CPU-Kaufberatung: Analyse Coffee Lake-R, Fazit
Intels Sockel 1151 hat drei neue Gamer-CPUs zu bieten, den Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K. Das Coffee Lake-Refresh wurde schon von diversen Hardware-Magazinen getestet - wir haben die Ergebnisse mit Hinblick auf die Spieleleistung analysiert, um Euch eine aktuelle Kaufberatung inklusive vielen allgemeinen Tipps und einer Marktübersicht zu CPUs von AMD und Intel zu bieten.
Leistungsanalyse Coffee Lake-R
Wir haben uns mehrere Tests von Hardware- und Gaming-Websites zur Brust genommen, in denen mindestens eine der drei neuen 9000er-CPUs von Intel Spiele-Benchmarktests unterzogen wurde, und die Testwerte statistisch analysiert.
In diesem Artikel
Auch der Test unserer Kollegen der PC Games Hardware, die alle drei neuen Intel-CPUs getestet haben, ist mit in unserer Analyse dabei. Leider lagen zum Redaktionsschluss für unser Special nur wenige Tests vor, die nicht ausschließlich den Core i9-9900K thematisierten. Unser Fokus lag daher ganz klar bei Games sowie dem Core i9-9900K. Unsere Leistungsanalyse, wobei die Ergebnisse für den Core i5-9600K und Core i7-9700K hauptsächlich vom Test der PC Games Hardware abgeleitet sind, ergab folgendes:
- Der Core i9-9900K bietet etwa 30 Prozent mehr Leistung in Games als ein AMD Ryzen 7 2700X, im Vergleich zum Ryzen 5 2600X sind es 35 Prozent.
- Die Mehrleistung zu einem Core i7-8700K beträgt etwa sechs Prozent. zum Core i5-9600K sind es 14 Prozent, den Core i7-9700K schlägt der durch eine festgelegte TDP - zu den Gründen gleich mehr - leicht gebremste Core i9-9900K nur um 3,5 Prozent.
- Der Core i7-9700K liegt 10 Prozent vor dem Core i5-9600K und etwa 2,5 Prozent vor einem Core i7-8700K.
- AMDs Ryzen-CPUs 2600X und 2700X lässt der Core i7-9700K um 26 bis 31 Prozent hinter sich.
- Der Core i5-9600K ordnet sich ein wenig unterhalb des Core i7-8700 ein. Zum Ryzen 5 2600X und Ryzen 7 2700X hat er einen Vorsprung von 15 beziehungsweise 20 Prozent.
Um die Unterschiede zwischen den CPUs dabei besonders zu betonen und zu vermeiden, dass die FPS (Bilder pro Sekunde) von der Grafikkarte begrenzt werden, sind viele der verwendeten Testwerte bei einer geringen Auflösung wie 1280 mal 720 Pixeln entstanden. Die Unterschiede zwischen den Prozessoren werden bei höheren Auflösungen kleiner, da hier die Relevanz der Grafikkarte zunimmt. Wenn Euch also das Spielen eines bestimmten Spiels bei höheren Detailstufen wichtig ist, solltet ihr nach passenden Benchmarks suchen, bei denen eine Grafikkarte zum Einsatz kam, die eurer ähnelt und auch die Auflösung verwendet wird, mit der ihr spielt.
Einen Kritikpunkt, der nicht die Leistung betrifft, ist die Abwärme und der Strombedarf des Core i9-9900K vor allem im übertakteten Zustand, für den das Coffee Lake-Refresh ja prädestiniert ist. Der Core i9-9900K wird nicht nur bei Übertaktung recht heiß und verbraucht viel Strom. Hier ist ein ordentlicher Kühler ratsam. Ebenso haben beispielsweise unsere Kollegen der PC Games Hardware die TDP-Vorgabe für den Prozessor manuell auf 95 Watt festlegen müssen, da er ansonsten mächtig Gas gibt und dabei so heiß wird, dass er selbst eine bessere Luftkühlung überfordern kann - PC Games Hardware empfiehlt sogar eine AiO-Wasserkühlung, was ein Novum für Mainstream-CPUs darstellt.
Fazit: Stark, aber teuer
Unser Fazit, was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, ist zwiespältig. Zum einen haben manche Nutzer gar keine andere Wahl, als zu einem Core i7-9700K oder Core i9-9900K zu greifen, wenn sie abermals mehr Leistung als mit einem Core i5-8600K oder Core i7-8700K wünschen. Denn beide Prozessoren sind leistungstechnisch die Speerspitze der aktuellen Mainstream-CPUs. Auf der anderen Seite bieten gerade die AMD-Ryzen-CPUs eine Leistung, die zwar merkbar schwächer ist, aber trotzdem für längere Zeit ausreichen wird und zudem deutlich günstiger zu haben ist. Auch eine besonders hohe Zahl an Threads, die möglicherweise in zwei bis drei Jahren ein Vorteil sind, gibt es bei AMD schon mit sehr schmalem Budget.
Quelle: Intel
Kein Cyber Fussball sondern die Verpackung eines Core i9-9900K
Wer neben einem Spiel noch weitere Anwendungen betreibt, kann bei AMD bereits günstig 12 oder 16 Threads nutzen, nämlich ab 150 respektive 190 Euro. Bei Intel wird jeweils weit mehr als das Doppelte fällig - die CPUs sind dafür aber dann auch schneller als die von AMD. Bei den aktuellen Preisen sind aber weder der Core i7-9700K noch der Core i9-9900K für Gaming zu empfehlen, da sie kaum eine Mehrleistung zum Core i7-8700K bieten, aber über 100 Euro Aufpreis kosten. Der Core i5-9600K hingegen ist für seinen Preis von 330 Euro durchaus einen Blick wert, ist aber kaum besser als ein Core i5-8600K und bietet auch nicht mehr Kerne oder Threads als die 280 Euro Alternative. In Sachen Preis-Leistung liegt AMD derzeit klar vorne, bei der Frage nach den stärksten CPUs gewinnt Intel, aber zu einem hohen Preis: die 26 Prozent mehr FPS eines Core i7-9700K im Vergleich zu einem AMD Ryzen 7 2700X bei eher geringeren Auflösungen verlangen einen Aufpreis von über 70 Prozent, bei einem Blick auf den Core i9-9900K zahlt man sogar mehr als das Doppelte für ein Leistungsplus von 30 Prozent. Allerdings sind die 8000er-CPUs von Intel auch in den letzten Wochen deutlich teurer geworden, was sich auch auf die derzeitigen Preise der 9000er-Modelle auswirkt. Doch es müsste schon einen enormen Preisrutsch geben, damit AMD beim Preis-Leistungsverhältnis ins Hintertreffen gerät, zumal es zum Ryzen 5 2600X und Ryzen 7 2700X weitere günstigere AMD-Alternativen gibt, die kaum schwächer sind, zum Beispiel den Ryzen 7 1700X. Mit einer Übersicht zu empfehlenswerten CPUs wollen wir auf der folgenden Seite unser Special abschließen.

Wenn ich überlege dass ich früher meinen Prozessor spätestens alle 3 Jahre tauschen musste um überhaupt irgendein aktuelles Spiel zum Laufen zu kriegen (Sprünge von 60 auf 233 auf 800 MHz usw.).
Hinzu kommt, dass du früher noch nicht das Phänomen hattest, dass extrem viele Leute eine Spielekonsole haben UND fast alle PC-Games auch für Konsolen erscheinen. Vor allem letzteres hat zur Folge, dass die Entwickler bei der geforderten CPU-Leistung nicht übertreiben dürfen, da die Spielekonsolen sonst nicht hinterherkommen. In ihrem Kern sind die Game auf die CPUs einer PS4 und Xbox One S ausgelegt, die nun auch schon ein paar Jahre alt sind und selbst bei Release nicht die Top-CPUs waren. Auch deswegen sind die CPU-Anforderungen in den letzten ca 10-15 Jahren immer nur sehr langsam angestiegen, am PC wurde die Grafikkarte dann das VIEL wichtigere Bauteil, denn bei der Grafik können PC-Games mehr bieten als Konsolen, da dies viel weniger von der CPU abhängt. Gäbe es keine Spielekonsolen, dann müsste man - da bin ich sicher - immer noch alle 2-3 Jahre eine neue CPU kaufen, wenn man immer zB mindestens "hohe" Details spielen will, da die Entwickler sich jeweils an den neuesten CPUs orientieren und das Spiel daraufhin anlegen.
Programmierung nebst Logik ist klar, aber das Lobgehudel was man als "Otto-Normalo" bezüglich Deep Learning mitbekommt läßt bei mir die "Marketing"-Glocken läuten, ähnlich wie bei Quantencomputer.
Und da machine learning, (gerade deep learning) auch im alltag immer interesasnter fuer Anwendungen werden duerfte und gerade artificial neural networks auch sehr stark von parallelem processing profitieren koennte ich mir auch vorstellen, dass sich mittelfristig Rechner Architektur auch darauf ausruchten wird. Den (wirklich allerersten kleinen) Anfang macht ja NVidia schon mit den RTX Karten, die auch speziell dafuer designt wurden. Koennte mir vorstellen, dass das auch immer wichtiger wird, wenn wir mal soweit sind, dass Anwendungen quasi "mit uns lernen sollen".
Koennte aber natuerlich auch sein, dass sich davon nicht viel auf den Endgeraeten abspielt, sondern eher auf den Servern, weil dann die Unternehmen natuerlich auch gleich noch Daten sammeln koennen (siehe Amazon oder Google heute). Schwer zu sagen wo genau der Mainstream da hingehen wird...
Das bei den purzelnden Preisen ums mehr. ;-)
Es wird nur Zeit das Spiele endlich mehr Multicore ausnutzen, selbst bei den "besseren" ist ja bei 4 Kernen der Support fast immer am Ende.
In Punkto Takterhöhung wird da mMn eh nicht mehr so viel passieren.
Wenn ich überlege dass ich früher meinen Prozessor spätestens alle 3 Jahre tauschen musste um überhaupt irgendein aktuelles Spiel zum Laufen zu kriegen (Sprünge von 60 auf 233 auf 800 MHz usw.).
Schon damals hatte ich gelesen, dass eines Tages bei ca. 4 GHz Schluss sein würde. Das würde keine harte Grenzen sein, aber um diesen Wert herum würde die Taktraten-Erhöhung zum Erliegen kommen. Günstige Casual-Rechner würden etwas darunter liegen, Spiele-Rechner etwas höher. Und genau so ist es tatsächlich gekommen.
Ärgerlich: Als Kind war ein Rechner eine Großinvestition. Da musste ich aber ständig aufrüsten, um einen spieletauglichen PC zu haben. Heute könnte ich mir jeden Monat einen neuen Komplett-PC kaufen, brauche aber im Grunde nur noch alle 3 Jahre die Grafikkarte und alle 10 Jahre die CPU tauschen.
Die Leistung reicht ohnehin bei den meisten für den alltäglichen Bedarf, normale Anwendungssoftware und Windows selbst sind inzwischen sogar genügsamer als vor zehn Jahren. Einzig bei Spielen, Videoschnitt, 3D Grafik usw. kann man nie genug Power haben.
Hätte man mir vor zwölf Jahren gesagt, dass auch 2018 / 2019 und darüber hinaus 4GB RAM für einen normalen Multimedia-Rechner weiterhin völlig ausreichend sind, dann hätte ich das kaum geglaubt. Ist aber tatsächlich so.
Eine SSD in einen 10 - 15 Jahre alten Multimedia Rechner gepackt macht den so flott, als wäre es ein neuer PC.