann wegen der Nachfrage, aber auch weil LEDs eben immer günstiger wurden, unweigerlich Grafik- und Soundkarten mit LEDs. Inzwischen gibt es auch bei Mainboards und RAM-Riegeln viele Modelle mit (RGB-)LEDs. Und viele machen dieses Farbenspiel mit, obwohl niemand anderes außer vielleicht mal der Kumpel, der zu Besuch kommt, den PC zu Gesicht bekommt. Doch muss das alles sein? Ist ein PC erst dann ein "Gaming"-PC, wenn viel Bling-Bling geboten wird?
Es geht auch dezent
Inzwischen geht der Trend - nachdem es einige Jahre lang enorm auffällige PC-Gehäuse gab, ganz klar zu einem eher klassischen Äußeren, auch die klassische Monolithform mit Fronten, bei denen man kaum einen Schnörkel sieht, erfreut sich großer Beliebtheit. Aber selbst unter solchen Gehäusen gibt es etliche Modelle, die ein Seitenfenster und somit die Option dafür bieten, seine Hardware zu präsentieren und LED-Produkte einzubauen. Wer will, der kann also ein unauffälliges Äußeres trotzdem mit aufwendig beleuchtetem Inneren verbinden. Man muss dafür aber kein oft billig wirkendes Gaming-Gehäuse mit einem - so sehen es inzwischen viele Nutzer - übertrieben aggressivem oder futuristischem Äußeren verbinden. Die Front eines Gehäuses muss heutzutage nicht an einen Klingonen-Kreuzer erinnern, nur damit es als Gaming-Gehäuse durchgeht.
Quelle: AntonioFunes
Mein eigenes Gehäuse von Lian-Li beleuchte ich in der Regel mit einer pulsierenden Farbe oder maximal einem langsam verlaufenden Übergang von zwei Farben, zum Beispiel von Rot nach Violett.
Ich persönlich mag es, wenn man die Hardware in einem PC sehen kann und diese durch LEDs in Szene gesetzt wird - aber es sollte eher dezent und kein "Bling-Bling" sein. Wenn man dies gut umsetzt, dann sorgt ein solcher PC für eine schöne Lichtatmosphäre - und niemand würde schließlich eine geschickt platzierte Ecklampe mit einem farbigen Licht als unnötige Spielerei empfinden. Bei meinem eigenen PC präferiere ich ein einfarbiges Licht, das langsam pulsiert - mich beruhigt dies. Der PC steht keinen halben Meter neben mir auf einem etwa 80 Zentimeter hohen Regal. Ich habe beim Kauf meines Mainboards sogar darauf geachtet, dass es mindestens zwei passende Header, also Anschlüsse, für RGB-LED-Zubehör hat. Über das Mainboard steure ich die LEDs des Mainboards sowie die RGB-Lüfter im Gehäuse und zwei RGB-LED-Leisten. Letztere sorgen dafür, dass die Hardware ein wenig ins Licht gerückt wird.
Ich habe dabei ein besonderes Gehäuse von Lian-Li gewählt, zu dem ich auch einen Test-Artikel geschrieben hatte. Dabei verschwinden die Laufwerke und das Netzteil komplett in einer nicht sichtbaren hinteren Kammer, weswegen das Gehäuse von vorne gesehen sehr breit ist. Ein Radiator im vorderen Gehäusebereich trennt diese Kammer von der Hauptkammer - an diesem Radiator sind drei RGB-Lüfter angebraucht. Durch die Bauweise schaut man direkt frontal auf die Lüfter und deren ringförmige Beleuchtung, wenn man durch das Seitenteil schaut. Ich sage bewusst "Seitenteil", denn es gibt nicht nur ein Sichtfenster, sondern das gesamte Seitenteil ist aus Glas. Ganz nebenbei habe ich noch eine selbst zusammengestellte Wasserkühlung, bei der ich allerdings mangels passendem Kühlkörper meine aktuelle Grafikkarte noch nicht eingebunden habe - auf dem Foto links ist noch meine alte wassergekühlte Grafikkarte zu erahnen, deren Kühler allerdings aus einer Zeit stammt, als eine Beleuchtung noch einen hohen Aufpreis bedeutet hätte.

Was in meiner Zockerzentrale vor sich hin blinkt sehe ich eh nicht, der Tower ist in einem Seitenfach des PC-Tischs versteckt, wenn sehe ich eh nur die Front davon. Meine restliche Peripherie ist LED-frei... Nun, nein, nicht ganz:
Mein Mauspad hat eine LED-Umrandung. Nicht dass ich es unbedingt haben wolle (war sowieso ein Amazon-Testartikel, hat mich also nix gekostet), aber die Maße des Pads selbst waren einfach perfekt auf meine Schreibtisch-Schublade abgestimmt. Ab und zu hab ich die Beleuchtung aktiviert, im Moment aber nicht. Powerbank ist leer. :-B
Was in meiner Zockerzentrale vor sich hin blinkt sehe ich eh nicht, der Tower ist in einem Seitenfach des PC-Tischs versteckt, wenn sehe ich eh nur die Front davon. Meine restliche Peripherie ist LED-frei... Nun, nein, nicht ganz:
Mein Mauspad hat eine LED-Umrandung. Nicht dass ich es unbedingt haben wolle (war sowieso ein Amazon-Testartikel, hat mich also nix gekostet), aber die Maße des Pads selbst waren einfach perfekt auf meine Schreibtisch-Schublade abgestimmt. Ab und zu hab ich die Beleuchtung aktiviert, im Moment aber nicht. Powerbank ist leer. :-B
Das ist schon irgendwie traurig, weil es doch gerade da die hitzigsten und gleichzeitig witzigsten Multiplayer-Matches gab.
Quake gegen die Kumpels oder bei WC3 in der Tower Defense schön die Eis-Tower gebaut, nur um herauszufinden, wie stark die PCs der Freunde sind.
Waren sie nicht stark genug, blieben sie beim Anblick von zu vielen Eis-Towern direkt hängen. "Guck mal, wie ich meine Defense baue." :D
Die wurde vorher mit schwarz angesprüht, damit das Licht nur noch durch den frei gebliebenen Drachen aus Mortal Combat nach außen leuchten konnte.
Da musste man sich noch diese langen Kaltlichtkathoden in den PC kleben, damit man Licht hatte :D
Die waren leider nicht so flexibel und unauffällig wie heutige LED-Leisten, die flach hinter dem Gehäuse verschwinden, so dass man wirklich nur noch das Licht davon sieht.
Dah schon cool aus, aber war eine ziemliche Arbeit, dass man da erstmal alles soweit vorbereitet und glatt geschmirgelt hatte innen drin, bis die edlen PC Teile hinein konnten.
Heute habe ich meinen PC in komplett weiß/schwarz hergerichtet.
Viele weiße Teile und möglichst wenig schwarz. RAM und Mainboard sind da die größten dunklen Flächen wohingegen Grafikkarte, Lüfter, Wasserkühlung und das gehäuse selbst in weiß gehalten sind.
Dazu ein paar LED-Streifen, die ich einfach nur auf weiß eingestellt habe, um den Innenraum etwas zu beleuchten. Hier noch irgendeine weitere Farbe rein zu bringen, würde mich sehr stören.
Dazu dann noch Batman und Iron Man, wobei Iron Man ein bisschen meine Grafikkarte stützt, die werden ja immer schwerer ;-)
Ursprünglich sollte Venom rein, weil er farblich besser gepasst hätte, aber die Figur war nur extrem schwer zu bekommen und leider auch sehr teuer, weshalb das bisher verschoben wurde.
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Selten gibt es sinnvoll eingesetzte LEDs, was eigentlich Schade ist. Über 80% dieser Lichtspielereien sind unnötig und fallen eher nervig aus.