Spiele und Grafikkarte tunen
Durch die Grafikoptionen, die bei vielen Spielen üppig ausfallen, könnt ihr die Grafikqualität, aber auch die Leistung verändern. Wir geben Tipps dazu, welche Grafiktoptionen für welche Veränderungen zuständig sind. Außerdem bieten wir einen kleinen Guide zum Überwachen und Tunen eurer Grafikkarte.
Licht und Schatten
Diese zwei Punkte aus der Überschrift erklären sich eigentlich von selbst - aber wie stark sie sich auf die Leistung auswirken, hängt sehr vom jeweiligen Spiel ab. Wir wollen daher ein wenig näher ins Detail gehen.
In diesem Artikel
Beim Schatten gibt es häufig drei verschiedene Stufen: bei der niedrigsten Stufe wird ein sehr einfacher Schatten geworfen - der Schatten eines Baumes ist dann beispielsweise nur eine dunklere Fläche, die lediglich mit Fantasie noch an einen Baum erinnert - oder aber die Grundform ist passend, die Ränder bestehen aber aus klar erkennbar eckigen Abschnitten, als wären es überdimensional große Pixel. Bei mittleren Details entspricht der Schatten dann schon recht genau der Grundform des Baumes. Bei der höchsten Stufe wird sogar die Bewegung der Blätter und das durch Lücken in der Baumkrone hindurch kommende Licht beachtet und klare Konturen berechnet.
Quelle: AntonioFunes
Anschauliche Unterschiede der Schattendetails bei Far Cry: Primal
Ebenfalls eine Option ist die Auflösung des Schattens: dieser kann bei einer niedrigen Einstellungen aus groben Vierecken bestehen, bei hohen Schattendetails aber mit sehr feinen, korrekt berechneten Kanten glänzen. Links im Bild seht ihr, welchen Einfluss die Schattenoptionen bei Far Cry: Primal haben: mit hohen Schattendetails sind die einzelnen Blätter der Schatten werfenden Pflanzen absolut detailliert erkennbar - bei niedrigen Einstellungen sind die deutlich diffuser, wobei trotzdem - vor allem wenn man im Spiel nicht stehenbleibt und in Ruhe auf die Schatten achtet - eine schöne Lichtatmosphäre entsteht. Was die Lichteffekte angeht: auch hier gibt es keine pauschale Aussage auf die Leistungsauswirkung. Zudem bietet nicht jedes Spiel Optionen, die mit dem Licht zu tun haben. Falls sich etwas verstellen lässt, dann kann es sich beispielsweise um das korrekte Berechnen von Lichteffekten zum Beispiel für Magie oder Feuer handeln. Eine hohe Einstellung würde dann dafür sorgen, dass beispielsweise ein Feuerball als korrekt berechnete Lichtquelle mit in das Rendering eingeht, so dass zum Beispiel ein Baum, an dem der Feuerball vorbeifliegt, auf der Vorderseite beleuchtet wird, nach hinten hin wiederum einen Schatten wirft, und zwar auch im korrekten Winkel. Bei niedrigen Details wird vielleicht dann nur ein Bereich um den Feuerball herum etwas heller dargestellt, aber keine Schatten und so weiter berechnet. Es kann bei den Lichtdetails aber auch nur um die Frage gehen, ob beispielweise in einer simulierten Stadt sämtliche Lichtquellen korrekt und einzeln berechnet werden sollen oder ob man nur einige wenige Hauptlichtquellen nutzt. Wie so oft, kann ein vorhandener Menüpunkt zum Licht also je nach Spieletitel völlig andere Auswirkungen haben.
Sichtweite und Objektdetails
Die letzten beiden Punkte, die eine größere Rolle spielen können, sind die Sichtweite und die Objektdetails. Die Sichtweite erklärt sich beinahe von selbst: weiter im Hintergrund liegende Objekte werden bei einer niedrigen Sichtweite nicht dargestellt, um Rechenpower zu sparen.
Quelle: AntonioFunes
Drei Sichtweiten-Einstellungen im Vergleich bei The Elder Scrolls: Skyrim. Farbig eingekreist die Bäume, die je nach Sichtweite verschwinden.
Ein gewisses Grundgerüst bleibt zwar immer bestehen, beispielsweise ein Gebirgszug am Horizont. Aber unser Screenshotvergleich aus The Elder Scrolls: Skyrim links neben dem Text zeigt gut, dass je nach Sichtweise ganze Waldabschnitte einfach weggelassen werden. Bei den Objektdetails wiederum geht es darum, wie detailliert Gegenstände dargestellt werden. Bei niedrigen Details können einige Gegenstände kantiger wirken, oder bei Bäumen sind statt einzelner Blätter nur vorgefertigte Texturen als Platzhalter für ganze Äste vorhanden. Auch kann es passieren, dass rein dekorative Elemente einfach weggelassen werden. Wie viel Leistung euch das Ändern dieser Optionen bringt, hängt - wie so oft - sehr vom jeweiligen Spieletitel ab. Vor allem bei Multiplayer-Titeln kann es auch zum Nachteil werden, wenn man die Sichtweite zu sehr reduziert.
Grafikkarte überwachen und tunen
Wenn manch ein Spiel nicht mehr gut auf eurem PC läuft, könnten eventuell nur die Treiber schuld sein. Die aktuellsten Versionen für AMD-Grafikkarten findet ihr hier, bei Nvidia werdet ihr ebenfalls auf der offiziellen Homepage fündig. Auch die Treiber für euer Mainboard und weitere Zusatzkarten oder USB-Geräte sollten aktuell sein - hier gilt es, die Modellbezeichnung herauszufinden und beim jeweiligen Hersteller nachzusehen. Wenn diese Maßnahmen nicht helfen, dann macht es durchaus Sinn, eure Grafikkarte genauer unter die Lupe zu nehmen, bevor ihr euch einfach eine neue Grafikkarte anschafft. Mit den passenden Tools könnt ihr nämlich feststellen, wie genau die FPS-Werte verlaufen, wie warm die Grafikkarte wird, welchen Takt sie bei Last nutzt oder auch, wie voll der Grafikspeicher ist. Auf diese Weise könnt ihr herausfinden, ob eine neue Grafikkarte nötig ist, oder ob vielleicht sogar ein Fehler vorliegt. So ein Fehler kann beispielsweise sein, dass die Grafikkarte den vom Hersteller genannten Taktwert bei weitem nicht erreicht - zu wenig Strom könnte hier eine Ursache sein. Ein anderes Problem: wenn eine Software das Spiel stört, dann könnte dies bei der Verlaufskurve zu den FPS-Werten daran zu erkennen sein, dass es sehr kurze und plötzliche Einbrüche bei den Werten gibt.
Quelle: AntonioFunes
MSI Afterburner mit unten abgekoppeltem Kurvenfenster
Zum Beispiel wenn ein Spiel stets zwischen 50 und 70 FPS läuft, aber immer wieder für Bruchteile einer Sekunde auf 10 FPS einbricht. Denn wenn lediglich eine zu schwache Hardware das Problem ist, gibt es in aller Regel eher nur leicht schwankende FPS mit temporären Einbrüchen, die nicht nur für einen winzigen Augenblick anhalten und oft auch eine klare Ursache haben, zum Beispiel mit einer aufwändigen Explosion im Spiel oder eine größeren Gruppe an Gegnern in Verbindung gebracht werden können. Passende Tools zur Überwachung der Grafikkarte findet ihr bei einigen Grafikherstellern, beliebt sind aber Tools wie GPU-Z oder der MSI-Afterburner. Mit letzterem könnt ihr so gut wie jede Grafikkarte genau analysieren und bei vielen Modellen sogar die Taktwerte oder Stromversorgung im gewissen Rahmen umstellen. Auch die Lüfterkurve ist anpassbar, denn manche Grafikkarten sind so abgestimmt, dass die Lüfter recht laut drehen, um eine möglichst geringe Grafikchip-Temperatur zu erreichen - mit einer angepassten Lüfterkurve und weniger Drehzahl, was zu einem leiseren Betrieb führt, bleibt die Grafikkarte aber in vielen Fällen trotzdem kühl genug. Den Bereich mit den Überwachungskurven könnt ihr über einen Klick auf Detach (mittig unten, rote Schrift, unmittelbar unter der Information über den aktuellen Treiber) abkoppeln und als eigenes Fenster in der Größe verändern, so dass ihr auch mehrere Kurven und einen längeren Zeitraum gut auf einen Blick beobachten könnt. Natürlich werden die Kurven weiterhin aufgezeichnet, während ihr ein Spiel spielt. In den Optionen könnt ihr zudem auch weitere Kurven einblenden wie zum Beispiel Informationen zu Takt und Temperatur der CPU.

Die Skyrim Special Edition bietet im Gegensatz zur Originalversion kein MSAA mehr, sondern nur noch FXAA oder TAA (Temporal AA), wobei letzteres in den Optionen zwar als "beste Qualität" bezeichnet wird, aber zumindest bei mir und vielen anderen das Bild sehr unscharf macht. FXAA finde ich da doch wesentlich angenehmer. SMAA oder andere externe Techniken (etwa über das Grafikkarten-Menü) lassen sich allerdings ohne Weiteres nicht damit verwenden.
Anisotrope Filterung wird zwar im Artikel nicht angesprochen (wobei das ja im Zusammenhang mit Texturen durchaus von Bedeutung ist) und da bin ich inzwischen auch der Ansicht, dass 8x ausreicht. Leistungsmäßig macht es zwar nicht wirklich viel aus, aber 16x bringt keine wirklich wahrnehmbare Verbesserung mehr für mich.