Intel Core 9000: Testanalysen zum Coffee Lake-Refresh, Kaufberatung zu CPUs und Marktübersicht (Intel und AMD)
Intels Sockel 1151 hat drei neue Gamer-CPUs zu bieten, den Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K. Das Coffee Lake-Refresh wurde schon von diversen Hardware-Magazinen getestet - wir haben die Ergebnisse mit Hinblick auf die Spieleleistung analysiert, um Euch eine aktuelle Kaufberatung inklusive vielen allgemeinen Tipps und einer Marktübersicht zu CPUs von AMD und Intel zu bieten.
Coffee Lake-R
Seit wenigen Tagen sind drei neue für Gamer interessante Prozessoren auf dem Markt. Die Rede ist von drei Intel-CPUs der neuen Coffee Lake-R-Familie, den Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K. Es handelt sich bei den CPUs um ein Refresh der Coffee Lake-S-Familie für Intels Sockel 1551, die ja bereits mit Modellen wie dem Core i5-8400 oder Core i7-8700K seit etwa einem Jahr im Handel ist - vor fast genau 12 Monaten hatten wir ja ein entsprechendes Special veröffentlicht.
In diesem Artikel
Wir haben uns mehrere bereits online veröffentlichte Tests der drei neuen Intel-Prozessoren genau angesehen und eine statistische Analyse der Testwerte für die Gamingperformance erstellt, um die Leistung des Coffee Lake-Refreshs zu bestimmen. Der Test unserer Kollgen der PC Games Hardware ist dabei ein wichtiger Baustein. Dies verbinden wir mit einer allgemeinen Prozessor-Kaufberatung und Tipps zur Auswahl einer passenden CPU. Wir beginnen mit den allgemeinen Kauftipps, bei denen wir auch Begriffe wie Sockel, Chipsatz, Kerne und Threads und deren Bedeutung erklären.
Quelle: Gigabyte
Ryzen 7 2700X im Sockel eines Gigabyte X470 Aorus Ultra Gaming
Danach folgt die Leistungsanalyse der neuen Modelle zwecks CPU-Kaufberatung inklusive einer Marktübersicht mit den wichtigsten CPUs von AMD und Intel, die für Gaming geeignet und noch nicht in den "Enthusiasten"-Bereich fallen - letzterer lohnt sich beim Preis-Leistungs-Verhältnis nämlich für Spiele und Normalanwender nicht, worauf wir auch noch eingehen werden.
Kauftipps: Sockel für die CPU
Vor dem Kauf einer CPU steht zunächst die Frage an: welchen Sockel will man nutzen? Der Sockel ist (vereinfacht gesagt) der Steckplatz, in den die CPU hineinkommt. Hierbei ist es wichtig zu wissen, dass die Sockel sich bereits von ihren mechanischen Eigenschaften unterscheiden, aber auch was die elektronische Seite angeht gibt es Unterschiede. Nur wenn das Mainboard und auch die CPU den gleichen Sockel besitzen, können beide miteinander kombiniert werden. Dies muss man beim Neukauf beachten, egal ob man CPU und Mainboard neu anschaffen möchte oder lediglich nachsehen will, ob es zum bereits vorhandenen Mainboard noch Prozessoren im Handel gibt. Beim Mainboardhersteller findet ihr zudem auch Listen mit kompatiblen CPUs - manchmal ist ein Update für das Mainboard nötig, um aktuellere CPUs zu unterstützen. Ein Sockel ist in der Regel für einige Jahre auf dem Markt, bevor irgendwann eine neue CPU-Generation durch ihre Architektur einen völlig neuen Sockel verlangt.
Für den Mainstream-Bereich, also Normalanwender und Spieler, sind derzeit die Sockel Intel 1151 sowie AMD AM4 relevant, für Profianwender oder Privatnutzer, die spezielle Programme oder ungewöhnlich viele Anwendungen gleichzeitig betreiben wollen, sind die Sockel Intel 2066 und AMD TR4 gedacht, bei denen aber sowohl Mainboards als auch CPUs deutlich teurer als bei den Mainstream-Sockeln sind. In den Onlineshops findet ihr die CPUs und Mainboards stets nach ihren Sockeln geordnet, so dass ihr keine allzu großen Probleme haben solltet, kompatible Kombinationen zu finden. Ein Ärgernis gibt es allerdings gerade bei Intels Sockel 1151 - dies werden wir nächsten Abschnitt zum Thema Chipsatz unter die Lupe nehmen.
Kauftipps: Chipsätze und Übertaktung
Mainboards haben so genannte Chipsätze. Ein Chipsatz gibt vor, welche Basiseigenschaften ein Mainboard nativ, also sozusagen von Natur aus haben kann. Beispielseise die Anzahl der USB3.0- oder SATA-Ports, die ein Mainboard bieten kann, ohne dass ein Zusatzcontroller und passende Treiber nötig sind. Chipsätze sind immer an einen Sockel gebunden - der Chipsatz Intel Z37 kommt beispielsweise nur beim Sockel 1151 zum Einsatz, der AMD-Chipsatz B450 nur beim Sockel AM4.
Quelle: ASRock
Mainboard mit dem neuem Z390 Chipsatz: ASRock Z390 Phantom Gaming 4
Moderne Chipsätze bieten so viele Features, dass es mittlerweile nicht mehr wichtig ist, welchen Chipsatz ihr wählt, außer ihr habt ein besonderes Anliegen, das erst mit einem der teureren Chipsatz verwirklicht wird. Beispielsweise SLI (zwei Nvidia-Grafikkarten gleichzeitig als Verbund betreiben) oder eine Übertaktung der CPU. Denn der Chipsatz kann entscheidend bei der Frage sein, wie gut man einen Prozessor übertakten kann - oder ob es überhaupt geht. Beim Übertakten verändert man den Takt der CPUs manuell derart, dass er mit höheren Taktwerte läuft. Bei 10 Prozent mehr Takt sind also bis zu 10 Prozent mehr Leistung möglich - allerdings steigt der Strombedarf und somit auch die Abwärme, so dass ein guter Kühler nötig ist, und irgendwann ist auch eine Grenze erreicht, ab der die CPU instabil wird - es gibt also einen Taktwert, der eine Obergrenze darstellt. Diese kann sogar beim gleichen CPU-Modell in einem gewissen Rahmen unterschiedlich sein, da jede CPU ein Einzelexemplar ist. Auch das gewählte Mainboard kann dafür sorgen, dass man möglicherweise einen etwas höheren stabilen Takt erreicht als mit einem anderen Mainboardmodell. Bei Intels Sockel 1151 sind nur Chipsätze mit einem Z im Namen auch zum Übertakten geeignet, außerdem benötigt man einen Prozessor mit einem K am Ende der Modellbezeichnung wie beispielsweise einen Core i7-8700K. Der Name des Chipsatzes ist ohnehin sowohl bei AMD als auch bei Intel so gut wie immer im Modellnamen des Mainboards zu erkennen. Da sich manche Chipsatz-Nummern bei AMD und Intel ähneln, müsst ihr beim Kauf genau hinsehen. Ein Ärgernis, wir erwähnten es ja bereits weiter oben, gibt es bei Intel: Obwohl die Intel Mainstream-CPUs der Generationen 6000, 7000, 8000 und 9000 allesamt den Sockel 1151 nutzen, muss man sehr aufpassen: für die beiden älteren Generationen muss es ein Chipsatz der 100er- oder 200er-Familie sein, beispielsweise H170 oder Z270. Für die Coffee Lake-Modelle der 8000er und 9000er-Familie ist hingegen nur ein Mainboard mit einem 300er-Chipsatz kompatibel. In einigen Shops und Preissuchmaschinen wird, um diesen Unterschied besser kenntlich zu machen, für die beiden neueren Generationen auch die Bezeichnung Sockel 1151 v2 genutzt, so auch im PC Games Hardware-Preisvergleich.

Wenn ich überlege dass ich früher meinen Prozessor spätestens alle 3 Jahre tauschen musste um überhaupt irgendein aktuelles Spiel zum Laufen zu kriegen (Sprünge von 60 auf 233 auf 800 MHz usw.).
Hinzu kommt, dass du früher noch nicht das Phänomen hattest, dass extrem viele Leute eine Spielekonsole haben UND fast alle PC-Games auch für Konsolen erscheinen. Vor allem letzteres hat zur Folge, dass die Entwickler bei der geforderten CPU-Leistung nicht übertreiben dürfen, da die Spielekonsolen sonst nicht hinterherkommen. In ihrem Kern sind die Game auf die CPUs einer PS4 und Xbox One S ausgelegt, die nun auch schon ein paar Jahre alt sind und selbst bei Release nicht die Top-CPUs waren. Auch deswegen sind die CPU-Anforderungen in den letzten ca 10-15 Jahren immer nur sehr langsam angestiegen, am PC wurde die Grafikkarte dann das VIEL wichtigere Bauteil, denn bei der Grafik können PC-Games mehr bieten als Konsolen, da dies viel weniger von der CPU abhängt. Gäbe es keine Spielekonsolen, dann müsste man - da bin ich sicher - immer noch alle 2-3 Jahre eine neue CPU kaufen, wenn man immer zB mindestens "hohe" Details spielen will, da die Entwickler sich jeweils an den neuesten CPUs orientieren und das Spiel daraufhin anlegen.
Programmierung nebst Logik ist klar, aber das Lobgehudel was man als "Otto-Normalo" bezüglich Deep Learning mitbekommt läßt bei mir die "Marketing"-Glocken läuten, ähnlich wie bei Quantencomputer.
Und da machine learning, (gerade deep learning) auch im alltag immer interesasnter fuer Anwendungen werden duerfte und gerade artificial neural networks auch sehr stark von parallelem processing profitieren koennte ich mir auch vorstellen, dass sich mittelfristig Rechner Architektur auch darauf ausruchten wird. Den (wirklich allerersten kleinen) Anfang macht ja NVidia schon mit den RTX Karten, die auch speziell dafuer designt wurden. Koennte mir vorstellen, dass das auch immer wichtiger wird, wenn wir mal soweit sind, dass Anwendungen quasi "mit uns lernen sollen".
Koennte aber natuerlich auch sein, dass sich davon nicht viel auf den Endgeraeten abspielt, sondern eher auf den Servern, weil dann die Unternehmen natuerlich auch gleich noch Daten sammeln koennen (siehe Amazon oder Google heute). Schwer zu sagen wo genau der Mainstream da hingehen wird...
Das bei den purzelnden Preisen ums mehr. ;-)
Es wird nur Zeit das Spiele endlich mehr Multicore ausnutzen, selbst bei den "besseren" ist ja bei 4 Kernen der Support fast immer am Ende.
In Punkto Takterhöhung wird da mMn eh nicht mehr so viel passieren.
Wenn ich überlege dass ich früher meinen Prozessor spätestens alle 3 Jahre tauschen musste um überhaupt irgendein aktuelles Spiel zum Laufen zu kriegen (Sprünge von 60 auf 233 auf 800 MHz usw.).
Schon damals hatte ich gelesen, dass eines Tages bei ca. 4 GHz Schluss sein würde. Das würde keine harte Grenzen sein, aber um diesen Wert herum würde die Taktraten-Erhöhung zum Erliegen kommen. Günstige Casual-Rechner würden etwas darunter liegen, Spiele-Rechner etwas höher. Und genau so ist es tatsächlich gekommen.
Ärgerlich: Als Kind war ein Rechner eine Großinvestition. Da musste ich aber ständig aufrüsten, um einen spieletauglichen PC zu haben. Heute könnte ich mir jeden Monat einen neuen Komplett-PC kaufen, brauche aber im Grunde nur noch alle 3 Jahre die Grafikkarte und alle 10 Jahre die CPU tauschen.
Die Leistung reicht ohnehin bei den meisten für den alltäglichen Bedarf, normale Anwendungssoftware und Windows selbst sind inzwischen sogar genügsamer als vor zehn Jahren. Einzig bei Spielen, Videoschnitt, 3D Grafik usw. kann man nie genug Power haben.
Hätte man mir vor zwölf Jahren gesagt, dass auch 2018 / 2019 und darüber hinaus 4GB RAM für einen normalen Multimedia-Rechner weiterhin völlig ausreichend sind, dann hätte ich das kaum geglaubt. Ist aber tatsächlich so.
Eine SSD in einen 10 - 15 Jahre alten Multimedia Rechner gepackt macht den so flott, als wäre es ein neuer PC.