Gaming-Prozessoren: Kerne, Threads und Taktwerte
Wir geben euch einige allgemeine Tipps rund um die Auswahl einer Spiele-CPU und bieten 25 Empfehlungen sowie eine Top 10 der Preis-Leistungs-Sieger.
Kerne und Threads
Bei den technischen Daten der Prozessoren wird die Anzahl an Kernen sowie Threads genannt. So hat der AMD Ryzen 7 7800X beispielsweise 8 Kerne und 16 Threads. Strenggenommen ist die Formulierung "hat" im Zusammenhang mit Threads falsch - vielmehr müsste man sagen, dass die CPU 16 Threads verwalten kann, also 16 getrennte Aufgaben durchführen kann.
Threads und Kerne sind keine getrennten Dinge, sondern vielmehr kann ein Kern entweder einen oder zwei Threads verwalten. Kann er zwei Threads verwalten, spricht man auch von SMT (Simultaneous Multitasking). Eine Achtkern-CPUs wird mit SMT quasi indirekt zu einer 16-Kern-CPU. Die Ryzen-Modelle von AMD können fast alle pro Kern zwei Threads verwalten - nur sehr wenige Modelle bieten kein SMT.
Bei Intels für Spiele interessanten Core i-CPUs ist es komplizierter, denn es gibt Modelle ohne SMT, Modelle mit SMT sowie noch eine Mischform. Einige neuere Intel-CPUs bieten nämlich sowohl Kerne ohne SMT, die sich Effizienzkerne nennen, als auch Kerne mit SMT, die so genannten Performance-Kerne.
So hat der Core i5-12600K 12 Kerne, die sich auf 6 Performance- und 4 Effizienz-Kerne verteilen (auch abgekürzt als C- und c-Kerne oder p- und e-Kerne). Die Threadanzahl liegt beim Core i5-12600K folglich bei 16: 12 Threads durch die 6 p-Kerne sowie 4 Threads durch die 4 e-Kerne.
Ganz allgemein ist aber nicht zwingend ein Plus an Kernen auch immer besser. Für Spiele reichen 12 Threads aus, selbst Core i3-Modelle mit nur 8 Threads halten bei modernen Spielen sehr gut mit. Die zweitstärkste aktuelle Spiele-CPUs überhaupt, der Ryzen 7 7800X3D, hat 8 Kerne und 16 Threads. Der Ryzen 9 7950X3D ist etwas schneller und hat zwar 16 Kerne (32 Threads) - die Mehrleistung in Spielen verdankt er aber nur den höheren Taktwerten.
Der Ryzen 9 7900X3D mit 12 Kernen (24 Threads) ist wiederum in Spielen langsamer als der 8-Kern 7800X3D. Was über 6 bis 8 Kerne oder 12 bis 16 Threads hinausgeht, wird von modernen Spielen überhaupt nicht genutzt und ist nur für bestimmte Anwendungen oder besondere Szenarien sinnvoll.
Quelle: PC Games Hardware
Der Intel Core i5-12600K bietet p- und e-Kerne.
Taktwerte
Auch die Taktwerte von Prozessoren, also vereinfacht gesagt die mögliche Anzahl an Rechenvorgängen pro Sekunde, ist nur bedingt hilfreich, um die Leistung einer CPU einzuschätzen. Nur dann, wenn zwei CPUs aus derselben Familie stammen sowie gleichviele Kerne und Threads bieten, kann man durch die Taktwerte auf die Leistung schließen.
Ein Vergleich mit anderen Generationen oder zwischen AMD- und Intel-Modellen ist aber auf Basis der Taktwerte nicht möglich. Eine CPU mit 6 Kernen kann beispielsweise in Spielen schneller sein als eine 8-Kern-CPU aus derselben Familie, die aber geringere Taktwerte bietet. Am Ende sollte man stets auf Tests vertrauen und sich anschauen, wie die Leistung in Spielen oder auch Anwendungen aussieht.
Was das Übertakten von CPUs angeht, also das manuelle Erhöhen des Taktes über den ab Werk vorgesehenen Wert angeht, sind die AMD Ryzen-CPUs fast immer mit dem dafür nötigen frei wählbaren Multiplikator ausgestattet. Eine Ausnahme unter den für Spieler empfehlenswerten Ryzen-CPUs ist dabei der Ryzen 7 5800X3D. Was die Mainboards angeht, so ist theoretisch mit jedem Chipsatz eine Übertaktung möglich - sinnvoll ist aber ein Modell ab 100 bis 120 Euro aufwärts.
Bei Intel gibt es hingegen Einschränkungen: Erstens ist zwingend ein Mainboard mit einem Z-Chipsatz, zum Beispiel Z790 beim Sockel 1700, nötig, um übertakten zu können. Zweitens haben nur CPUs mit einem K- oder KF-Suffix einen frei wählbaren Multiplikator, zum Beispiel der Core i5-11600K oder Core i7-13700KF. Das F bei Intel-CPUs zeigt übrigens lediglich an, dass die CPU keine IGP, also keine eigene Grafikeinheit hat. Für einen Spiele-PC sind F- oder KF-Modelle ein Tipp, da sie meist ein wenig günstiger als die Schwester-Version mit IGP sind und man bei einem Spiele-PC für die Grafikdarstellung ja sowieso eine Grafikkarte nutzen wird.
