CPU-Kaufberatung: Kerne und Takt, CPU-Kühler, Technik
Intels Sockel 1151 hat drei neue Gamer-CPUs zu bieten, den Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K. Das Coffee Lake-Refresh wurde schon von diversen Hardware-Magazinen getestet - wir haben die Ergebnisse mit Hinblick auf die Spieleleistung analysiert, um Euch eine aktuelle Kaufberatung inklusive vielen allgemeinen Tipps und einer Marktübersicht zu CPUs von AMD und Intel zu bieten.
Kauftipps: Kerne, Threads und Takt
Moderne Mainstream-Prozessoren haben bis zu 8 CPU-Kerne, im Profi- und Server-Bereich sind bereits Modelle mit mehr als 20 Kernen zu haben. Bei Intel ist der Xeon Platinum 8180 mit 28 Kernen derzeit das Maximum, was die im Handel zeitnah lieferbaren CPUs angeht - gut 10.000 Euro werden dafür fällig.
In diesem Artikel
Bei AMD sind mehrere CPUs mit 32 Kernen lieferbar, die günstigste ist der AMD Ryzen Threadripper 2990WX für knapp 1800 Euro. Solche Prozessoren sind aber nur für Server sinnvoll, die viele kleine Aufgaben gleichzeitig erledigen müssen. Ein Kern bearbeitet Befehle, die der CPU zugewiesen werden, und sorgt für die eigentliche Leistung der CPU - stehen mehrere Kerne zur Verfügung, so kann die Arbeit aufgeteilt werden, ebenso kann ein Kern Die Anwendung X, der andere Kern die Anwendung Y bearbeiten.
Quelle: PC Games Hardware
Der AMD Ryzen 7 2700 hat zwei Module mit je vier Kernen, also acht Kerne, und kann dank Hyperthreading 16 Threads verwalten.
Seit einigen Jahren gibt es auch Kerne, die jeweils zwei Threads, also Aufgaben gleichzeitig bearbeiten können. Der gängigste Begriff hierfür ist Hyperthreading. Dies macht aus einem Kern quasi einen Doppel-Kern, eine CPU mit vier Kernen und Hyperthreading arbeitet beinah so wie eine CPU mit acht Kernen ohne Hyperthreading. Ebenfalls wichtig für die Leistung ist der Takt der CPU. Allerdings kann man nur dann eine Aussage über den potentiellen Leistungsunterschied treffen, wenn man zwei Prozessoren der gleichen CPU-Familie und mit der gleichen Anzahl an Kernen und Threads miteinander vergleicht. Ob ein Prozessor von AMD mit sechs Kernen und 12 Threads sowie einem Takt von 3,5 Gigahertz langsamer oder schneller als ein Modell der gleichen Familie mit vier Kernen, acht Threads und einem Takt von 3,7 Gigahertz ist, kann man erst durch Tests feststellen. Erst Recht muss man Tests zu Rate ziehen, wenn man AMD und Intel miteinander vergleichen will. Der Takt ist ein wenig so wie die PS-Zahl bei einem Auto: Ein 3er BMW-Benziner hat eine höhere Maximalgeschwindigkeit, wenn er mehr als PS als ein anderer 3er BMW-Benziner der gleichen Baureihe hat. Ist der Vergleichs-BMW aber ein 5er, oder auch nur ein 3er mit Diesel, kann man anhand der PS keine genauen Schlüsse mehr ziehen - erst Recht geht dies nicht, wenn man die PS mit dem PS-Wert eines VWs oder Mercedes vergleicht, um die Höchstgeschwindigkeit einzuschätzen.
Hinzu kommt, dass die Ergebnisse bei der Leistung einer CPU auch noch von der Anwendung abhängen, da nicht jedes Programm einen Vorteil davon hat, wenn die CPU viele Threads berarbeiten kann. Eine CPU mit 3,5 Gigahertz Takt kann also in einem Spiel langsamer sein als eine andere CPU mit mehr Threads und einem Takt von nur 3,2 Gigahertz, in einem anderen Spiel sieht es aber vielleicht umgekehrt aus, weil es mehr vom Takt als von der Anzahl der verwaltbaren Threads profitiert.
Kauftipps: CPU-Kühler
Ein Prozessor muss im Betrieb gekühlt werden. Das beste Preis-Leistungsverhältnis haben hierbei CPU-Kühler mit Kühlkörper aus Metall und einem Lüfter, der die warme Luft wegbewegt. Ab etwa 20 Euro geschieht das auch bereits sehr leise, wer mehr ausgibt, wird mit einem noch leiseren Betrieb belohnt. Wer übertakten möchte, der sollte wegen der höheren Abwärme, die beim Übertakten entsteht, ohnehin eher ab 40 Euro einrechnen.
Quelle: Scythe
Der Scythe Kotetsu Mark II ist ein guter Mittelklassekühler auch für die Sockel AMD AM4 und Intel 1151
Mehr als 60 Euro auszugeben, macht wiederum so gut wie nie Sinn, auch eine All-in-One-Wasserkühlung kühlt nicht zwingend leiser als ein guter Lüfterkühler. CPUs gibt es als Tray- sowie als Box-Version. Eine Tray-Version ist die nackte CPU in einer meist neutralen Pappschachtel, bei einer Box-CPU wird der Prozessor in einer Verpackung von AMD oder Intel geliefert, in der oftmals auch ein Kühler dabei ist, der für einen Betrieb bei Normaltakt völlig ausreicht. Seit einer Weile gibt es, vor allem bei den Prozessoren, die man gut übertakten kann, Box-Versionen ohne beiliegenden CPU-Kühler. Hierauf müsst ihr also achten, vor allem falls ihr zu einer AMD-CPU für den Sockel AM4 greift, da zu diesem Sockel nicht jeder Kühler kompatibel ist oder auch manche Modelle zwar passen, aber um 90 Grad gedreht eingebaut werden müssen, was nicht optimal ist. Bei Intels Sockel 1151 ist dieses Problem nicht vorhanden, da sich die Mainstream-Sockel bei Intel, was die Befestigung betrifft, seit vielen Generationen nicht verändert haben und daher fast jeder erhältliche CPU-Kühler passt.
Intel Coffee Lake-Refresh - Übersicht
Kommen wir nun zu den drei neuen Coffee Lake-CPUs für den Sockel 1151, die seit einigen Tagen im Handel erhältlich sind. Es handelt sich um einen Sechskern- und zwei Achtkern-CPUs, wobei nur das Topmodell, der Core i9-9900K, Hyperthreading beherrscht und durch seine acht Kerne 16 Threads verwalten kann. Alle drei neuen Prozessoren sind K-CPUs, haben also einen frei wählbaren Multiplikator, so dass sie gut zum Übertakten geeignet sind. Die wichtigsten Eckdaten der neuen CPUs seht ihr in der folgenden Tabelle, zum Vergleich haben wir auch einige weitere Prozessoren mit in die Tabelle aufgenommen. Bei den Ryzen-CPUs handelt es sich um AMD-Prozessoren.
| Modell | i5-9600K | i7-9700K | i9-9900K | i5-8600K | i7-8700K | Ryzen 5 2600X | Ryzen 7 1800X | Ryzen 7 2700X |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Familie | Coffee Lake-R | Coffee Lake-R | Coffee Lake-R | Coffee Lake-S | Coffee Lake-S | Pinnacle Ridge | Summit Ridge | Pinnacle Ridge |
| Kerne / Threads | jeweils 6 | jeweils 8 | 8 und 16 | jeweils 6 | 6 und 12 | 6 und 12 | 8 und 16 | 8 und 16 |
| Basistakt | 3,7 GHz | 3,6 GHz | 3,6 GHz | 3,6 GHz | 3,7 GHz | 3,6 GHz | 3,6 GHz | 3,7 GHz |
| Turbotakt | 4,6 GHz | 4,9 GHz | 5,0 GHz | 4,3 GHz | 4,7 GHz | 4,2 GHz | 4,0 GHz | 4,3 GHz |
| TDP | 95W | 95W | 95W | 95W | 95W | 95W | 95W | 105W |
| Preis (lieferbar) | 329 Euro | 540 Euro | 680 Euro | 280 Euro | 430 Euro | 205 Euro | 235 Euro | 315 Euro |
Eine Neuheit, die nicht in der Tabelle steht: Die Core 9000er können bis zu 128 Gigabyte RAM verwalten - bei den Vorgängern waren es noch maximal 64 Gigabyte. Die Fragen für die Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses der neuen Coffee Lake-R-CPUs sind vor allem, ob und welches Leistungsplus sie im Vergleich zu den anderen in der Tabelle genannten Prozessoren vorhanden ist. Dies klären wir auf der nächsten Seite unseres Specials.

Wenn ich überlege dass ich früher meinen Prozessor spätestens alle 3 Jahre tauschen musste um überhaupt irgendein aktuelles Spiel zum Laufen zu kriegen (Sprünge von 60 auf 233 auf 800 MHz usw.).
Hinzu kommt, dass du früher noch nicht das Phänomen hattest, dass extrem viele Leute eine Spielekonsole haben UND fast alle PC-Games auch für Konsolen erscheinen. Vor allem letzteres hat zur Folge, dass die Entwickler bei der geforderten CPU-Leistung nicht übertreiben dürfen, da die Spielekonsolen sonst nicht hinterherkommen. In ihrem Kern sind die Game auf die CPUs einer PS4 und Xbox One S ausgelegt, die nun auch schon ein paar Jahre alt sind und selbst bei Release nicht die Top-CPUs waren. Auch deswegen sind die CPU-Anforderungen in den letzten ca 10-15 Jahren immer nur sehr langsam angestiegen, am PC wurde die Grafikkarte dann das VIEL wichtigere Bauteil, denn bei der Grafik können PC-Games mehr bieten als Konsolen, da dies viel weniger von der CPU abhängt. Gäbe es keine Spielekonsolen, dann müsste man - da bin ich sicher - immer noch alle 2-3 Jahre eine neue CPU kaufen, wenn man immer zB mindestens "hohe" Details spielen will, da die Entwickler sich jeweils an den neuesten CPUs orientieren und das Spiel daraufhin anlegen.
Programmierung nebst Logik ist klar, aber das Lobgehudel was man als "Otto-Normalo" bezüglich Deep Learning mitbekommt läßt bei mir die "Marketing"-Glocken läuten, ähnlich wie bei Quantencomputer.
Und da machine learning, (gerade deep learning) auch im alltag immer interesasnter fuer Anwendungen werden duerfte und gerade artificial neural networks auch sehr stark von parallelem processing profitieren koennte ich mir auch vorstellen, dass sich mittelfristig Rechner Architektur auch darauf ausruchten wird. Den (wirklich allerersten kleinen) Anfang macht ja NVidia schon mit den RTX Karten, die auch speziell dafuer designt wurden. Koennte mir vorstellen, dass das auch immer wichtiger wird, wenn wir mal soweit sind, dass Anwendungen quasi "mit uns lernen sollen".
Koennte aber natuerlich auch sein, dass sich davon nicht viel auf den Endgeraeten abspielt, sondern eher auf den Servern, weil dann die Unternehmen natuerlich auch gleich noch Daten sammeln koennen (siehe Amazon oder Google heute). Schwer zu sagen wo genau der Mainstream da hingehen wird...
Das bei den purzelnden Preisen ums mehr. ;-)
Es wird nur Zeit das Spiele endlich mehr Multicore ausnutzen, selbst bei den "besseren" ist ja bei 4 Kernen der Support fast immer am Ende.
In Punkto Takterhöhung wird da mMn eh nicht mehr so viel passieren.
Wenn ich überlege dass ich früher meinen Prozessor spätestens alle 3 Jahre tauschen musste um überhaupt irgendein aktuelles Spiel zum Laufen zu kriegen (Sprünge von 60 auf 233 auf 800 MHz usw.).
Schon damals hatte ich gelesen, dass eines Tages bei ca. 4 GHz Schluss sein würde. Das würde keine harte Grenzen sein, aber um diesen Wert herum würde die Taktraten-Erhöhung zum Erliegen kommen. Günstige Casual-Rechner würden etwas darunter liegen, Spiele-Rechner etwas höher. Und genau so ist es tatsächlich gekommen.
Ärgerlich: Als Kind war ein Rechner eine Großinvestition. Da musste ich aber ständig aufrüsten, um einen spieletauglichen PC zu haben. Heute könnte ich mir jeden Monat einen neuen Komplett-PC kaufen, brauche aber im Grunde nur noch alle 3 Jahre die Grafikkarte und alle 10 Jahre die CPU tauschen.
Die Leistung reicht ohnehin bei den meisten für den alltäglichen Bedarf, normale Anwendungssoftware und Windows selbst sind inzwischen sogar genügsamer als vor zehn Jahren. Einzig bei Spielen, Videoschnitt, 3D Grafik usw. kann man nie genug Power haben.
Hätte man mir vor zwölf Jahren gesagt, dass auch 2018 / 2019 und darüber hinaus 4GB RAM für einen normalen Multimedia-Rechner weiterhin völlig ausreichend sind, dann hätte ich das kaum geglaubt. Ist aber tatsächlich so.
Eine SSD in einen 10 - 15 Jahre alten Multimedia Rechner gepackt macht den so flott, als wäre es ein neuer PC.