Coole PCs - PC-Kühler mit Marktübersicht und Wasserkühlungen
Im Sommer kommen nicht nur Gamer, sondern auch ihre PCs in Schwitzen. Wir haben Tipps für euch zusammengefasst, mit denen ihr euren PC effektiver oder auch leiser kühlen könnt. Einige der Tipps sind auch ohne Kosten umsetzbar.
CPU-Kühler
Wer seinen Prozessor übertakten will, wird sich ohnehin einen guten CPU-Kühler anschaffen. Ansonsten reichen aber selbst die bei den CPUs mitgelieferten Box-Kühler von AMD und Intel aus, damit der Prozessor nicht zu warm wird - allerdings kann diese Lösung bei Last unangenehm laut werden, da diese einfacheren Kühler nur mit hoher Drehzahl die Wärme abführen können. Schon mit einem CPU-Kühler für 15 bis 20 Euro könnt ihr die CPU deutlich besser kühlen und somit auch einen leiseren Betrieb gewährleisten. Je mehr ihr investiert, desto leiser wird der PC.
In diesem Artikel
Prinzipiell nimmt ein CPU-Kühler die Wärme der CPU über seine Kontaktfläche an der Unterseite auf. Die Wärme verteilt sich dann im gesamten Kühlkörper. Heatpipes helfen bei den meisten Kühlern, die Wärme schneller und besser zu verteilen. Der eigentliche Kühlkörper besteht aus zahlreichen Rippen, die die Wärme wiederum an die umgebende Luft abgeben.
Quelle: PC Games Hardware
Thermalright Macho Direct
Damit sich die Luft dort nicht staut, bläst ein Lüfter die warme Luft weg und zieht gleichzeitig frischere Luft heran. Somit kann der Kühlkörper seine Temperatur halten und am Ende die CPU gut kühlen. Zu empfehlen sind dabei die so genannten Tower-Kühler: ein eher hochgebauter Kühlkörper, bei dem der Lüfter die Luft aus dem vorderen Gehäusebereich in den hinteren bläst. Der Lüfter unterstützt also den Luftstrom, den wir ohnehin weiter oben bereits für ein Gehäuse empfohlen haben. Wenn euch der mitgelieferte Lüfter zu laut sein sollte, lassen sich bei fast allen Kühlern auch alle gängigen Gehäuselüfter montieren - ihr müsst nur darauf achten, ob der Lüfter eine bestimmte Rahmenbreite haben muss. Für 20 bis 40 Euro bekommt ihr sehr gute Kühler für Prozessoren, die nicht übertaktet werden sollen. Wer übertakten will, gibt eher 35 bis 50 Euro oder für besondere Übertakter-Experimente auch noch mehr aus. Die Montage moderner Kühler ist teilweise recht fummelig - hier müsst ihr euch vorher informieren, falls ihr einen einfach einzubauenden Kühler sucht. Grundsätzlich sind günstige, leichtere Kühler sehr einfach zu montieren. So wird für Intel das simple Pushpin-Prinzip verwendet, bei dem ihr vier Füße an den Ecken der Kühler-Halterung durch die vier Löcher drückt, die um den CPU-Sockel herum platziert sind. Bessere Kühler sind allerdings meisten auch so schwer, dass eine Push-Pin-Halterung nicht mehr funktioniert - hier wird dann eine Halterung montiert, die meistens verschraubt wird, und zwar auch mit Hilfe einer mitgelieferten Platte, die auf der Unterseite des Mainboards angebracht wird.
Quelle: Scythe
Scythe Fuma
Da aber alle halbwegs aktuellen PC-Gehäuse eine große Aussparung in der Mainboard-Halteebene in Höhe des CPU-Sockels haben, ist es kein Problem, einen solchen Kühler auch ohne Ausbau des Mainboards zu montieren - ihr müsst lediglich das (von vorne gesehen) rechte Seitenteil des Gehäuses ebenfalls abnehmen.
CPU-Kühler: kleine Marktübersicht
In der folgenden Tabelle haben wir eine Auswahl von 20 empfehlenswerten CPU-Kühlern zwischen 18 und 50 Euro zusammengefasst. Wer übertakten will, sollte sich in der Preisklasse ab etwa 35 Euro umschauen - für andere Nutzer sind auch günstige Modelle gut geeignet, wobei ab etwa 25 bis 30 Euro auch schon ein sehr leiser Betrieb möglich ist. Wichtig ist auch die Bauhöhe, denn manche PC-Gehäuse bieten - obwohl sie eigentlich für Gaminghardware gut geeignet sind - nur Platz für Kühler bis zu 150 Millimeter Höhe, manche sogar noch weniger. Die Höhe geben wir deshalb selbstverständlich an, ebenso die Größe des mitgelieferten Lüfters. Alle genannten Kühler sind kompatibel zu den Intel Sockeln 1150, 1151, 1155 und 1156 sowie allen FM- und AM-Sockeln von AMD. Da die Enthusiastensockel 2011 und 2011-3 abweichende Montagelöcher nutzen, welche nicht von allen aufgeführten Kühlern unterstützt werden, haben wir die passende Info in unsere Tabelle aufgenommen.
| Modell | Höhe | Gewicht | Lüfter | 2011 | Preis ab |
|---|---|---|---|---|---|
| EKL Alpenföhn Sella | 129 mm | 422 g | 92 mm | nein | 18 Euro |
| Xilence M403 | 137 mm | 405 g | 92 mm | nein | 20 Euro |
| Raijintek Aidos | 136 mm | 325 g | 92 mm | ja | 20 Euro |
| Cooler Master Hyper TX3 Evo | 136 mm | 379 g | 92 mm | nein | 23 Euro |
| EKL Alpenföhn Ben Nevis | 140 mm | 670 g | 120 mm | ja | 24 Euro |
| Artic Freezer 13 CO | 130 mm | 706 g | 92 mm | nein | 25 Euro |
| Thermalright True Spirit 90 M | 125 mm | 392 g | 92 mm | nein | 27 Euro |
| Scythe Kotetsu | 160 mm | 480 g | 120 mm | ja | 30 Euro |
| be quiet! Pure Rock | 155 mm | 660 g | 120 mm | ja | 30 Euro |
| Cooler Master Hyper 212 Evo | 159 mm | 596 g | 120 mm | nein | 32 Euro |
| EKL Alpenföhn Brocken ECO | 150 mm | 600 g | 120 mm | ja | 32 Euro |
| Thermalright Macho Direct | 158 mm | 660 g | 140 mm | ja | 35 Euro |
| be quiet! Shadow Rock 2 SR1 | 160 mm | 1120 g | 120 mm | ja | 40 Euro |
| Raijintek EreBoss | 160 mm | 870 g | 140 mm | ja | 40 Euro |
| EKL Alpenföhn Brocken 2 | 165 mm | 842 g | 140 mm | ja | 40 Euro |
| Thermalright Macho 120 | 150 mm | 688 g | 120 mm | ja | 40 Euro |
| Scythe Mugen 4 | 157 mm | 625 g | 120 mm | ja | 40 Euro |
| Enermax ETS-T40F-BK | 162 mm | 460 g | 120 mm | ja | 42 Euro |
| Scythe Fuma | 149 mm | 920 g | 120 mm | ja | 44 Euro |
| EKL Alpenföhn Matterhorn | 158 mm | 1067 g | 120 mm | ja | 50 Euro |
Wasserkühlung
Grundsätzlich sind lüfterbasierte Kühlungen in Sachen Preis und Leistung unschlagbar und können selbst mit starker Übertaktung der CPU einen leisen PC ermöglichen. Insofern ergibt eine Wasserkühlung keinen Sinn, außer es geht euch um die Optik - oder ihr möchtet einen PC, den man wirklich als absolut lautlos bezeichnen kann.
Quelle: PCGames-Member Herbboy
Wasserkühlung im Betrieb
Hierfür werden dann aber schnell ein paar hundert Euro fällig. In diesem Special hatten wir anhand eines Beispiel-PCs die Kosten für eine ausgewachsene Wasserkühlung, welche CPU und Grafikkarte einbezieht, analysiert. Obwohl es sich um eine Wasserkühlung handelt, die zwar nicht die billigsten Komponenten enthielt, aber trotzdem eher im Einsteigerbereich anzusiedeln sind, waren über 400 Euro fällig. Es gibt aber als Alternative auch die so genannten AiO-Wasserkühlungen, also All-in-One-Wasserkühlungen. Diese AiO-Lösungen sind nicht erweiterbar - es handelt sich um komplett geschlossene Systeme. Es handelt sich dabei um einen CPU-Kühler, von dem aus zwei Schläuche zum Radiator führen, der beispielsweise oben oder hinten im PC montiert wird. Im Radiator ist eine kleine Pumpe eingebaut, die einen Wasserkreislauf vom Radiator zur CPU und wieder zurück erzeugt. Das Wasser nimmt die Wärme des CPU-Kühlers auf, fließt zum Radiator, wo es die Wärme an das Metall des Radiators abgibt, der wiederum die Wärme um seine Kühlrippen herum an die Luft weitergibt. Lüfter blasen die Luft dann weg.
Quelle: Enermax
Enermax Liqmax II 240
Das heißt: Ihr habt trotzdem weiterhin einen oder mehrere Lüfter (je nach Radiatorgröße), die bei günstigeren AiO-Wasserkühlungen häufig sogar lauter als ein Lüfter eines guten Luftkühlers sind. Zudem kann es passieren, dass die Lüfter zwar sehr leise sind, ihr dafür aber die Pumpe arbeiten hört. Eine AiO-Wasserkühlung für 50 bis 100 Euro muss also in der Summe nicht unbedingt besser und leiser sein als ein guter Luftkühler für 40 bis 60 Euro. AiO-Lösungen werden übrigens inzwischen auch bei manchen Grafikkarten eingesetzt - beispielsweise ist AMDs Fury X ausschließlich im einheitlichen Design mit einer kleinen AiO-Wasserkühlung erhältlich. Ein Vorteil von Wasserkühlungen - egal ob AiO oder erweiterbar - ist aber nicht von der Hand zu weisen: der eigentliche CPU-Kühler ist relativ klein, so dass um den CPU-Sockel herum viel Platz bleibt. Dies ist positiv für User, die gerne optisch auffälliges RAM mit höhen Kühlrippen nutzen. Zudem lastet auch nur wenig Gewicht auf CPU und Sockel - dies ist ein Vorteil, wenn ihr den PC gelegentlich transportiert. Generell raten wir aber zu einer modernen Luftkühlung, da diese für geringere Kosten eine sehr leise und effiziente Kühlung ermöglichen kann - natürlich vor allem dann, wenn ihr auch unsere allgemeinen Tipps zur Kühlung beherzigt.
