AMD RX 480 - Leistungsanalyse
AMDs RX 480 liegt inzwischen in den Regalen der Händler - wir haben viele verfügbare Leistungstests zusammengefasst und analysiert. Erfüllt die AMD RX 480 die Erwartungen, oder gibt es Kritikpunkte?
Leistungsanalyse RX 480
Wir haben aus den vorliegenden Tests die verfügbaren Benchmarkwerte der AMD RX 480 und mehrerer anderer Grafikkarten, die im jeweiligen Test ebenfalls die Benchmarks durchliefen, tabellarisch erfasst und Durchschnittswerte ermittelt. Da bei jedem Test eine unterschiedliche Anzahl an Games getestet wurden, haben wie die Ergebnisse entsprechend gewichtet.
In diesem Artikel
Als anschauliches Beispiel unserer Vorgehensweise mit ausgedachten Zahlenwerten: eine Grafikkarte X erzielt im Test des einen Hardwaremagazines anhand von acht getesteten Spielen einen Vorsprung von 15 Prozent zu einer Konkurrenz-Grafikkarte Y.
Quelle: Asus
Rückseite einer Asus RX 480 im Referenzdesign
In einem anderen Test sind es 20 Prozent Vorsprung, aber es kamen nur zwei Spiele zum Einsatz. Der gewichtete Durchschnitt ist dann nicht einfach nur der Durchschnitt der Prozentwerte (15+20 geteilt durch zwei), also 17,5 Prozent, sondern wir gewichten die Anzahl an beteiligten Games. Also: 8x15 + 2x20 geteilt durch insgesamt 10 getestete Spiele - dies ergibt einen Durchschnitt von nur noch 16 Prozent. Der Test, in dem die Leistung anhand von deutlich mehr Spielen gemessen wurde, bekommt also eine entsprechend stärkeres Gewicht. Auf diese Weise vermeiden wir, Ausreißerwerten zu viel Bedeutung in unserer Analyse zu geben. Insgesamt basiert unsere Auswertung auf einigen Hundert Einzelwerten. Diese kommen zustande, da wir in den meisten Tests die Werte von fünf bis sechs Grafikkarten bei jeweils fünf bis sogar über 20 Spielen erfasst haben. Hinzu kommt noch, dass wir häufig auch noch alle Werte zum einen in Full-HD (1920 mal 1080 Pixel), zum anderen bei WQHD (2560 mal 1440 Pixel) vorliegen hatten.
Unsere Leistungsauswertung
In den Tests wurden viele verschiedene Spiele verwendet - natürlich sind einige Spiele wie beispielsweise The Witcher 3, Fallout 4 oder Rise of the Tomb Raider in mehreren Tests zum Einsatz gekommen. Unter den von den jeweiligen Redaktionen getesteten Games waren neben den drei schon genannten auch Titel wie Doom, Anno 2205, Tom Clancy's The Division, Bioshock Infinite, The Elder Scrolls V: Skyrim, Far Cry Primal, Grand Theft Auto V, The Evil Within, Hitman, Dirt Rally und viele mehr. Was sind unsere Ergebnisse? Wir fassen die Schlüsse stichpunktartig zusammen. Wichtig dabei: inzwischen gibt es einen neuen AMD-Treiber, der mehr Leistung sorgt - die Tests erfolgten noch mit der älteren Treiberversion. Zudem haben wir uns auf Tests mit der 8GB-Version der AMD RX 480 beschränkt.
- Bei einer Auflösung von 1920 mal 1080 Pixeln (Full-HD) liegt die AMD RX zwischen der AMD R9 390 und Nvidia GTX 980. Sie ist etwa drei bis fünf Prozent schneller als die AMD R9 390. Nvidias GTX 980 wiederum liegt etwa sieben bis acht Prozent vorne.
- Bei einer Auflösung von 2560 mal 1440 Pixeln (WQHD) kommt die AMD RX 480 näher an Nvidias GTX 980 heran und vergrößert den Abstand zur AMD R9 390 auf etwa neun Prozent
- Die AMD R9 390X wird von der AMD RX 480 nicht ganz erreicht - das ältere Modell hält in beiden Auflösungen einen Vorsprung von etwa vier bis sechs Prozent.
- Bezogen auf die Nvidia GTX 970 kann die AMD RX 480 ein Leistungsplus von fünf Prozent unter Full-HD und neun Prozent bei WQHD vorweisen.
- Nvidias GTX 1070 liegt in beiden Auflösungen etwa 45 Prozent vor der AMD RX 480, die ältere Nvidia GTX 980 Ti um 40 Prozent.
Neue Treiberversion und Strombedarf
Wir hatten es ja schon bei der Leistungsauswertung angesprochen: so gut wie alle der in unserer Analyse verwendeten Benchmarks entstanden noch mit einer älteren Version der AMD-Treiber. Seit Donnerstag ist aber eine aktuellere Version verfügbar. Unsere Kollegen der PCGames-Hardware haben die AMD RX 480 bereits mit der neuesten Treiberversion erneut durch ihren Testparcour geschickt und eine messbare Steigerung der Leistung von vier bis fünf Prozent gemessen. Ebenso wurde ein Problem mit dem Strombedarf entschärft, oder besser gesagt: die Verteilung des Stromlast zwischen PCIe-Slot und PCIe-Stromstecker. Der Strombedarf ist für die Leistung der AMD RX 480 nämlich als sehr gut zu bezeichnen. Allerdings zog die Grafikkarte mit der älteren Treiberversion mehr Strom aus dem PCIe-Slot als es per Norm zulässig ist, was theoretisch in Einzelfällen auch zu Schäden am Mainboard führen kann.
Quelle: Sapphire
Angekündigte Customversion der AMD RX 480 von Sapphire
Mit den neuen Treibern wurde die Stromlast umverteilt, so dass hier kein Problem mehr zu befürchten ist. Es wird nun der Strom, der über die 75 Watt für PCIe-Slot spezifizierte Leistungsaufnahme hinaus geht, über den PCIe-Stromstecker angefordert. Bei voller Last können in Spitzen bis zu 160 bis 170 Watt Gesamtleistungsaufnahme gemessen werden. Dies ist in etwa auf dem Level einer Nvidia GTX 970, teilweise leicht darüber.
Fazit: gute Karte, guter Preis
Vieleicht hat AMD den Fehler gemacht, durch den Release der Nvidia 1080 aufgescheucht einen Vergleich zweier RX 480 im Crossfireverbund zu veröffentlichen, der mehr erwarten ließ als am Ende bei der Leistung herauskam. Denn viele Gamer sind von den Leistungsergebnissen der AMD RX 480 ein wenig enttäuscht, da die Vorankündigung etwas mehr versprach. Doch die Enttäuschung ist fehl am Platze, denn AMDs neuer 250-Euro-Bolide bietet für den Preis eine hervorragende Leistung. Nämlich im Durchschnitt mehr als eine AMD R9 390 oder Nvidia GTX 970 und beinah die Leistung einer AMD R9 390X oder Nvidia GTX 980. Preislich liegt die AMD RX 480 aber auf dem Level der Grafikkarten, die sie in Sachen Leistung bereits überholt hat (AMD R9 390 und Nvidia GTX 970), und wäre selbst für 300 Euro noch ein guter Kauf. Vor allem da die leicht stärkere AMD R9 390X zwar inzwischen auch schon ab 340 Euro zu haben ist, dabei aber enorm viel Strom benötigt.
Quelle: PC Games Hardware
Accelero Mono-Grafikkühler auf einer AMD RX 480 montiert
Vergleicht man die - durchaus zu Recht - als Preisknaller bezeichnete Nvidia GTX 1070 mit AMDs RX 480, dann wird das gute Preis-Leistungsverhältnis der ersten Polaris-Grafikkarte noch deutlicher. Denn die Nvidia GTX 1070 leistet zwar 45 Prozent mehr, kostet allerdings bezogen auf die AMD RX 480 mit acht Gigabyte Grafikspeicher dafür auch mindestens 210 Euro mehr - ein Aufpreis von über 80 Prozent. Insofern ist die AMD RX 480 derzeit die ideale Grafikkarte, wenn euch eine GTX 1070 zu teuer ist und ihr trotzdem Spiele auf höchsten Detailstufen für eine Weile genießen wollt. Mehr Leistung als die AMD RX 480 bei einem Preis unterhalb von 450 Euro bietet nur eine AMD R9 390X oder Nvidia GTX 980, allerdings ist das Leistungsplus beider Grafikkarten so gering, dass sich der Aufpreis nicht rentiert. Interessant wird allerdings die bald erscheinende Nvidia GTX 1060 - daher raten wir, beim Kauf noch abzuwarten, zumal ohnehin die empfehlenswerteren Custom-Modelle der AMD RX 480 auf sich warten lassen. Zudem sollten Gamer stets die 8GB-Version der AMD RX 480 wählen, sofern es beim Kauf-Budget nicht um jeden Euro geht.

https://youtu.be/lrOhTy0k...
ps.
Da fragt man sich aber, warum die Hanseln von der PCI-E Spezifikation (PCI-SIG) da immer noch rummucken bzw. offenbar keine Ahnung haben, was 'ihre' Stecker abkönnen. ;-)
https://youtu.be/lrOhTy0k...
wieder was gelernt.
-->Das kann man so nicht sagen, da der (Gesamt-)Strombedarf ja nicht gesunken sein soll (auch nicht die Leerlauf-Leistungsaufnahme) und der Strom lediglich über einen einzigen 6-poligen Stecker bezogen wird. Nebenbei darf die Karte das PCI-E Logo folglich noch nicht tragen.
Quellen: RX-480-darf-PCIe-Logo-noch-nicht-tragen; RX-480-Neuer-Treiber-aendert-Energiemanagement;
Es bleibt da nur abzuwarten, was die Anbieter der Custom-Modelle bieten werden bzw. ob und wie diese das Stromproblem lösen werden.
https://youtu.be/lrOhTy0k...
im vergleich zu älteren amd-modellen stimmt das, im vergleich zu nvidias pascal-generation leider nicht.